Borkenkäferbefall in den Schweizer Wäldern
- ShortId
-
04.3467
- Id
-
20043467
- Updated
-
28.07.2023 12:15
- Language
-
de
- Title
-
Borkenkäferbefall in den Schweizer Wäldern
- AdditionalIndexing
-
55;52;Waldbau;Verhütung von Umweltbelastungen;Forstgesetzgebung;Waldschutz;Gesetz
- 1
-
- L05K1401070108, Waldschutz
- L05K1401070105, Waldbau
- L04K06010416, Verhütung von Umweltbelastungen
- L05K1401070103, Forstgesetzgebung
- L05K0503010102, Gesetz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Die von Käfern befallenen Bäume stehen in der Regel einzeln oder in kleinen Gruppen. Mit den Jahren und unter günstigen Bedingungen können die Bäume aber zu sogenannten "Käfernestern" oder gar zu Flächen von mehreren Hektaren zusammenwachsen.</p><p>Flächenangaben für Schäden sind erst dann sinnvoll, wenn eine grössere Anzahl Käferbäume beieinander steht. Das von Käfern befallene Holz wird in Kubikmetern berechnet. In den Jahren 2000 bis 2003 sind rund 4,6 Millionen Kubikmeter Käferholz angefallen. Auf den durchschnittlich nutzbaren Holzvorrat in der Schweiz von 353 Kubikmetern pro Hektare umgerechnet, kommt man auf eine theoretische Fläche befallener Bäume von etwa 13 000 Hektaren, einen knappen Drittel der Waldfläche des Kantons Luzern.</p><p>2./3. Im Jahr 2000 sind total 162 000 Kubikmeter Holz befallen, 126 000 Kubikmeter genutzt, 36 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2001 sind total 1 310 000 Kubikmeter befallen, 1 175 000 Kubikmeter genutzt, 135 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2002 sind total 1 168 000 Kubikmeter befallen, 1 003 000 Kubikmeter genutzt, 165 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2003 sind etwa 2 Millionen Kubikmeter befallen.</p><p>4. Im ursprünglichen Schadensgebiet von Lothar wurden ausserordentliche Käferschäden insbesondere dort festgestellt, wo nicht eingegriffen worden ist. Nach dem Trockensommer 2003 entwickelten sich die Borkenkäfer zusätzlich in Regionen, die hohen Trockenstress erfuhren.</p><p>5. Der Sommer 2003 hat alle bisherigen Wärmerekorde seit 500 Jahren übertroffen. Wie stark und wie lange sich die Trockenheit des Sommers 2003 auf den Zustand der Waldbestände auswirkt, ist gegenwärtig kaum abzuschätzen. Durch Trockenheit geschwächte Waldbestände sind für Borkenkäfer ein ideales Brutmaterial. Je nach Region muss in den nächsten Jahren nochmals mit starkem Borkenkäferbefall gerechnet werden. Dies trifft nicht nur für den Buchdrucker zu, sondern auch für andere Borkenkäferarten.</p><p>6. Aufgrund des Bundesgesetzes über das Entlastungsprogramm 2003 vom 19. Dezember 2003 (AS 2004 1633) werden ab 2005 nur noch Massnahmen im Bereich der Verhütung und Behebung von Waldschäden subventioniert, die der Erhaltung der Schutzwälder dienen. Diese Gesetzesänderung soll unverändert ins revidierte Waldgesetz übernommen werden. Eine Ausnahme stellen "besonders gefährliche Schadorganismen" gemäss Pflanzenschutzverordnung (SR 916.20) dar, die nach wie vor im ganzen Waldgebiet bekämpft werden können.</p><p>Eine langfristig gesicherte Wirkung des Schutzwaldes gehört zu den fünf prioritären Zielen des Waldprogramms Schweiz, das der anstehenden Revision des Waldgesetzes zugrunde liegt. Dieses Ziel wurde insbesondere unter dem Eindruck der Extremereignisse der letzten Jahre formuliert, welche die Wichtigkeit des Risikomanagements deutlich machten. Der Bund soll somit auch künftig seine finanziellen Mittel auf Massnahmen zur Erhaltung von Waldgebieten konzentrieren, die (über-)lebenswichtige Leistungen für die Öffentlichkeit (Schutzwald) erbringen. Die weiteren vier prioritären Ziele des Waldprogramms sind die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, die Erhaltung der Boden- und Trinkwasserqualität, die Stärkung der Wertschöpfkette Holz und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Forstbetrieben.</p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Seit ein paar Jahren werden weite Teile des Schweizer Waldes vom Fichtenborkenkäfer befallen. Das Ausmass und die Schäden sind zum Teil sehr gross. Sie sind für die betroffenen Waldeigentümer, die Gemeinden und Kantone eine grosse Herausforderung.</p><p>Wir bitten den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie gross ist das Ausmass der befallenen Flächen?</p><p>2. Wie gross ist der quantitative Schaden (in Festmetern befallenes Holz)?</p><p>3. Wie viel davon wurde genutzt (aus dem Wald entfernt) und wie viel im Wald belassen?</p><p>4. Welche Gebiete sind besonders betroffen?</p><p>5. Wie wird die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Situation eingeschätzt?</p><p>6. Welchen Einfluss hat die dargestellte Situation auf die bevorstehende Revision der Waldgesetzgebung?</p>
- Borkenkäferbefall in den Schweizer Wäldern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>1. Die von Käfern befallenen Bäume stehen in der Regel einzeln oder in kleinen Gruppen. Mit den Jahren und unter günstigen Bedingungen können die Bäume aber zu sogenannten "Käfernestern" oder gar zu Flächen von mehreren Hektaren zusammenwachsen.</p><p>Flächenangaben für Schäden sind erst dann sinnvoll, wenn eine grössere Anzahl Käferbäume beieinander steht. Das von Käfern befallene Holz wird in Kubikmetern berechnet. In den Jahren 2000 bis 2003 sind rund 4,6 Millionen Kubikmeter Käferholz angefallen. Auf den durchschnittlich nutzbaren Holzvorrat in der Schweiz von 353 Kubikmetern pro Hektare umgerechnet, kommt man auf eine theoretische Fläche befallener Bäume von etwa 13 000 Hektaren, einen knappen Drittel der Waldfläche des Kantons Luzern.</p><p>2./3. Im Jahr 2000 sind total 162 000 Kubikmeter Holz befallen, 126 000 Kubikmeter genutzt, 36 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2001 sind total 1 310 000 Kubikmeter befallen, 1 175 000 Kubikmeter genutzt, 135 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2002 sind total 1 168 000 Kubikmeter befallen, 1 003 000 Kubikmeter genutzt, 165 000 Kubikmeter belassen; im Jahr 2003 sind etwa 2 Millionen Kubikmeter befallen.</p><p>4. Im ursprünglichen Schadensgebiet von Lothar wurden ausserordentliche Käferschäden insbesondere dort festgestellt, wo nicht eingegriffen worden ist. Nach dem Trockensommer 2003 entwickelten sich die Borkenkäfer zusätzlich in Regionen, die hohen Trockenstress erfuhren.</p><p>5. Der Sommer 2003 hat alle bisherigen Wärmerekorde seit 500 Jahren übertroffen. Wie stark und wie lange sich die Trockenheit des Sommers 2003 auf den Zustand der Waldbestände auswirkt, ist gegenwärtig kaum abzuschätzen. Durch Trockenheit geschwächte Waldbestände sind für Borkenkäfer ein ideales Brutmaterial. Je nach Region muss in den nächsten Jahren nochmals mit starkem Borkenkäferbefall gerechnet werden. Dies trifft nicht nur für den Buchdrucker zu, sondern auch für andere Borkenkäferarten.</p><p>6. Aufgrund des Bundesgesetzes über das Entlastungsprogramm 2003 vom 19. Dezember 2003 (AS 2004 1633) werden ab 2005 nur noch Massnahmen im Bereich der Verhütung und Behebung von Waldschäden subventioniert, die der Erhaltung der Schutzwälder dienen. Diese Gesetzesänderung soll unverändert ins revidierte Waldgesetz übernommen werden. Eine Ausnahme stellen "besonders gefährliche Schadorganismen" gemäss Pflanzenschutzverordnung (SR 916.20) dar, die nach wie vor im ganzen Waldgebiet bekämpft werden können.</p><p>Eine langfristig gesicherte Wirkung des Schutzwaldes gehört zu den fünf prioritären Zielen des Waldprogramms Schweiz, das der anstehenden Revision des Waldgesetzes zugrunde liegt. Dieses Ziel wurde insbesondere unter dem Eindruck der Extremereignisse der letzten Jahre formuliert, welche die Wichtigkeit des Risikomanagements deutlich machten. Der Bund soll somit auch künftig seine finanziellen Mittel auf Massnahmen zur Erhaltung von Waldgebieten konzentrieren, die (über-)lebenswichtige Leistungen für die Öffentlichkeit (Schutzwald) erbringen. Die weiteren vier prioritären Ziele des Waldprogramms sind die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, die Erhaltung der Boden- und Trinkwasserqualität, die Stärkung der Wertschöpfkette Holz und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Forstbetrieben.</p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Seit ein paar Jahren werden weite Teile des Schweizer Waldes vom Fichtenborkenkäfer befallen. Das Ausmass und die Schäden sind zum Teil sehr gross. Sie sind für die betroffenen Waldeigentümer, die Gemeinden und Kantone eine grosse Herausforderung.</p><p>Wir bitten den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie gross ist das Ausmass der befallenen Flächen?</p><p>2. Wie gross ist der quantitative Schaden (in Festmetern befallenes Holz)?</p><p>3. Wie viel davon wurde genutzt (aus dem Wald entfernt) und wie viel im Wald belassen?</p><p>4. Welche Gebiete sind besonders betroffen?</p><p>5. Wie wird die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Situation eingeschätzt?</p><p>6. Welchen Einfluss hat die dargestellte Situation auf die bevorstehende Revision der Waldgesetzgebung?</p>
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