Jugend und Sport. Jährliche Unterstützung von 2006 bis 2008
- ShortId
-
04.3815
- Id
-
20043815
- Updated
-
27.07.2023 19:21
- Language
-
de
- Title
-
Jugend und Sport. Jährliche Unterstützung von 2006 bis 2008
- AdditionalIndexing
-
2841;junger Mensch;Gesundheitsförderung;Ernährungsgewohnheit;Leistungsabbau;Sparmassnahme;Sport;Kind;Fehlernährung
- 1
-
- L05K0107010204, junger Mensch
- L04K01010102, Sport
- L05K0806010104, Leistungsabbau
- L04K01050507, Gesundheitsförderung
- L04K01050604, Fehlernährung
- L04K11080108, Sparmassnahme
- L05K0107010205, Kind
- L04K01050601, Ernährungsgewohnheit
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In einer Zeit, in der ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer an Übergewicht leidet, ist es nötiger denn je, die Bevölkerung dazu zu bringen, sich zu bewegen und sich aber auch gesund zu ernähren.</p><p>Die Jugend bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Gemäss einer Studie des Laboratoriums für Humanernährung der ETH Zürich leidet mehr als ein Fünftel der Schweizer Schülerinnen und Schüler an Übergewicht. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat sich die Anzahl übergewichtiger Kinder in der Schweiz verdreifacht, die Anzahl der Kinder, die an Adipositas leiden, hat sich gar versechsfacht! Gegen Gewichtszunahme gibt es keine Wundermittel, Sport und gesunde Ernährung sind die einzigen hilfreichen Massnahmen. Der Bundesrat hat erfasst, was auf dem Spiel steht, und fördert deshalb in seinem "Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz" körperliche Bewegung. Diesem Konzept zufolge sollen Jugend und Sport auf nachhaltige, regelmässige Sportaktivitäten ausgerichtet und ein Qualitätssicherungssystem eingerichtet werden.</p><p>Allerdings hegt der Bundesrat Absichten, die in völligem Widerspruch zu diesem Konzept stehen. Er sieht vor, die Gelder für Jugend und Sport zwischen 2006 und 2008 um 30 Millionen Franken zu kürzen. Wenn diese vorgesehenen Kürzungen angenommen werden, bedeutet dies für etwa 15 000 Jugendliche und mehr als 150 Trainerinnen und Trainer, dass sie ihren sportlichen Aktivitäten, die sie aus Freude betreiben, nicht mehr nachgehen können. Dies ist völlig absurd und ungerecht! Es muss ein klares Zeichen gesetzt werden, und diejenigen, die dem Bund später viele Kosten ersparen, dürfen nicht entmutigt werden.</p><p>Übergewicht bringt für die Gesellschaft eine grosse finanzielle Belastung mit sich. Es führt zu Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (häufigste Todesursache in der Schweiz), Bluthochdruck, Diabetes, Gicht, Gelenkbeschwerden usw. und verursacht jedes Jahr Kosten von rund 15 Milliarden Franken. Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung von einem Drittel der Schweizer Bevölkerung führen bei 1,4 Millionen Schweizerinnen und Schweizern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, bei 2000 pro Jahr gar zum Tod und verursachen jährlich direkte Behandlungskosten von 1,6 Milliarden Franken.</p><p>Das Ausüben eines den individuellen Möglichkeiten angepassten Sports ist gesundheitsfördernd für Körper und Geist und ermöglicht es, Stress abzubauen, Sorgen und Kummer in der Umkleidekabine zurückzulassen, neue Energie zu tanken und allenfalls an der frischen Luft die Landschaft und die Natur zu geniessen. Wer körperliche Schwierigkeiten überwindet, kann auch seelische Schwierigkeiten überwinden.</p><p>Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, denn die Schweiz weist aufgrund mangelnden Wohlbefindens ihrer Bevölkerung eine der höchsten Suizidraten der Welt auf. In der Schweiz sterben dreimal mehr Leute infolge eines Suizids als in einem Verkehrsunfall. Ausserdem nimmt die Anzahl Personen, die aufgrund einer psychischen Krankheit eine IV-Rente beziehen, explosionsartig zu und gefährdet somit die Invalidenversicherung.</p><p>Das Jahr 2005 wurde von der Uno zum "internationalen Jahr des Sports" erklärt. Bei dieser Gelegenheit hat sich die Schweiz für eine nachhaltige Unterstützung des Sports und der Sporterziehung ausgesprochen. Die Kürzung der Beiträge um 1,5 Millionen Franken im Jahr 2005 und um weitere 30 Millionen in den Jahren 2006 bis 2008 wäre deshalb äusserst ungeschickt. Ausserdem würden die Personen, die in diesem Bereich den Jugendlichen die Freude am Sport weitergeben und in ihnen einen Teamgeist wecken, wenig Gefallen daran finden.</p>
- <p>Die Diskussionen in Nationalrat und Ständerat während der Budgetdebatte im Dezember 2004 haben gezeigt, dass das Parlament Jugend und Sport (J+S), dem grössten Sportförderungswerk des Bundes, eine sehr grosse Bedeutung zumisst. Zu Recht: Mehr als 530 000 Jugendliche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren profitieren jährlich von J+S, indem sie regelmässig an Trainings, Lagern und Wettkämpfen teilnehmen können. Insgesamt stehen über 100 000 gutausgebildete und ehrenamtlich tätige J+S-Leiterpersonen zur Verfügung. Mit J+S wird ein zentrales Anliegen des Konzepts des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz umgesetzt. Diese jungen Menschen bewegen sich regelmässig, gleichzeitig wird dabei das System der Ehrenamtlichkeit gestützt. Dazu gehört, dass das Netzwerk der J+S-Coaches ausgebaut wird, um damit die Sportvereine der Schweiz zu stärken. Durch die spezifische J+S-Nachwuchsförderung profitiert auch der leistungsorientierte Nachwuchs in der Schweiz von J+S.</p><p>Der Motionär spricht in seiner Begründung von Kürzungen bei J+S im Umfang von 30 Millionen Franken von 2006 bis 2008. Es ist richtig, dass der Finanzplan 2006-2008 eine Reduktion des Budgets des Baspo um etwa 30 Millionen Franken vorsieht. Dies ist angesichts der schwierigen Finanzlage des Bundes und im Sinne der Opfersymmetrie nicht zu vermeiden. Die Kürzungen betreffen jedoch nicht in erster Linie J+S.</p><p>2004 waren für J+S-Aktivitäten 56,1 Millionen Franken eingestellt. Für die Jahre 2006 bis 2008 waren im Finanzplan aufgrund der antizipierten Entwicklung der Teilnehmerzahlen folgende Mittel eingestellt: 2006, 57,8 Millionen Franken; 2007, 58,7 Millionen; 2008, 59,5 Millionen.</p><p>Die beabsichtigte Kürzung durch das Entlastungsprogramm 2004 führt zu folgenden aktuellen Budgetzahlen: 2006, 56 Millionen Franken; 2007, 57,2 Millionen; 2008, 58 Millionen.</p><p>Die Mittel, die für J+S-Aktivitäten zur Verfügung stehen, bleiben also nicht nur erhalten, sondern würden moderat erhöht, wenn auch nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang. J+S soll als zentrales Sportförderungswerk des Bundes erhalten bleiben.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Massnahmen zu treffen, die notwendig sind, um den jährlichen finanziellen Beitrag an Jugend und Sport auch in den Jahren 2006-2008 sicherzustellen.</p>
- Jugend und Sport. Jährliche Unterstützung von 2006 bis 2008
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In einer Zeit, in der ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer an Übergewicht leidet, ist es nötiger denn je, die Bevölkerung dazu zu bringen, sich zu bewegen und sich aber auch gesund zu ernähren.</p><p>Die Jugend bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Gemäss einer Studie des Laboratoriums für Humanernährung der ETH Zürich leidet mehr als ein Fünftel der Schweizer Schülerinnen und Schüler an Übergewicht. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat sich die Anzahl übergewichtiger Kinder in der Schweiz verdreifacht, die Anzahl der Kinder, die an Adipositas leiden, hat sich gar versechsfacht! Gegen Gewichtszunahme gibt es keine Wundermittel, Sport und gesunde Ernährung sind die einzigen hilfreichen Massnahmen. Der Bundesrat hat erfasst, was auf dem Spiel steht, und fördert deshalb in seinem "Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz" körperliche Bewegung. Diesem Konzept zufolge sollen Jugend und Sport auf nachhaltige, regelmässige Sportaktivitäten ausgerichtet und ein Qualitätssicherungssystem eingerichtet werden.</p><p>Allerdings hegt der Bundesrat Absichten, die in völligem Widerspruch zu diesem Konzept stehen. Er sieht vor, die Gelder für Jugend und Sport zwischen 2006 und 2008 um 30 Millionen Franken zu kürzen. Wenn diese vorgesehenen Kürzungen angenommen werden, bedeutet dies für etwa 15 000 Jugendliche und mehr als 150 Trainerinnen und Trainer, dass sie ihren sportlichen Aktivitäten, die sie aus Freude betreiben, nicht mehr nachgehen können. Dies ist völlig absurd und ungerecht! Es muss ein klares Zeichen gesetzt werden, und diejenigen, die dem Bund später viele Kosten ersparen, dürfen nicht entmutigt werden.</p><p>Übergewicht bringt für die Gesellschaft eine grosse finanzielle Belastung mit sich. Es führt zu Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (häufigste Todesursache in der Schweiz), Bluthochdruck, Diabetes, Gicht, Gelenkbeschwerden usw. und verursacht jedes Jahr Kosten von rund 15 Milliarden Franken. Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung von einem Drittel der Schweizer Bevölkerung führen bei 1,4 Millionen Schweizerinnen und Schweizern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, bei 2000 pro Jahr gar zum Tod und verursachen jährlich direkte Behandlungskosten von 1,6 Milliarden Franken.</p><p>Das Ausüben eines den individuellen Möglichkeiten angepassten Sports ist gesundheitsfördernd für Körper und Geist und ermöglicht es, Stress abzubauen, Sorgen und Kummer in der Umkleidekabine zurückzulassen, neue Energie zu tanken und allenfalls an der frischen Luft die Landschaft und die Natur zu geniessen. Wer körperliche Schwierigkeiten überwindet, kann auch seelische Schwierigkeiten überwinden.</p><p>Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, denn die Schweiz weist aufgrund mangelnden Wohlbefindens ihrer Bevölkerung eine der höchsten Suizidraten der Welt auf. In der Schweiz sterben dreimal mehr Leute infolge eines Suizids als in einem Verkehrsunfall. Ausserdem nimmt die Anzahl Personen, die aufgrund einer psychischen Krankheit eine IV-Rente beziehen, explosionsartig zu und gefährdet somit die Invalidenversicherung.</p><p>Das Jahr 2005 wurde von der Uno zum "internationalen Jahr des Sports" erklärt. Bei dieser Gelegenheit hat sich die Schweiz für eine nachhaltige Unterstützung des Sports und der Sporterziehung ausgesprochen. Die Kürzung der Beiträge um 1,5 Millionen Franken im Jahr 2005 und um weitere 30 Millionen in den Jahren 2006 bis 2008 wäre deshalb äusserst ungeschickt. Ausserdem würden die Personen, die in diesem Bereich den Jugendlichen die Freude am Sport weitergeben und in ihnen einen Teamgeist wecken, wenig Gefallen daran finden.</p>
- <p>Die Diskussionen in Nationalrat und Ständerat während der Budgetdebatte im Dezember 2004 haben gezeigt, dass das Parlament Jugend und Sport (J+S), dem grössten Sportförderungswerk des Bundes, eine sehr grosse Bedeutung zumisst. Zu Recht: Mehr als 530 000 Jugendliche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren profitieren jährlich von J+S, indem sie regelmässig an Trainings, Lagern und Wettkämpfen teilnehmen können. Insgesamt stehen über 100 000 gutausgebildete und ehrenamtlich tätige J+S-Leiterpersonen zur Verfügung. Mit J+S wird ein zentrales Anliegen des Konzepts des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz umgesetzt. Diese jungen Menschen bewegen sich regelmässig, gleichzeitig wird dabei das System der Ehrenamtlichkeit gestützt. Dazu gehört, dass das Netzwerk der J+S-Coaches ausgebaut wird, um damit die Sportvereine der Schweiz zu stärken. Durch die spezifische J+S-Nachwuchsförderung profitiert auch der leistungsorientierte Nachwuchs in der Schweiz von J+S.</p><p>Der Motionär spricht in seiner Begründung von Kürzungen bei J+S im Umfang von 30 Millionen Franken von 2006 bis 2008. Es ist richtig, dass der Finanzplan 2006-2008 eine Reduktion des Budgets des Baspo um etwa 30 Millionen Franken vorsieht. Dies ist angesichts der schwierigen Finanzlage des Bundes und im Sinne der Opfersymmetrie nicht zu vermeiden. Die Kürzungen betreffen jedoch nicht in erster Linie J+S.</p><p>2004 waren für J+S-Aktivitäten 56,1 Millionen Franken eingestellt. Für die Jahre 2006 bis 2008 waren im Finanzplan aufgrund der antizipierten Entwicklung der Teilnehmerzahlen folgende Mittel eingestellt: 2006, 57,8 Millionen Franken; 2007, 58,7 Millionen; 2008, 59,5 Millionen.</p><p>Die beabsichtigte Kürzung durch das Entlastungsprogramm 2004 führt zu folgenden aktuellen Budgetzahlen: 2006, 56 Millionen Franken; 2007, 57,2 Millionen; 2008, 58 Millionen.</p><p>Die Mittel, die für J+S-Aktivitäten zur Verfügung stehen, bleiben also nicht nur erhalten, sondern würden moderat erhöht, wenn auch nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang. J+S soll als zentrales Sportförderungswerk des Bundes erhalten bleiben.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Massnahmen zu treffen, die notwendig sind, um den jährlichen finanziellen Beitrag an Jugend und Sport auch in den Jahren 2006-2008 sicherzustellen.</p>
- Jugend und Sport. Jährliche Unterstützung von 2006 bis 2008
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