Strassenbau im gemischten Verfahren Beton- und Bitumenbelag
- ShortId
-
04.3713
- Id
-
20043713
- Updated
-
28.07.2023 09:15
- Language
-
de
- Title
-
Strassenbau im gemischten Verfahren Beton- und Bitumenbelag
- AdditionalIndexing
-
48;freie Schlagwörter: Bitumen;Ausschreibung;Strassenbau;Strassenunterhalt;Beton
- 1
-
- L05K0705030104, Strassenbau
- L06K070503030102, Beton
- L06K070503010402, Strassenunterhalt
- L05K0701030502, Ausschreibung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Bei dieser Bauweise handelt es sich um einen sogenannten Kompositbelag (Betonbelag mit einem bituminösen Deckbelag). Sie ist dem Bundesrat und namentlich auch dem in dieser Sache zuständigen Bundesamt für Strassen, welches die Oberaufsicht über den Nationalstrassenbau innehat, bekannt.</p><p>2. Bei den wie angegeben rund 10 Prozent tieferen Unterhaltskosten bei dieser Bauweise handelt es sich um eine Schätzung, welche selbst unter Fachleuten nicht unumstritten ist. Betonbeläge erweisen sich zwar im Durchschnitt als längerlebig; hingegen muss der bituminöse Deckbelag nach ungefähr 20-25 Jahren ohnehin erneuert werden.</p><p>3. Bei einem Kompositbelag bestehen grundsätzlich dieselben Möglichkeiten zur Lärmreduktion wie bei einer konventionellen Bauweise. Die Bauweise mit Kompositbelag hat als solche keinen Einfluss auf eine Lärmreduktion; entscheidend ist allein der obere, bituminöse Deckbelag. Eine dauerhafte akustische Minderungswirkung von 7 dB(A) kann nach dem gegenwärtigen Stand der Technik mit dichten Belägen nicht erreicht werden.</p><p>4. Die geschilderte Bauweise mit einer Heissmischfundationsschicht, demnach mit einer gebundenen Unterlage unter einem Betonbelag, wird seit mehreren Jahren im Strassenbau angewandt. Die Griffigkeit der Fahrbahn hängt aber auch in diesem Fall ausschliesslich vom Deckbelag ab, also vom Betonbelag, welcher aber nicht die hier behauptete Verbesserung der Griffigkeit bewirken kann. Vielmehr ist zu beachten, dass mit zunehmender Alterung und Abnutzung des Betonbelages die Griffigkeit abnimmt (sogenanntes "Polieren") und infolge abnehmender Haftung zu Problemen führen kann.</p><p>5. Die Schweizer Licht-Gesellschaft, das Kompetenzzentrum für Licht und Beleuchtung, hat Berechnungen angestellt, wie viel Beleuchtungsenergie in Tunnels durch den Einbau eines Weissbelages eingespart werden kann. Es trifft demnach zu, dass aufgehellte Deckbeläge anfänglich zu einer geringen Einsparung von Lichtenergie beitragen können. Aufgrund der Verschmutzung des Belages während des Betriebes (Staub, Russ, Gummiabrieb der Reifen usw.) dunkeln diese Deckbeläge jedoch rasch ab, sodass die Beleuchtung intensiviert werden muss, um dieselbe Helligkeit zu erreichen wie zu Beginn. Umgekehrt hellt ein anfänglich schwarzer bituminöser Deckbelag im Verlaufe der Zeit auf. Die Farbe unterschiedlicher Deckbeläge gleicht sich im Verlauf der Zeit an. Der Unterschied bezüglich des notwendigen Verbrauches von Beleuchtungsenergie ist demnach bezogen auf die gesamte Nutzungsdauer des Belages gering. Hinzu kommt, dass aufgehellte Deckbeläge teurer sind als normale, bituminöse Deckbeläge.</p><p>6. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein bituminöser Deckbelag nicht brennt. Somit weist er in dieser Hinsicht gegenüber einem Betonbelag keine Nachteile auf. Eine Reduktion der Brandgefahr in Tunnels durch den Einbau einer Betonoberfläche lässt sich nicht erzielen.</p><p>7. Kompositbeläge können als Folge des stabilen, betonierten Unterbaues gewisse Vorteile bezüglich Stabilität und Dauerhaftigkeit aufweisen. Es ist deshalb vorgesehen, in Zukunft bei Nationalstrassenstrecken mit einem hohen Anteil an Schwerverkehr einen Kompositbelag projektbezogen auszuschreiben.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>1. Im europäischen Ausland werden auf viel befahrenen Strecken (insbesondere Schwerverkehr) die neuen Verfahren Bitumenbelag/Betonbelag angewendet. Sind diese Verfahren dem Bundesrat bekannt?</p><p>2. Ist dem Bundesrat bekannt, dass der Unterhalt dieser neuen Technologie bei einer Nutzungsdauer von dreissig Jahren rund 10 Prozent tiefer ist als bei den heutigen Anwendungen?</p><p>3. Berücksichtigt der Bundesrat, dass mit dem neuen Verfahren die Lärmimmissionen um rund 7dB(A) gesenkt werden können?</p><p>4. Ist dem Bundesrat in Bezug auf die Sicherheit bekannt, dass mit einem Bitumenunterbau und einer Betonoberfläche die Griffigkeit der Strassen um rund 14 Prozent verbessert wird?</p><p>5. Bestehen Berechnungen, wie viel Energie (Beleuchtung) z. B. in Tunnels durch einen Weissbelag eingespart werden kann?</p><p>6. Um wie viel wird die Brandgefahr bei einer Betonoberfläche (in Tunnels) gegenüber einem Bitumenbelag vermindert?</p><p>7. Wird der Bundesrat die vielbefahrenen Nationalstrassenabschnitte (Schwerverkehr) bei Erneuerungen oder Neubauten im gemischten Verfahren (Belag/Beton) ausschreiben?</p>
- Strassenbau im gemischten Verfahren Beton- und Bitumenbelag
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>1. Bei dieser Bauweise handelt es sich um einen sogenannten Kompositbelag (Betonbelag mit einem bituminösen Deckbelag). Sie ist dem Bundesrat und namentlich auch dem in dieser Sache zuständigen Bundesamt für Strassen, welches die Oberaufsicht über den Nationalstrassenbau innehat, bekannt.</p><p>2. Bei den wie angegeben rund 10 Prozent tieferen Unterhaltskosten bei dieser Bauweise handelt es sich um eine Schätzung, welche selbst unter Fachleuten nicht unumstritten ist. Betonbeläge erweisen sich zwar im Durchschnitt als längerlebig; hingegen muss der bituminöse Deckbelag nach ungefähr 20-25 Jahren ohnehin erneuert werden.</p><p>3. Bei einem Kompositbelag bestehen grundsätzlich dieselben Möglichkeiten zur Lärmreduktion wie bei einer konventionellen Bauweise. Die Bauweise mit Kompositbelag hat als solche keinen Einfluss auf eine Lärmreduktion; entscheidend ist allein der obere, bituminöse Deckbelag. Eine dauerhafte akustische Minderungswirkung von 7 dB(A) kann nach dem gegenwärtigen Stand der Technik mit dichten Belägen nicht erreicht werden.</p><p>4. Die geschilderte Bauweise mit einer Heissmischfundationsschicht, demnach mit einer gebundenen Unterlage unter einem Betonbelag, wird seit mehreren Jahren im Strassenbau angewandt. Die Griffigkeit der Fahrbahn hängt aber auch in diesem Fall ausschliesslich vom Deckbelag ab, also vom Betonbelag, welcher aber nicht die hier behauptete Verbesserung der Griffigkeit bewirken kann. Vielmehr ist zu beachten, dass mit zunehmender Alterung und Abnutzung des Betonbelages die Griffigkeit abnimmt (sogenanntes "Polieren") und infolge abnehmender Haftung zu Problemen führen kann.</p><p>5. Die Schweizer Licht-Gesellschaft, das Kompetenzzentrum für Licht und Beleuchtung, hat Berechnungen angestellt, wie viel Beleuchtungsenergie in Tunnels durch den Einbau eines Weissbelages eingespart werden kann. Es trifft demnach zu, dass aufgehellte Deckbeläge anfänglich zu einer geringen Einsparung von Lichtenergie beitragen können. Aufgrund der Verschmutzung des Belages während des Betriebes (Staub, Russ, Gummiabrieb der Reifen usw.) dunkeln diese Deckbeläge jedoch rasch ab, sodass die Beleuchtung intensiviert werden muss, um dieselbe Helligkeit zu erreichen wie zu Beginn. Umgekehrt hellt ein anfänglich schwarzer bituminöser Deckbelag im Verlaufe der Zeit auf. Die Farbe unterschiedlicher Deckbeläge gleicht sich im Verlauf der Zeit an. Der Unterschied bezüglich des notwendigen Verbrauches von Beleuchtungsenergie ist demnach bezogen auf die gesamte Nutzungsdauer des Belages gering. Hinzu kommt, dass aufgehellte Deckbeläge teurer sind als normale, bituminöse Deckbeläge.</p><p>6. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein bituminöser Deckbelag nicht brennt. Somit weist er in dieser Hinsicht gegenüber einem Betonbelag keine Nachteile auf. Eine Reduktion der Brandgefahr in Tunnels durch den Einbau einer Betonoberfläche lässt sich nicht erzielen.</p><p>7. Kompositbeläge können als Folge des stabilen, betonierten Unterbaues gewisse Vorteile bezüglich Stabilität und Dauerhaftigkeit aufweisen. Es ist deshalb vorgesehen, in Zukunft bei Nationalstrassenstrecken mit einem hohen Anteil an Schwerverkehr einen Kompositbelag projektbezogen auszuschreiben.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>1. Im europäischen Ausland werden auf viel befahrenen Strecken (insbesondere Schwerverkehr) die neuen Verfahren Bitumenbelag/Betonbelag angewendet. Sind diese Verfahren dem Bundesrat bekannt?</p><p>2. Ist dem Bundesrat bekannt, dass der Unterhalt dieser neuen Technologie bei einer Nutzungsdauer von dreissig Jahren rund 10 Prozent tiefer ist als bei den heutigen Anwendungen?</p><p>3. Berücksichtigt der Bundesrat, dass mit dem neuen Verfahren die Lärmimmissionen um rund 7dB(A) gesenkt werden können?</p><p>4. Ist dem Bundesrat in Bezug auf die Sicherheit bekannt, dass mit einem Bitumenunterbau und einer Betonoberfläche die Griffigkeit der Strassen um rund 14 Prozent verbessert wird?</p><p>5. Bestehen Berechnungen, wie viel Energie (Beleuchtung) z. B. in Tunnels durch einen Weissbelag eingespart werden kann?</p><p>6. Um wie viel wird die Brandgefahr bei einer Betonoberfläche (in Tunnels) gegenüber einem Bitumenbelag vermindert?</p><p>7. Wird der Bundesrat die vielbefahrenen Nationalstrassenabschnitte (Schwerverkehr) bei Erneuerungen oder Neubauten im gemischten Verfahren (Belag/Beton) ausschreiben?</p>
- Strassenbau im gemischten Verfahren Beton- und Bitumenbelag
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