Neuer Schweizer Pass. Herstellung im Inland?
- ShortId
-
04.3442
- Id
-
20043442
- Updated
-
28.07.2023 12:47
- Language
-
de
- Title
-
Neuer Schweizer Pass. Herstellung im Inland?
- AdditionalIndexing
-
15;Ausweis;Submissionswesen;Druckerei;Industriestandort Schweiz
- 1
-
- L04K05060104, Ausweis
- L05K1202030302, Druckerei
- L04K07010305, Submissionswesen
- L06K070507010402, Industriestandort Schweiz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In seiner Sitzung vom 15. September 2004 hat der Bundesrat die Einführung von biometrischen Daten in den Schweizer Pass beschlossen. Die Ausstellung des neuen Passes erfolgt vorerst im Rahmen eines fünfjährigen Pilotprojektes.</p><p>Hintergrund des Beschlusses ist die Forderung der USA, die ab dem 26. Oktober 2005 eine visumsfreie Einreise nur noch mit biometrischen Daten erlauben. Unabhängig davon trägt der Bundesrat mit seinem Entscheid der Tatsache Rechnung, dass sich biometrische Ausweise bestimmt auch international durchsetzen werden.</p><p>Gemäss dem Bundesrat gewährleistet das Pilotprojekt zum einen, dass Schweizerinnen und Schweizer bald die Möglichkeit haben, in den Besitz eines Passes mit biometrischen Daten zu kommen, wenn sie einen solchen tatsächlich benötigen. Zum anderen sollen die Erfahrungen der vorgesehenen fünf Antragsstellen helfen, die spätere definitive und schweizweite Einführung biometrischer Reiseausweise vorzubereiten. Die Begründung lautet zudem: "Mit dem Entscheid für ein Pilotprojekt und gegen eine sofortige schweizweite Einführung von biometrischen Pässen will der Bundesrat Fehlinvestitionen verhindern, welche mit einer Technologie zu befürchten wären, mit der es noch keine gefestigten Erfahrungen gibt."</p><p>Für die Durchführung dieses Projektes von 2005 bis 2010 wird beim Bund mit Gesamtkosten von rund 14 Millionen Franken gerechnet (3,5 Millionen Investitions-, 4 Millionen Projekt- und 6,5 Millionen Betriebskosten). Um die Kosten für die Einführung dieser neuen Technologie zu decken, muss die Gebühr für den biometrischen Pass entsprechend neu festgesetzt werden. Ich betone, dass sich die Technologie im Bereich der Ausweispapiere immer schneller entwickelt. Meiner Ansicht nach ist es die Aufgabe unserer Unternehmen, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.</p>
- <p>Reiseausweise, gemäss Legaldefinition der Schweizer Reisepass und die Identitätskarte, sind hoheitliche Dokumente, die die Schweizer Staatsangehörigkeit und die eigene Identität der rechtmässigen Inhaberin oder des rechtmässigen Inhabers gegenüber Behörden, Organisationen, Firmen und Einzelpersonen im In- und Ausland zweifelsfrei und rechtsgültig ausweisen. Sie nehmen deshalb einen besonderen Stellenwert im grenzüberschreitenden Reiseverkehr und bei der Abwicklung von Geschäften ein, bei denen eine sichere Feststellung der Identität unabdingbar ist. Im internationalen Vergleich besitzen die heutigen Schweizer Reiseausweise, und damit indirekt auch die Schweiz, ein sehr hohes Ansehen. Eine hohe Fälschungssicherheit durch die stetige Weiterentwicklung des Produktes ist von grosser Wichtigkeit und entspricht den ureigenen Interessen des herausgebenden Staates. Bis heute sind uns keine Fälschungen des Passes 2003 bekannt.</p><p>Aufgabe des Staates ist es, in Anlehnung an die oben erläuterte Sonderstellung der Ausweisdokumente, bei der Datenerfassung und -verarbeitung sowie der Ausweisherstellung umfangreiche sicherheitstechnische Abklärungen zu treffen, Massnahmen festzulegen und deren Umsetzung sicherzustellen. Insbesondere gilt es, dem Persönlichkeitsschutz der Ausweisinhaberinnen und -inhaber die gehörige Beachtung beizumessen. Bei den in den Reiseausweisen verwendeten Daten handelt es sich um sensible Daten.</p><p>Hingegen ist zur Entwicklung und Herstellung der Ausweise festzuhalten, dass der Bund schon heute eng mit privaten Firmen zusammenarbeitet. Für die Technologie und die Herstellung des Passes 2003 ist der Bund mit der Orell Füssli AG (OF) einen Generalunternehmervertrag eingegangen und kann so auf das Know-how der Privatindustrie zurückgreifen. OF beschafft zudem die Passbestandteile oder stellt sie selber her. Lediglich die Personalisierung, d. h. das Einbringen der sensiblen Personendaten (Foto, Namen usw.), wird heute beim Bundesamt für Bauten und Logistik durchgeführt. Die Schweizer Identitätskarte wird sogar vollständig von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, der Trüb AG, hergestellt und technologisch betreut. Beide genannten Firmen sind in der Schweiz domiziliert.</p><p>Auch für die Einführung des biometrischen Passes wird eine enge Zusammenarbeit mit entsprechenden industriellen Anbietern und Know-how-Trägern angestrebt. Im Interesse einer möglichst kosten- und ressourcenoptimalen Lösung erfolgt bei der definitiven Einführung auch eine öffentliche Ausschreibung betreffend die Herstellung des künftigen biometrischen Passes.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>- Ist es Aufgabe des Staates - hier des Bundes -, fortwährend hohe Summen in die Entwicklung von Pässen und in die Biometrie zu investieren, um technisch an der Spitze zu bleiben? Es gibt doch in der Schweiz Privatunternehmen, welche über die notwendige Einrichtung und Technologie verfügen, um mit der Entwicklung Schritt zu halten, und bei denen es gewissermassen zu ihrem Wesen gehört, diese Art von Leistung zu erbringen, um fortbestehen zu können.</p><p>- Würde es der Bundesrat daher nicht vorziehen, wenn der Bund die technologische Aufdatierung des biometrischen Passes, die Herstellung und die damit verbundenen technischen Produktionsanpassungen unter seiner strengen Aufsicht der Schweizer Industrie übergäbe?</p>
- Neuer Schweizer Pass. Herstellung im Inland?
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In seiner Sitzung vom 15. September 2004 hat der Bundesrat die Einführung von biometrischen Daten in den Schweizer Pass beschlossen. Die Ausstellung des neuen Passes erfolgt vorerst im Rahmen eines fünfjährigen Pilotprojektes.</p><p>Hintergrund des Beschlusses ist die Forderung der USA, die ab dem 26. Oktober 2005 eine visumsfreie Einreise nur noch mit biometrischen Daten erlauben. Unabhängig davon trägt der Bundesrat mit seinem Entscheid der Tatsache Rechnung, dass sich biometrische Ausweise bestimmt auch international durchsetzen werden.</p><p>Gemäss dem Bundesrat gewährleistet das Pilotprojekt zum einen, dass Schweizerinnen und Schweizer bald die Möglichkeit haben, in den Besitz eines Passes mit biometrischen Daten zu kommen, wenn sie einen solchen tatsächlich benötigen. Zum anderen sollen die Erfahrungen der vorgesehenen fünf Antragsstellen helfen, die spätere definitive und schweizweite Einführung biometrischer Reiseausweise vorzubereiten. Die Begründung lautet zudem: "Mit dem Entscheid für ein Pilotprojekt und gegen eine sofortige schweizweite Einführung von biometrischen Pässen will der Bundesrat Fehlinvestitionen verhindern, welche mit einer Technologie zu befürchten wären, mit der es noch keine gefestigten Erfahrungen gibt."</p><p>Für die Durchführung dieses Projektes von 2005 bis 2010 wird beim Bund mit Gesamtkosten von rund 14 Millionen Franken gerechnet (3,5 Millionen Investitions-, 4 Millionen Projekt- und 6,5 Millionen Betriebskosten). Um die Kosten für die Einführung dieser neuen Technologie zu decken, muss die Gebühr für den biometrischen Pass entsprechend neu festgesetzt werden. Ich betone, dass sich die Technologie im Bereich der Ausweispapiere immer schneller entwickelt. Meiner Ansicht nach ist es die Aufgabe unserer Unternehmen, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.</p>
- <p>Reiseausweise, gemäss Legaldefinition der Schweizer Reisepass und die Identitätskarte, sind hoheitliche Dokumente, die die Schweizer Staatsangehörigkeit und die eigene Identität der rechtmässigen Inhaberin oder des rechtmässigen Inhabers gegenüber Behörden, Organisationen, Firmen und Einzelpersonen im In- und Ausland zweifelsfrei und rechtsgültig ausweisen. Sie nehmen deshalb einen besonderen Stellenwert im grenzüberschreitenden Reiseverkehr und bei der Abwicklung von Geschäften ein, bei denen eine sichere Feststellung der Identität unabdingbar ist. Im internationalen Vergleich besitzen die heutigen Schweizer Reiseausweise, und damit indirekt auch die Schweiz, ein sehr hohes Ansehen. Eine hohe Fälschungssicherheit durch die stetige Weiterentwicklung des Produktes ist von grosser Wichtigkeit und entspricht den ureigenen Interessen des herausgebenden Staates. Bis heute sind uns keine Fälschungen des Passes 2003 bekannt.</p><p>Aufgabe des Staates ist es, in Anlehnung an die oben erläuterte Sonderstellung der Ausweisdokumente, bei der Datenerfassung und -verarbeitung sowie der Ausweisherstellung umfangreiche sicherheitstechnische Abklärungen zu treffen, Massnahmen festzulegen und deren Umsetzung sicherzustellen. Insbesondere gilt es, dem Persönlichkeitsschutz der Ausweisinhaberinnen und -inhaber die gehörige Beachtung beizumessen. Bei den in den Reiseausweisen verwendeten Daten handelt es sich um sensible Daten.</p><p>Hingegen ist zur Entwicklung und Herstellung der Ausweise festzuhalten, dass der Bund schon heute eng mit privaten Firmen zusammenarbeitet. Für die Technologie und die Herstellung des Passes 2003 ist der Bund mit der Orell Füssli AG (OF) einen Generalunternehmervertrag eingegangen und kann so auf das Know-how der Privatindustrie zurückgreifen. OF beschafft zudem die Passbestandteile oder stellt sie selber her. Lediglich die Personalisierung, d. h. das Einbringen der sensiblen Personendaten (Foto, Namen usw.), wird heute beim Bundesamt für Bauten und Logistik durchgeführt. Die Schweizer Identitätskarte wird sogar vollständig von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, der Trüb AG, hergestellt und technologisch betreut. Beide genannten Firmen sind in der Schweiz domiziliert.</p><p>Auch für die Einführung des biometrischen Passes wird eine enge Zusammenarbeit mit entsprechenden industriellen Anbietern und Know-how-Trägern angestrebt. Im Interesse einer möglichst kosten- und ressourcenoptimalen Lösung erfolgt bei der definitiven Einführung auch eine öffentliche Ausschreibung betreffend die Herstellung des künftigen biometrischen Passes.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>- Ist es Aufgabe des Staates - hier des Bundes -, fortwährend hohe Summen in die Entwicklung von Pässen und in die Biometrie zu investieren, um technisch an der Spitze zu bleiben? Es gibt doch in der Schweiz Privatunternehmen, welche über die notwendige Einrichtung und Technologie verfügen, um mit der Entwicklung Schritt zu halten, und bei denen es gewissermassen zu ihrem Wesen gehört, diese Art von Leistung zu erbringen, um fortbestehen zu können.</p><p>- Würde es der Bundesrat daher nicht vorziehen, wenn der Bund die technologische Aufdatierung des biometrischen Passes, die Herstellung und die damit verbundenen technischen Produktionsanpassungen unter seiner strengen Aufsicht der Schweizer Industrie übergäbe?</p>
- Neuer Schweizer Pass. Herstellung im Inland?
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