Bessere Ausbildung der Bundesbehörden und -verwaltung zur Krisenbewältigung

ShortId
05.3050
Id
20053050
Updated
01.07.2023 10:13
Language
de
Title
Bessere Ausbildung der Bundesbehörden und -verwaltung zur Krisenbewältigung
AdditionalIndexing
04
1
  • L04K08060201, Aufgaben der Exekutive
  • L05K0402030702, Manöver
  • L04K06010303, Katastrophenalarm
  • L04K06020206, Katastrophe
  • L06K100201020103, Botschaft im Ausland
  • L04K13030203, Weiterbildung
  • L04K08060103, Bundesverwaltung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Die strategische Aus- und Weiterbildung der Führungsverantwortlichen im Bund ist ein nachhaltiger Beitrag zur Bewältigung der vielgestaltigen Aufgaben und zunehmenden Ansprüche an die Führung unter erschwerten Bedingungen und in Krisen. In diesem Sinn ist es für die Sicherheit des Landes, die Wahrung seiner Interessen und die Vorbereitung auf Krisenereignisse notwendig, regelmässig Führungsübungen durchzuführen. </p><p>Im Rahmen der Evaluation der strategischen Führungsübung 2005 hat der Bundesrat beschlossen, in Zukunft in zeitlichen Abständen von vier Jahren Führungsübungen durchzuführen. Damit werden sie Bestandteil der vierjährigen Ausbildungsprogramme der Strategischen Führungsausbildung (SFA), die zeitlich an die Legislaturperioden gebunden sind. Weitere Informationen zur Evaluation der Übung und den Ausbildungsprogrammen sind im Auswertungsbericht der strategischen Führungsübung 2005 sowie im Programm der SFA 2004-2007 zu finden.</p><p>2. Der internationale Aspekt wurde bisher bei der Planung und Durchführung von Führungsübungen immer mitberücksichtigt. Die internationale Zusammenarbeit gewinnt bei grenzüberschreitenden, komplexen Krisen immer mehr an Bedeutung. Deshalb wird die Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft, insbesondere mit den im Entstehen begriffenen neuen Krisenbewältigungsstrukturen in den Nachbarländern und in den internationalen Organisationen, in Zukunft verstärkt in die Übungskonzepte einbezogen.</p><p>3. Die Krisenbewältigung ist eine Aufgabe der schweizerischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen. Das EDA wirkte bei der Führungsübung 2005 wie alle anderen Departemente mit. Im Nachgang zu den Ereignissen an der Elfenbeinküste sowie zum Seebeben in Asien wird zudem die Ausbildung der diplomatischen und konsularischen Mitarbeitenden im Bereich Krisenmanagement verstärkt. Die SFA wird zusammen mit dem EDA im Oktober 2005 einen Workshop "Erfahrungsaustausch Tsunami" durchführen.</p><p>4. Um die Erkenntnisse und Lehren der Führungsübungen und das Kompetenzniveau sicherzustellen, wird die Bundesverwaltung in die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Führungsübungen aktiv einbezogen. Die SFA erstrebt konkrete Resultate, die zuhanden des organisationellen Lernens sorgfältig dokumentiert, kommuniziert und für alle Mitglieder der Bundesverwaltung zugänglich gemacht werden. Die Ergebnisse werden dem Bundesrat vorgelegt.</p><p>Zudem sollen aktuelle Krisen in vermehrtem Masse und konsequenter ausgewertet sowie die Erkenntnisse implementiert werden.</p>
  • <p>Neue Bedrohungen - von grossen Terroranschlägen über neuartige und sich rasch ausbreitende Epidemien bis hin zu globalen Naturkatastrophen - nehmen beträchtliche Ausmasse an. Diese Bedrohungen haben meist internationale Dimensionen und komplexe Folgen. Damit man ihnen effizient begegnen kann, ist eine regelmässige und gewissenhafte Vorbereitung notwendig.</p><p>Im Januar 2005 wurde eine Führungsübung durchgeführt, die unter diesen Gesichtspunkten stand. Sie war von der Strategischen Führungsausbildung gut ausgearbeitet und zweckmässig organisiert worden. Die Führungsübung hatte zum Ziel, in Echtzeit die Fähigkeit des Bundesrates und der Verwaltung zu testen, auf eine dramatische, zwar fiktive, aber leider realistische Situation zu reagieren. Auch wenn noch keine detaillierten Ergebnisse vorliegen, zeugt eine solche Übung doch von Voraussicht und Verantwortungsbewusstsein.</p><p>Mit Blick auf die Zukunft bitte ich den Bundesrat, dazu folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Solche Führungsübungen, die letzte wurde vor mehr als sieben Jahren durchgeführt, sind sehr selten. Ist der Bundesrat, angesichts der Bedrohungsentwicklung sowie der Notwendigkeit, jederzeit über eine gute Reaktionsfähigkeit zu verfügen, nicht der Ansicht, dass sie regelmässig, mindestens aber alle zwei bis drei Jahre, durchgeführt werden sollten?</p><p>2. Viele Krisen sind heute von internationalem Ausmass. Zieht es der Bundesrat in Betracht, in Zukunft eine solche Übung in Zusammenarbeit mit Regierungen und Verwaltungen von Nachbarländern der Schweiz zu organisieren?</p><p>3. Die Schweizer Botschaften sollten ihre Fähigkeit verbessern, Krisen zu bewältigen. Erwägt der Bundesrat, die Schweizer Botschaften in solche Führungsübungen einzubeziehen?</p><p>4. Wie können die Lehren aus diesen Übungen konkret umgesetzt werden und wie können die Fähigkeiten zur Krisenbewältigung in der Verwaltung bewahrt werden?</p>
  • Bessere Ausbildung der Bundesbehörden und -verwaltung zur Krisenbewältigung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Die strategische Aus- und Weiterbildung der Führungsverantwortlichen im Bund ist ein nachhaltiger Beitrag zur Bewältigung der vielgestaltigen Aufgaben und zunehmenden Ansprüche an die Führung unter erschwerten Bedingungen und in Krisen. In diesem Sinn ist es für die Sicherheit des Landes, die Wahrung seiner Interessen und die Vorbereitung auf Krisenereignisse notwendig, regelmässig Führungsübungen durchzuführen. </p><p>Im Rahmen der Evaluation der strategischen Führungsübung 2005 hat der Bundesrat beschlossen, in Zukunft in zeitlichen Abständen von vier Jahren Führungsübungen durchzuführen. Damit werden sie Bestandteil der vierjährigen Ausbildungsprogramme der Strategischen Führungsausbildung (SFA), die zeitlich an die Legislaturperioden gebunden sind. Weitere Informationen zur Evaluation der Übung und den Ausbildungsprogrammen sind im Auswertungsbericht der strategischen Führungsübung 2005 sowie im Programm der SFA 2004-2007 zu finden.</p><p>2. Der internationale Aspekt wurde bisher bei der Planung und Durchführung von Führungsübungen immer mitberücksichtigt. Die internationale Zusammenarbeit gewinnt bei grenzüberschreitenden, komplexen Krisen immer mehr an Bedeutung. Deshalb wird die Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft, insbesondere mit den im Entstehen begriffenen neuen Krisenbewältigungsstrukturen in den Nachbarländern und in den internationalen Organisationen, in Zukunft verstärkt in die Übungskonzepte einbezogen.</p><p>3. Die Krisenbewältigung ist eine Aufgabe der schweizerischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen. Das EDA wirkte bei der Führungsübung 2005 wie alle anderen Departemente mit. Im Nachgang zu den Ereignissen an der Elfenbeinküste sowie zum Seebeben in Asien wird zudem die Ausbildung der diplomatischen und konsularischen Mitarbeitenden im Bereich Krisenmanagement verstärkt. Die SFA wird zusammen mit dem EDA im Oktober 2005 einen Workshop "Erfahrungsaustausch Tsunami" durchführen.</p><p>4. Um die Erkenntnisse und Lehren der Führungsübungen und das Kompetenzniveau sicherzustellen, wird die Bundesverwaltung in die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Führungsübungen aktiv einbezogen. Die SFA erstrebt konkrete Resultate, die zuhanden des organisationellen Lernens sorgfältig dokumentiert, kommuniziert und für alle Mitglieder der Bundesverwaltung zugänglich gemacht werden. Die Ergebnisse werden dem Bundesrat vorgelegt.</p><p>Zudem sollen aktuelle Krisen in vermehrtem Masse und konsequenter ausgewertet sowie die Erkenntnisse implementiert werden.</p>
    • <p>Neue Bedrohungen - von grossen Terroranschlägen über neuartige und sich rasch ausbreitende Epidemien bis hin zu globalen Naturkatastrophen - nehmen beträchtliche Ausmasse an. Diese Bedrohungen haben meist internationale Dimensionen und komplexe Folgen. Damit man ihnen effizient begegnen kann, ist eine regelmässige und gewissenhafte Vorbereitung notwendig.</p><p>Im Januar 2005 wurde eine Führungsübung durchgeführt, die unter diesen Gesichtspunkten stand. Sie war von der Strategischen Führungsausbildung gut ausgearbeitet und zweckmässig organisiert worden. Die Führungsübung hatte zum Ziel, in Echtzeit die Fähigkeit des Bundesrates und der Verwaltung zu testen, auf eine dramatische, zwar fiktive, aber leider realistische Situation zu reagieren. Auch wenn noch keine detaillierten Ergebnisse vorliegen, zeugt eine solche Übung doch von Voraussicht und Verantwortungsbewusstsein.</p><p>Mit Blick auf die Zukunft bitte ich den Bundesrat, dazu folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Solche Führungsübungen, die letzte wurde vor mehr als sieben Jahren durchgeführt, sind sehr selten. Ist der Bundesrat, angesichts der Bedrohungsentwicklung sowie der Notwendigkeit, jederzeit über eine gute Reaktionsfähigkeit zu verfügen, nicht der Ansicht, dass sie regelmässig, mindestens aber alle zwei bis drei Jahre, durchgeführt werden sollten?</p><p>2. Viele Krisen sind heute von internationalem Ausmass. Zieht es der Bundesrat in Betracht, in Zukunft eine solche Übung in Zusammenarbeit mit Regierungen und Verwaltungen von Nachbarländern der Schweiz zu organisieren?</p><p>3. Die Schweizer Botschaften sollten ihre Fähigkeit verbessern, Krisen zu bewältigen. Erwägt der Bundesrat, die Schweizer Botschaften in solche Führungsübungen einzubeziehen?</p><p>4. Wie können die Lehren aus diesen Übungen konkret umgesetzt werden und wie können die Fähigkeiten zur Krisenbewältigung in der Verwaltung bewahrt werden?</p>
    • Bessere Ausbildung der Bundesbehörden und -verwaltung zur Krisenbewältigung

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