Moratorium für militärische Auslandeinsätze
- ShortId
-
04.453
- Id
-
20040453
- Updated
-
10.04.2024 17:42
- Language
-
de
- Title
-
Moratorium für militärische Auslandeinsätze
- AdditionalIndexing
-
08;09;multinationale Truppe;Armeeeinsatz;Moratorium;Ausland;friedenserhaltende Mission;Mine
- 1
-
- L04K04020304, Armeeeinsatz
- L03K100103, Ausland
- L04K04010303, friedenserhaltende Mission
- L04K08020318, Moratorium
- L05K0401030301, multinationale Truppe
- L05K0402040203, Mine
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Ausgangslage für Auslandeinsätze hat sich seit der Abstimmung vom 10. Juni 2001 über die Änderung von Artikel 66 des Militärgesetzes wesentlich geändert. Der so genannte "Krieg gegen den Terror" hat nicht nur den Terrorismus und den Militarismus weltweit gefördert, sondern auch dem Völkerrecht einen nachhaltigen Schaden zugefügt und die Menschenrechte aufs Schwerste verletzt. Aufgrund der politischen, rechtlichen und ethischen Inhalte, die zugunsten eines Ja zum Militärgesetz eingebracht wurden, darf die Schweiz mit den Armeen der völkerrechtswidrigen Irakkriegs-Allianz keine gemeinsamen militärischen Einsätze durchführen. </p><p>Der Kosovo steckt in einer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sackgasse. Trotz der Präsenz von gegen 20 000 ausländischen Soldaten werden Serbinnen und Serben, die Roma und andere Minderheiten vertrieben. Das einzige, was unter der Besetzung floriert, sind die Zwangsprostitution, der Frauen- und Kinderhandel und der Waffenschmuggel. Neue militärische Auslandeinsätze zu beschliessen, ohne aus diesem Desaster eine schonungslose Bilanz zu ziehen, wäre völlig verantwortungslos.</p><p>Ohne das Versprechen eines starken Uno-Protagonismus hätte die Militärgesetzrevision im Juni 2001 nie eine Mehrheit gefunden. Heute haben jene, die erst aufgrund der Einfügung eines Uno-Mandats Ja gestimmt haben, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Uno militärisch völlig marginalisiert wurde. </p><p>Die EU ist, wie ein ungetrübter Blick auf deren Verfassungsentwurf zeigt, auf dem schlechten Weg, sich ähnlich wie die USA um Artikel 51 der Uno-Charta zu foutieren.</p><p>Angesichts dieser verhängnisvollen Entwicklungen drängt sich ein Moratorium für Auslandeinsätze ausserhalb des strikten Uno-Rahmens auf. Diese Denkpause soll vor allem als Pause zum Denken über zivile Lösungen dienen; und als Chance, die zivile Friedens- und Entwicklungspolitik auszubauen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reicht die grüne Fraktion folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sei ein Moratorium für Armee-Einsätze im Ausland zu erlassen. Das Moratorium soll ab dem Zeitpunkt der Annahme für mindestens zehn Jahre gelten. Vorbehalten bleiben die Beteiligung an Blauhelm- bzw. Blaumützeneinsätzen im Rahmen der Uno oder OSZE sowie Einsätze im Rahmen der humanitären Minenräumung.</p>
- Moratorium für militärische Auslandeinsätze
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Ausgangslage für Auslandeinsätze hat sich seit der Abstimmung vom 10. Juni 2001 über die Änderung von Artikel 66 des Militärgesetzes wesentlich geändert. Der so genannte "Krieg gegen den Terror" hat nicht nur den Terrorismus und den Militarismus weltweit gefördert, sondern auch dem Völkerrecht einen nachhaltigen Schaden zugefügt und die Menschenrechte aufs Schwerste verletzt. Aufgrund der politischen, rechtlichen und ethischen Inhalte, die zugunsten eines Ja zum Militärgesetz eingebracht wurden, darf die Schweiz mit den Armeen der völkerrechtswidrigen Irakkriegs-Allianz keine gemeinsamen militärischen Einsätze durchführen. </p><p>Der Kosovo steckt in einer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sackgasse. Trotz der Präsenz von gegen 20 000 ausländischen Soldaten werden Serbinnen und Serben, die Roma und andere Minderheiten vertrieben. Das einzige, was unter der Besetzung floriert, sind die Zwangsprostitution, der Frauen- und Kinderhandel und der Waffenschmuggel. Neue militärische Auslandeinsätze zu beschliessen, ohne aus diesem Desaster eine schonungslose Bilanz zu ziehen, wäre völlig verantwortungslos.</p><p>Ohne das Versprechen eines starken Uno-Protagonismus hätte die Militärgesetzrevision im Juni 2001 nie eine Mehrheit gefunden. Heute haben jene, die erst aufgrund der Einfügung eines Uno-Mandats Ja gestimmt haben, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Uno militärisch völlig marginalisiert wurde. </p><p>Die EU ist, wie ein ungetrübter Blick auf deren Verfassungsentwurf zeigt, auf dem schlechten Weg, sich ähnlich wie die USA um Artikel 51 der Uno-Charta zu foutieren.</p><p>Angesichts dieser verhängnisvollen Entwicklungen drängt sich ein Moratorium für Auslandeinsätze ausserhalb des strikten Uno-Rahmens auf. Diese Denkpause soll vor allem als Pause zum Denken über zivile Lösungen dienen; und als Chance, die zivile Friedens- und Entwicklungspolitik auszubauen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reicht die grüne Fraktion folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sei ein Moratorium für Armee-Einsätze im Ausland zu erlassen. Das Moratorium soll ab dem Zeitpunkt der Annahme für mindestens zehn Jahre gelten. Vorbehalten bleiben die Beteiligung an Blauhelm- bzw. Blaumützeneinsätzen im Rahmen der Uno oder OSZE sowie Einsätze im Rahmen der humanitären Minenräumung.</p>
- Moratorium für militärische Auslandeinsätze
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