Förderung der geothermischen Stromerzeugung und Wärmenutzung
- ShortId
-
02.3564
- Id
-
20023564
- Updated
-
10.04.2024 11:51
- Language
-
de
- Title
-
Förderung der geothermischen Stromerzeugung und Wärmenutzung
- AdditionalIndexing
-
66;geothermische Energie;Energieprogramm;Energierückgewinnung;elektrische Energie;Kraftwerk
- 1
-
- L03K170504, geothermische Energie
- L03K170302, Kraftwerk
- L04K17010110, Energieprogramm
- L04K17030301, elektrische Energie
- L05K1701010701, Energierückgewinnung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Schweiz besteht für geothermische Kraftwerke ein sehr grosses Potenzial. Solche Anlagen können einen namhaften Beitrag an die Wärme- und Stromversorgung und an die Reduktion der CO2-Emissionen unseres Landes leisten.</p><p>Geothermische Tiefenwärme liefert konstant Energie; es entstehen keine radioaktiven Schadstoffe und keine CO2-Emissionen. Zudem werden die fossilen Energieträger geschont und die Handelsbilanz positiv beeinflusst.</p><p>Die technische Machbarkeit der geothermischen Stromerzeugung (Deep Heat Mining) wurde in Europa erstmals mittels einer Pilotanlage im Elsass erforscht. Eine Förderung solcher Anlagen mit öffentlichen Mitteln ist im In- und Ausland noch immer notwendig, da es sich um eine junge Technologie handelt, mit der noch kaum kommerzielle Erfahrungen gemacht wurden. Private Investoren sind z. B. nicht bereit, die Projektrisiken für Tiefbohrungen alleine zu tragen, solange noch keine Erfahrung über den Umfang und die zeitliche Dauer der Wärmeausbeute besteht. Die Gestehungskosten liegen heute noch über denjenigen konventioneller, fossil befeuerter Heizanlagen und Kraftwerke.</p><p>Bereits in den Achtzigerjahren hat der Bund Bohrungen für die geothermische Wärmenutzung mit einer Risikodeckung unterstützt. Der damals gesprochene Kredit ist inzwischen erschöpft. Dank technologischen Fortschritten ist diese Technik heute auch für die Stromerzeugung von grosser Aktualität.</p><p>Im Zusammenhang mit dem Betrieb der Neat fallen grosse Mengen an warmen Tunnelwässern an. Deren Nutzung zu Heizzwecken kann ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen leisten. Auch diese Form von Tiefenwärme sollte im Förderprogramm berücksichtigt werden können.</p>
- <p>Für die Produktion von Strom und Wärme aus geothermischer Energie besteht in der Schweiz ein bedeutendes Potenzial. Diese Energie steht unabhängig von Tages- und Jahreszeit zur Verfügung. Mit der verstärkten Nutzung dieser Energie kann ein wesentlicher Teil des schweizerischen Energiebedarfs aus inländischen erneuerbaren Energien gedeckt und entsprechend viel CO2-Emission reduziert werden. Dies sind Hauptziele der schweizerischen Energiepolitik.</p><p>Die Technologien für die Wärmenutzung aus geothermischen Quellen stehen zur Verfügung. Sie werden jedoch zuwenig eingesetzt, da die Wärmekosten aus Gas- oder Ölheizungen noch etwas tiefer liegen. </p><p>Die Stromproduktion aus geothermischer Energie wird in Ländern mit günstigen geologischen Verhältnissen schon breit angewendet. Neu stehen nun Verfahren zur Verfügung, welche auch in der Schweiz die kombinierte Gewinnung von Strom und Wärme aus geothermischer Energie ermöglichen. In Deutschland und Frankreich bestehen entsprechende Pilotanlagen. In Basel ist eine Pilotanlage im Bau, in Genf ist eine Anlage in Planung. Geothermische Kraftwerke zur Strom- und Wärmeproduktion sind - aufgrund ihres geringen Platzbedarfs und ihres emissionsfreien Betriebes - besonders für die Energieversorgung von städtischen Agglomerationen geeignet.</p><p>Aufgrund der höheren Energiepreise und Neuartigkeit der Technologie investieren private Geldgeber heute noch sehr zurückhaltend in geothermische Kraftwerke. Die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Technologie muss zunächst mit Pilot- und Demoanlagen gezeigt werden.</p><p>Im Lichte der aktuellen Finanzlage des Bundes und des anstehenden Sparprogramms besteht hingegen kein Spielraum für ein eigentliches Förderprogramm, wie von der Motion gefordert. Deshalb ist eine Umwandlung der Motion in ein Postulat angezeigt.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament im Rahmen der Förderung der alternativen und erneuerbaren Energien umgehend ein Förderprogramm für die geothermische Energienutzung zu unterbreiten, welches den Bau von grösseren Anlagen zur Stromerzeugung und Wärmenutzung, inklusive der Abwärme der Tunnelwässer der Alptransit-Basistunnels, ermöglicht.</p>
- Förderung der geothermischen Stromerzeugung und Wärmenutzung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der Schweiz besteht für geothermische Kraftwerke ein sehr grosses Potenzial. Solche Anlagen können einen namhaften Beitrag an die Wärme- und Stromversorgung und an die Reduktion der CO2-Emissionen unseres Landes leisten.</p><p>Geothermische Tiefenwärme liefert konstant Energie; es entstehen keine radioaktiven Schadstoffe und keine CO2-Emissionen. Zudem werden die fossilen Energieträger geschont und die Handelsbilanz positiv beeinflusst.</p><p>Die technische Machbarkeit der geothermischen Stromerzeugung (Deep Heat Mining) wurde in Europa erstmals mittels einer Pilotanlage im Elsass erforscht. Eine Förderung solcher Anlagen mit öffentlichen Mitteln ist im In- und Ausland noch immer notwendig, da es sich um eine junge Technologie handelt, mit der noch kaum kommerzielle Erfahrungen gemacht wurden. Private Investoren sind z. B. nicht bereit, die Projektrisiken für Tiefbohrungen alleine zu tragen, solange noch keine Erfahrung über den Umfang und die zeitliche Dauer der Wärmeausbeute besteht. Die Gestehungskosten liegen heute noch über denjenigen konventioneller, fossil befeuerter Heizanlagen und Kraftwerke.</p><p>Bereits in den Achtzigerjahren hat der Bund Bohrungen für die geothermische Wärmenutzung mit einer Risikodeckung unterstützt. Der damals gesprochene Kredit ist inzwischen erschöpft. Dank technologischen Fortschritten ist diese Technik heute auch für die Stromerzeugung von grosser Aktualität.</p><p>Im Zusammenhang mit dem Betrieb der Neat fallen grosse Mengen an warmen Tunnelwässern an. Deren Nutzung zu Heizzwecken kann ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen leisten. Auch diese Form von Tiefenwärme sollte im Förderprogramm berücksichtigt werden können.</p>
- <p>Für die Produktion von Strom und Wärme aus geothermischer Energie besteht in der Schweiz ein bedeutendes Potenzial. Diese Energie steht unabhängig von Tages- und Jahreszeit zur Verfügung. Mit der verstärkten Nutzung dieser Energie kann ein wesentlicher Teil des schweizerischen Energiebedarfs aus inländischen erneuerbaren Energien gedeckt und entsprechend viel CO2-Emission reduziert werden. Dies sind Hauptziele der schweizerischen Energiepolitik.</p><p>Die Technologien für die Wärmenutzung aus geothermischen Quellen stehen zur Verfügung. Sie werden jedoch zuwenig eingesetzt, da die Wärmekosten aus Gas- oder Ölheizungen noch etwas tiefer liegen. </p><p>Die Stromproduktion aus geothermischer Energie wird in Ländern mit günstigen geologischen Verhältnissen schon breit angewendet. Neu stehen nun Verfahren zur Verfügung, welche auch in der Schweiz die kombinierte Gewinnung von Strom und Wärme aus geothermischer Energie ermöglichen. In Deutschland und Frankreich bestehen entsprechende Pilotanlagen. In Basel ist eine Pilotanlage im Bau, in Genf ist eine Anlage in Planung. Geothermische Kraftwerke zur Strom- und Wärmeproduktion sind - aufgrund ihres geringen Platzbedarfs und ihres emissionsfreien Betriebes - besonders für die Energieversorgung von städtischen Agglomerationen geeignet.</p><p>Aufgrund der höheren Energiepreise und Neuartigkeit der Technologie investieren private Geldgeber heute noch sehr zurückhaltend in geothermische Kraftwerke. Die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Technologie muss zunächst mit Pilot- und Demoanlagen gezeigt werden.</p><p>Im Lichte der aktuellen Finanzlage des Bundes und des anstehenden Sparprogramms besteht hingegen kein Spielraum für ein eigentliches Förderprogramm, wie von der Motion gefordert. Deshalb ist eine Umwandlung der Motion in ein Postulat angezeigt.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament im Rahmen der Förderung der alternativen und erneuerbaren Energien umgehend ein Förderprogramm für die geothermische Energienutzung zu unterbreiten, welches den Bau von grösseren Anlagen zur Stromerzeugung und Wärmenutzung, inklusive der Abwärme der Tunnelwässer der Alptransit-Basistunnels, ermöglicht.</p>
- Förderung der geothermischen Stromerzeugung und Wärmenutzung
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