Mehr Frauen in die Leitungen von Aktiengesellschaften
- ShortId
-
03.412
- Id
-
20030412
- Updated
-
10.04.2024 18:55
- Language
-
de
- Title
-
Mehr Frauen in die Leitungen von Aktiengesellschaften
- AdditionalIndexing
-
15;Gleichstellung von Mann und Frau;Aktienrecht;Frauenquote;Unternehmensleitung;Obligationenrecht;Lohngleichheit;Verwaltungsrat;Jahresbericht;Frau
- 1
-
- L05K0703040105, Verwaltungsrat
- L05K0703040303, Unternehmensleitung
- L05K0101040101, Frauenquote
- L04K05020305, Gleichstellung von Mann und Frau
- L04K02021701, Jahresbericht
- L05K0702010305, Lohngleichheit
- L05K0107010301, Frau
- L07K07030301010101, Aktienrecht
- L04K05070204, Obligationenrecht
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Eine im Jahr 2002 von den Aktionärinnen für nachhaltiges Wirtschaften (Actares) und der Fachstelle UND, Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen, durchgeführte Befragung bei 30 börsenkotierten Schweizer Unternehmen zeigt ernüchternde Resultate. Die meisten Unternehmen verfügen noch über zu wenige Grundlagen zur Umsetzung einer wirkungsvollen Chancengleichheitspolitik für Frauen. Von den 30 angefragten Unternehmungen haben nur deren 5 an der Umfrage teilgenommen und nur 3 gaben Auskünfte über ihren Frauenanteil im Kader. Beim oberen Kader (Geschäftsleitungen) beispielsweise beträgt der Frauenanteil bei der Swiss Re 7,9 Prozent, bei Clariant 0 Prozent, bei der UBS 3,9 Prozent. Bei Swiss Re und bei Credit Suisse gibt es je eine Frau im Verwaltungsrat. Obwohl Frauen in den letzten Jahren bei den höheren Ausbildungen massiv aufgeholt haben und in gewissen Studienfächern sogar die Mehrheit bilden, bleiben sie im Kader weiterhin massiv untervertreten. </p><p>Auch zur Umsetzung des Grundsatzes "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" kann die Befragung kaum aussagekräftige Daten liefern. Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2000 des Bundesamtes für Statistik (Medienmitteilung November 2001) beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern weiterhin über 20 Prozent. Trotz Gleichstellungsgesetz hat sich (zu) wenig verändert. Damit den Absichtserklärungen auch Taten folgen, braucht es eine Vorgabe für mehr Frauen im Kader, aber auch eine Verpflichtung, mit einem Aktionsplan jährlich die Massnahmen und Fortschritte bezüglich der Umsetzung der Gleichstellung zu dokumentieren. </p><p>Ähnliche Bestrebungen sind auch im Ausland im Gange. So ist z. B. in Norwegen ein Gesetz in Vorbereitung, welches die Leitungsgremien der Aktiengesellschaften ab dem Jahr 2005 zu 40 Prozent mit Frauen besetzen will.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die folgende parlamentarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein und beantrage folgende Änderungen der Bestimmungen des Obligationenrechtes über die Aktiengesellschaft: </p><p>- Die börsenkotierten Aktiengesellschaften werden verpflichtet, mindestens 40 Prozent ihrer Geschäftsleitungsposten und ihrer Verwaltungsratsmandate mit Frauen zu besetzen. </p><p>- Die börsenkotierten Aktiengesellschaften werden verpflichtet, jährlich in einem Anhang zur Bilanz die Massnahmen zur Umsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann, insbesondere die Umsetzung des Grundsatzes "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" sowie die Frauen- und Männeranteile, auf allen Stufen zu dokumentieren.</p>
- Mehr Frauen in die Leitungen von Aktiengesellschaften
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Eine im Jahr 2002 von den Aktionärinnen für nachhaltiges Wirtschaften (Actares) und der Fachstelle UND, Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen, durchgeführte Befragung bei 30 börsenkotierten Schweizer Unternehmen zeigt ernüchternde Resultate. Die meisten Unternehmen verfügen noch über zu wenige Grundlagen zur Umsetzung einer wirkungsvollen Chancengleichheitspolitik für Frauen. Von den 30 angefragten Unternehmungen haben nur deren 5 an der Umfrage teilgenommen und nur 3 gaben Auskünfte über ihren Frauenanteil im Kader. Beim oberen Kader (Geschäftsleitungen) beispielsweise beträgt der Frauenanteil bei der Swiss Re 7,9 Prozent, bei Clariant 0 Prozent, bei der UBS 3,9 Prozent. Bei Swiss Re und bei Credit Suisse gibt es je eine Frau im Verwaltungsrat. Obwohl Frauen in den letzten Jahren bei den höheren Ausbildungen massiv aufgeholt haben und in gewissen Studienfächern sogar die Mehrheit bilden, bleiben sie im Kader weiterhin massiv untervertreten. </p><p>Auch zur Umsetzung des Grundsatzes "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" kann die Befragung kaum aussagekräftige Daten liefern. Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2000 des Bundesamtes für Statistik (Medienmitteilung November 2001) beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern weiterhin über 20 Prozent. Trotz Gleichstellungsgesetz hat sich (zu) wenig verändert. Damit den Absichtserklärungen auch Taten folgen, braucht es eine Vorgabe für mehr Frauen im Kader, aber auch eine Verpflichtung, mit einem Aktionsplan jährlich die Massnahmen und Fortschritte bezüglich der Umsetzung der Gleichstellung zu dokumentieren. </p><p>Ähnliche Bestrebungen sind auch im Ausland im Gange. So ist z. B. in Norwegen ein Gesetz in Vorbereitung, welches die Leitungsgremien der Aktiengesellschaften ab dem Jahr 2005 zu 40 Prozent mit Frauen besetzen will.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die folgende parlamentarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein und beantrage folgende Änderungen der Bestimmungen des Obligationenrechtes über die Aktiengesellschaft: </p><p>- Die börsenkotierten Aktiengesellschaften werden verpflichtet, mindestens 40 Prozent ihrer Geschäftsleitungsposten und ihrer Verwaltungsratsmandate mit Frauen zu besetzen. </p><p>- Die börsenkotierten Aktiengesellschaften werden verpflichtet, jährlich in einem Anhang zur Bilanz die Massnahmen zur Umsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann, insbesondere die Umsetzung des Grundsatzes "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" sowie die Frauen- und Männeranteile, auf allen Stufen zu dokumentieren.</p>
- Mehr Frauen in die Leitungen von Aktiengesellschaften
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