Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern
- ShortId
-
03.3097
- Id
-
20033097
- Updated
-
10.04.2024 15:25
- Language
-
de
- Title
-
Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern
- AdditionalIndexing
-
08;36;Entwicklungsland;Leistungsauftrag;wissenschaftliche Zusammenarbeit;Forschungsförderung;Nord-Süd-Beziehungen;Entwicklungszusammenarbeit;Hochschulwesen;Schwellenland
- 1
-
- L04K10010216, wissenschaftliche Zusammenarbeit
- L03K100104, Entwicklungszusammenarbeit
- L05K0704020103, Entwicklungsland
- L05K0704020107, Schwellenland
- L04K16020204, Forschungsförderung
- L04K13020501, Hochschulwesen
- L05K0806010105, Leistungsauftrag
- L04K10020110, Nord-Süd-Beziehungen
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit generiert neues Wissen und technologische Innovation und gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Entwicklung nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Entwicklungsländern (EL). Diese Erkenntnis fand am Erdgipfel von Rio 1992 erstmals breite internationale Anerkennung. Im letzten Jahr wurde die entscheidende Rolle, die Forschung für Entwicklung und Fortschritt in EL und TL innehat, am Gipfel von Johannesburg bestätigt. Dort wurde aber auch die Verantwortung, die Wissenschafter zu übernehmen haben, sowie die Verantwortung der Entscheidungsträger, qualitativ hoch stehende Entwicklungsforschung stärker zu fördern, hervorgehoben. In die gleiche Richtung zielt der soeben publizierte Appell von Kofi Annan zur Verstärkung der Kooperation zwischen Wissenschaftern aus Nord und Süd mit der Uno.</p><p>Seit Rio hat die schweizerische Forschung mit EL und TL dank politischer Unterstützung einen gewissen Aufschwung erfahren und auch international Anerkennung gefunden (Modul 7, "Entwicklung und Umwelt" im Rahmen des schweizerischen Schwerpunktprogrammes "Umwelt"; Unterstützung spezialisierter Institutionen wie das Tropeninstitut in Basel oder das Institut universitaire d'études du développement in Genf. An einigen Hochschulen wurden zudem sektorielle Zentren aufgebaut - ein Tropfen auf den heissen Stein angesichts der Bedürfnisse an wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL. Schliesslich bewilligte das Parlament im Juni 2001 den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) "Nord-Süd"; ein Programm, welches zweifellos die Kompetenzen der sieben wissenschaftlichen Institutionen stärken wird, die darin Themen des globalen Wandels gemeinsam mit ihren Partnern in EL und TL erforschen.</p><p>Zahlreiche andere Forschungsbereiche und Institutionen werden hingegen nicht in diesem NFS berücksichtigt, sodass es angebracht ist, diese durch andere langfristige Investitionsformen zu stärken. Primär gilt es dabei, wissenschaftliche Zusammenarbeit mit schweizerischer Beteiligung in Regionen zu unterstützen, welche eine wichtige strategische Rolle einnehmen und dort Ausbildungs- und Forschungsnetzwerke partnerschaftlich aufzubauen, die der ganzen Region dienen. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit EL und TL muss deshalb mit allen möglichen Mitteln unterstützt und gefördert werden, die im Rahmen der Botschaft für Forschung und Ausbildung 2004-2007 möglich sind.</p><p>Im Speziellen werden die eidgenössischen und kantonalen Hochschulen sowie die Institutionen der Forschungsförderung, d. h. der Schweizerische Nationalfonds, die Kommission für Technologie und Innovation und die Akademien, aufgefordert, wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL in ihren Projekten eine hohe Priorität einzuräumen. Ihr Leistungsvereinbarungsvertrag muss diesem Umstand Rechnung tragen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) müsste die eventuell anfallenden Kosten der Partner in EL und TL übernehmen.</p><p>Die Deza betreibt bereits eine aktive Politik, indem sie Forschungspartnerschaften mit EL und TL unterstützt. Im Allgemeinen beteiligt sie sich an der Finanzierung von Forschenden und wissenschaftlicher Infrastruktur in den Schwerpunktländern. Zudem gewährt sie beteiligten schweizerischen Forschungsinstitutionen einen Beitrag an deren "Overhead-Kosten". Sie finanziert aber keine Schweizer Wissenschafter, da diese über normale schweizerische oder europäische Kanäle finanziert werden.</p>
- <p>Der Bundesrat begrüsst die generelle Stossrichtung der Motion, welche die Verantwortung der schweizerischen Hochschulen und Institutionen der Forschungsförderung unterstreicht, der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- (EL) und Transitionsländern (TL) einen höheren Stellenwert einzuräumen. Im letzten Jahrzehnt hat die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit der Schweiz mit EL und TL deutlich zugenommen. Im Rahmen der Botschaft für die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 schlägt der Bundesrat zudem vor, mit zusätzlichen Mitteln diese Form der Zusammenarbeit zu verstärken.</p><p>Auch wenn der Bundesrat der Meinung ist, dass die Anliegen des Motionärs grundsätzlich berechtigt sind, so sind seine Möglichkeiten beschränkt, inhaltliche Vorgaben für die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Hochschulbereich festzulegen, da gemäss Bundesverfassung (Art. 20) die Freiheit von Lehre und Forschung zu gewährleisten ist. Weiter kommt dem Bund im Bereich der kantonalen Hochschulen lediglich eine Förderkompetenz zu. Das Universitätsförderungsgesetz enthält keine Bestimmungen, die es erlauben würden, die Zusprache von Mitteln an die Bedingung zu knüpfen, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern gefördert wird.</p><p>Der Bundesrat erteilt den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) zwar den Leistungsauftrag, welcher gemäss neuem ETH-Gesetz vom Parlament genehmigt wird, jedoch gilt auch hier die Freiheit von Lehre und Forschung. Er wird indessen prüfen, wie er den Anliegen des Motionärs anderweitig Rechnung tragen kann. So wird das EDI mit den wissenschaftlichen Akademien und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) Leistungsvereinbarungen für die Periode 2004-2007 abschliessen. In diesem Rahmen soll der internationalen Zusammenarbeit und der Koordination mehr Gewicht geschenkt werden. Entsprechende Gespräche finden zurzeit auch zwischen der Gruppe für Wissenschaft und Forschung und der Kommission für Technologie und Innovation statt. Es geht vor allem darum, dauerhafte Partnerschaften von beidseitigem Interesse mit ausgewählten EL und TL aufzubauen, welche aufgrund von Analysen ausgewiesener Experten bestimmt wurden und deren Potenzial noch ungenügend genutzt wird.</p><p>Der Bund fördert die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zudem mit dem Ziel des Aufbaus von Forschungsstrukturen, die es den beteiligten Partnern ermöglichen, auf individueller und institutioneller Ebene zu kooperieren. So wurden in den letzten Jahren verschiedene Initiativen in Staaten Ost- und Südeuropas wie auch des Südens und des Ostens bereits realisiert. In dieser Hinsicht verfügt insbesondere die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit über eine langjährige Erfahrung. Sie wird ihre Praxis der Unterstützung wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL auch in Zukunft weiterführen. Diese Unterstützung erfolgt in zahlreichen Fällen zusammen mit dem ETH-Bereich, dem SNF und den Fachhochschulen.</p><p>Zudem kommen im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Staatssekretariates für Wirtschaft verschiedene Massnahmen, insbesondere in den Bereichen der Handels- und Umwelttechnologiekooperation und bei Mischfinanzierungen, der Forschung von Partnerländern zugute.</p><p>Für die Periode 2004-2007 ist ein Ausbau der erwähnten Aktivitäten in den EL und TL geplant. Der Bundesrat wird im Rahmen seiner Möglichkeiten und ausgehend von oben dargelegten Ausführungen die Umsetzung der in der Motion festgehaltenen Ziele laufend überprüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat beauftragt die Hochschulen und Institutionen der Forschungsförderung im Rahmen der Leistungsvereinbarungen und entsprechenden Zielsetzungen für die Jahre 2004-2007, der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- (EL) und Transitionsländern (TL) eine hohe Priorität einzuräumen, um die Folgen der Globalisierung besser in den Griff zu bekommen.</p>
- Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit generiert neues Wissen und technologische Innovation und gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Entwicklung nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Entwicklungsländern (EL). Diese Erkenntnis fand am Erdgipfel von Rio 1992 erstmals breite internationale Anerkennung. Im letzten Jahr wurde die entscheidende Rolle, die Forschung für Entwicklung und Fortschritt in EL und TL innehat, am Gipfel von Johannesburg bestätigt. Dort wurde aber auch die Verantwortung, die Wissenschafter zu übernehmen haben, sowie die Verantwortung der Entscheidungsträger, qualitativ hoch stehende Entwicklungsforschung stärker zu fördern, hervorgehoben. In die gleiche Richtung zielt der soeben publizierte Appell von Kofi Annan zur Verstärkung der Kooperation zwischen Wissenschaftern aus Nord und Süd mit der Uno.</p><p>Seit Rio hat die schweizerische Forschung mit EL und TL dank politischer Unterstützung einen gewissen Aufschwung erfahren und auch international Anerkennung gefunden (Modul 7, "Entwicklung und Umwelt" im Rahmen des schweizerischen Schwerpunktprogrammes "Umwelt"; Unterstützung spezialisierter Institutionen wie das Tropeninstitut in Basel oder das Institut universitaire d'études du développement in Genf. An einigen Hochschulen wurden zudem sektorielle Zentren aufgebaut - ein Tropfen auf den heissen Stein angesichts der Bedürfnisse an wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL. Schliesslich bewilligte das Parlament im Juni 2001 den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) "Nord-Süd"; ein Programm, welches zweifellos die Kompetenzen der sieben wissenschaftlichen Institutionen stärken wird, die darin Themen des globalen Wandels gemeinsam mit ihren Partnern in EL und TL erforschen.</p><p>Zahlreiche andere Forschungsbereiche und Institutionen werden hingegen nicht in diesem NFS berücksichtigt, sodass es angebracht ist, diese durch andere langfristige Investitionsformen zu stärken. Primär gilt es dabei, wissenschaftliche Zusammenarbeit mit schweizerischer Beteiligung in Regionen zu unterstützen, welche eine wichtige strategische Rolle einnehmen und dort Ausbildungs- und Forschungsnetzwerke partnerschaftlich aufzubauen, die der ganzen Region dienen. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit EL und TL muss deshalb mit allen möglichen Mitteln unterstützt und gefördert werden, die im Rahmen der Botschaft für Forschung und Ausbildung 2004-2007 möglich sind.</p><p>Im Speziellen werden die eidgenössischen und kantonalen Hochschulen sowie die Institutionen der Forschungsförderung, d. h. der Schweizerische Nationalfonds, die Kommission für Technologie und Innovation und die Akademien, aufgefordert, wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL in ihren Projekten eine hohe Priorität einzuräumen. Ihr Leistungsvereinbarungsvertrag muss diesem Umstand Rechnung tragen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) müsste die eventuell anfallenden Kosten der Partner in EL und TL übernehmen.</p><p>Die Deza betreibt bereits eine aktive Politik, indem sie Forschungspartnerschaften mit EL und TL unterstützt. Im Allgemeinen beteiligt sie sich an der Finanzierung von Forschenden und wissenschaftlicher Infrastruktur in den Schwerpunktländern. Zudem gewährt sie beteiligten schweizerischen Forschungsinstitutionen einen Beitrag an deren "Overhead-Kosten". Sie finanziert aber keine Schweizer Wissenschafter, da diese über normale schweizerische oder europäische Kanäle finanziert werden.</p>
- <p>Der Bundesrat begrüsst die generelle Stossrichtung der Motion, welche die Verantwortung der schweizerischen Hochschulen und Institutionen der Forschungsförderung unterstreicht, der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- (EL) und Transitionsländern (TL) einen höheren Stellenwert einzuräumen. Im letzten Jahrzehnt hat die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit der Schweiz mit EL und TL deutlich zugenommen. Im Rahmen der Botschaft für die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 schlägt der Bundesrat zudem vor, mit zusätzlichen Mitteln diese Form der Zusammenarbeit zu verstärken.</p><p>Auch wenn der Bundesrat der Meinung ist, dass die Anliegen des Motionärs grundsätzlich berechtigt sind, so sind seine Möglichkeiten beschränkt, inhaltliche Vorgaben für die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Hochschulbereich festzulegen, da gemäss Bundesverfassung (Art. 20) die Freiheit von Lehre und Forschung zu gewährleisten ist. Weiter kommt dem Bund im Bereich der kantonalen Hochschulen lediglich eine Förderkompetenz zu. Das Universitätsförderungsgesetz enthält keine Bestimmungen, die es erlauben würden, die Zusprache von Mitteln an die Bedingung zu knüpfen, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern gefördert wird.</p><p>Der Bundesrat erteilt den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) zwar den Leistungsauftrag, welcher gemäss neuem ETH-Gesetz vom Parlament genehmigt wird, jedoch gilt auch hier die Freiheit von Lehre und Forschung. Er wird indessen prüfen, wie er den Anliegen des Motionärs anderweitig Rechnung tragen kann. So wird das EDI mit den wissenschaftlichen Akademien und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) Leistungsvereinbarungen für die Periode 2004-2007 abschliessen. In diesem Rahmen soll der internationalen Zusammenarbeit und der Koordination mehr Gewicht geschenkt werden. Entsprechende Gespräche finden zurzeit auch zwischen der Gruppe für Wissenschaft und Forschung und der Kommission für Technologie und Innovation statt. Es geht vor allem darum, dauerhafte Partnerschaften von beidseitigem Interesse mit ausgewählten EL und TL aufzubauen, welche aufgrund von Analysen ausgewiesener Experten bestimmt wurden und deren Potenzial noch ungenügend genutzt wird.</p><p>Der Bund fördert die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zudem mit dem Ziel des Aufbaus von Forschungsstrukturen, die es den beteiligten Partnern ermöglichen, auf individueller und institutioneller Ebene zu kooperieren. So wurden in den letzten Jahren verschiedene Initiativen in Staaten Ost- und Südeuropas wie auch des Südens und des Ostens bereits realisiert. In dieser Hinsicht verfügt insbesondere die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit über eine langjährige Erfahrung. Sie wird ihre Praxis der Unterstützung wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit EL und TL auch in Zukunft weiterführen. Diese Unterstützung erfolgt in zahlreichen Fällen zusammen mit dem ETH-Bereich, dem SNF und den Fachhochschulen.</p><p>Zudem kommen im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Staatssekretariates für Wirtschaft verschiedene Massnahmen, insbesondere in den Bereichen der Handels- und Umwelttechnologiekooperation und bei Mischfinanzierungen, der Forschung von Partnerländern zugute.</p><p>Für die Periode 2004-2007 ist ein Ausbau der erwähnten Aktivitäten in den EL und TL geplant. Der Bundesrat wird im Rahmen seiner Möglichkeiten und ausgehend von oben dargelegten Ausführungen die Umsetzung der in der Motion festgehaltenen Ziele laufend überprüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat beauftragt die Hochschulen und Institutionen der Forschungsförderung im Rahmen der Leistungsvereinbarungen und entsprechenden Zielsetzungen für die Jahre 2004-2007, der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- (EL) und Transitionsländern (TL) eine hohe Priorität einzuräumen, um die Folgen der Globalisierung besser in den Griff zu bekommen.</p>
- Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transitionsländern
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