Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz. Naturparks

ShortId
04.411
Id
20040411
Updated
10.04.2024 17:01
Language
de
Title
Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz. Naturparks
AdditionalIndexing
52;Nationalpark;Berggebiet;Umweltrecht;Schutzgebiet;Denkmalpflege;Regionalpolitik
1
  • L05K0601041201, Nationalpark
  • L04K06010309, Umweltrecht
  • L04K01060302, Denkmalpflege
  • L04K06010412, Schutzgebiet
  • L04K08020335, Regionalpolitik
  • L04K06030102, Berggebiet
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Bundesrat hat die geplante Teilrevision des NHG aus der Legislaturplanung 2004 bis 2007 gestrichen. Dies kann nicht hingenommen werden. Die Revision ist unverzüglich an die Hand zu nehmen. Die Revision des NHG ermöglicht es den ländlichen Regionen, zusätzliche wirtschaftliche und touristische Angebote zu schaffen. Diese bringen Arbeitsplätze und Wertschöpfung. </p><p>Die Berggebiete und der ländliche Raum der Schweiz müssen derzeit grosse Herausforderungen bewältigen. Der wirtschaftliche Strukturwandel stellt die Überlebensfähigkeit ganzer Regionen infrage. Entwicklungen wie der Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Tourismus sowie der Abbau von Arbeitsplätzen der ehemaligen Regiebetriebe des Bundes und die Ausdünnung der Grundversorgung setzen den Berggebieten und dem ländlichen Raum arg zu. Eine zunehmende Bevölkerungskonzentration in den regionalen Zentren und Agglomerationen ist durch die Resultate der Volkszählung zur Genüge belegt. </p><p>Eine der wichtigsten Ressourcen der Regionen ist ihre intakte Landschaft. In immer mehr Landesteilen besteht der Wunsch nach Landschaftspärken, um aus den natürlichen Ressourcen wirtschaftlichen, insbesondere touristischen Nutzen zu ziehen. Eine vielversprechende Strategie dazu besteht im Labeling. Neben dem bekannten Labeling von Produkten (z. B. AOC oder Bio) gewinnt das Labeling von Regionen zunehmend an Bedeutung. Dass Labels wie "Regionaler Naturpark" einen Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten vermögen, zeigen Erfahrungen aus Frankreich schon lange. Doch auch Gebiete, in denen der Schutzgedanke im Vordergrund steht, wie ein Nationalpark, vermögen durchaus wirtschaftliche Impulse auszulösen. Gemäss einer Studie von Irene Küpfer erwirtschaftet der Schweizerische Nationalpark jährlich einen Umsatz von 21 Millionen Franken. Die Gäste geben durchschnittlich pro Tag 129 Franken aus. Durch den Park wurden zahlreiche Arbeitsplätze direkt und indirekt gesichert. Auch Studien aus Österreich bestätigen dieses Bild. In Österreich gibt es sechs Nationalparks. Diese erwirtschaften einen Umsatz von etwa 1,4 Milliarden Franken. Und vor allem ist eines wichtig: Die Nachfrage stieg von 1994 bis 2000 um 18 Prozent.</p><p>Durch die NHG-Revision lassen sich drei Parkarten realisieren. Der regionale Naturpark ist ein wichtiges Förderungsinstrument für eine zukunftsgerichtete Regionalwirtschaft. Für den bestehenden Nationalpark werden die rechtlichen Grundlagen angepasst. Zusätzlich entsteht die Möglichkeit, weitere Nationalpärke einzurichten. Dies ist durchaus erwünscht. Es bestehen bereits konkrete Pläne, weitere Nationalpärke zu realisieren. Die dritte Kategorie, die Naturpärke, soll in der Nähe von Ballungsräumen entstehen und ermöglicht der Bevölkerung unverfälschte Naturerlebnisse und ist daher zu begrüssen. </p><p>Es ist wichtig, dass die Initiative zur Realisierung von neuen Pärken von der regionalen Bevölkerung ausgeht. Diese Initiative ist in zahlreichen Regionen vorhanden. Durch die Teilrevision des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz sind nun die richtigen Weichen zu stellen, damit diese regionalen Initiativen unverzüglich umgesetzt werden können.</p>
  • <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative mit dem Ziel ein, die Teilrevision des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) unverzüglich an die Hand zu nehmen. Als Grundlage für die Gesetzesrevision dient der Entwurf des Bundesrates, den er in die Vernehmlassung gegeben hat.</p>
  • Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz. Naturparks
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Bundesrat hat die geplante Teilrevision des NHG aus der Legislaturplanung 2004 bis 2007 gestrichen. Dies kann nicht hingenommen werden. Die Revision ist unverzüglich an die Hand zu nehmen. Die Revision des NHG ermöglicht es den ländlichen Regionen, zusätzliche wirtschaftliche und touristische Angebote zu schaffen. Diese bringen Arbeitsplätze und Wertschöpfung. </p><p>Die Berggebiete und der ländliche Raum der Schweiz müssen derzeit grosse Herausforderungen bewältigen. Der wirtschaftliche Strukturwandel stellt die Überlebensfähigkeit ganzer Regionen infrage. Entwicklungen wie der Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Tourismus sowie der Abbau von Arbeitsplätzen der ehemaligen Regiebetriebe des Bundes und die Ausdünnung der Grundversorgung setzen den Berggebieten und dem ländlichen Raum arg zu. Eine zunehmende Bevölkerungskonzentration in den regionalen Zentren und Agglomerationen ist durch die Resultate der Volkszählung zur Genüge belegt. </p><p>Eine der wichtigsten Ressourcen der Regionen ist ihre intakte Landschaft. In immer mehr Landesteilen besteht der Wunsch nach Landschaftspärken, um aus den natürlichen Ressourcen wirtschaftlichen, insbesondere touristischen Nutzen zu ziehen. Eine vielversprechende Strategie dazu besteht im Labeling. Neben dem bekannten Labeling von Produkten (z. B. AOC oder Bio) gewinnt das Labeling von Regionen zunehmend an Bedeutung. Dass Labels wie "Regionaler Naturpark" einen Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten vermögen, zeigen Erfahrungen aus Frankreich schon lange. Doch auch Gebiete, in denen der Schutzgedanke im Vordergrund steht, wie ein Nationalpark, vermögen durchaus wirtschaftliche Impulse auszulösen. Gemäss einer Studie von Irene Küpfer erwirtschaftet der Schweizerische Nationalpark jährlich einen Umsatz von 21 Millionen Franken. Die Gäste geben durchschnittlich pro Tag 129 Franken aus. Durch den Park wurden zahlreiche Arbeitsplätze direkt und indirekt gesichert. Auch Studien aus Österreich bestätigen dieses Bild. In Österreich gibt es sechs Nationalparks. Diese erwirtschaften einen Umsatz von etwa 1,4 Milliarden Franken. Und vor allem ist eines wichtig: Die Nachfrage stieg von 1994 bis 2000 um 18 Prozent.</p><p>Durch die NHG-Revision lassen sich drei Parkarten realisieren. Der regionale Naturpark ist ein wichtiges Förderungsinstrument für eine zukunftsgerichtete Regionalwirtschaft. Für den bestehenden Nationalpark werden die rechtlichen Grundlagen angepasst. Zusätzlich entsteht die Möglichkeit, weitere Nationalpärke einzurichten. Dies ist durchaus erwünscht. Es bestehen bereits konkrete Pläne, weitere Nationalpärke zu realisieren. Die dritte Kategorie, die Naturpärke, soll in der Nähe von Ballungsräumen entstehen und ermöglicht der Bevölkerung unverfälschte Naturerlebnisse und ist daher zu begrüssen. </p><p>Es ist wichtig, dass die Initiative zur Realisierung von neuen Pärken von der regionalen Bevölkerung ausgeht. Diese Initiative ist in zahlreichen Regionen vorhanden. Durch die Teilrevision des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz sind nun die richtigen Weichen zu stellen, damit diese regionalen Initiativen unverzüglich umgesetzt werden können.</p>
    • <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative mit dem Ziel ein, die Teilrevision des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) unverzüglich an die Hand zu nehmen. Als Grundlage für die Gesetzesrevision dient der Entwurf des Bundesrates, den er in die Vernehmlassung gegeben hat.</p>
    • Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz. Naturparks

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