Holz verwenden, um die Kyoto-Ziele zu erreichen
- ShortId
-
04.3595
- Id
-
20043595
- Updated
-
14.11.2025 08:34
- Language
-
de
- Title
-
Holz verwenden, um die Kyoto-Ziele zu erreichen
- AdditionalIndexing
-
52;15;Schreinerei;Kohlendioxid;Bauholz;Waldwirtschaft;Klimaveränderung;CO2-Abgabe
- 1
-
- L06K070501020901, Kohlendioxid
- L04K06020209, Klimaveränderung
- L05K0705040101, Bauholz
- L03K140107, Waldwirtschaft
- L04K07050405, Schreinerei
- L05K1701010502, CO2-Abgabe
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Im Schweizer Gebäudepark sind Millionen von Tonnen CO2 in Holz gebunden, ohne dass dies in der CO2-Bilanz anrechenbar ist. Wenn Holz zu dauerhaften Produkten wie Gebäuden verarbeitet wird, entzieht dies dem natürlichen Kreislauf Kohlenstoff und fixiert ihn für Jahrzehnte, unter Umständen sogar für Jahrhunderte in einem Depot, während im Wald gleichzeitig neues Kohlendioxid durch nachwachsendes Holz gebunden wird. Diese CO2-Senkenwirkung durch Holznutzung wird im Übrigen noch akzentuiert, wenn die Holzreste und am Ende auch das ein- oder mehrfach gebrauchte Holz anstelle fossiler Energieträger thermisch verwertet werden. </p><p>Untersuchungen im Auftrag des Buwal liefern aktuelle Zahlen zur Einschätzung der Klimawirkung von Holz am Bau. Die Holzlager im Schweizer Gebäudepark entsprechen bis dato netto rund 45 Millionen Tonnen deponiertem Kohlendioxid. Die erreichten Werte sind klimapolitisch von Gewicht. Wenn man bedenkt, dass sich der Anteil von Holz am Bau von derzeit 10 Prozent auf 20 bis 30 Prozent steigern liesse, wird klar, wie gross das ungenutzte Potenzial dieses CO2-Lagers ist.</p><p>Der nachhaltigste Nutzen von Holz im Bauwesen besteht aber in seiner Verwendung anstelle anderer Baustoffe. Denn die Herstellung der meisten Holzprodukte benötigt markant weniger Energie als die Fertigung anderer Produkte. Durch die Energieeffizienz der Verarbeitung sinkt der Ausstoss von Treibhausgasen erheblich. Mit einem zusätzlichen Holzverbrauch von einer Million Kubikmeter fester Holzmasse im Bauwesen könnten in der Schweiz rund eine Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente eingespart werden. Der Baumarkt ist für Holz so aufnahmefähig, dass die Senkenleistung einer vermehrten Verwendung des Rohstoffes im Bauwesen gegen ein Viertel der Kyoto-Reduktionsziele zu erreichen vermöchte.</p>
- <p>In der Herbstsession 2004 wurde die Motion UREK-N 03.3012, "Berücksichtigung der Senken im Kyoto-Protokoll", an den Bundesrat überwiesen. Der Bundesrat hatte schon bei seiner Stellungnahme zu dieser Motion darauf hingewiesen, dass er grundsätzlich eine verstärkte Berücksichtigung der Holznutzung zur Erreichung der Ziele im CO2-Bereich unterstützt.</p><p>Verbautes Holz hat grundsätzlich zwei Wirkungen auf die CO2-Bilanz: einerseits die Senkenwirkung, andererseits aber auch die in der Begründung erwähnte Substitutionswirkung.</p><p>Senkenwirkung:</p><p>Die Anrechnung von verbautem Holz im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde von der Schweizer Delegation an internationalen Konferenzen schon mehrfach gefordert. An der Konferenz in Marrakesch im Jahre 2001 entschieden jedoch die Vertragsparteien der Klimakonvention, dass eine solche Anrechnung erst für die Zeit nach der ersten Verpflichtungsperiode, also nach 2012, in Betracht gezogen werden soll. Der Bundesrat erachtet es als nicht opportun, Holzprodukte als Senken in der nationalen Buchhaltung aufzuführen, solange dies international nicht anerkannt ist. Die Schweiz hat im Frühling 2004 in Form einer mit Vertretern der Wald- und Holzwirtschaft abgesprochenen schriftlichen Eingabe erneut für die Anrechnung der Holzverwendung Position bezogen. Der Bundesrat ist auch weiterhin bereit, sich im Rahmen des Möglichen für dieses Anliegen einzusetzen. Es muss allerdings beachtet werden, dass für die Anrechnung des verbauten Holzes verschiedene Fragen geklärt werden müssen. Abgeklärt werden muss u. a. die Frage der Anrechnung von importiertem Holz als zusätzlicher ("importierter") Senke, denn damit könnte das einheimische Holz benachteiligt werden.</p><p>Der eigentliche Senkeneffekt des verbauten Holzes sollte nicht überschätzt werden, weil nicht nur neue Holzprodukte erzeugt, sondern auch alte entsorgt werden, was den Senkeneffekt wieder reduziert. Durch Substitution energieintensiver Stoffe durch Holz lassen sich bedeutend mehr CO2-Emissionen einsparen.</p><p>Substitutionswirkung:</p><p>In der Begründung der Motion wird mit Recht darauf hingewiesen, dass der nachhaltigste Nutzen von Holz in seiner Verwendung anstelle anderer Baustoffe liegt, weil für die Herstellung von Holzprodukten weniger Energie benötigt wird. Die Verwendung von Holz als Baustoff zusammen mit jener als Energieträger ergibt pro Jahr eine Einsparung von etwa 4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Durch eine vermehrte Holznutzung im Schweizer Wald könnten weitere 2 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.</p><p>Die Substitutionswirkung von verbautem Holz wirkt sich also bereits heute positiv auf die CO2-Rechnung der Schweiz aus.</p><p>Durch eine allfällige Einführung der im ersten Halbjahr 2005 im Bundesrat zur Diskussion stehenden CO2-Abgabe könnte die Verwendung von Holz zusätzlich gefördert werden, da eine solche Abgabe dem Holz einen Wettbewerbsvorteil bringen würde. Im Übrigen leistet der Bund einen Beitrag an die Förderung der Holznutzung im Rahmen der Programme "Holz 21" und Energie Schweiz.</p><p>Aufgrund dieser Erwägungen ist der Bundesrat bereit, den ersten Teil der Motion (Punkt 1) entgegenzunehmen und sich dafür einzusetzen, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke anrechenbar wird. Solange dies international nicht anerkannt ist, hält der Bundesrat es hingegen nicht für opportun, im Rahmen der Anwendung der CO2-Gesetzgebung eine solche Senkenwirkung einzubeziehen (Punkt 2 der Motion).</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme von Punkt 1 der Motion und die Ablehnung von Punkt 2 der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert:</p><p>- darauf hinzuwirken, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke anrechenbar wird;</p><p>- in Anwendung der CO2-Gesetzgebung dafür zu sorgen, dass verbautes Holz in der CO2-Rechnung der Schweiz bilanzwirksam wird.</p>
- Holz verwenden, um die Kyoto-Ziele zu erreichen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Im Schweizer Gebäudepark sind Millionen von Tonnen CO2 in Holz gebunden, ohne dass dies in der CO2-Bilanz anrechenbar ist. Wenn Holz zu dauerhaften Produkten wie Gebäuden verarbeitet wird, entzieht dies dem natürlichen Kreislauf Kohlenstoff und fixiert ihn für Jahrzehnte, unter Umständen sogar für Jahrhunderte in einem Depot, während im Wald gleichzeitig neues Kohlendioxid durch nachwachsendes Holz gebunden wird. Diese CO2-Senkenwirkung durch Holznutzung wird im Übrigen noch akzentuiert, wenn die Holzreste und am Ende auch das ein- oder mehrfach gebrauchte Holz anstelle fossiler Energieträger thermisch verwertet werden. </p><p>Untersuchungen im Auftrag des Buwal liefern aktuelle Zahlen zur Einschätzung der Klimawirkung von Holz am Bau. Die Holzlager im Schweizer Gebäudepark entsprechen bis dato netto rund 45 Millionen Tonnen deponiertem Kohlendioxid. Die erreichten Werte sind klimapolitisch von Gewicht. Wenn man bedenkt, dass sich der Anteil von Holz am Bau von derzeit 10 Prozent auf 20 bis 30 Prozent steigern liesse, wird klar, wie gross das ungenutzte Potenzial dieses CO2-Lagers ist.</p><p>Der nachhaltigste Nutzen von Holz im Bauwesen besteht aber in seiner Verwendung anstelle anderer Baustoffe. Denn die Herstellung der meisten Holzprodukte benötigt markant weniger Energie als die Fertigung anderer Produkte. Durch die Energieeffizienz der Verarbeitung sinkt der Ausstoss von Treibhausgasen erheblich. Mit einem zusätzlichen Holzverbrauch von einer Million Kubikmeter fester Holzmasse im Bauwesen könnten in der Schweiz rund eine Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente eingespart werden. Der Baumarkt ist für Holz so aufnahmefähig, dass die Senkenleistung einer vermehrten Verwendung des Rohstoffes im Bauwesen gegen ein Viertel der Kyoto-Reduktionsziele zu erreichen vermöchte.</p>
- <p>In der Herbstsession 2004 wurde die Motion UREK-N 03.3012, "Berücksichtigung der Senken im Kyoto-Protokoll", an den Bundesrat überwiesen. Der Bundesrat hatte schon bei seiner Stellungnahme zu dieser Motion darauf hingewiesen, dass er grundsätzlich eine verstärkte Berücksichtigung der Holznutzung zur Erreichung der Ziele im CO2-Bereich unterstützt.</p><p>Verbautes Holz hat grundsätzlich zwei Wirkungen auf die CO2-Bilanz: einerseits die Senkenwirkung, andererseits aber auch die in der Begründung erwähnte Substitutionswirkung.</p><p>Senkenwirkung:</p><p>Die Anrechnung von verbautem Holz im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde von der Schweizer Delegation an internationalen Konferenzen schon mehrfach gefordert. An der Konferenz in Marrakesch im Jahre 2001 entschieden jedoch die Vertragsparteien der Klimakonvention, dass eine solche Anrechnung erst für die Zeit nach der ersten Verpflichtungsperiode, also nach 2012, in Betracht gezogen werden soll. Der Bundesrat erachtet es als nicht opportun, Holzprodukte als Senken in der nationalen Buchhaltung aufzuführen, solange dies international nicht anerkannt ist. Die Schweiz hat im Frühling 2004 in Form einer mit Vertretern der Wald- und Holzwirtschaft abgesprochenen schriftlichen Eingabe erneut für die Anrechnung der Holzverwendung Position bezogen. Der Bundesrat ist auch weiterhin bereit, sich im Rahmen des Möglichen für dieses Anliegen einzusetzen. Es muss allerdings beachtet werden, dass für die Anrechnung des verbauten Holzes verschiedene Fragen geklärt werden müssen. Abgeklärt werden muss u. a. die Frage der Anrechnung von importiertem Holz als zusätzlicher ("importierter") Senke, denn damit könnte das einheimische Holz benachteiligt werden.</p><p>Der eigentliche Senkeneffekt des verbauten Holzes sollte nicht überschätzt werden, weil nicht nur neue Holzprodukte erzeugt, sondern auch alte entsorgt werden, was den Senkeneffekt wieder reduziert. Durch Substitution energieintensiver Stoffe durch Holz lassen sich bedeutend mehr CO2-Emissionen einsparen.</p><p>Substitutionswirkung:</p><p>In der Begründung der Motion wird mit Recht darauf hingewiesen, dass der nachhaltigste Nutzen von Holz in seiner Verwendung anstelle anderer Baustoffe liegt, weil für die Herstellung von Holzprodukten weniger Energie benötigt wird. Die Verwendung von Holz als Baustoff zusammen mit jener als Energieträger ergibt pro Jahr eine Einsparung von etwa 4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Durch eine vermehrte Holznutzung im Schweizer Wald könnten weitere 2 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.</p><p>Die Substitutionswirkung von verbautem Holz wirkt sich also bereits heute positiv auf die CO2-Rechnung der Schweiz aus.</p><p>Durch eine allfällige Einführung der im ersten Halbjahr 2005 im Bundesrat zur Diskussion stehenden CO2-Abgabe könnte die Verwendung von Holz zusätzlich gefördert werden, da eine solche Abgabe dem Holz einen Wettbewerbsvorteil bringen würde. Im Übrigen leistet der Bund einen Beitrag an die Förderung der Holznutzung im Rahmen der Programme "Holz 21" und Energie Schweiz.</p><p>Aufgrund dieser Erwägungen ist der Bundesrat bereit, den ersten Teil der Motion (Punkt 1) entgegenzunehmen und sich dafür einzusetzen, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke anrechenbar wird. Solange dies international nicht anerkannt ist, hält der Bundesrat es hingegen nicht für opportun, im Rahmen der Anwendung der CO2-Gesetzgebung eine solche Senkenwirkung einzubeziehen (Punkt 2 der Motion).</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme von Punkt 1 der Motion und die Ablehnung von Punkt 2 der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert:</p><p>- darauf hinzuwirken, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke anrechenbar wird;</p><p>- in Anwendung der CO2-Gesetzgebung dafür zu sorgen, dass verbautes Holz in der CO2-Rechnung der Schweiz bilanzwirksam wird.</p>
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