Agrotourismus in der Landwirtschaftszone

ShortId
04.3039
Id
20043039
Updated
28.07.2023 12:25
Language
de
Title
Agrotourismus in der Landwirtschaftszone
AdditionalIndexing
2846;55;ländliches Gebiet;landwirtschaftlicher Betrieb;Ferien;Landwirtschaftszone;Bauordnung;Tourismus
1
  • L05K0102040102, Landwirtschaftszone
  • L04K01010103, Tourismus
  • L05K0102030102, Bauordnung
  • L04K01010104, Ferien
  • L04K14010503, landwirtschaftlicher Betrieb
  • L05K0704030107, ländliches Gebiet
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Tourismus ist die drittgrösste Exportbranche der Schweiz und rangiert mit 12,7 Milliarden Franken noch vor der Uhrenindustrie. Etwa 9 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten im Tourismus; im Berggebiet ist dieser Anteil noch wesentlich höher.</p><p>30 Prozent des schweizerischen Tourismus können als naturnah eingestuft werden, der rund 2,3 Milliarden Franken pro Jahr erwirtschaftet. Wenn wir die Entwicklung in den umliegenden Ländern beobachten, so stellen wir fest, dass der naturnahe ländliche Tourismus ein sehr beachtliches Wachstum aufweist und für die ländlichen Regionen und das Berggebiet ein beachtliches wirtschaftliches Potenzial bedeutet, welches in Zukunft noch wesentlich an Bedeutung gewinnen wird.</p><p>Wie die Medienmitteilung des Bundesrates vom 25. Februar 2004 verdeutlicht, hat der Bund keine finanziellen Ressourcen, um den naturnahen Tourismus mit Naturparks zu fördern. Diese Mittel werden auch in Zukunft kaum vorhanden sein. Deshalb ist es zwingend und auch dringend, den ländlichen Regionen durch geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen die Möglichkeit zu geben, sich selber zu helfen. </p><p>Agroturismus fördert und beflügelt insgesamt den ländlichen Tourismus mit einem weitgefächerten Konzept, das sich nicht nur auf Ferien auf dem Bauernhof oder Agrotourismus bezieht, d. h. auf von Landwirten zur Verfügung gestellte Unterkünfte, sondern alle touristischen Aktivitäten im ländlichen Raum umfasst. Diese Art von Tourismus ist für Städter auf der Suche nach erholsamem Urlaub auf dem Lande attraktiv und führt zu einer besseren saisonalen und geographischen Verteilung des Tourismus.</p><p>Der ländliche Tourismus ist eine ökologisch und soziokulturell verträgliche, aus den Eigenarten der jeweiligen Region zu entwickelnde Ausprägung des Fremdenverkehrs, der dem Gast eine Annäherung an die naturräumlichen Gegebenheiten der Region, ihre Tier- und Pflanzenwelt, ihre historisch-kulturellen Wurzeln und an die Lebens- und Arbeitszusammenhänge ihrer Menschen erlaubt.</p><p>Zur Weiterentwicklung des naturnahen Tourismus ist es von entscheidender Bedeutung, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für einen sanften Agrotourismus geschaffen werden.</p><p>Etwa 10 Prozent des europäischen Tourismus können als ländlich-bäuerlich beschrieben werden und etwa 20 Prozent der Erholungsreisen in der EU finden in ländlichen Gebieten statt. In der Schweiz besteht noch ein bedeutendes Entwicklungspotenzial.</p>
  • Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament die notwendigen Gesetzesanspassungen vorzuschlagen, damit in der Landwirtschaftszone Agrotourismus im gleichen Umfang wie in unseren Nachbarländern Österreich, Deutschland und Italien möglich ist.</p>
  • Agrotourismus in der Landwirtschaftszone
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Tourismus ist die drittgrösste Exportbranche der Schweiz und rangiert mit 12,7 Milliarden Franken noch vor der Uhrenindustrie. Etwa 9 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten im Tourismus; im Berggebiet ist dieser Anteil noch wesentlich höher.</p><p>30 Prozent des schweizerischen Tourismus können als naturnah eingestuft werden, der rund 2,3 Milliarden Franken pro Jahr erwirtschaftet. Wenn wir die Entwicklung in den umliegenden Ländern beobachten, so stellen wir fest, dass der naturnahe ländliche Tourismus ein sehr beachtliches Wachstum aufweist und für die ländlichen Regionen und das Berggebiet ein beachtliches wirtschaftliches Potenzial bedeutet, welches in Zukunft noch wesentlich an Bedeutung gewinnen wird.</p><p>Wie die Medienmitteilung des Bundesrates vom 25. Februar 2004 verdeutlicht, hat der Bund keine finanziellen Ressourcen, um den naturnahen Tourismus mit Naturparks zu fördern. Diese Mittel werden auch in Zukunft kaum vorhanden sein. Deshalb ist es zwingend und auch dringend, den ländlichen Regionen durch geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen die Möglichkeit zu geben, sich selber zu helfen. </p><p>Agroturismus fördert und beflügelt insgesamt den ländlichen Tourismus mit einem weitgefächerten Konzept, das sich nicht nur auf Ferien auf dem Bauernhof oder Agrotourismus bezieht, d. h. auf von Landwirten zur Verfügung gestellte Unterkünfte, sondern alle touristischen Aktivitäten im ländlichen Raum umfasst. Diese Art von Tourismus ist für Städter auf der Suche nach erholsamem Urlaub auf dem Lande attraktiv und führt zu einer besseren saisonalen und geographischen Verteilung des Tourismus.</p><p>Der ländliche Tourismus ist eine ökologisch und soziokulturell verträgliche, aus den Eigenarten der jeweiligen Region zu entwickelnde Ausprägung des Fremdenverkehrs, der dem Gast eine Annäherung an die naturräumlichen Gegebenheiten der Region, ihre Tier- und Pflanzenwelt, ihre historisch-kulturellen Wurzeln und an die Lebens- und Arbeitszusammenhänge ihrer Menschen erlaubt.</p><p>Zur Weiterentwicklung des naturnahen Tourismus ist es von entscheidender Bedeutung, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für einen sanften Agrotourismus geschaffen werden.</p><p>Etwa 10 Prozent des europäischen Tourismus können als ländlich-bäuerlich beschrieben werden und etwa 20 Prozent der Erholungsreisen in der EU finden in ländlichen Gebieten statt. In der Schweiz besteht noch ein bedeutendes Entwicklungspotenzial.</p>
    • Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament die notwendigen Gesetzesanspassungen vorzuschlagen, damit in der Landwirtschaftszone Agrotourismus im gleichen Umfang wie in unseren Nachbarländern Österreich, Deutschland und Italien möglich ist.</p>
    • Agrotourismus in der Landwirtschaftszone

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