Perspektiven für Berufsmilitär und Zeitsoldaten
- ShortId
-
05.3315
- Id
-
20053315
- Updated
-
28.07.2023 09:38
- Language
-
de
- Title
-
Perspektiven für Berufsmilitär und Zeitsoldaten
- AdditionalIndexing
-
09;Milizsystem;Personalverwaltung;multinationale Truppe;Offizier;Instruktor;Armee;Unternehmensführung;militärische Ausbildung;Armeeangehöriger
- 1
-
- L04K04020303, Armeeangehöriger
- L04K04020307, militärische Ausbildung
- L04K07020102, Personalverwaltung
- L06K040203030101, Instruktor
- L03K040203, Armee
- L04K08070104, Milizsystem
- L05K0402030301, Offizier
- L05K0703050103, Unternehmensführung
- L05K0401030301, multinationale Truppe
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Umsetzung des neuen Ausbildungskonzeptes der "Armee XXI" litt von Beginn weg an Engpässen im Bereich des militärischen Personals. Zwar verwies der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Motion 04.3768 auf die Probleme. In seiner Antwort auf die Anfrage 05.1046 musste er aber darlegen, dass sich das militärische Berufspersonal nach wie vor "einer überdurchschnittlichen Belastung ausgesetzt" sieht und "vor allem junge Instruktoren" in beunruhigend hoher Zahl "aus dem Beruf ausgestiegen sind". Die Lage beim militärischen Berufspersonal muss als kritisch bezeichnet werden. Die 2004 ergriffenen Massnahmen zur Entlastung des militärischen Personals an der Ausbildungsfront erwiesen sich als ungenügend. Die vom Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 04.3768 per Ende 2005 angekündigte "fundierte, umfassende Beurteilung des Ausbildungssystems" steht weiterhin aus. Die sicherheitspolitische Orientierungslosigkeit verschärft die fehlende Attraktivität einer militärischen beruflichen Laufbahn. Die bestehende Einsatz- und Laufbahnsteuerung wird ungenügend umgesetzt: Stellenpläne sind nicht genehmigt, die Einreihungen nicht vorgenommen, eine mittelfristige Planung des Einsatzes und der Laufbahn ist unmöglich. Wer sich freiwillig für einen friedensunterstützenden Einsatz im Ausland meldet, wird viel zu kurzfristig über Termine und das weitere Vorgehen informiert. Entscheide über Einstellungen, Beförderungen oder Zurückstufungen in Lohnklasse und Funktionen sind zu wenig transparent. Dies alles verunsichert und führt insbesondere bei jungen, innovationsorientierten Nachwuchskräften zu grosser Frustration. Hinzu kommt, dass beim Berufsmilitär zurzeit die Aufstiegs- und Weiterentwicklungschancen durch einen Überhang an älteren höheren Kadern blockiert wird. Die berechtigte Akademisierung der Ausbildung ist zu wenig durchlässig organisiert, ein nachträglicher Einstieg in eine Offizierslaufbahn wird so erschwert. Um junge, innovationsfreudige Berufsmilitärs rekrutieren zu können, braucht es ehrliche und attraktive Informationen über die sicherheitspolitischen Perspektiven, das Ausbildungskonzept, die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen. Es dürften sich nur ausreichend Zeitmilitärs rekrutieren lassen, wenn die Regelung über die Ausbildung für den Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsprozess deutlich verbessert wird: Wer sich für drei oder fünf Jahre bei der Armee verpflichtet, muss die Gewissheit haben, anschliessend einen guten Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsmarkt zu erreichen. Das hier postulierte Aktionsprogramm sollte auf die Massnahmen zur Stärkung der inneren Führung (siehe Postulat 05.3060) abgestimmt sein.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt weitgehend die Lagebeurteilung des Motionärs. Aus diesem Grund wird das VBS im Jahre 2006 im Rahmen des Projektes "Neues Berufsbild Militärpersonal" den Handlungsbedarf sowie die zeitliche Dringlichkeit der erforderlichen Massnahmen ermitteln. Dieses Projekt wird auch die zukünftige Streitkräfteentwicklung berücksichtigen. Dabei werden die Ergebnisse aus der Studie zur Zukunft der Teilstreitkräfte, die bis zum Frühjahr 2006 vorliegen werden, eine wichtige Grundlage bilden.</p><p>Mit dem Übergang in die Armeestrukturen vom 1. Januar 2006 wird ein genehmigter Stellenplan für den Departementsbereich Verteidigung vorliegen. Das VBS sieht vor, die Funktionsbewertungen, die Migration des militärischen Personals und die entsprechenden Einreihungen auf diesen Zeitpunkt abzuschliessen.</p><p>Das neu eingeführte System der Einsatz- und Laufbahnsteuerung wird kontinuierlich bis ins Jahr 2010 umgesetzt. Der eingeschlagene Kurs betreffend Einhaltung der Regellaufbahnen für Miliz- und Berufsoffiziere und die entsprechende Abstimmung von Miliz- und Berufslaufbahn der Berufsoffiziere führen zu Transparenz gegenüber den Beteiligten und damit auch zu einer zunehmenden Akzeptanz.</p><p>Der Bundesrat unterstützt und fördert den Einsatz von Berufsmilitärs im Ausland. Dabei darf der Personalbedarf zur Sicherstellung einer guten Ausbildung in den militärischen Schulen und Kursen aber nicht vernachlässigt werden. Das VBS hat ein Projekt zur Bewirtschaftung von interessierten Kandidaten für Auslandeinsätze bereits initialisiert. Damit wird die vorausschauende Planung von Militärpersonal für Einsätze im Ausland verbessert. Da viele Unterstützungsgesuche für Auslandeinsätze oft kurzfristig eintreffen, kann jedoch eine langfristige Planung auch in Zukunft nicht in allen Fällen sichergestellt werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein Aktionsprogramm vorzulegen, das dem militärischen Berufspersonal und den Zeitsoldaten neue Perspektiven verleiht, zukunftsgerichtete Anreize zur Stärkung der professionellen Säule der "Armee XXI" schafft und das Verfahren für deren Einsatz im Ausland verbessert.</p>
- Perspektiven für Berufsmilitär und Zeitsoldaten
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Umsetzung des neuen Ausbildungskonzeptes der "Armee XXI" litt von Beginn weg an Engpässen im Bereich des militärischen Personals. Zwar verwies der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Motion 04.3768 auf die Probleme. In seiner Antwort auf die Anfrage 05.1046 musste er aber darlegen, dass sich das militärische Berufspersonal nach wie vor "einer überdurchschnittlichen Belastung ausgesetzt" sieht und "vor allem junge Instruktoren" in beunruhigend hoher Zahl "aus dem Beruf ausgestiegen sind". Die Lage beim militärischen Berufspersonal muss als kritisch bezeichnet werden. Die 2004 ergriffenen Massnahmen zur Entlastung des militärischen Personals an der Ausbildungsfront erwiesen sich als ungenügend. Die vom Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 04.3768 per Ende 2005 angekündigte "fundierte, umfassende Beurteilung des Ausbildungssystems" steht weiterhin aus. Die sicherheitspolitische Orientierungslosigkeit verschärft die fehlende Attraktivität einer militärischen beruflichen Laufbahn. Die bestehende Einsatz- und Laufbahnsteuerung wird ungenügend umgesetzt: Stellenpläne sind nicht genehmigt, die Einreihungen nicht vorgenommen, eine mittelfristige Planung des Einsatzes und der Laufbahn ist unmöglich. Wer sich freiwillig für einen friedensunterstützenden Einsatz im Ausland meldet, wird viel zu kurzfristig über Termine und das weitere Vorgehen informiert. Entscheide über Einstellungen, Beförderungen oder Zurückstufungen in Lohnklasse und Funktionen sind zu wenig transparent. Dies alles verunsichert und führt insbesondere bei jungen, innovationsorientierten Nachwuchskräften zu grosser Frustration. Hinzu kommt, dass beim Berufsmilitär zurzeit die Aufstiegs- und Weiterentwicklungschancen durch einen Überhang an älteren höheren Kadern blockiert wird. Die berechtigte Akademisierung der Ausbildung ist zu wenig durchlässig organisiert, ein nachträglicher Einstieg in eine Offizierslaufbahn wird so erschwert. Um junge, innovationsfreudige Berufsmilitärs rekrutieren zu können, braucht es ehrliche und attraktive Informationen über die sicherheitspolitischen Perspektiven, das Ausbildungskonzept, die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen. Es dürften sich nur ausreichend Zeitmilitärs rekrutieren lassen, wenn die Regelung über die Ausbildung für den Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsprozess deutlich verbessert wird: Wer sich für drei oder fünf Jahre bei der Armee verpflichtet, muss die Gewissheit haben, anschliessend einen guten Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsmarkt zu erreichen. Das hier postulierte Aktionsprogramm sollte auf die Massnahmen zur Stärkung der inneren Führung (siehe Postulat 05.3060) abgestimmt sein.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt weitgehend die Lagebeurteilung des Motionärs. Aus diesem Grund wird das VBS im Jahre 2006 im Rahmen des Projektes "Neues Berufsbild Militärpersonal" den Handlungsbedarf sowie die zeitliche Dringlichkeit der erforderlichen Massnahmen ermitteln. Dieses Projekt wird auch die zukünftige Streitkräfteentwicklung berücksichtigen. Dabei werden die Ergebnisse aus der Studie zur Zukunft der Teilstreitkräfte, die bis zum Frühjahr 2006 vorliegen werden, eine wichtige Grundlage bilden.</p><p>Mit dem Übergang in die Armeestrukturen vom 1. Januar 2006 wird ein genehmigter Stellenplan für den Departementsbereich Verteidigung vorliegen. Das VBS sieht vor, die Funktionsbewertungen, die Migration des militärischen Personals und die entsprechenden Einreihungen auf diesen Zeitpunkt abzuschliessen.</p><p>Das neu eingeführte System der Einsatz- und Laufbahnsteuerung wird kontinuierlich bis ins Jahr 2010 umgesetzt. Der eingeschlagene Kurs betreffend Einhaltung der Regellaufbahnen für Miliz- und Berufsoffiziere und die entsprechende Abstimmung von Miliz- und Berufslaufbahn der Berufsoffiziere führen zu Transparenz gegenüber den Beteiligten und damit auch zu einer zunehmenden Akzeptanz.</p><p>Der Bundesrat unterstützt und fördert den Einsatz von Berufsmilitärs im Ausland. Dabei darf der Personalbedarf zur Sicherstellung einer guten Ausbildung in den militärischen Schulen und Kursen aber nicht vernachlässigt werden. Das VBS hat ein Projekt zur Bewirtschaftung von interessierten Kandidaten für Auslandeinsätze bereits initialisiert. Damit wird die vorausschauende Planung von Militärpersonal für Einsätze im Ausland verbessert. Da viele Unterstützungsgesuche für Auslandeinsätze oft kurzfristig eintreffen, kann jedoch eine langfristige Planung auch in Zukunft nicht in allen Fällen sichergestellt werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein Aktionsprogramm vorzulegen, das dem militärischen Berufspersonal und den Zeitsoldaten neue Perspektiven verleiht, zukunftsgerichtete Anreize zur Stärkung der professionellen Säule der "Armee XXI" schafft und das Verfahren für deren Einsatz im Ausland verbessert.</p>
- Perspektiven für Berufsmilitär und Zeitsoldaten
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