Gleichgewicht von Lehre und Forschung
- ShortId
-
04.3658
- Id
-
20043658
- Updated
-
25.06.2025 00:01
- Language
-
de
- Title
-
Gleichgewicht von Lehre und Forschung
- AdditionalIndexing
-
36;Studium;Qualitätssicherung;Hochschulwesen;Hochschulforschung
- 1
-
- L04K13020501, Hochschulwesen
- L04K16020105, Hochschulforschung
- L04K13020110, Studium
- L06K070305020401, Qualitätssicherung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Gesellschaft finanziert die Universitäten, weil sie von ihnen einerseits die Produktion von Wissen und andererseits die Ausbildung qualifizierter Absolventen erwartet. Dabei wird erwartet, dass eine exzellente Forschung auch zu einer hochstehenden Ausbildung beiträgt.</p><p>In letzter Zeit rückte die Forderung nach exzellenter Forschung vermehrt in den Vordergrund. Insbesondere die ETH will mit der Weltspitze mithalten. Dies ist durchaus legitim und begrüssenswert. Die Interessen der Forschung werden innerhalb der Universitäten von der Dozentenschaft ausreichend wahrgenommen. Die Möglichkeit zur Forschung ist eine wichtige Motivation für das Einschlagen einer akademischen Karriere. Die Arbeit an einer dank ihren Forschungsresultaten prestigeträchtigen Universität eröffnet bessere Karriereaussichten. Infolge der zunehmenden Autonomie der Universitäten ist auch anzunehmen, dass sich dieses Interesse in ausreichendem Masse durchsetzen wird.</p><p>Dagegen hat die Gesellschaft auch ein eminentes Interesse an einer qualitativ und quantitativ genügenden Wahrnehmung der Funktion der Lehre. Überspitzt gesagt hat die Gesellschaft kein Interesse daran, dass die Verdoppelung der Zahl der Nobelpreise mit einer Halbierung der Zahl der Ingenieure, welche Brücken bauen können, die nicht einstürzen, erkauft wird. </p><p>In der letzten Zeit wird vor allem vonseiten der ETH immer wieder das Ziel einer exzellenten Forschung betont, während gleichzeitig der Ruf nach einer universitätseigenen Selektion bei der Zulassung zum Studium ertönt. Eine solche Selektion könnte auch zur Folge haben, dass nur noch zukünftige Professoren und nicht mehr akademisch gebildete Fachleute für Tätigkeiten ausserhalb des Universitätsbereiches ausgebildet werden.</p><p>Damit stellt sich die Frage, wie gegebenenfalls das gesellschaftliche Interesse an einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Wahrnehmung der Ausbildungsfunktionen der Universitäten und insbesondere der ETH durchzusetzen ist.</p>
- <p>Die Wichtigkeit eines optimalen Gleichgewichtes zwischen Lehre und Forschung im Hochschulbereich und die hohe Bedeutung der Lehre auch ausserhalb der Hochschulen sind für den Bundesrat unbestritten. Er beabsichtigt deshalb, in der Botschaft zum neuen Hochschulgesetz entsprechende Steuerungsmechanismen vorzuschlagen. Forschung und Lehre werden auch Gegenstand der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2008-2011 sein.</p><p>Im Rahmen der Botschaften wird dem Anliegen des Postulanten Rechnung getragen. Ohne einen speziellen Bericht zu erstellen, ist der Bundesrat bereit, das Postulat entgegenzunehmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert zu prüfen, wie langfristig und insbesondere im Hinblick auf die BFT-Botschaft 2007 ein optimales Gleichgewicht zwischen der Lehre und der Forschung im Universitätsbereich (inklusive ETH-Bereich) gewahrt bleiben bzw. erreicht werden kann. Er wird aufgefordert, in einem Bericht entsprechende Steuerungsmechanismen vorzuschlagen.</p>
- Gleichgewicht von Lehre und Forschung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Gesellschaft finanziert die Universitäten, weil sie von ihnen einerseits die Produktion von Wissen und andererseits die Ausbildung qualifizierter Absolventen erwartet. Dabei wird erwartet, dass eine exzellente Forschung auch zu einer hochstehenden Ausbildung beiträgt.</p><p>In letzter Zeit rückte die Forderung nach exzellenter Forschung vermehrt in den Vordergrund. Insbesondere die ETH will mit der Weltspitze mithalten. Dies ist durchaus legitim und begrüssenswert. Die Interessen der Forschung werden innerhalb der Universitäten von der Dozentenschaft ausreichend wahrgenommen. Die Möglichkeit zur Forschung ist eine wichtige Motivation für das Einschlagen einer akademischen Karriere. Die Arbeit an einer dank ihren Forschungsresultaten prestigeträchtigen Universität eröffnet bessere Karriereaussichten. Infolge der zunehmenden Autonomie der Universitäten ist auch anzunehmen, dass sich dieses Interesse in ausreichendem Masse durchsetzen wird.</p><p>Dagegen hat die Gesellschaft auch ein eminentes Interesse an einer qualitativ und quantitativ genügenden Wahrnehmung der Funktion der Lehre. Überspitzt gesagt hat die Gesellschaft kein Interesse daran, dass die Verdoppelung der Zahl der Nobelpreise mit einer Halbierung der Zahl der Ingenieure, welche Brücken bauen können, die nicht einstürzen, erkauft wird. </p><p>In der letzten Zeit wird vor allem vonseiten der ETH immer wieder das Ziel einer exzellenten Forschung betont, während gleichzeitig der Ruf nach einer universitätseigenen Selektion bei der Zulassung zum Studium ertönt. Eine solche Selektion könnte auch zur Folge haben, dass nur noch zukünftige Professoren und nicht mehr akademisch gebildete Fachleute für Tätigkeiten ausserhalb des Universitätsbereiches ausgebildet werden.</p><p>Damit stellt sich die Frage, wie gegebenenfalls das gesellschaftliche Interesse an einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Wahrnehmung der Ausbildungsfunktionen der Universitäten und insbesondere der ETH durchzusetzen ist.</p>
- <p>Die Wichtigkeit eines optimalen Gleichgewichtes zwischen Lehre und Forschung im Hochschulbereich und die hohe Bedeutung der Lehre auch ausserhalb der Hochschulen sind für den Bundesrat unbestritten. Er beabsichtigt deshalb, in der Botschaft zum neuen Hochschulgesetz entsprechende Steuerungsmechanismen vorzuschlagen. Forschung und Lehre werden auch Gegenstand der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2008-2011 sein.</p><p>Im Rahmen der Botschaften wird dem Anliegen des Postulanten Rechnung getragen. Ohne einen speziellen Bericht zu erstellen, ist der Bundesrat bereit, das Postulat entgegenzunehmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert zu prüfen, wie langfristig und insbesondere im Hinblick auf die BFT-Botschaft 2007 ein optimales Gleichgewicht zwischen der Lehre und der Forschung im Universitätsbereich (inklusive ETH-Bereich) gewahrt bleiben bzw. erreicht werden kann. Er wird aufgefordert, in einem Bericht entsprechende Steuerungsmechanismen vorzuschlagen.</p>
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