Volkswirtschaftliche Bilanz der Einwanderung

ShortId
03.3166
Id
20033166
Updated
14.11.2025 07:00
Language
de
Title
Volkswirtschaftliche Bilanz der Einwanderung
AdditionalIndexing
2811;volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (speziell);Einwanderung;Input-Output-Analyse;wirtschaftliche Auswirkung;Expertise;Fremdarbeiter/in
1
  • L04K01080303, Einwanderung
  • L05K0702020109, Fremdarbeiter/in
  • L04K07040501, volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (speziell)
  • L04K07040402, Input-Output-Analyse
  • L04K07040404, wirtschaftliche Auswirkung
  • L04K02020601, Expertise
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Jahre 1993 wurde diese Studie von Thomas Straubhaar und René Weber veröffentlicht und kam zu Ergebnissen, welche nicht der öffentlichen Wahrnehmung und der öffentlichen Debatte entsprechen, weil das Fazit lautete: Die Ausländer rentieren uns. So kam die Studie z. B. zum Schluss, dass die Sozialkassen des Gastlandes von der Einwanderung profitieren und dass jeder ausländische Haushalt uns jährlich mit 2000 Franken subventioniert.</p><p>Die Studie basierte auf Zahlen der frühen Neunzigerjahre. Inzwischen gab es ein Jahrzehnt der Rezession. Deshalb wäre es sinnvoll, auf der Grundlage aktueller Zahlen neue Daten zu erhalten. Diese sind gerade im Bereich der Migrationspolitik sehr wichtig, da eine Versachlichung der Diskussion dringend nötig ist.</p>
  • <p>Während die Autoren die Resultate der erwähnten Studie sehr vorsichtig interpretierten, wurden in der Öffentlichkeit verkürzte und plakative Folgerungen gezogen. Die Autoren selber weisen bei ihrer Kommentierung ihrer Resultate auf die folgenden Schwachpunkte hin:</p><p>- Aufgrund der verfügbaren Daten ist keine Betrachtung über den ganzen Lebenszyklus hinweg möglich. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die ausländischen Haushalte, die nach der Pensionierung in ihr Heimatland zurückkehren, in der Einkommens- und Verbrauchserhebung nicht mehr erscheinen. Damit werden auch deren Renten nicht erfasst.</p><p>- In die Analyse gingen nur Jahresaufenthalter und Niedergelassene ein. Diese Familien befinden sich zum Teil bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten in der Schweiz und können kaum mehr als Einwanderer im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet werden. Hier spielt - wie die Autoren richtig hinweisen - die Einbürgerungspraxis eine bedeutende Rolle.</p><p>- Schliesslich weisen die Autoren auf Probleme mit der Repräsentativität der ausländischen Haushalte in den Grundlagedaten hin.</p><p>Gegen diese Vorbehalte ist es kaum möglich, auf der Basis der erwähnten Studie eine Bilanz der Einwanderung zu erstellen. An dieser grundlegenden Problematik des Forschungsansatzes hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert, sodass eine Neuauflage höchstens unter der Ägide eines Forschungsinstitutes, nicht aber im Rahmen der Ressortforschung sinnvoll wäre.</p><p>Für die Zahlungsströme zwischen den Personen einerseits sowie dem Staat und den Sozialversicherungen andererseits spielt das Alter der entsprechenden Personen eine wichtige Rolle. Während Personen im Erwerbsalter Nettozahler sind, sind die Kinder und die Rentner in der Regel Nettoempfänger. Derartige Effekte werden durch die Generationenbilanzen oder Generationenmodelle beschrieben.</p><p>Das Seco hat im Jahre 2001 eine erste Generationenbilanz für die Schweiz veröffentlicht. Anfang 2004 werden aktualisierte Daten vorliegen. Im Rahmen des Studienprogrammes zur Zukunft der Altersvorsorge wird das EDI eine Studie, die auf einem Generationenmodell basiert, publizieren.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
  • <p>Ich bitte den Bundesrat zu veranlassen, dass die Studie "Die Wirkung der Einwanderung auf das staatliche Umverteilungssystem des Gastlandes" aktualisiert wird.</p>
  • Volkswirtschaftliche Bilanz der Einwanderung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Jahre 1993 wurde diese Studie von Thomas Straubhaar und René Weber veröffentlicht und kam zu Ergebnissen, welche nicht der öffentlichen Wahrnehmung und der öffentlichen Debatte entsprechen, weil das Fazit lautete: Die Ausländer rentieren uns. So kam die Studie z. B. zum Schluss, dass die Sozialkassen des Gastlandes von der Einwanderung profitieren und dass jeder ausländische Haushalt uns jährlich mit 2000 Franken subventioniert.</p><p>Die Studie basierte auf Zahlen der frühen Neunzigerjahre. Inzwischen gab es ein Jahrzehnt der Rezession. Deshalb wäre es sinnvoll, auf der Grundlage aktueller Zahlen neue Daten zu erhalten. Diese sind gerade im Bereich der Migrationspolitik sehr wichtig, da eine Versachlichung der Diskussion dringend nötig ist.</p>
    • <p>Während die Autoren die Resultate der erwähnten Studie sehr vorsichtig interpretierten, wurden in der Öffentlichkeit verkürzte und plakative Folgerungen gezogen. Die Autoren selber weisen bei ihrer Kommentierung ihrer Resultate auf die folgenden Schwachpunkte hin:</p><p>- Aufgrund der verfügbaren Daten ist keine Betrachtung über den ganzen Lebenszyklus hinweg möglich. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die ausländischen Haushalte, die nach der Pensionierung in ihr Heimatland zurückkehren, in der Einkommens- und Verbrauchserhebung nicht mehr erscheinen. Damit werden auch deren Renten nicht erfasst.</p><p>- In die Analyse gingen nur Jahresaufenthalter und Niedergelassene ein. Diese Familien befinden sich zum Teil bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten in der Schweiz und können kaum mehr als Einwanderer im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet werden. Hier spielt - wie die Autoren richtig hinweisen - die Einbürgerungspraxis eine bedeutende Rolle.</p><p>- Schliesslich weisen die Autoren auf Probleme mit der Repräsentativität der ausländischen Haushalte in den Grundlagedaten hin.</p><p>Gegen diese Vorbehalte ist es kaum möglich, auf der Basis der erwähnten Studie eine Bilanz der Einwanderung zu erstellen. An dieser grundlegenden Problematik des Forschungsansatzes hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert, sodass eine Neuauflage höchstens unter der Ägide eines Forschungsinstitutes, nicht aber im Rahmen der Ressortforschung sinnvoll wäre.</p><p>Für die Zahlungsströme zwischen den Personen einerseits sowie dem Staat und den Sozialversicherungen andererseits spielt das Alter der entsprechenden Personen eine wichtige Rolle. Während Personen im Erwerbsalter Nettozahler sind, sind die Kinder und die Rentner in der Regel Nettoempfänger. Derartige Effekte werden durch die Generationenbilanzen oder Generationenmodelle beschrieben.</p><p>Das Seco hat im Jahre 2001 eine erste Generationenbilanz für die Schweiz veröffentlicht. Anfang 2004 werden aktualisierte Daten vorliegen. Im Rahmen des Studienprogrammes zur Zukunft der Altersvorsorge wird das EDI eine Studie, die auf einem Generationenmodell basiert, publizieren.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
    • <p>Ich bitte den Bundesrat zu veranlassen, dass die Studie "Die Wirkung der Einwanderung auf das staatliche Umverteilungssystem des Gastlandes" aktualisiert wird.</p>
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