Vertretung der sprachlichen Minderheiten in den Bundesämtern
- ShortId
-
05.3174
- Id
-
20053174
- Updated
-
24.06.2025 23:39
- Language
-
de
- Title
-
Vertretung der sprachlichen Minderheiten in den Bundesämtern
- AdditionalIndexing
-
04;2831;französisch-sprachige Schweiz;sprachliche Diskriminierung;Bundesverwaltung;italienisch-sprachige Schweiz;sprachliche Gruppe;Einstellung;Bundespersonal
- 1
-
- L04K05020409, sprachliche Diskriminierung
- L06K010601020201, französisch-sprachige Schweiz
- L06K010601020301, italienisch-sprachige Schweiz
- L05K0702010204, Einstellung
- L05K0806010301, Bundespersonal
- L04K01090204, sprachliche Gruppe
- L04K08060103, Bundesverwaltung
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Bei der Ankündigung des Rücktrittes von Vizekanzler Achille Casanova wurden zahlreiche Stimmen laut, die darauf hinwiesen, dass die offizielle Schweiz mit ihm ihren letzten ranghohen Vertreter italienischer Muttersprache verliere. Ganz allgemein ist es heute um die angemessene Vertretung der französisch- und italienischsprachigen Schweiz in den Führungspositionen der Bundesverwaltung schlecht bestellt. Christophe Darbelley bemerkte in seiner Interpellation 04.3777, auf welche die Antwort des Bundesrates noch aussteht, dass die Lateiner unter den Kadern in der Bundesverwaltung eine aussterbende Spezies bilden. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie von Helvetia Latina liegt die Anzahl Vertreterinnen und Vertreter aus der lateinischen Sprachgemeinschaft, die bei einem Bundesamt eine Kaderposition innehaben, deutlich unter ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Diese Situation bedroht den nationalen Zusammenhalt der Schweiz, weshalb uns eine Interpellation als unzureichend erscheint. Mit dieser Motion beauftragen wir deshalb den Bundesrat, bei der Wahl von Amtsdirektorinnen und -direktoren zukünftig die angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften zu berücksichtigen. Im Übrigen schreibt der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Galli 01.3320, dass bis Ablauf der jetzigen Legislaturperiode die Bemühungen zu intensivieren sind, damit diese unbefriedigende Situation verbessert wird. Zwei Jahre vor Ende der Legislaturperiode hätten diese Bemühungen unserer Ansicht nach schon Wirkung zeigen sollen, was jedoch noch nicht der Fall ist.</p><p>Bei gleichen Fähigkeiten soll der Bundesrat deshalb Kandidatinnen und Kandidaten aus der lateinischen Schweiz bevorzugen, bis die Sprachgemeinschaften in den Kaderpositionen der Bundesverwaltung entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten sind. Dies würde es erlauben, endlich Artikel 4 Absatz 2 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 einzuhalten, der die Chancengleichheit von Frau und Mann und die angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften in der Bundesverwaltung vorsieht. Für die Erhaltung der facettenreichen schweizerischen Identität und des nationalen Zusammenhaltes ist es unerlässlich, dass die sprachlichen und kulturellen Sensibilitäten des gesamten Landes auf allen Hierarchiestufen in den Bundesämtern vertreten sind.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, für eine angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften in den Führungspositionen der Bundesämter zu sorgen. Dazu sollen bei gleichen Fähigkeiten Kandidatinnen und Kandidaten aus der lateinischen Schweiz bevorzugt werden, bis die Sprachgemeinschaften entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten sind. Der Bundesrat stellt ebenfalls sicher, dass die sprachlichen Minderheiten in den verschiedenen Bundesämtern sowohl im Kader als auch unter der Gesamtheit der Angestellten angemessen vertreten sind.</p>
- Vertretung der sprachlichen Minderheiten in den Bundesämtern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Bei der Ankündigung des Rücktrittes von Vizekanzler Achille Casanova wurden zahlreiche Stimmen laut, die darauf hinwiesen, dass die offizielle Schweiz mit ihm ihren letzten ranghohen Vertreter italienischer Muttersprache verliere. Ganz allgemein ist es heute um die angemessene Vertretung der französisch- und italienischsprachigen Schweiz in den Führungspositionen der Bundesverwaltung schlecht bestellt. Christophe Darbelley bemerkte in seiner Interpellation 04.3777, auf welche die Antwort des Bundesrates noch aussteht, dass die Lateiner unter den Kadern in der Bundesverwaltung eine aussterbende Spezies bilden. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie von Helvetia Latina liegt die Anzahl Vertreterinnen und Vertreter aus der lateinischen Sprachgemeinschaft, die bei einem Bundesamt eine Kaderposition innehaben, deutlich unter ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Diese Situation bedroht den nationalen Zusammenhalt der Schweiz, weshalb uns eine Interpellation als unzureichend erscheint. Mit dieser Motion beauftragen wir deshalb den Bundesrat, bei der Wahl von Amtsdirektorinnen und -direktoren zukünftig die angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften zu berücksichtigen. Im Übrigen schreibt der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Galli 01.3320, dass bis Ablauf der jetzigen Legislaturperiode die Bemühungen zu intensivieren sind, damit diese unbefriedigende Situation verbessert wird. Zwei Jahre vor Ende der Legislaturperiode hätten diese Bemühungen unserer Ansicht nach schon Wirkung zeigen sollen, was jedoch noch nicht der Fall ist.</p><p>Bei gleichen Fähigkeiten soll der Bundesrat deshalb Kandidatinnen und Kandidaten aus der lateinischen Schweiz bevorzugen, bis die Sprachgemeinschaften in den Kaderpositionen der Bundesverwaltung entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten sind. Dies würde es erlauben, endlich Artikel 4 Absatz 2 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 einzuhalten, der die Chancengleichheit von Frau und Mann und die angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften in der Bundesverwaltung vorsieht. Für die Erhaltung der facettenreichen schweizerischen Identität und des nationalen Zusammenhaltes ist es unerlässlich, dass die sprachlichen und kulturellen Sensibilitäten des gesamten Landes auf allen Hierarchiestufen in den Bundesämtern vertreten sind.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, für eine angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften in den Führungspositionen der Bundesämter zu sorgen. Dazu sollen bei gleichen Fähigkeiten Kandidatinnen und Kandidaten aus der lateinischen Schweiz bevorzugt werden, bis die Sprachgemeinschaften entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten sind. Der Bundesrat stellt ebenfalls sicher, dass die sprachlichen Minderheiten in den verschiedenen Bundesämtern sowohl im Kader als auch unter der Gesamtheit der Angestellten angemessen vertreten sind.</p>
- Vertretung der sprachlichen Minderheiten in den Bundesämtern
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