Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens

ShortId
03.3522
Id
20033522
Updated
25.06.2025 02:01
Language
de
Title
Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens
AdditionalIndexing
15;28;Zwangssparen;Kaufkraft;Konsumverhalten;Berufliche Vorsorge;wirtschaftliche Auswirkung;Kapitalanlage;Umlageverfahren;Kapitaldeckungsverfahren;Ersparnis;Wirtschaftswachstum
1
  • L05K0704050211, Zwangssparen
  • L05K0104010102, Berufliche Vorsorge
  • L05K0704050206, Ersparnis
  • L04K07040404, wirtschaftliche Auswirkung
  • L05K0704020113, Wirtschaftswachstum
  • L05K0701060302, Konsumverhalten
  • L05K0704050209, Kaufkraft
  • L05K0104011201, Kapitaldeckungsverfahren
  • L05K0104011204, Umlageverfahren
  • L05K1106020101, Kapitalanlage
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Durch das Kapitaldeckungsverfahren der zweiten Säule sind heute bereits über 600 Milliarden Franken Kapitalstock angespart. Dieser wird sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren nochmals verdoppeln. Als Arbeitshypothese ist festzustellen, dass das hohe Zwangssparvolumen: </p><p>1. zu einer starken Kaufkrafteinschränkung bei den Haushalten und damit zu einer Verminderung der Konsumnachfrage und des Wirtschaftswachstums führt;</p><p>2. zu einer Verteuerung des Faktors Arbeit beiträgt (progressive Lohnprozentfinanzierung mit zunehmendem Alter);</p><p>3. zu einem ständigen Sparüberhang von 12 bis 15 Prozent des BIP beiträgt, (d. h. die Sparkapitalmasse kann in der Schweiz nicht investiert, sondern nur exportiert werden, was die Wachstumschancen der Binnenwirtschaft verringert);</p><p>4. einen ständigen Trend zur Asset Price Inflation, d. h. zu einer Finanzblase mit inflationär aufgeblähten Vermögenswerten von Liegenschaften, Bauland, Aktien antreibt;</p><p>5. zu Anlagen in abwertungsgefährdeten Fremdwährungen (z. B. Dollaranlagen) führt, bei denen im Falle einer Abwertung (z. B. Dollarabwertung) Vermögenswerte ans Ausland verschenkt werden.</p><p>Die volkswirtschaftlichen Effekte der zweiten Säule sind in den frühen Achtzigerjahren von drei Volkswirtschaftern (die so genannten drei "Weisen") untersucht und dargestellt worden. Einige der damals aufgezeigten Perspektiven haben sich seither bewahrheitet. Seitdem ist die makroökonomische Wirkung der zweiten Säule der Altersvorsorge nicht mehr gründlich untersucht worden.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens und des hohen Sparüberhangs zu erstellen und wirtschaftspolitische Alternativen im Umgang mit der zweiten Säule aufzuzeigen, um die Wachstumsbehinderung durch den Sparüberhang aufzufangen.</p><p>Insbesondere soll der Bericht: </p><p>1. die Dimensionen des gesamtwirtschaftlichen Sparens, des institutionellen Zwangssparens der zweiten Säule und längerfristige Entwicklungsperspektiven des Kapitalstocks aller BVG-Einrichtungen;</p><p>2. die Wachstums- und Wachstumsbehinderungseffekte durch die Kaufkraftabschöpfung des institutionellen Zwangssparens und des volkswirtschaftlichen Sparüberhangs in der Schweiz;</p><p>3. Möglichkeiten der Begrenzung des Zwangssparens und einer partiellen Umlagerung der Alterssicherung vom Kapitaldeckungs- zum Umlageverfahren bzw. der besseren Wachstumsorientierung der Sparkapitalien der zweiten Säule (z. B. über Anlagevorschriften) aufzeigen.</p>
  • Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Durch das Kapitaldeckungsverfahren der zweiten Säule sind heute bereits über 600 Milliarden Franken Kapitalstock angespart. Dieser wird sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren nochmals verdoppeln. Als Arbeitshypothese ist festzustellen, dass das hohe Zwangssparvolumen: </p><p>1. zu einer starken Kaufkrafteinschränkung bei den Haushalten und damit zu einer Verminderung der Konsumnachfrage und des Wirtschaftswachstums führt;</p><p>2. zu einer Verteuerung des Faktors Arbeit beiträgt (progressive Lohnprozentfinanzierung mit zunehmendem Alter);</p><p>3. zu einem ständigen Sparüberhang von 12 bis 15 Prozent des BIP beiträgt, (d. h. die Sparkapitalmasse kann in der Schweiz nicht investiert, sondern nur exportiert werden, was die Wachstumschancen der Binnenwirtschaft verringert);</p><p>4. einen ständigen Trend zur Asset Price Inflation, d. h. zu einer Finanzblase mit inflationär aufgeblähten Vermögenswerten von Liegenschaften, Bauland, Aktien antreibt;</p><p>5. zu Anlagen in abwertungsgefährdeten Fremdwährungen (z. B. Dollaranlagen) führt, bei denen im Falle einer Abwertung (z. B. Dollarabwertung) Vermögenswerte ans Ausland verschenkt werden.</p><p>Die volkswirtschaftlichen Effekte der zweiten Säule sind in den frühen Achtzigerjahren von drei Volkswirtschaftern (die so genannten drei "Weisen") untersucht und dargestellt worden. Einige der damals aufgezeigten Perspektiven haben sich seither bewahrheitet. Seitdem ist die makroökonomische Wirkung der zweiten Säule der Altersvorsorge nicht mehr gründlich untersucht worden.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens und des hohen Sparüberhangs zu erstellen und wirtschaftspolitische Alternativen im Umgang mit der zweiten Säule aufzuzeigen, um die Wachstumsbehinderung durch den Sparüberhang aufzufangen.</p><p>Insbesondere soll der Bericht: </p><p>1. die Dimensionen des gesamtwirtschaftlichen Sparens, des institutionellen Zwangssparens der zweiten Säule und längerfristige Entwicklungsperspektiven des Kapitalstocks aller BVG-Einrichtungen;</p><p>2. die Wachstums- und Wachstumsbehinderungseffekte durch die Kaufkraftabschöpfung des institutionellen Zwangssparens und des volkswirtschaftlichen Sparüberhangs in der Schweiz;</p><p>3. Möglichkeiten der Begrenzung des Zwangssparens und einer partiellen Umlagerung der Alterssicherung vom Kapitaldeckungs- zum Umlageverfahren bzw. der besseren Wachstumsorientierung der Sparkapitalien der zweiten Säule (z. B. über Anlagevorschriften) aufzeigen.</p>
    • Wachstumswirkungen des institutionellen Zwangssparens

Back to List