Blockzeiten an allen Schweizer Schulen

ShortId
03.3268
Id
20033268
Updated
10.04.2024 09:44
Language
de
Title
Blockzeiten an allen Schweizer Schulen
AdditionalIndexing
32;freie Schlagwörter: Blockzeiten;Schulsystem;Volksschule;Familienpolitik;schulischer Zeitplan;Schulgesetzgebung
1
  • L04K13010308, Schulsystem
  • L04K13010306, schulischer Zeitplan
  • L04K13020506, Volksschule
  • L04K13030115, Schulgesetzgebung
  • L04K01030304, Familienpolitik
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die FDP setzt sich seit rund 15 Jahren für die Einführung von familienfreundlichen Unterrichtszeiten an der Volksschule ein. Die Forderung nach Einführung von Blockzeiten findet sich u. a. bereits in der "Politischen Rundschau" der FDP aus dem Jahre 1988, in den Positionspapieren zur Gesellschafts-, zur Bildungs- und zur Familienpolitik aus den Jahren 1995, 2000 und 2001 sowie jüngst auch in der Wahlplattform 2003.</p><p>Die Schweiz braucht Lösungen für die Wirklichkeit. Dem gesellschaftlichen Wandel ist mit der verbindlichen Einführung von Blockzeiten endlich Rechnung zu tragen.</p><p>Blockzeiten und Fünftagewoche sind die erste und kostengünstigste Stufe familienergänzender Tagesstrukturen in Kindergarten und Schule. Sie stellen einen wichtigen Schritt in Richtung Chancengleichheit von Frauen und Männern dar und tragen in wesentlichem Mass dazu bei, dass sich Eltern vermehrt beruflich oder ausserfamiliär engagieren können.</p><p>Die starke Partizipation von Frauen - also die aktive Rolle in Familie, Wirtschaft und Gesellschaft - nützt allen. Zum einen ist die bessere Einbindung in den Arbeitsmarkt volkswirtschaftlich geboten. Es ist unsinnig, in die Aus- und Weiterbildung von Frauen zu investieren, das Potenzial aber aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen nur unzureichend nutzen zu können oder gar ganz zu verlieren. Zum anderen erhöht sich mit zunehmender Erwerbsquote der Frauen auch das Steuersubstrat. Schliesslich gilt es zu bedenken, dass nicht nur die Erwerbs-, sondern auch die Miliz- und Freiwilligenarbeit durch familienfreundliche Schulstrukturen ermöglicht und gefördert wird.</p><p>Aber auch aus Sicht der Kinder bieten moderne Zeitstrukturen entscheidende Vorteile: Betreuungs- und Erziehungsdefizite sind auch heute noch eine Realität. Hier können Blockzeiten Abhilfe schaffen und effektive Präventionsarbeit leisten. Im Weiteren bieten Blockzeiten einen geregelten, strukturierten und damit ruhigeren Tagesablauf. Teilweise lange (und nicht immer ungefährliche) Schulwege müssen weniger oft zurückgelegt werden. Zudem erhält das soziale Lernen durch das längere Zusammensein in der Gruppe einen höheren Stellenwert.</p><p>Lösungen für die Wirklichkeit</p><p>Es wird anerkannt, dass sich in der Schweiz im Bereich der Blockzeiten in den letzten Jahren einiges getan hat. In mehreren Kantonen und Gemeinden hat insbesondere der politische Druck der FDP die Einführung von Blockzeiten beschleunigt oder erst ermöglicht. Dennoch vermag die Situation noch immer nicht zu befriedigen. Blockzeiten und Fünftagewoche sind trotz der genannten Vorteile gerade in der Deutschschweiz noch bei weitem nicht in allen Kantonen flächendeckend realisiert. Aktuelle Erhebungen der EDK machen deutlich, dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht.</p><p>Es braucht deshalb eine Regelung auf Stufe Bundesverfassung analog der Bestimmung für einen einheitlichen Schulbeginn. Innerhalb von vier Jahren sollen die Schüler und Schülerinnen an den öffentlichen Schulen (Vorschulstufe, Primarschulstufe) der Schweiz an fünf Vormittagen pro Woche mindestens 4 Lektionen sowie an mindestens einem Nachmittag pro Woche zwei Lektionen "en bloc" unterrichtet oder betreut werden. Nur so kann den geänderten Bedürfnissen der modernen Gesellschaft endlich besser Rechnung getragen werden. Langfristiges Ziel bleibt die Schaffung eines breiteren Angebotes von Tagesstrukturen (Mittagstische, Tagesschulen) in der Schweiz.</p><p>Es geht nicht darum, das föderalistische Bildungswesen auszuhöhlen. Die verbindliche Einführung von Blockzeiten lässt sich vielmehr mit der Regelung für einen einheitlichen Schulbeginn vergleichen - auch dies eine freisinnige Forderung (Volksinitiative).</p><p>Die Einführung des einheitlichen Schulbeginns Mitte der Achtzigerjahre war stark umstritten. Einige sahen darin bereits den Anfang vom Ende des föderalistischen Schulwesens. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, die von niemandem mehr in Frage gestellt wird. Die kantonale Schulhoheit gilt es bei der Formulierung der Blockzeitenregelung zu respektieren. Die Ergänzung der Bundesverfassung hat deshalb in enger Absprache mit den Kantonen (EDK) zu erfolgen.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 62 der Bundesverfassung dahingehend zu ergänzen, dass an öffentlichen Schulen (Vorschulstufe, Primarschulstufe) der Unterricht in Blockzeiten erfolgt. Die Umsetzung hat innerhalb der nächsten vier Jahre, also spätestens auf Beginn des Schuljahres 2007 zu erfolgen.</p>
  • Blockzeiten an allen Schweizer Schulen
State
Erledigt
Related Affairs
  • 20033342
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die FDP setzt sich seit rund 15 Jahren für die Einführung von familienfreundlichen Unterrichtszeiten an der Volksschule ein. Die Forderung nach Einführung von Blockzeiten findet sich u. a. bereits in der "Politischen Rundschau" der FDP aus dem Jahre 1988, in den Positionspapieren zur Gesellschafts-, zur Bildungs- und zur Familienpolitik aus den Jahren 1995, 2000 und 2001 sowie jüngst auch in der Wahlplattform 2003.</p><p>Die Schweiz braucht Lösungen für die Wirklichkeit. Dem gesellschaftlichen Wandel ist mit der verbindlichen Einführung von Blockzeiten endlich Rechnung zu tragen.</p><p>Blockzeiten und Fünftagewoche sind die erste und kostengünstigste Stufe familienergänzender Tagesstrukturen in Kindergarten und Schule. Sie stellen einen wichtigen Schritt in Richtung Chancengleichheit von Frauen und Männern dar und tragen in wesentlichem Mass dazu bei, dass sich Eltern vermehrt beruflich oder ausserfamiliär engagieren können.</p><p>Die starke Partizipation von Frauen - also die aktive Rolle in Familie, Wirtschaft und Gesellschaft - nützt allen. Zum einen ist die bessere Einbindung in den Arbeitsmarkt volkswirtschaftlich geboten. Es ist unsinnig, in die Aus- und Weiterbildung von Frauen zu investieren, das Potenzial aber aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen nur unzureichend nutzen zu können oder gar ganz zu verlieren. Zum anderen erhöht sich mit zunehmender Erwerbsquote der Frauen auch das Steuersubstrat. Schliesslich gilt es zu bedenken, dass nicht nur die Erwerbs-, sondern auch die Miliz- und Freiwilligenarbeit durch familienfreundliche Schulstrukturen ermöglicht und gefördert wird.</p><p>Aber auch aus Sicht der Kinder bieten moderne Zeitstrukturen entscheidende Vorteile: Betreuungs- und Erziehungsdefizite sind auch heute noch eine Realität. Hier können Blockzeiten Abhilfe schaffen und effektive Präventionsarbeit leisten. Im Weiteren bieten Blockzeiten einen geregelten, strukturierten und damit ruhigeren Tagesablauf. Teilweise lange (und nicht immer ungefährliche) Schulwege müssen weniger oft zurückgelegt werden. Zudem erhält das soziale Lernen durch das längere Zusammensein in der Gruppe einen höheren Stellenwert.</p><p>Lösungen für die Wirklichkeit</p><p>Es wird anerkannt, dass sich in der Schweiz im Bereich der Blockzeiten in den letzten Jahren einiges getan hat. In mehreren Kantonen und Gemeinden hat insbesondere der politische Druck der FDP die Einführung von Blockzeiten beschleunigt oder erst ermöglicht. Dennoch vermag die Situation noch immer nicht zu befriedigen. Blockzeiten und Fünftagewoche sind trotz der genannten Vorteile gerade in der Deutschschweiz noch bei weitem nicht in allen Kantonen flächendeckend realisiert. Aktuelle Erhebungen der EDK machen deutlich, dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht.</p><p>Es braucht deshalb eine Regelung auf Stufe Bundesverfassung analog der Bestimmung für einen einheitlichen Schulbeginn. Innerhalb von vier Jahren sollen die Schüler und Schülerinnen an den öffentlichen Schulen (Vorschulstufe, Primarschulstufe) der Schweiz an fünf Vormittagen pro Woche mindestens 4 Lektionen sowie an mindestens einem Nachmittag pro Woche zwei Lektionen "en bloc" unterrichtet oder betreut werden. Nur so kann den geänderten Bedürfnissen der modernen Gesellschaft endlich besser Rechnung getragen werden. Langfristiges Ziel bleibt die Schaffung eines breiteren Angebotes von Tagesstrukturen (Mittagstische, Tagesschulen) in der Schweiz.</p><p>Es geht nicht darum, das föderalistische Bildungswesen auszuhöhlen. Die verbindliche Einführung von Blockzeiten lässt sich vielmehr mit der Regelung für einen einheitlichen Schulbeginn vergleichen - auch dies eine freisinnige Forderung (Volksinitiative).</p><p>Die Einführung des einheitlichen Schulbeginns Mitte der Achtzigerjahre war stark umstritten. Einige sahen darin bereits den Anfang vom Ende des föderalistischen Schulwesens. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, die von niemandem mehr in Frage gestellt wird. Die kantonale Schulhoheit gilt es bei der Formulierung der Blockzeitenregelung zu respektieren. Die Ergänzung der Bundesverfassung hat deshalb in enger Absprache mit den Kantonen (EDK) zu erfolgen.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 62 der Bundesverfassung dahingehend zu ergänzen, dass an öffentlichen Schulen (Vorschulstufe, Primarschulstufe) der Unterricht in Blockzeiten erfolgt. Die Umsetzung hat innerhalb der nächsten vier Jahre, also spätestens auf Beginn des Schuljahres 2007 zu erfolgen.</p>
    • Blockzeiten an allen Schweizer Schulen

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