Organisation von internationalen SportgrossanlÃĪssen in der Schweiz. Bessere Koordination
- ShortId
-
03.3143
- Id
-
20033143
- Updated
-
10.04.2024 10:15
- Language
-
de
- Title
-
Organisation von internationalen Sportgrossanlässen in der Schweiz. Bessere Koordination
- AdditionalIndexing
-
15;28;Bereichsplanung;Sporteinrichtung;Wirtschaftsplanung;Sport
- 1
-
- L04K01010102, Sport
- L05K0101010206, Sporteinrichtung
- L05K0704010301, Bereichsplanung
- L04K07040103, Wirtschaftsplanung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Sport wird noch zu wenig als bedeutender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung erkannt. In Zukunft muss der Sport vermehrt als Wachstumsfaktor angesehen werden. Die Analyse von grossen Sportanlässen in den entsprechenden Gastländern unterstreicht diesen Aspekt der Sportpolitik. Die Hürden, mit welchen sich kleine Staaten bei der Organisation solcher Anlässe konfrontiert sehen, sind aber nicht zu unterschätzen. Es ist nicht immer leicht, den finanziellen Erfordernissen und Sicherheitsvorkehrungen nachzukommen.</p><p>Es ist sicherlich ratsam, von Fall zu Fall die Chancen der Schweiz bei der Organisation von solchen internationalen Grossanlässen abzuwägen. Die Schweiz kann sich über Sportveranstaltungen international bekannt machen.</p><p>Die FDP begrüsst deshalb das schweizerisch-österreichische Organisationskomitee für die Fussball-Europameisterschaft 2008 sehr.</p><p>Sportverbände, welche sich um die Organisation solcher internationaler Grossanlässe kümmern, nehmen sehr hohe finanzielle Risiken auf sich. Sie tragen den Grossteil des Risikos.</p><p>Die Schweiz bietet sich heute weitgehend unkoordiniert und deshalb insgesamt unprofessionell als Standort für sportliche Grossanlässe an. Das begrüssenswerte subsidiäre System der privaten Initiative führt zu mehr oder weniger zufälligen Bewerbungen zu einem zufälligen Zeitpunkt aus einer zufälligen Region. Es ist Aufgabe des Dachverbandes Swiss Olympic, in Zusammenarbeit mit dem Bund eine auf Jahre angelegte "Strategie Grossanlässe" zu definieren, welche möglichst viele Sportarten umfasst. Dazu gehören eine gründliche Analyse bezüglich Machbarkeits- und Sicherheitsanforderungen solcher Grossanlässe. Die Schweiz hat Sicherheit, ein stabiles politisches System, eine sportbegeisterte Bevölkerung, hervorragende klimatische Verhältnisse für sehr viele Sportarten. Diese Standortvorteile müssen besser genutzt werden.</p><p>Schliesslich haben internationale Sportanlässe, ähnlich wie internationale Konferenzen, auch eine aussenpolitische Bedeutung - gerade für ein Land, das zurzeit ausserhalb der Europäischen Union seinen Weg sucht und erst seit kurzem Uno-Mitglied ist.</p><p>Auch der Bundesrat täte gut daran, sportliche Grossanlässe nicht ausschliesslich aus der finanziellen Perspektive und unter dem Aspekt der subsidiären Truppeneinsätze zu verstehen, sondern die Chancen der Schweiz als internationale Sportler-Herberge aktiver zu nutzen.</p>
- <p>Mit dem Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz vom 30. November 2000 anerkennt der Bundesrat in der Konsequenz 5 "die Bedeutung von Sportgrossanlässen sowie des Sitzes von internationalen Sportverbänden in der Schweiz. Er begrüsst die Durchführung von Sportgrossanlässen und die Anwesenheit internationaler Sportverbände im Interesse des Sports, der Wirtschaft und des internationalen Ansehens unseres Landes."</p><p>Im Rahmen des Nationalen Sportanlagenkonzeptes engagiert sich der Bund mit Verpflichtungskrediten von total 80 Millionen Franken für den Bau und die Instandstellung von Sportanlagen von nationaler Bedeutung, dies im Sinne einer Anstossfinanzierung. Der Bund leistet zudem Defizitgarantien an Sportgrossanlässe.</p><p>Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport beauftragt, zusammen mit den Verantwortlichen ein nationales standortpolitisches Konzept für Grossanlässe und die Ansiedlung internationaler Sportverbände vorzubereiten sowie Rahmenkriterien auszuarbeiten, damit die Mittel der Defizitgarantien zielgerichteter eingesetzt werden können. Es gilt jedoch zu beachten, dass Standortpolitik für Grossanlässe nur beschränkt eine Bundesaufgabe ist und den allgemein für die Wirtschaftsförderung geltenden Grundsätzen entsprechen muss. Spitzensport wird nach dem Subsidiaritätsprinzip unterstützt; dabei gilt es die Autonomie des privatrechtlichen Sports zu wahren. Der Schwerpunkt der staatlichen Sportförderung liegt im Breitensport.</p><p>Zu den konkreten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Nicht zuletzt die Vergabe der Fussball-Europameisterschaft 2008 an die Schweiz und Österreich oder die erfolgreiche Durchführung der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 zeigen die möglichen Chancen, auch in Zukunft grosse internationale Sportanlässe in der Schweiz durchzuführen. Voraussetzung dafür ist eine professionelle Vorbereitung der Kandidatur und der Durchführung der Veranstaltung unter Einbezug der Partner im sportlichen, öffentlichen und finanziellen Bereich sowie die Unterstützung durch breite Kreise der Bevölkerung.</p><p>2. Der Bundesrat hat den Rahmen für die Strategie durch die Massnahmen im sportpolitischen Konzept vorgegeben. Zudem sind seit dem 1. April 2003 die "Weisungen (des Eidgenössischen Finanzdepartement) für die Durchführung von Grossanlässen Dritter mit Bundesunterstützung sowie von besonderen Bundesanlässen" in Kraft. Diese regeln das Vorgehen für die Vorbereitung und Durchführung solcher Anlässe und sollen zu einer reibungslosen Planung und Durchführung von Grossveranstaltungen beitragen. Insbesondere soll damit die Transparenz bezüglich Kosten und Finanzierung, Konzept und Organisationsstruktur sichergestellt werden.</p><p>3. Durch die Beschlüsse zum sportpolitischen Konzept hat der Bundesrat die notwendigen Schritte für ein standortpolitisches Konzept mit den betroffenen Partnern in die Wege geleitet. Der Auftrag steht gegenwärtig als eine der Umsetzungsmassnahmen in konkreter Bearbeitung zwischen dem Bundesamt für Sport und Swiss Olympic; wegen der Abhängigkeit zu verschiedenen Rahmenbedingungen kann im jetzigen Zeitpunkt noch kein konkreter Termin für den Abschluss der Arbeiten genannt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie beurteilt er die Chancen, auch in Zukunft grosse internationale Sportanlässe in der Schweiz durchzuführen?</p><p>2. Ist er nicht auch der Meinung, dass eine eigene Strategie definiert werden müsste, damit in der Schweiz auch in Zukunft solche Veranstaltungen durchgeführt werden können? Welche diesbezüglichen Strategien verfolgt er?</p><p>3. Wenn ja, ist er bereit, zusammen mit den betroffenen Partnern ein solches Konzept zu entwickeln, damit die Chancen steigen, in der Schweiz auch künftig sportliche Grossanlässe durchführen zu können? Welche konkreten Schritte unternimmt er?</p>
- Organisation von internationalen Sportgrossanlässen in der Schweiz. Bessere Koordination
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Sport wird noch zu wenig als bedeutender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung erkannt. In Zukunft muss der Sport vermehrt als Wachstumsfaktor angesehen werden. Die Analyse von grossen Sportanlässen in den entsprechenden Gastländern unterstreicht diesen Aspekt der Sportpolitik. Die Hürden, mit welchen sich kleine Staaten bei der Organisation solcher Anlässe konfrontiert sehen, sind aber nicht zu unterschätzen. Es ist nicht immer leicht, den finanziellen Erfordernissen und Sicherheitsvorkehrungen nachzukommen.</p><p>Es ist sicherlich ratsam, von Fall zu Fall die Chancen der Schweiz bei der Organisation von solchen internationalen Grossanlässen abzuwägen. Die Schweiz kann sich über Sportveranstaltungen international bekannt machen.</p><p>Die FDP begrüsst deshalb das schweizerisch-österreichische Organisationskomitee für die Fussball-Europameisterschaft 2008 sehr.</p><p>Sportverbände, welche sich um die Organisation solcher internationaler Grossanlässe kümmern, nehmen sehr hohe finanzielle Risiken auf sich. Sie tragen den Grossteil des Risikos.</p><p>Die Schweiz bietet sich heute weitgehend unkoordiniert und deshalb insgesamt unprofessionell als Standort für sportliche Grossanlässe an. Das begrüssenswerte subsidiäre System der privaten Initiative führt zu mehr oder weniger zufälligen Bewerbungen zu einem zufälligen Zeitpunkt aus einer zufälligen Region. Es ist Aufgabe des Dachverbandes Swiss Olympic, in Zusammenarbeit mit dem Bund eine auf Jahre angelegte "Strategie Grossanlässe" zu definieren, welche möglichst viele Sportarten umfasst. Dazu gehören eine gründliche Analyse bezüglich Machbarkeits- und Sicherheitsanforderungen solcher Grossanlässe. Die Schweiz hat Sicherheit, ein stabiles politisches System, eine sportbegeisterte Bevölkerung, hervorragende klimatische Verhältnisse für sehr viele Sportarten. Diese Standortvorteile müssen besser genutzt werden.</p><p>Schliesslich haben internationale Sportanlässe, ähnlich wie internationale Konferenzen, auch eine aussenpolitische Bedeutung - gerade für ein Land, das zurzeit ausserhalb der Europäischen Union seinen Weg sucht und erst seit kurzem Uno-Mitglied ist.</p><p>Auch der Bundesrat täte gut daran, sportliche Grossanlässe nicht ausschliesslich aus der finanziellen Perspektive und unter dem Aspekt der subsidiären Truppeneinsätze zu verstehen, sondern die Chancen der Schweiz als internationale Sportler-Herberge aktiver zu nutzen.</p>
- <p>Mit dem Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz vom 30. November 2000 anerkennt der Bundesrat in der Konsequenz 5 "die Bedeutung von Sportgrossanlässen sowie des Sitzes von internationalen Sportverbänden in der Schweiz. Er begrüsst die Durchführung von Sportgrossanlässen und die Anwesenheit internationaler Sportverbände im Interesse des Sports, der Wirtschaft und des internationalen Ansehens unseres Landes."</p><p>Im Rahmen des Nationalen Sportanlagenkonzeptes engagiert sich der Bund mit Verpflichtungskrediten von total 80 Millionen Franken für den Bau und die Instandstellung von Sportanlagen von nationaler Bedeutung, dies im Sinne einer Anstossfinanzierung. Der Bund leistet zudem Defizitgarantien an Sportgrossanlässe.</p><p>Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport beauftragt, zusammen mit den Verantwortlichen ein nationales standortpolitisches Konzept für Grossanlässe und die Ansiedlung internationaler Sportverbände vorzubereiten sowie Rahmenkriterien auszuarbeiten, damit die Mittel der Defizitgarantien zielgerichteter eingesetzt werden können. Es gilt jedoch zu beachten, dass Standortpolitik für Grossanlässe nur beschränkt eine Bundesaufgabe ist und den allgemein für die Wirtschaftsförderung geltenden Grundsätzen entsprechen muss. Spitzensport wird nach dem Subsidiaritätsprinzip unterstützt; dabei gilt es die Autonomie des privatrechtlichen Sports zu wahren. Der Schwerpunkt der staatlichen Sportförderung liegt im Breitensport.</p><p>Zu den konkreten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Nicht zuletzt die Vergabe der Fussball-Europameisterschaft 2008 an die Schweiz und Österreich oder die erfolgreiche Durchführung der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 zeigen die möglichen Chancen, auch in Zukunft grosse internationale Sportanlässe in der Schweiz durchzuführen. Voraussetzung dafür ist eine professionelle Vorbereitung der Kandidatur und der Durchführung der Veranstaltung unter Einbezug der Partner im sportlichen, öffentlichen und finanziellen Bereich sowie die Unterstützung durch breite Kreise der Bevölkerung.</p><p>2. Der Bundesrat hat den Rahmen für die Strategie durch die Massnahmen im sportpolitischen Konzept vorgegeben. Zudem sind seit dem 1. April 2003 die "Weisungen (des Eidgenössischen Finanzdepartement) für die Durchführung von Grossanlässen Dritter mit Bundesunterstützung sowie von besonderen Bundesanlässen" in Kraft. Diese regeln das Vorgehen für die Vorbereitung und Durchführung solcher Anlässe und sollen zu einer reibungslosen Planung und Durchführung von Grossveranstaltungen beitragen. Insbesondere soll damit die Transparenz bezüglich Kosten und Finanzierung, Konzept und Organisationsstruktur sichergestellt werden.</p><p>3. Durch die Beschlüsse zum sportpolitischen Konzept hat der Bundesrat die notwendigen Schritte für ein standortpolitisches Konzept mit den betroffenen Partnern in die Wege geleitet. Der Auftrag steht gegenwärtig als eine der Umsetzungsmassnahmen in konkreter Bearbeitung zwischen dem Bundesamt für Sport und Swiss Olympic; wegen der Abhängigkeit zu verschiedenen Rahmenbedingungen kann im jetzigen Zeitpunkt noch kein konkreter Termin für den Abschluss der Arbeiten genannt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie beurteilt er die Chancen, auch in Zukunft grosse internationale Sportanlässe in der Schweiz durchzuführen?</p><p>2. Ist er nicht auch der Meinung, dass eine eigene Strategie definiert werden müsste, damit in der Schweiz auch in Zukunft solche Veranstaltungen durchgeführt werden können? Welche diesbezüglichen Strategien verfolgt er?</p><p>3. Wenn ja, ist er bereit, zusammen mit den betroffenen Partnern ein solches Konzept zu entwickeln, damit die Chancen steigen, in der Schweiz auch künftig sportliche Grossanlässe durchführen zu können? Welche konkreten Schritte unternimmt er?</p>
- Organisation von internationalen Sportgrossanlässen in der Schweiz. Bessere Koordination
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