Sportpolitik. Sieger fallen nicht vom Himmel
- ShortId
-
03.3144
- Id
-
20033144
- Updated
-
10.04.2024 12:33
- Language
-
de
- Title
-
Sportpolitik. Sieger fallen nicht vom Himmel
- AdditionalIndexing
-
28;32;Nachwuchsförderung;Beziehung Schule-Berufsleben;Sport;Sportunterricht;Berufssport
- 1
-
- L04K01010102, Sport
- L05K0101010201, Berufssport
- L04K13020109, Sportunterricht
- L04K13010202, Beziehung Schule-Berufsleben
- L04K13030114, Nachwuchsförderung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Skiweltmeisterschaften in St. Moritz waren ein Erfolg. Die Schweizer Sportlerinnen und Sportler haben mit ihren Erfolgen zur Begeisterung beigetragen. Sie haben damit auch bewiesen, wie wichtig die Förderung von Spitzensportlerinnen und -sportlern ist.</p><p>Der Spitzensport dient der Integration. Die beispielhafte Karriere einzelner Exponenten des Spitzensportes hat sicher eine positive Integrationswirkung. Viele Berufssportler sind für zahlreiche Kinder und Jugendliche Vorbilder und können mit ihrem Verhalten diese dazu bringen, sich besser in das soziale Umfeld einzufügen.</p><p>Es ist wichtig, dass eine eigentliche Spitzensportpolitik geschaffen wird. Der Bund und die Kantone sind sich der Herausforderung bewusst, welcher sich die Spitzensportler stellen müssen. Was die Förderung junger Talente angeht, hat das Bundesamt für Sport eine Stelle geschaffen, die sich in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden um die Nachwuchsförderung kümmert.</p><p>Die Anzahl der Klassen mit sportlich begabten und förderungswürdigen Schülerinnen und Schülern muss erhöht werden. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden und den Schulen geschehen. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Sportklassen mehr als verdreifacht (von 5 auf 18 Klassen). Diese Entwicklung muss fortgesetzt werden - auch im privaten Unterricht. Die Entdeckung von Sporttalenten funktioniert gut und erlaubt es vielen Jugendlichen, den Traum einer Sportkarriere zu realisieren. Das diesbezügliche Engagement des Bundesamtes für Sport und der Vereine ist zu begrüssen. Es müssen jedoch Bedingungen geschaffen werden, welche es den Spitzensportlern ermöglichen, nach ihrer Sportkarriere eine andere berufliche Laufbahn erfolgreich einzuschlagen.</p><p>Die Anpassung der Arbeitszeit kann ebenfalls eine Lösung in diesem Sinne darstellen. Ich rege deshalb die Schaffung von Teilzeitstellen für Spitzensportler, z. B. im Bereich der Zollwächter oder der Armee, an. Zahlreiche Firmen in der Privatwirtschaft bieten Spitzensportlern während ihrer sportlichen Tätigkeit oder am Ende ihrer Sportkarriere ebenfalls adäquate Stellen an.</p>
- <p>Mit der Entwicklung des "Konzeptes des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz" (Spoko, Bundesratsbeschluss vom 11. Dezember 2000) und mit dessen Umsetzung ab dem 1. Januar 2003 will der Bundesrat (Bundesratsbeschluss vom 30. November 2001) zu einer verbesserten Nachwuchsförderung und zur Akzeptanz glaubwürdigen Spitzensportes beitragen.</p><p>Bei den Förderungsmassnahmen des Bundes gilt das Subsidiaritätsprinzip sowie der Vorrang der ordnungs-, wettbewerbs- und finanzpolitischen Leitplanken. In diesem Sinne liegt das Schwergewicht der Massnahmen insbesondere zur Förderung des Spitzensportes beim privatrechtlichen Sport.</p><p>Folgende Massnahmen sind gegenwärtig aufgrund des sportpolitischen Konzeptes in Umsetzung:</p><p>- Schaffung einer nationalen Lenkungsstelle für die Nachwuchsförderung;</p><p>- Aufbau eines Netzwerkes mit kantonalen Beauftragten für die sportliche Nachwuchsförderung;</p><p>- Qualitätsverbesserung der Nachwuchsförderung durch J+S 2000;</p><p>- Aufbau von Förderangeboten für Sportbegabte in öffentlichen Schulen;</p><p>- Aufbau von Förderkonzepten kombiniert mit Berufslehre;</p><p>- verbesserte Spitzensportförderung in der Armee.</p><p>Dieser umfassende Katalog soll bis 2006 nach Möglichkeit realisiert werden. </p><p>In diesem Sinne beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>1. Der Bundesrat bekennt sich mit seiner Sportpolitik grundsätzlich zu einem glaubwürdigen Spitzensport. Die erwähnten Massnahmen werden zielstrebig umgesetzt und evaluiert.</p><p>2. Mit den kantonalen Beauftragten für die sportliche Nachwuchsförderung soll die Talenterfassung verbessert werden. Die Kontakte zur Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) und zu den nationalen Sportverbänden werden durch den Verantwortlichen der nationalen Lenkungsstelle hergestellt. Eine neu zu schaffende Steuerungsgruppe Bund-Swiss Olympic-EDK soll die Bedürfnisse effizient in zielbringende Massnahmen umwandeln.</p><p>3. Die Schaffung von Teilzeitstellen durch den Bund soll nach der Umsetzung des sportpolitischen Konzeptes geprüft werden. Insbesondere sollen einige Lehrstellen für Nachwuchsathletinnen und -athleten variabel gestaltet werden können, damit Berufslehre und Spitzensport besser zu vereinbaren sind.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er nicht auch der Ansicht, dass das Engagement der Politik für den Spitzensport verstärkt werden muss? Wenn ja, wie gedenkt er dieses Engagement umzusetzen?</p><p>2. Welche zusätzlichen Massnahmen schlägt er vor, damit junge Talente noch besser erkannt werden? Wie gedenkt er die Kantone und die Sportverbände zu ermuntern, dass diese gemeinsam in den öffentlichen und privaten Schulen Sportklassen einrichten und Verbindungen zwischen sportlicher und beruflicher Ausbildung schaffen, welche den Bedürfnissen des Spitzensportes gerecht werden?</p><p>3. Welche Massnahmen gedenkt er zu ergreifen, damit Spitzensport und Beruf besser zu vereinbaren sind? Könnten entsprechende (Teilzeit-)Stellen beim Grenzwachtkorps und in der Armee mithelfen, dieses Problem zu lösen? Wenn ja: Wie konkretisiert der Bundesrat die Ausgestaltung?</p>
- Sportpolitik. Sieger fallen nicht vom Himmel
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Skiweltmeisterschaften in St. Moritz waren ein Erfolg. Die Schweizer Sportlerinnen und Sportler haben mit ihren Erfolgen zur Begeisterung beigetragen. Sie haben damit auch bewiesen, wie wichtig die Förderung von Spitzensportlerinnen und -sportlern ist.</p><p>Der Spitzensport dient der Integration. Die beispielhafte Karriere einzelner Exponenten des Spitzensportes hat sicher eine positive Integrationswirkung. Viele Berufssportler sind für zahlreiche Kinder und Jugendliche Vorbilder und können mit ihrem Verhalten diese dazu bringen, sich besser in das soziale Umfeld einzufügen.</p><p>Es ist wichtig, dass eine eigentliche Spitzensportpolitik geschaffen wird. Der Bund und die Kantone sind sich der Herausforderung bewusst, welcher sich die Spitzensportler stellen müssen. Was die Förderung junger Talente angeht, hat das Bundesamt für Sport eine Stelle geschaffen, die sich in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden um die Nachwuchsförderung kümmert.</p><p>Die Anzahl der Klassen mit sportlich begabten und förderungswürdigen Schülerinnen und Schülern muss erhöht werden. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden und den Schulen geschehen. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Sportklassen mehr als verdreifacht (von 5 auf 18 Klassen). Diese Entwicklung muss fortgesetzt werden - auch im privaten Unterricht. Die Entdeckung von Sporttalenten funktioniert gut und erlaubt es vielen Jugendlichen, den Traum einer Sportkarriere zu realisieren. Das diesbezügliche Engagement des Bundesamtes für Sport und der Vereine ist zu begrüssen. Es müssen jedoch Bedingungen geschaffen werden, welche es den Spitzensportlern ermöglichen, nach ihrer Sportkarriere eine andere berufliche Laufbahn erfolgreich einzuschlagen.</p><p>Die Anpassung der Arbeitszeit kann ebenfalls eine Lösung in diesem Sinne darstellen. Ich rege deshalb die Schaffung von Teilzeitstellen für Spitzensportler, z. B. im Bereich der Zollwächter oder der Armee, an. Zahlreiche Firmen in der Privatwirtschaft bieten Spitzensportlern während ihrer sportlichen Tätigkeit oder am Ende ihrer Sportkarriere ebenfalls adäquate Stellen an.</p>
- <p>Mit der Entwicklung des "Konzeptes des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz" (Spoko, Bundesratsbeschluss vom 11. Dezember 2000) und mit dessen Umsetzung ab dem 1. Januar 2003 will der Bundesrat (Bundesratsbeschluss vom 30. November 2001) zu einer verbesserten Nachwuchsförderung und zur Akzeptanz glaubwürdigen Spitzensportes beitragen.</p><p>Bei den Förderungsmassnahmen des Bundes gilt das Subsidiaritätsprinzip sowie der Vorrang der ordnungs-, wettbewerbs- und finanzpolitischen Leitplanken. In diesem Sinne liegt das Schwergewicht der Massnahmen insbesondere zur Förderung des Spitzensportes beim privatrechtlichen Sport.</p><p>Folgende Massnahmen sind gegenwärtig aufgrund des sportpolitischen Konzeptes in Umsetzung:</p><p>- Schaffung einer nationalen Lenkungsstelle für die Nachwuchsförderung;</p><p>- Aufbau eines Netzwerkes mit kantonalen Beauftragten für die sportliche Nachwuchsförderung;</p><p>- Qualitätsverbesserung der Nachwuchsförderung durch J+S 2000;</p><p>- Aufbau von Förderangeboten für Sportbegabte in öffentlichen Schulen;</p><p>- Aufbau von Förderkonzepten kombiniert mit Berufslehre;</p><p>- verbesserte Spitzensportförderung in der Armee.</p><p>Dieser umfassende Katalog soll bis 2006 nach Möglichkeit realisiert werden. </p><p>In diesem Sinne beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>1. Der Bundesrat bekennt sich mit seiner Sportpolitik grundsätzlich zu einem glaubwürdigen Spitzensport. Die erwähnten Massnahmen werden zielstrebig umgesetzt und evaluiert.</p><p>2. Mit den kantonalen Beauftragten für die sportliche Nachwuchsförderung soll die Talenterfassung verbessert werden. Die Kontakte zur Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) und zu den nationalen Sportverbänden werden durch den Verantwortlichen der nationalen Lenkungsstelle hergestellt. Eine neu zu schaffende Steuerungsgruppe Bund-Swiss Olympic-EDK soll die Bedürfnisse effizient in zielbringende Massnahmen umwandeln.</p><p>3. Die Schaffung von Teilzeitstellen durch den Bund soll nach der Umsetzung des sportpolitischen Konzeptes geprüft werden. Insbesondere sollen einige Lehrstellen für Nachwuchsathletinnen und -athleten variabel gestaltet werden können, damit Berufslehre und Spitzensport besser zu vereinbaren sind.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er nicht auch der Ansicht, dass das Engagement der Politik für den Spitzensport verstärkt werden muss? Wenn ja, wie gedenkt er dieses Engagement umzusetzen?</p><p>2. Welche zusätzlichen Massnahmen schlägt er vor, damit junge Talente noch besser erkannt werden? Wie gedenkt er die Kantone und die Sportverbände zu ermuntern, dass diese gemeinsam in den öffentlichen und privaten Schulen Sportklassen einrichten und Verbindungen zwischen sportlicher und beruflicher Ausbildung schaffen, welche den Bedürfnissen des Spitzensportes gerecht werden?</p><p>3. Welche Massnahmen gedenkt er zu ergreifen, damit Spitzensport und Beruf besser zu vereinbaren sind? Könnten entsprechende (Teilzeit-)Stellen beim Grenzwachtkorps und in der Armee mithelfen, dieses Problem zu lösen? Wenn ja: Wie konkretisiert der Bundesrat die Ausgestaltung?</p>
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