Selbstschutz für Kondukteure
- ShortId
-
02.3325
- Id
-
20023325
- Updated
-
10.04.2024 14:33
- Language
-
de
- Title
-
Selbstschutz für Kondukteure
- AdditionalIndexing
-
48;Körperverletzung;öffentlicher Verkehr;Bewaffnung;Gewalt;Fahrpersonal;Waffenbesitz
- 1
-
- L05K1801020502, Fahrpersonal
- L04K01010207, Gewalt
- L04K18010213, öffentlicher Verkehr
- L06K050102010302, Körperverletzung
- L03K040204, Bewaffnung
- L04K05010209, Waffenbesitz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das SBB-Zugpersonal lebt gefährlich. Die Intensität und Anzahl der Attacken auf Angestellte des öffentlichen Verkehrs sind steigend. Allein im vergangenen Jahr sind beim Zugpersonal 200 Fälle bekannt geworden, in denen Mitarbeitende beschimpft oder tätlich angegriffen worden sind. Praktisch jede Woche muss sich ein verletzter Angestellter des öffentlichen Verkehrs von einem Arzt behandeln lassen.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der Tatsache bewusst, dass sich Passagiere, insbesondere Frauen, in Zügen zeitweise nicht sicher fühlen. Dieses Problem ist im Interesse des öffentlichen Verkehrs ernst zu nehmen, und die Transportunternehmen sollten rasch zielgerichtete Massnahmen prüfen.</p><p>Auch wenn Pfeffersprays heute frei erhältlich sind, so sind sie in Handhabung und Anwendung keineswegs ungefährlich. Für den Ernstfall sind aufwändige Instruktionen und regelmässige Trainings notwendig, da im Konfliktfall bei einem unsachgemässen Einsatz solcher Sprays auch die Fahrgäste gefährdet werden können.</p><p>Generell sind Pfeffersprays aus den folgenden drei Gründen für den Einsatz in Zügen problematisch: Erstens verleitet in der Regel bereits die Androhung einer Anwendung zu einer entsprechenden Gegengewalt. Zweitens würde ein generelles Ausrüsten aller Zugbegleiter die Verfügbarkeit von Pfeffersprays massiv erhöhen. Gewaltbereite Fahrgäste könnten sich nämlich durch Entwendung solcher Sprays leichter als heute "bewaffnen". Drittens kann die Gefährdung von unbeteiligten Passagieren auch deshalb nicht ausgeschlossen werden, weil namentlich in klimatisierten Eisenbahnwagen Pfeffersprays den gesamten Innenraum kontaminieren könnten.</p><p>Bereits heute ist die Bahnpolizei mit Pfeffersprays ausgerüstet und entsprechend ausgebildet. Demgegenüber sieht die Strategie der SBB zum Schutz des Personals keine "leichte Bewaffnung" der Zugbegleiter vor. Sie konzentriert sich statt dessen auf die Schulung der richtigen Verhaltensweisen vor und während eines Ereignisfalles in Kombination mit dem Einsatz von Polizeikräften (Bahn-, Kantonspolizei), Sicherheitsdiensten und Schwerpunktkontrollen.</p><p>Die SBB wird deshalb auf die Beschaffung von Pfeffersprays für Zugbegleiter verzichten. Der Bundesrat teilt die Haltung der SBB, da die Nachteile einer Abgabe von Pfeffersprays an die Zugbegleiter mögliche Vorteile eindeutig überwiegen würden.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
- <p>Zur Bekämpfung der zunehmenden Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln bitte ich den Bundesrat zu prüfen, ob künftig Zugbegleiter und Kondukteure zum Selbstschutz mit einem Pfefferspray ausgerüstet werden könnten.</p>
- Selbstschutz für Kondukteure
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Das SBB-Zugpersonal lebt gefährlich. Die Intensität und Anzahl der Attacken auf Angestellte des öffentlichen Verkehrs sind steigend. Allein im vergangenen Jahr sind beim Zugpersonal 200 Fälle bekannt geworden, in denen Mitarbeitende beschimpft oder tätlich angegriffen worden sind. Praktisch jede Woche muss sich ein verletzter Angestellter des öffentlichen Verkehrs von einem Arzt behandeln lassen.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der Tatsache bewusst, dass sich Passagiere, insbesondere Frauen, in Zügen zeitweise nicht sicher fühlen. Dieses Problem ist im Interesse des öffentlichen Verkehrs ernst zu nehmen, und die Transportunternehmen sollten rasch zielgerichtete Massnahmen prüfen.</p><p>Auch wenn Pfeffersprays heute frei erhältlich sind, so sind sie in Handhabung und Anwendung keineswegs ungefährlich. Für den Ernstfall sind aufwändige Instruktionen und regelmässige Trainings notwendig, da im Konfliktfall bei einem unsachgemässen Einsatz solcher Sprays auch die Fahrgäste gefährdet werden können.</p><p>Generell sind Pfeffersprays aus den folgenden drei Gründen für den Einsatz in Zügen problematisch: Erstens verleitet in der Regel bereits die Androhung einer Anwendung zu einer entsprechenden Gegengewalt. Zweitens würde ein generelles Ausrüsten aller Zugbegleiter die Verfügbarkeit von Pfeffersprays massiv erhöhen. Gewaltbereite Fahrgäste könnten sich nämlich durch Entwendung solcher Sprays leichter als heute "bewaffnen". Drittens kann die Gefährdung von unbeteiligten Passagieren auch deshalb nicht ausgeschlossen werden, weil namentlich in klimatisierten Eisenbahnwagen Pfeffersprays den gesamten Innenraum kontaminieren könnten.</p><p>Bereits heute ist die Bahnpolizei mit Pfeffersprays ausgerüstet und entsprechend ausgebildet. Demgegenüber sieht die Strategie der SBB zum Schutz des Personals keine "leichte Bewaffnung" der Zugbegleiter vor. Sie konzentriert sich statt dessen auf die Schulung der richtigen Verhaltensweisen vor und während eines Ereignisfalles in Kombination mit dem Einsatz von Polizeikräften (Bahn-, Kantonspolizei), Sicherheitsdiensten und Schwerpunktkontrollen.</p><p>Die SBB wird deshalb auf die Beschaffung von Pfeffersprays für Zugbegleiter verzichten. Der Bundesrat teilt die Haltung der SBB, da die Nachteile einer Abgabe von Pfeffersprays an die Zugbegleiter mögliche Vorteile eindeutig überwiegen würden.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
- <p>Zur Bekämpfung der zunehmenden Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln bitte ich den Bundesrat zu prüfen, ob künftig Zugbegleiter und Kondukteure zum Selbstschutz mit einem Pfefferspray ausgerüstet werden könnten.</p>
- Selbstschutz für Kondukteure
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