Schliessung des Fréjus-Tunnels. Welche verkehrstechnischen Massnahmen trifft die Schweiz?

ShortId
05.3301
Id
20053301
Updated
27.07.2023 23:10
Language
de
Title
Schliessung des Fréjus-Tunnels. Welche verkehrstechnischen Massnahmen trifft die Schweiz?
AdditionalIndexing
48;Strassentunnel;internationaler Güterkraftverkehr;Nutzfahrzeug;gemeinsame Verkehrspolitik;Güterverkehr auf der Strasse;Verkehrsbeeinflussung;Italien;Verkehrsverlagerung;Frankreich
1
  • L05K1802020801, Verkehrsbeeinflussung
  • L07K18020202010102, Strassentunnel
  • L05K1801020204, Güterverkehr auf der Strasse
  • L04K18030103, internationaler Güterkraftverkehr
  • L05K1803010103, Nutzfahrzeug
  • L04K18020211, Verkehrsverlagerung
  • L04K18020204, gemeinsame Verkehrspolitik
  • L04K03010503, Italien
  • L04K03010106, Frankreich
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Nach einem Lastwagenunfall bleibt das Fréjus-Tunnel wegen der erlittenen Schäden für mehrere Monate geschlossen. Dies bedeutet, dass die Lastwagenfahrer auf andere Routen ausweichen müssen. Informationen in den Medien zufolge empfehlen die Medien in Frankreich und die Informationsstellen für Lastwagenfahrer Alternativrouten, die auch durch die Schweiz führen.</p><p>Es ist klar, dass man nicht den ganzen zu verlegenden Verkehr durch den Montblanc-Tunnel umleiten kann, erst recht nicht, wenn man die gut nachvollziehbaren Reaktionen der Bewohner im Tal von Chamonix bedenkt, die immer heftiger werden. Angenommen, sehr viele Lastwagen werden durch die Schweiz verkehren: Welche verkehrstechnischen Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu ergreifen, um den Nachbarländern eine Ausweichmöglichkeit anzubieten und gleichzeitig die zusätzliche Umweltbelastung in Grenzen zu halten?</p>
  • <p>1. Die in der Schweiz zuständigen Behörden stehen grundsätzlich in ständigem und direktem Kontakt zu den entsprechenden Behörden in Frankreich, insbesondere auch nach dem Brand im Fréjus-Tunnel. Im Rahmen dieser Kontakte wurde mit den französischen Behörden vereinbart, dass diese keine Umfahrungsempfehlungen, welche durch die Schweiz führen, abgeben werden. Die in Frankreich von privater Seite durch die Medien und die Informationsorgane der Chauffeure abgegebenen Umfahrungsempfehlungen können weder seitens der französischen Behörden noch seitens der Schweiz verhindert werden.</p><p>2. Neben den vorgenannten bilateralen Kontakten zwischen Frankreich und der Schweiz bestehen auch zwischen Italien und der Schweiz bilaterale Arbeitsgruppen. Zudem steht die Schweiz mit ihren Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich auch im Rahmen der Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer "Suivi de Zurich" in Kontakt. In mehreren Arbeitsgruppen widmet sich diese Konferenz u. a. folgenden Bereichen: Tunnelsicherheit, Verkehrsumlagerungen auf Strassenachsen, alternative Bewirtschaftungssysteme (beispielsweise Alpentransitbörse) und Verlagerung des Schwerverkehrs auf andere Verkehrträger.</p><p>3. Die Schweiz verfügt derzeit im Bereich des Schienenverkehrs über freie Kapazitäten. Es besteht somit grundsätzlich die Möglichkeit, die Strassen von einem Teil eines allfälligen Mehrverkehrs zu entlasten. Die schweizerischen Behörden verfolgen die Entwicklung des Verkehrs, insbesondere des Schwerverkehrs, an den Schweizer Alpenübergängen sehr eng. Nach dem Brand im Fréjus-Tunnel konnte keine signifikante Zunahme des Schwerverkehrs festgestellt werden, dies wohl auch deshalb, weil der Fréjus-Tunnel hauptsächlich durch den zwischen den Grossräumen Grenoble und Turin zirkulierenden Schwerverkehr benutzt wurde und sich für diesen Verkehr die relativ langen Umwegfahrten durch die Schweiz nicht rechnen. Dazu kommt, dass die Schweizer Alpenübergänge im Wallis aufgrund ihrer topographischen Verhältnisse für viele Spediteure bzw. Chauffeure unattraktiv sind.</p><p>Der Fréjus-Tunnel ist im Übrigen seit dem 4. August 2005 wieder geöffnet (vorerst noch mit gewissen Einschränkungen für den Schwerverkehr).</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich ersuche den Bundesrat, dem Parlament Auskunft über die verkehrstechnischen Massnahmen zu geben, die er wegen der Schliessung des Fréjus-Tunnels zu ergreifen gedenkt.</p><p>1. Ist der Bundesrat darüber informiert, dass die Alternativrouten, die den Lastwagenführern empfohlen werden, auch durch die Schweiz führen?</p><p>2. Ist die Schweiz mit den Nachbarländern Frankreich und Italien sowie der EU im Gespräch, um für den Zusatzverkehr eine gemeinsame Lösung zu finden?</p><p>3. Sieht der Bundesrat für diesen Zusatzverkehr auch verkehrstechnische Massnahmen vor, die sich nicht auf die Nutzung der Strassen beschränken?</p>
  • Schliessung des Fréjus-Tunnels. Welche verkehrstechnischen Massnahmen trifft die Schweiz?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Nach einem Lastwagenunfall bleibt das Fréjus-Tunnel wegen der erlittenen Schäden für mehrere Monate geschlossen. Dies bedeutet, dass die Lastwagenfahrer auf andere Routen ausweichen müssen. Informationen in den Medien zufolge empfehlen die Medien in Frankreich und die Informationsstellen für Lastwagenfahrer Alternativrouten, die auch durch die Schweiz führen.</p><p>Es ist klar, dass man nicht den ganzen zu verlegenden Verkehr durch den Montblanc-Tunnel umleiten kann, erst recht nicht, wenn man die gut nachvollziehbaren Reaktionen der Bewohner im Tal von Chamonix bedenkt, die immer heftiger werden. Angenommen, sehr viele Lastwagen werden durch die Schweiz verkehren: Welche verkehrstechnischen Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu ergreifen, um den Nachbarländern eine Ausweichmöglichkeit anzubieten und gleichzeitig die zusätzliche Umweltbelastung in Grenzen zu halten?</p>
    • <p>1. Die in der Schweiz zuständigen Behörden stehen grundsätzlich in ständigem und direktem Kontakt zu den entsprechenden Behörden in Frankreich, insbesondere auch nach dem Brand im Fréjus-Tunnel. Im Rahmen dieser Kontakte wurde mit den französischen Behörden vereinbart, dass diese keine Umfahrungsempfehlungen, welche durch die Schweiz führen, abgeben werden. Die in Frankreich von privater Seite durch die Medien und die Informationsorgane der Chauffeure abgegebenen Umfahrungsempfehlungen können weder seitens der französischen Behörden noch seitens der Schweiz verhindert werden.</p><p>2. Neben den vorgenannten bilateralen Kontakten zwischen Frankreich und der Schweiz bestehen auch zwischen Italien und der Schweiz bilaterale Arbeitsgruppen. Zudem steht die Schweiz mit ihren Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich auch im Rahmen der Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer "Suivi de Zurich" in Kontakt. In mehreren Arbeitsgruppen widmet sich diese Konferenz u. a. folgenden Bereichen: Tunnelsicherheit, Verkehrsumlagerungen auf Strassenachsen, alternative Bewirtschaftungssysteme (beispielsweise Alpentransitbörse) und Verlagerung des Schwerverkehrs auf andere Verkehrträger.</p><p>3. Die Schweiz verfügt derzeit im Bereich des Schienenverkehrs über freie Kapazitäten. Es besteht somit grundsätzlich die Möglichkeit, die Strassen von einem Teil eines allfälligen Mehrverkehrs zu entlasten. Die schweizerischen Behörden verfolgen die Entwicklung des Verkehrs, insbesondere des Schwerverkehrs, an den Schweizer Alpenübergängen sehr eng. Nach dem Brand im Fréjus-Tunnel konnte keine signifikante Zunahme des Schwerverkehrs festgestellt werden, dies wohl auch deshalb, weil der Fréjus-Tunnel hauptsächlich durch den zwischen den Grossräumen Grenoble und Turin zirkulierenden Schwerverkehr benutzt wurde und sich für diesen Verkehr die relativ langen Umwegfahrten durch die Schweiz nicht rechnen. Dazu kommt, dass die Schweizer Alpenübergänge im Wallis aufgrund ihrer topographischen Verhältnisse für viele Spediteure bzw. Chauffeure unattraktiv sind.</p><p>Der Fréjus-Tunnel ist im Übrigen seit dem 4. August 2005 wieder geöffnet (vorerst noch mit gewissen Einschränkungen für den Schwerverkehr).</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich ersuche den Bundesrat, dem Parlament Auskunft über die verkehrstechnischen Massnahmen zu geben, die er wegen der Schliessung des Fréjus-Tunnels zu ergreifen gedenkt.</p><p>1. Ist der Bundesrat darüber informiert, dass die Alternativrouten, die den Lastwagenführern empfohlen werden, auch durch die Schweiz führen?</p><p>2. Ist die Schweiz mit den Nachbarländern Frankreich und Italien sowie der EU im Gespräch, um für den Zusatzverkehr eine gemeinsame Lösung zu finden?</p><p>3. Sieht der Bundesrat für diesen Zusatzverkehr auch verkehrstechnische Massnahmen vor, die sich nicht auf die Nutzung der Strassen beschränken?</p>
    • Schliessung des Fréjus-Tunnels. Welche verkehrstechnischen Massnahmen trifft die Schweiz?

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