Prämien der Nichtbetriebsunfallversicherung

ShortId
04.3509
Id
20043509
Updated
25.06.2025 00:05
Language
de
Title
Prämien der Nichtbetriebsunfallversicherung
AdditionalIndexing
28;Unfallversicherung;Nichtbetriebsunfallversicherung;Versicherungsprämie
1
  • L05K0104011601, Nichtbetriebsunfallversicherung
  • L04K01040116, Unfallversicherung
  • L05K1110011305, Versicherungsprämie
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Suva plant bei der Nichtbetriebsunfallversicherung ab 2005 eine starke Prämienerhöhung. Die schlechte finanzielle Lage dieser Versicherung würde eine solche Massnahme rechtfertigen. Als Hauptgründe für die ungünstige Entwicklung der Nichtbetriebsunfallversicherung macht die Suva hauptsächlich für das Jahr 2003 die aussergewöhnlichen Wetterbedingungen geltend und allgemein die Wirtschaftslage, die demografische Entwicklung (höheres Durchschnittsalter der Versicherten usw.) und die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen (geringere Akzeptanz ärztlicher Beurteilungen, soziale Inflation usw.).</p><p>Wir möchten nicht auf die Richtigkeit dieser Untersuchung eingehen. Wir sind indessen schockiert über die Methode, welche die Suva bei der Prämienerhöhung anwenden will. Die Prämien sollen nämlich bei der Nichtbetriebsunfallversicherung von der Einteilung in Berufsgruppen, die bei der Betriebsunfallversicherung angewendet wird, abhängig werden. Dieses Verfahren ist äusserst ungerecht und diskriminierend. Demnach wird beispielsweise der Elektroinstallateur, der einen Beruf der Klasse D mit hohem Unfallrisiko ausübt, eine deutlich höhere Prämie für die Nichtbetriebsunfallversicherung bezahlen müssen als die Bundesangestellte, die der Klasse A mit geringem Risiko angehört. Die Prämie ist somit nicht vom tatsächlichen Risiko abhängig, das während der Freizeit eingegangen wird, wofür doch diese Versicherung vorgesehen ist. Wer einen Beruf mit hohem Unfallrisiko ausübt, muss höhere Prämien bezahlen, ohne Rücksicht darauf, wie die Freizeit verbracht wird. Die Suva setzt viel Energie und Geld für Prävention ein. Was nützt denn dieser Einsatz, wenn die Prämien gemäss den Berufsgruppen festgesetzt werden? Die Suva rechtfertigt die Methode dadurch, dass ein Nichtberufsunfall in den Risikobranchen mehr kostet, weil der Angestellte seine Arbeit nicht gleich wieder aufnehmen kann. Die Bundesangestellte kann mit einem Bein in Gips arbeiten, nicht aber der Elektroinstallateur! Zudem braucht unser Land Maurer, Elektriker und Förster ebenso wie Büroangestellte. Die Argumentation der Suva erscheint uns völlig unzureichend. Sie führt selbst die finanzielle Verschlechterung bei der Nichtbetriebsunfallversicherung auf gesellschaftliche Gründe zurück wie höhere Lebenserwartung, höheres Durchschnittsalter der Versicherten, schlechte Wirtschaftslage usw. Es ist absolut ungerechtfertigt, dass diese Kosten von Berufstätigen mit einem höheren Unfallrisiko getragen werden müssen. Es gibt keinen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallrisiko, das die Angestellten während ihrer Freizeit eingehen, und dem Risiko bei der Ausübung ihrer Arbeit.</p>
  • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit einer Prämienerhöhung bei der Nichtbetriebsunfallversicherung zu prüfen, die unabhängig von der Einteilung in Berufsgruppen ist, welche bei der Betriebsunfallversicherung angewendet wird. Dazu soll ein Bericht vorgelegt werden.</p>
  • Prämien der Nichtbetriebsunfallversicherung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Suva plant bei der Nichtbetriebsunfallversicherung ab 2005 eine starke Prämienerhöhung. Die schlechte finanzielle Lage dieser Versicherung würde eine solche Massnahme rechtfertigen. Als Hauptgründe für die ungünstige Entwicklung der Nichtbetriebsunfallversicherung macht die Suva hauptsächlich für das Jahr 2003 die aussergewöhnlichen Wetterbedingungen geltend und allgemein die Wirtschaftslage, die demografische Entwicklung (höheres Durchschnittsalter der Versicherten usw.) und die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen (geringere Akzeptanz ärztlicher Beurteilungen, soziale Inflation usw.).</p><p>Wir möchten nicht auf die Richtigkeit dieser Untersuchung eingehen. Wir sind indessen schockiert über die Methode, welche die Suva bei der Prämienerhöhung anwenden will. Die Prämien sollen nämlich bei der Nichtbetriebsunfallversicherung von der Einteilung in Berufsgruppen, die bei der Betriebsunfallversicherung angewendet wird, abhängig werden. Dieses Verfahren ist äusserst ungerecht und diskriminierend. Demnach wird beispielsweise der Elektroinstallateur, der einen Beruf der Klasse D mit hohem Unfallrisiko ausübt, eine deutlich höhere Prämie für die Nichtbetriebsunfallversicherung bezahlen müssen als die Bundesangestellte, die der Klasse A mit geringem Risiko angehört. Die Prämie ist somit nicht vom tatsächlichen Risiko abhängig, das während der Freizeit eingegangen wird, wofür doch diese Versicherung vorgesehen ist. Wer einen Beruf mit hohem Unfallrisiko ausübt, muss höhere Prämien bezahlen, ohne Rücksicht darauf, wie die Freizeit verbracht wird. Die Suva setzt viel Energie und Geld für Prävention ein. Was nützt denn dieser Einsatz, wenn die Prämien gemäss den Berufsgruppen festgesetzt werden? Die Suva rechtfertigt die Methode dadurch, dass ein Nichtberufsunfall in den Risikobranchen mehr kostet, weil der Angestellte seine Arbeit nicht gleich wieder aufnehmen kann. Die Bundesangestellte kann mit einem Bein in Gips arbeiten, nicht aber der Elektroinstallateur! Zudem braucht unser Land Maurer, Elektriker und Förster ebenso wie Büroangestellte. Die Argumentation der Suva erscheint uns völlig unzureichend. Sie führt selbst die finanzielle Verschlechterung bei der Nichtbetriebsunfallversicherung auf gesellschaftliche Gründe zurück wie höhere Lebenserwartung, höheres Durchschnittsalter der Versicherten, schlechte Wirtschaftslage usw. Es ist absolut ungerechtfertigt, dass diese Kosten von Berufstätigen mit einem höheren Unfallrisiko getragen werden müssen. Es gibt keinen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallrisiko, das die Angestellten während ihrer Freizeit eingehen, und dem Risiko bei der Ausübung ihrer Arbeit.</p>
    • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit einer Prämienerhöhung bei der Nichtbetriebsunfallversicherung zu prüfen, die unabhängig von der Einteilung in Berufsgruppen ist, welche bei der Betriebsunfallversicherung angewendet wird. Dazu soll ein Bericht vorgelegt werden.</p>
    • Prämien der Nichtbetriebsunfallversicherung

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