Pestizide. Dringliche Massnahmen für den Gewässerschutz
- ShortId
-
04.3294
- Id
-
20043294
- Updated
-
27.07.2023 20:21
- Language
-
de
- Title
-
Pestizide. Dringliche Massnahmen für den Gewässerschutz
- AdditionalIndexing
-
52;Pestizid;Pestizidrückstände;Wasserverschmutzung;Gewässerschutz
- 1
-
- L06K140108020303, Pestizid
- L05K0602010102, Pestizidrückstände
- L04K06020304, Wasserverschmutzung
- L04K06010407, Gewässerschutz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Gewässerschutzgesetzgebung schreibt für Pflanzenschutzmittel (Pestizide) in Oberflächengewässern und im Grundwasser, welches als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, einen Höchstwert (Anforderungswert) von 0,1 Mikrogramm pro Liter vor. Ist dieser Wert überschritten, müssen die Kantone die Ursachen der Verunreinigung ermitteln und dafür sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität getroffen werden.</p><p>Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft bei Fliessgewässern vor allem im Frühjahr zu hohen Belastungen führt und dass dabei die Anforderungswerte um ein Mehrfaches überschritten werden. Durch die versickernden Niederschläge werden die Pestizide zudem ins Grundwasser transportiert. Laut Ergebnissen des Nationalen Grundwasserbeobachtungsnetzes Naqua weisen 60 Prozent aller untersuchten Grundwassermessstellen in der Schweiz Spuren von Pestiziden oder deren Abbauprodukten auf. In keinem Fall wurden Rückstände beobachtet, die nach heutiger Kenntnis die Gesundheit der Menschen gefährden können.</p><p>Um die Belastung der Fliessgewässer und des Grundwassers mit Pestiziden zu vermindern, unterstützt der Bund seit 1999 Massnahmen der Landwirtschaft zur Verhinderung der Abschwemmung und Auswaschung von Schadstoffen. Damit die gesetzlich festgelegten Anforderungswerte in Zukunft überall erfüllt werden, erachtet der Bundesrat vermehrte kantonale oder regionale Anstrengungen bei der Umsetzung von Gewässerschutzmassnahmen als notwendig. Denkbar sind ein standortgerechter Einsatz von Pestiziden, das Anlegen von ausreichend dimensionierten Pufferzonen sowie ein genereller Verzicht auf den Einsatz von problematischen Pestiziden in der Umgebung von Trinkwasserfassungen. </p><p>Zur Überprüfung der Belastung mit Pestiziden wird der Bundesrat im Übrigen auch durch das in der Frühjahrssession überwiesene Postulat der UREK-S 03.3590, "Reduktion von Einwirkungen von Düngerüberschüssen und Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt", verpflichtet.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Buwal-Direktor Philippe Roch wies anlässlich des Internationalen Tages der Umwelt insbesondere darauf hin, dass im Grundwasser noch an zahlreichen Stellen Spuren von Pestiziden vorhanden sind.</p><p>Die Wasserqualität in den Flüssen und Seen hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten stark verbessert, es wurden aber noch Spuren von Chemikalien und Mikroverunreinigungen gefunden.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat, ob er so schnell als möglich wirksame Massnahmen treffen wird, um die Wasserqualität zu schützen und zu verbessern, insbesondere im Zusammenhang mit der Belastung durch Pestizide.</p>
- Pestizide. Dringliche Massnahmen für den Gewässerschutz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Gewässerschutzgesetzgebung schreibt für Pflanzenschutzmittel (Pestizide) in Oberflächengewässern und im Grundwasser, welches als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, einen Höchstwert (Anforderungswert) von 0,1 Mikrogramm pro Liter vor. Ist dieser Wert überschritten, müssen die Kantone die Ursachen der Verunreinigung ermitteln und dafür sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität getroffen werden.</p><p>Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft bei Fliessgewässern vor allem im Frühjahr zu hohen Belastungen führt und dass dabei die Anforderungswerte um ein Mehrfaches überschritten werden. Durch die versickernden Niederschläge werden die Pestizide zudem ins Grundwasser transportiert. Laut Ergebnissen des Nationalen Grundwasserbeobachtungsnetzes Naqua weisen 60 Prozent aller untersuchten Grundwassermessstellen in der Schweiz Spuren von Pestiziden oder deren Abbauprodukten auf. In keinem Fall wurden Rückstände beobachtet, die nach heutiger Kenntnis die Gesundheit der Menschen gefährden können.</p><p>Um die Belastung der Fliessgewässer und des Grundwassers mit Pestiziden zu vermindern, unterstützt der Bund seit 1999 Massnahmen der Landwirtschaft zur Verhinderung der Abschwemmung und Auswaschung von Schadstoffen. Damit die gesetzlich festgelegten Anforderungswerte in Zukunft überall erfüllt werden, erachtet der Bundesrat vermehrte kantonale oder regionale Anstrengungen bei der Umsetzung von Gewässerschutzmassnahmen als notwendig. Denkbar sind ein standortgerechter Einsatz von Pestiziden, das Anlegen von ausreichend dimensionierten Pufferzonen sowie ein genereller Verzicht auf den Einsatz von problematischen Pestiziden in der Umgebung von Trinkwasserfassungen. </p><p>Zur Überprüfung der Belastung mit Pestiziden wird der Bundesrat im Übrigen auch durch das in der Frühjahrssession überwiesene Postulat der UREK-S 03.3590, "Reduktion von Einwirkungen von Düngerüberschüssen und Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt", verpflichtet.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Buwal-Direktor Philippe Roch wies anlässlich des Internationalen Tages der Umwelt insbesondere darauf hin, dass im Grundwasser noch an zahlreichen Stellen Spuren von Pestiziden vorhanden sind.</p><p>Die Wasserqualität in den Flüssen und Seen hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten stark verbessert, es wurden aber noch Spuren von Chemikalien und Mikroverunreinigungen gefunden.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat, ob er so schnell als möglich wirksame Massnahmen treffen wird, um die Wasserqualität zu schützen und zu verbessern, insbesondere im Zusammenhang mit der Belastung durch Pestizide.</p>
- Pestizide. Dringliche Massnahmen für den Gewässerschutz
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