ECTS-Punkte auf der Stufe der höheren Fachschulen
- ShortId
-
04.3446
- Id
-
20043446
- Updated
-
27.07.2023 19:50
- Language
-
de
- Title
-
ECTS-Punkte auf der Stufe der höheren Fachschulen
- AdditionalIndexing
-
32;Studium;Abschluss einer Ausbildung;Berufsverband;Gleichwertigkeit der Diplome;Weiterbildung;Fachhochschule;Bologna-Prozess
- 1
-
- L05K1302050102, Fachhochschule
- L04K13010101, Abschluss einer Ausbildung
- L04K13020110, Studium
- L05K0702040303, Berufsverband
- L04K13030203, Weiterbildung
- L04K13030112, Gleichwertigkeit der Diplome
- L04K13030119, Bologna-Prozess
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Gemäss heutiger Praxis sind Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen grossmehrheitlich Personen mit abgeschlossener Berufslehre und Berufsmaturität oder zusätzlichen Qualifikationen. Ebenso gibt es den Weg der fachlichen Weiterbildung (Tertiärstufe), der von Berufsverbänden, Kantonen oder anderen Ausbildungsinstitutionen angeboten werden kann. Dies können spezialisierte Fachschulen oder höhere Fachschulen mit anerkannten Bildungsgängen sein.</p><p>Gemäss Botschaft zum Fachhochschulgesetz sollen mit der Einführung von Bachelor und Master die einheitlichen Studienstrukturen für alle Ausbildungsgänge auf Hochschulstufe und deren Vergleichbarkeit im europäischen Hochschulraum verbessert werden.</p>
- <p>Die OECD unterscheidet bei der Bildung auf Tertiärstufe einen Bereich A (Hochschulen, ISCED 5A), welcher die Fachhochschulen, Universitäten und beiden ETH umfasst, und einen Bereich B (nichthochschulisch, ISCED 5B), zu welchem die Berufsprüfungen (BP) und höhere Fachprüfungen (HFP) sowie die Bildungsgänge der höheren Fachschulen (HF) gehören.</p><p>Die Erklärung von Bologna regelt die Einführung von Titeln (Bachelor/Master/PHD) und des ECTS (European Credit Transfer System) an den Hochschulen, d. h. für den Bereich Tertiär A. Die Schweiz hat die Bologna-Erklärung mitunterzeichnet und die Einführung der entsprechenden Titel und des ECTS an den Studiengängen der Hochschulen begonnen.</p><p>Das ECTS eignet sich nicht für die duale berufliche Bildung. Dies wurde auch von den zuständigen Gremien der EU erkannt. Dort wurde deshalb unter der Bezeichnung Brügge-Kopenhagen-Prozess ein Projekt gestartet, welches die beruflichen Qualifikationen im Hinblick auf einen kompetitiven europäischen Arbeitsmarkt transparenter und vergleichbarer machen soll. Das dafür zu entwickelnde ECVET-System (European Credits for Vocational Education and Training) soll den Kompetenzerwerb sowohl in der beruflichen Praxis als auch in der Schule erfassen.</p><p>Auf Einladung der EU nimmt die Schweiz, vertreten durch das BBT, auf Expertenebene an diesem Prozess teil. Am 14./15. Dezember 2004 wird in Maastricht eine EU-Ministerkonferenz stattfinden, an welcher die bisherigen Ergebnisse des Brügge-Kopenhagen-Prozesses zur Kenntnis genommen, erste Massnahmen in Kraft gesetzt und die Agenda für die folgenden zwei Jahre beschlossen werden. Das BBT hat im September eine Arbeitsgruppe mit Expertinnen und Experten aus der Berufsbildung, den Fachhochschulen und des Seco einberufen, welche diesen Prozess koordinierend begleitet.</p><p>Sowohl der Bologna- als auch der Brügge-Kopenhagen-Prozess stehen in Zusammenhang mit der strategischen Zielsetzung des Europäischen Rates von Lissabon (März 2000), "die EU bis ins Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen". Dabei nimmt die Bildung auf allen Stufen eine hervorragende Bedeutung ein. So ist auch geplant, für die beiden Bereiche der Tertiärbildung (A = Hochschulen und B = höhere Berufsbildung) einen übergreifenden Referenzrahmen zu schaffen, der den Transfer von Kreditpunkten aus dem ECVET- in das ECTS-System ermöglicht und umgekehrt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich erst im Jahre 2010 abgeschlossen.</p><p>1. Die Organisationen der Arbeitswelt spielen eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Lerninhalte von Bildungsgängen der höheren Fachschulen und bei der Teilnahme an den abschliessenden Qualifikationsverfahren. Über die Teilnahme der Verbände wird sichergestellt, dass in den Bildungsgängen der höheren Fachschulen die Qualifikationen ausgebildet werden, welche in der Praxis gefordert sind. Diese Rolle ist in der neuen Verordnung über die Mindestvorschriften zur Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen ausdrücklich festgeschrieben. Die Verordnung wird zurzeit gemäss den Ergebnissen der im Sommer durchgeführten Vernehmlassung überarbeitet und voraussichtlich Anfang 2005 in Kraft treten.</p><p>2. Wie einleitend erwähnt, eignet sich das ECTS nicht für den Tertiär-Bereich. Es ist nicht vorgesehen, die Abschlüsse der höheren Berufsbildung mit entsprechenden Kreditpunkten zu qualifizieren. Dagegen wird das BBT zu gegebener Zeit die Einführung von ECVET prüfen und in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt partnerschaftlich ein nationales Qualifikationssystem für die Berufsbildung entwickeln. Dieses wird, in Entsprechung zum Fahrplan der EU, voraussichtlich nicht vor 2007 operativ sein.</p><p>3. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich nach 2010, werden die Kreditpunkte aus dem ECVET- im ECTS-System angerechnet werden können und umgekehrt. Die EU wird dafür entsprechende Richtlinien verabschieden, welche die Schweiz mit einiger Wahrscheinlichkeit ähnlich wie das ECTS übernehmen wird. So wird es möglich sein, dass Abschlüsse der beruflichen Tertiärbildung partiell an ein Bachelor-Studium angerechnet werden können. Es lässt sich aber heute noch nicht sagen, wie ein solches Anrechnungssystem konkret aussehen wird.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Rolle spielen in Zukunft Berufsverbände mit anerkannten Bildungsgängen auf der Stufe der Fachschulen (HF)?</p><p>2. Werden diese und die bisher angebotenen fachlichen Weiterbildungen auf der Tertiärstufe in das Bachelor/Master-System integriert und damit auch mit ECTS-Punkten qualifiziert?</p><p>3. Wenn das ECTS-Punkte-System auch in diesen Bereichen angewendet werden kann, ist demzufolge ein Bachelor- oder gar ein Masterdiplom auch auf diesem Weg erreichbar?</p>
- ECTS-Punkte auf der Stufe der höheren Fachschulen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Gemäss heutiger Praxis sind Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen grossmehrheitlich Personen mit abgeschlossener Berufslehre und Berufsmaturität oder zusätzlichen Qualifikationen. Ebenso gibt es den Weg der fachlichen Weiterbildung (Tertiärstufe), der von Berufsverbänden, Kantonen oder anderen Ausbildungsinstitutionen angeboten werden kann. Dies können spezialisierte Fachschulen oder höhere Fachschulen mit anerkannten Bildungsgängen sein.</p><p>Gemäss Botschaft zum Fachhochschulgesetz sollen mit der Einführung von Bachelor und Master die einheitlichen Studienstrukturen für alle Ausbildungsgänge auf Hochschulstufe und deren Vergleichbarkeit im europäischen Hochschulraum verbessert werden.</p>
- <p>Die OECD unterscheidet bei der Bildung auf Tertiärstufe einen Bereich A (Hochschulen, ISCED 5A), welcher die Fachhochschulen, Universitäten und beiden ETH umfasst, und einen Bereich B (nichthochschulisch, ISCED 5B), zu welchem die Berufsprüfungen (BP) und höhere Fachprüfungen (HFP) sowie die Bildungsgänge der höheren Fachschulen (HF) gehören.</p><p>Die Erklärung von Bologna regelt die Einführung von Titeln (Bachelor/Master/PHD) und des ECTS (European Credit Transfer System) an den Hochschulen, d. h. für den Bereich Tertiär A. Die Schweiz hat die Bologna-Erklärung mitunterzeichnet und die Einführung der entsprechenden Titel und des ECTS an den Studiengängen der Hochschulen begonnen.</p><p>Das ECTS eignet sich nicht für die duale berufliche Bildung. Dies wurde auch von den zuständigen Gremien der EU erkannt. Dort wurde deshalb unter der Bezeichnung Brügge-Kopenhagen-Prozess ein Projekt gestartet, welches die beruflichen Qualifikationen im Hinblick auf einen kompetitiven europäischen Arbeitsmarkt transparenter und vergleichbarer machen soll. Das dafür zu entwickelnde ECVET-System (European Credits for Vocational Education and Training) soll den Kompetenzerwerb sowohl in der beruflichen Praxis als auch in der Schule erfassen.</p><p>Auf Einladung der EU nimmt die Schweiz, vertreten durch das BBT, auf Expertenebene an diesem Prozess teil. Am 14./15. Dezember 2004 wird in Maastricht eine EU-Ministerkonferenz stattfinden, an welcher die bisherigen Ergebnisse des Brügge-Kopenhagen-Prozesses zur Kenntnis genommen, erste Massnahmen in Kraft gesetzt und die Agenda für die folgenden zwei Jahre beschlossen werden. Das BBT hat im September eine Arbeitsgruppe mit Expertinnen und Experten aus der Berufsbildung, den Fachhochschulen und des Seco einberufen, welche diesen Prozess koordinierend begleitet.</p><p>Sowohl der Bologna- als auch der Brügge-Kopenhagen-Prozess stehen in Zusammenhang mit der strategischen Zielsetzung des Europäischen Rates von Lissabon (März 2000), "die EU bis ins Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen". Dabei nimmt die Bildung auf allen Stufen eine hervorragende Bedeutung ein. So ist auch geplant, für die beiden Bereiche der Tertiärbildung (A = Hochschulen und B = höhere Berufsbildung) einen übergreifenden Referenzrahmen zu schaffen, der den Transfer von Kreditpunkten aus dem ECVET- in das ECTS-System ermöglicht und umgekehrt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich erst im Jahre 2010 abgeschlossen.</p><p>1. Die Organisationen der Arbeitswelt spielen eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Lerninhalte von Bildungsgängen der höheren Fachschulen und bei der Teilnahme an den abschliessenden Qualifikationsverfahren. Über die Teilnahme der Verbände wird sichergestellt, dass in den Bildungsgängen der höheren Fachschulen die Qualifikationen ausgebildet werden, welche in der Praxis gefordert sind. Diese Rolle ist in der neuen Verordnung über die Mindestvorschriften zur Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen ausdrücklich festgeschrieben. Die Verordnung wird zurzeit gemäss den Ergebnissen der im Sommer durchgeführten Vernehmlassung überarbeitet und voraussichtlich Anfang 2005 in Kraft treten.</p><p>2. Wie einleitend erwähnt, eignet sich das ECTS nicht für den Tertiär-Bereich. Es ist nicht vorgesehen, die Abschlüsse der höheren Berufsbildung mit entsprechenden Kreditpunkten zu qualifizieren. Dagegen wird das BBT zu gegebener Zeit die Einführung von ECVET prüfen und in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt partnerschaftlich ein nationales Qualifikationssystem für die Berufsbildung entwickeln. Dieses wird, in Entsprechung zum Fahrplan der EU, voraussichtlich nicht vor 2007 operativ sein.</p><p>3. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich nach 2010, werden die Kreditpunkte aus dem ECVET- im ECTS-System angerechnet werden können und umgekehrt. Die EU wird dafür entsprechende Richtlinien verabschieden, welche die Schweiz mit einiger Wahrscheinlichkeit ähnlich wie das ECTS übernehmen wird. So wird es möglich sein, dass Abschlüsse der beruflichen Tertiärbildung partiell an ein Bachelor-Studium angerechnet werden können. Es lässt sich aber heute noch nicht sagen, wie ein solches Anrechnungssystem konkret aussehen wird.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Rolle spielen in Zukunft Berufsverbände mit anerkannten Bildungsgängen auf der Stufe der Fachschulen (HF)?</p><p>2. Werden diese und die bisher angebotenen fachlichen Weiterbildungen auf der Tertiärstufe in das Bachelor/Master-System integriert und damit auch mit ECTS-Punkten qualifiziert?</p><p>3. Wenn das ECTS-Punkte-System auch in diesen Bereichen angewendet werden kann, ist demzufolge ein Bachelor- oder gar ein Masterdiplom auch auf diesem Weg erreichbar?</p>
- ECTS-Punkte auf der Stufe der höheren Fachschulen
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