Zeitbudgetstudie mit Wirkung
- ShortId
-
02.3483
- Id
-
20023483
- Updated
-
25.06.2025 01:49
- Language
-
de
- Title
-
Zeitbudgetstudie mit Wirkung
- AdditionalIndexing
-
15;28;Arbeitskräfteerhebung;Hauswirtschaft;Zeit;Arbeitszeit;freiwillige Arbeit;ehrenamtliche Tätigkeit;sozialstatistische Erhebung;Statistik
- 1
-
- L04K01010310, Zeit
- L04K01090304, sozialstatistische Erhebung
- L05K0702030208, freiwillige Arbeit
- L05K0702050302, Arbeitszeit
- L05K0704060202, Hauswirtschaft
- L05K0101030201, ehrenamtliche Tätigkeit
- L06K070202030301, Arbeitskräfteerhebung
- L03K020218, Statistik
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat hat auf meine Motion 99.3610 und ein Postulat der WAK 00.3002 festgehalten, dass eine Erhebung zur Zeitverwendung in der Schweiz von Nutzen sei und in das statistische Mehrjahresprogramm 2003-2007 aufgenommen werde. Bei den anstehenden politischen Entscheiden, wie etwa zur Normalarbeitszeit, zum Rentenalter, zur sozialen Sicherung und zum Wert der freiwilligen und unbezahlten Arbeit sind empirische Daten zur aktuellen Zeitverwendung durch die Schweizer Bevölkerung von zentraler Bedeutung. </p><p>Die Schweiz besitzt nur spärliche Informationen über die zahlreichen gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch relevanten Aktivitäten ausserhalb der Erwerbsarbeitszeit, wie Familienarbeit, Sozialtätigkeit oder Kulturaktivitäten. Eine solide Datenbasis kann nur das Instrument einer umfassenden Zeitbudgetstudie liefern, die auch die Frage nach einer eigentlichen "Zeitpolitik" beantworten kann.</p><p>Die bisher vom Bundesamt für Statistik durchgeführten Stichprobenerhebungen vermögen bisher kein komplettes Bild zu liefern. Damit ist ein Vergleich mit anderen EU-Ländern im Rahmen der von Eurostat erarbeiteten Zeitbudgeterhebungen nicht möglich. Der Bundesrat muss deshalb dafür sorgen, dass diese Arbeiten so schnell als möglich vorangetrieben und nicht, wie in den letzten zwei Perioden, als zurückgestellte Vorhaben behandelt werden.</p>
- <p>Der Bundesrat erachtet eine Zeitbudgetstudie als sinnvoll, um statistische Informationen insbesondere in Bereichen, in denen sie noch lückenhaft sind, zu erfassen. Die Beschreibung der Zeitverwendungsstrukturen von Bevölkerungsgruppen und Haushaltstypen gibt Aufschluss über Erwerbsarbeit, unbezahlte Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Freizeit, Mobilität, soziale Kontakte, Mediennutzung usw. Anhand der erhobenen Daten könnten zudem die unentgeltlichen Leistungen für den Aufbau eines Satellitenkontos der Haushaltproduktion im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geschätzt werden.</p><p>Im Rahmen von Harmonised European Time Use Surveys plant Eurostat, die Zeitbudgetstudien der EU-Mitgliedstaaten auf internationaler Ebene zu harmonisieren. Die europäische Vergleichbarkeit einer Schweizer Zeitverwendungserhebung wäre auf jeden Fall anzustreben. Mit dem Abschluss der bilateralen Verträge dürfte, im Rahmen der Anpassungen der amtlichen Statistik an die Forderungen der EU sowie Vorgaben und Normen von Eurostat, die Durchführung einer Zeitbudgeterhebung an Bedeutung gewinnen.</p><p>Der Bundesrat hat seine Überzeugung vom Nutzen und der Notwendigkeit einer Zeitbudgeterhebung in der Schweiz schon in den Antworten auf diverse frühere parlamentarische Vorstösse bekräftigt. Zudem hat der Bundesrat im Juni 1999 den Aktionsplan für die Schweiz verabschiedet, der im Rahmen der Folgearbeiten zur 4. Uno-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 ausgearbeitet wurde. Darin werden u. a. statistische Ziele formuliert sowie verschiedene Massnahmen vorgeschlagen, welche die Realisierung einer Zeitverwendungsstudie in der Schweiz nach internationalem Vorbild vorsehen.</p><p>Die Kosten einer umfassenden Zeitbudgetstudie belaufen sich auf etwa 2 Millionen Franken. Das Vorhaben musste aus finanziellen Gründen bereits zweimal zurückgestellt (Mehrjahresprogramm 1995-1999 und 1999-2003) und jeweils auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden. Der Bundesrat ist bereit, die Frage im Zusammenhang mit dem Mehrjahresprogramm 2003-2007 nochmals zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass eine Zeitbudgetstudie, wie angekündigt, in den laufenden Vorbereitungsarbeiten für das Mehrjahresprogramm prioritär behandelt wird. Das Bundesamt für Statistik ist zu beauftragen, die Studie in einer umfassenden Form durchzuführen, welche auch die Anforderungen an Datenerfassungen von Eurostat für die gegenwärtig laufende EU-Zeitbudgeterhebung erfüllen. Dazu gehören u. a. die vollständige Erfassung eines Tagesablaufes, die Befragung aller Haushaltmitglieder, die Untersuchung von Parallelaktivitäten und die Unterteilung in genügend kurze Zeitintervalle.</p>
- Zeitbudgetstudie mit Wirkung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat hat auf meine Motion 99.3610 und ein Postulat der WAK 00.3002 festgehalten, dass eine Erhebung zur Zeitverwendung in der Schweiz von Nutzen sei und in das statistische Mehrjahresprogramm 2003-2007 aufgenommen werde. Bei den anstehenden politischen Entscheiden, wie etwa zur Normalarbeitszeit, zum Rentenalter, zur sozialen Sicherung und zum Wert der freiwilligen und unbezahlten Arbeit sind empirische Daten zur aktuellen Zeitverwendung durch die Schweizer Bevölkerung von zentraler Bedeutung. </p><p>Die Schweiz besitzt nur spärliche Informationen über die zahlreichen gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch relevanten Aktivitäten ausserhalb der Erwerbsarbeitszeit, wie Familienarbeit, Sozialtätigkeit oder Kulturaktivitäten. Eine solide Datenbasis kann nur das Instrument einer umfassenden Zeitbudgetstudie liefern, die auch die Frage nach einer eigentlichen "Zeitpolitik" beantworten kann.</p><p>Die bisher vom Bundesamt für Statistik durchgeführten Stichprobenerhebungen vermögen bisher kein komplettes Bild zu liefern. Damit ist ein Vergleich mit anderen EU-Ländern im Rahmen der von Eurostat erarbeiteten Zeitbudgeterhebungen nicht möglich. Der Bundesrat muss deshalb dafür sorgen, dass diese Arbeiten so schnell als möglich vorangetrieben und nicht, wie in den letzten zwei Perioden, als zurückgestellte Vorhaben behandelt werden.</p>
- <p>Der Bundesrat erachtet eine Zeitbudgetstudie als sinnvoll, um statistische Informationen insbesondere in Bereichen, in denen sie noch lückenhaft sind, zu erfassen. Die Beschreibung der Zeitverwendungsstrukturen von Bevölkerungsgruppen und Haushaltstypen gibt Aufschluss über Erwerbsarbeit, unbezahlte Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Freizeit, Mobilität, soziale Kontakte, Mediennutzung usw. Anhand der erhobenen Daten könnten zudem die unentgeltlichen Leistungen für den Aufbau eines Satellitenkontos der Haushaltproduktion im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geschätzt werden.</p><p>Im Rahmen von Harmonised European Time Use Surveys plant Eurostat, die Zeitbudgetstudien der EU-Mitgliedstaaten auf internationaler Ebene zu harmonisieren. Die europäische Vergleichbarkeit einer Schweizer Zeitverwendungserhebung wäre auf jeden Fall anzustreben. Mit dem Abschluss der bilateralen Verträge dürfte, im Rahmen der Anpassungen der amtlichen Statistik an die Forderungen der EU sowie Vorgaben und Normen von Eurostat, die Durchführung einer Zeitbudgeterhebung an Bedeutung gewinnen.</p><p>Der Bundesrat hat seine Überzeugung vom Nutzen und der Notwendigkeit einer Zeitbudgeterhebung in der Schweiz schon in den Antworten auf diverse frühere parlamentarische Vorstösse bekräftigt. Zudem hat der Bundesrat im Juni 1999 den Aktionsplan für die Schweiz verabschiedet, der im Rahmen der Folgearbeiten zur 4. Uno-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 ausgearbeitet wurde. Darin werden u. a. statistische Ziele formuliert sowie verschiedene Massnahmen vorgeschlagen, welche die Realisierung einer Zeitverwendungsstudie in der Schweiz nach internationalem Vorbild vorsehen.</p><p>Die Kosten einer umfassenden Zeitbudgetstudie belaufen sich auf etwa 2 Millionen Franken. Das Vorhaben musste aus finanziellen Gründen bereits zweimal zurückgestellt (Mehrjahresprogramm 1995-1999 und 1999-2003) und jeweils auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden. Der Bundesrat ist bereit, die Frage im Zusammenhang mit dem Mehrjahresprogramm 2003-2007 nochmals zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass eine Zeitbudgetstudie, wie angekündigt, in den laufenden Vorbereitungsarbeiten für das Mehrjahresprogramm prioritär behandelt wird. Das Bundesamt für Statistik ist zu beauftragen, die Studie in einer umfassenden Form durchzuführen, welche auch die Anforderungen an Datenerfassungen von Eurostat für die gegenwärtig laufende EU-Zeitbudgeterhebung erfüllen. Dazu gehören u. a. die vollständige Erfassung eines Tagesablaufes, die Befragung aller Haushaltmitglieder, die Untersuchung von Parallelaktivitäten und die Unterteilung in genügend kurze Zeitintervalle.</p>
- Zeitbudgetstudie mit Wirkung
Back to List