Lehrstellensituation. Bericht und Massnahmenplan zur Verbesserung *

ShortId
03.3621
Id
20033621
Updated
24.06.2025 23:33
Language
de
Title
Lehrstellensituation. Bericht und Massnahmenplan zur Verbesserung *
AdditionalIndexing
15;32;Bericht;Arbeit von Jugendlichen;Lehrstelle;Lehre;junge/r Arbeitnehmer/in;berufliche Bildung;Jugendarbeitslosigkeit
1
  • L06K070202030801, Lehrstelle
  • L04K13020204, Lehre
  • L05K0702030403, Jugendarbeitslosigkeit
  • L05K0702020112, junge/r Arbeitnehmer/in
  • L05K0702030202, Arbeit von Jugendlichen
  • L03K020206, Bericht
  • L03K130202, berufliche Bildung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>5000 Jugendliche hatten für das Schuljahr 2003/04 keine Lehrstelle oder keinen anderen Ausbildungsplatz. Diese Situation ist nicht haltbar, weil eine Jugend ohne Perspektiven ein Land ohne Perspektiven bedeutet. Es muss deshalb alles unternommen werden, damit für alle Jugendlichen geeignete Ausbildungsplätze oder Übergangslösungen zur Verfügung stehen. In diesem Bericht sollen einerseits Ursachen und Missstände der aktuellen Situation zusammengetragen und aufgezeigt werden. Andererseits sollen Lösungsvorschläge und Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation aufgezeigt werden. Auch soll enthalten sein, wie und in welchem Zeitraum diese Massnahmen umgesetzt werden sollen. Es ist z. B. bekannt, dass es im handwerklichen Bereich offene Lehrstellen gibt, während es im Dienstleistungssektor an Lehrstellen fehlt. Die Beschäftigungssituation nach der Lehre ist umgekehrt, d. h., es werden mehr Personen im Dienstleistungssektor als in handwerklichen Berufen beschäftigt. Dies führt dazu, dass nach der Lehre sehr viele junge Erwachsene sofort den Sektor und die Branche wechseln müssen, was ein Strukturfehler ist und die Kosten des Staates erhöht. Solche Überlegungen sind in den Massnahmenplan und seine Umsetzung einzubeziehen.</p>
  • <p>Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz und den Erfahrungen aus den Lehrstellenbeschlüssen I und II sind die Grundlagen vorhanden, das Lehrstellenangebot langfristig zu sichern. Die klare Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt und die Berücksichtigung der föderalistischen Gegebenheiten erlauben es, rechtzeitig situationsangepasste und wirksame Massnahmen zu ergreifen. Als besonders erfolgreich erweisen sich der Einsatz von Lehrstellenförderinnen und -förderern, die Anschubfinanzierung von Lehrbetriebsverbünden sowie die Begleitung und das Mentoring von Jugendlichen ohne Lehrstelle. Für das Jahr 2004 hat der Bund auf Antrag der Task Force "Lehrstellen 2003" dafür 2,3 Millionen Franken bereitgestellt. Das neue Berufsbildungsgesetz enthält ferner neue Bildungsangebote: Die zweijährige berufliche Grundbildung mit Attest bietet Schwächeren ein eigenständiges Ausbildungsprofil mit einem anerkannten eidgenössischen Abschluss. Schliesslich beteiligt sich der Bund auch finanziell stärker als bisher an der Berufsbildung.</p><p>Der Bundesrat vertritt daher die Ansicht, dass die im Postulat geforderten Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation bereits ergriffen worden sind und langfristig ein taugliches Instrumentarium zur Schaffung neuer Lehrstellen vorhanden ist. Eine zentrale staatliche Planung des Lehrstellenangebotes über mehrere Jahre hinweg scheitert an der Unmöglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung exakt zu prognostizieren. Im Rahmen der laufenden Arbeiten ist er aber bereit, im Frühling 2005 einen Bericht über die Lage auf dem Lehrstellenmarkt und die Wirkung der gewählten Massnahmen vorzulegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, einen Bericht mit Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation in der Schweiz für die nächsten fünf Jahre vorzulegen. Insbesondere soll aufgezeigt werden:</p><p>1. welche Massnahmen getroffen werden, damit im Dienstleistungssektor, insbesondere bei Hightech-Berufen und neuen Berufsfeldern, mehr Lehrstellen entstehen;</p><p>2. welche Massnahmen getroffen werden, wenn viele Jugendliche keine Lehrstelle finden, und wie schnell reagiert werden kann;</p><p>3. welche zusätzlichen Massnahmen der Bund ergänzend zu den heutigen trifft, um die Situation zu verbessern;</p><p>4. ein Szenario für die nächsten fünf Jahre, damit eine längerfristige Planung möglich ist und nicht erst dann reagiert wird, wenn die Situation sich verschärft und somit die Zeit für gute Lösungen zu knapp ist;</p><p>5. welche Massnahmen für junge Frauen sowie für schulisch schwächere Jugendliche, welche auf dem Lehrstellenmarkt mehr Mühe haben, etwas zu finden, neben der Grundbildung mit Berufsattest (und Ähnliches) noch getroffen werden müssen und wie diese realisiert werden sollen.</p>
  • Lehrstellensituation. Bericht und Massnahmenplan zur Verbesserung *
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>5000 Jugendliche hatten für das Schuljahr 2003/04 keine Lehrstelle oder keinen anderen Ausbildungsplatz. Diese Situation ist nicht haltbar, weil eine Jugend ohne Perspektiven ein Land ohne Perspektiven bedeutet. Es muss deshalb alles unternommen werden, damit für alle Jugendlichen geeignete Ausbildungsplätze oder Übergangslösungen zur Verfügung stehen. In diesem Bericht sollen einerseits Ursachen und Missstände der aktuellen Situation zusammengetragen und aufgezeigt werden. Andererseits sollen Lösungsvorschläge und Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation aufgezeigt werden. Auch soll enthalten sein, wie und in welchem Zeitraum diese Massnahmen umgesetzt werden sollen. Es ist z. B. bekannt, dass es im handwerklichen Bereich offene Lehrstellen gibt, während es im Dienstleistungssektor an Lehrstellen fehlt. Die Beschäftigungssituation nach der Lehre ist umgekehrt, d. h., es werden mehr Personen im Dienstleistungssektor als in handwerklichen Berufen beschäftigt. Dies führt dazu, dass nach der Lehre sehr viele junge Erwachsene sofort den Sektor und die Branche wechseln müssen, was ein Strukturfehler ist und die Kosten des Staates erhöht. Solche Überlegungen sind in den Massnahmenplan und seine Umsetzung einzubeziehen.</p>
    • <p>Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz und den Erfahrungen aus den Lehrstellenbeschlüssen I und II sind die Grundlagen vorhanden, das Lehrstellenangebot langfristig zu sichern. Die klare Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt und die Berücksichtigung der föderalistischen Gegebenheiten erlauben es, rechtzeitig situationsangepasste und wirksame Massnahmen zu ergreifen. Als besonders erfolgreich erweisen sich der Einsatz von Lehrstellenförderinnen und -förderern, die Anschubfinanzierung von Lehrbetriebsverbünden sowie die Begleitung und das Mentoring von Jugendlichen ohne Lehrstelle. Für das Jahr 2004 hat der Bund auf Antrag der Task Force "Lehrstellen 2003" dafür 2,3 Millionen Franken bereitgestellt. Das neue Berufsbildungsgesetz enthält ferner neue Bildungsangebote: Die zweijährige berufliche Grundbildung mit Attest bietet Schwächeren ein eigenständiges Ausbildungsprofil mit einem anerkannten eidgenössischen Abschluss. Schliesslich beteiligt sich der Bund auch finanziell stärker als bisher an der Berufsbildung.</p><p>Der Bundesrat vertritt daher die Ansicht, dass die im Postulat geforderten Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation bereits ergriffen worden sind und langfristig ein taugliches Instrumentarium zur Schaffung neuer Lehrstellen vorhanden ist. Eine zentrale staatliche Planung des Lehrstellenangebotes über mehrere Jahre hinweg scheitert an der Unmöglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung exakt zu prognostizieren. Im Rahmen der laufenden Arbeiten ist er aber bereit, im Frühling 2005 einen Bericht über die Lage auf dem Lehrstellenmarkt und die Wirkung der gewählten Massnahmen vorzulegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, einen Bericht mit Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation in der Schweiz für die nächsten fünf Jahre vorzulegen. Insbesondere soll aufgezeigt werden:</p><p>1. welche Massnahmen getroffen werden, damit im Dienstleistungssektor, insbesondere bei Hightech-Berufen und neuen Berufsfeldern, mehr Lehrstellen entstehen;</p><p>2. welche Massnahmen getroffen werden, wenn viele Jugendliche keine Lehrstelle finden, und wie schnell reagiert werden kann;</p><p>3. welche zusätzlichen Massnahmen der Bund ergänzend zu den heutigen trifft, um die Situation zu verbessern;</p><p>4. ein Szenario für die nächsten fünf Jahre, damit eine längerfristige Planung möglich ist und nicht erst dann reagiert wird, wenn die Situation sich verschärft und somit die Zeit für gute Lösungen zu knapp ist;</p><p>5. welche Massnahmen für junge Frauen sowie für schulisch schwächere Jugendliche, welche auf dem Lehrstellenmarkt mehr Mühe haben, etwas zu finden, neben der Grundbildung mit Berufsattest (und Ähnliches) noch getroffen werden müssen und wie diese realisiert werden sollen.</p>
    • Lehrstellensituation. Bericht und Massnahmenplan zur Verbesserung *

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