Mobilfunkantennen. Auswirkungen auf den Wert von Liegenschaften

ShortId
05.3451
Id
20053451
Updated
27.07.2023 19:34
Language
de
Title
Mobilfunkantennen. Auswirkungen auf den Wert von Liegenschaften
AdditionalIndexing
34;2846;elektromagnetische schädliche Auswirkung;Antenne;Bodenmarkt;Radiobiologie;wirtschaftliche Auswirkung;Mobiltelefon;Miete;Marktpreis
1
  • L07K12020201010201, Mobiltelefon
  • L06K120202010101, Antenne
  • L04K07040404, wirtschaftliche Auswirkung
  • L04K01020403, Bodenmarkt
  • L04K01020104, Miete
  • L03K110502, Marktpreis
  • L04K06020103, elektromagnetische schädliche Auswirkung
  • L05K1601030105, Radiobiologie
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Breite Bevölkerungskreise machen sich Sorgen darüber, wie sich die Strahlung von Mobilfunkantennen auf ihre Gesundheit auswirkt. Dies macht sich offensichtlich auch im Liegenschaftsmarkt bemerkbar: Es häufen sich Berichte darüber, dass eine Liegenschaft an Wert verliert, wenn darauf oder auf einer umliegenden Liegenschaft eine Mobilfunkantenne steht. Verkaufswillige Grundeigentümer stellen fest, dass sich solche Liegenschaften schlechter oder im Extremfall gar nicht mehr verkaufen lassen. Makler berichten von Wertverminderungen von 30 bis 50 Prozent. Auch mit Mietzinseinbrüchen ist zu rechnen, weil Mieterinnen und Mieter nicht im unmittelbaren Strahlungsbereich einer Antenne wohnen wollen. Es sind Fälle bekannt, in denen die Vermieterschaft ihren Mieterinnen und Mietern wegen Mobilfunkantennen Mietzinsreduktionen gewähren musste.</p><p>Zurzeit stehen in der Schweiz über 12 000 Antennenmasten für den Mobilfunk, laufend kommen neue dazu. Unser Siedlungsgebiet ist von Mobilfunkantennen durchsetzt. Die Auswirkungen auf den Mietwohnungs- und Liegenschaftsmarkt dürften gravierend sein. Im Interesse der betroffenen Personen, aber auch mit Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Entwicklungen im Mobilfunk, scheint es unerlässlich, diese Auswirkungen genauer zu kennen. Der Bundesrat wird deshalb gebeten, in einem Bericht darzulegen, ob und inwieweit der Betrieb von Mobilfunkantennen die Wohnungsmieten und den Wert von Liegenschaften beeinflusst.</p><p>In der Postulatsantwort des überwiesenen Postulates Humbel Näf (04.3115) verspricht der Bundesrat, die Risiken für den Marktwert von Immobilien in der Nähe von Liegenschaften zu quantifizieren und zu verringern. Diese Postulatsforderung geht weiter, indem ein Bericht gefordert wird, der auch die bisherige und zukünftige Entwicklung beurteilt.</p>
  • <p>Die Bedürfnisse der Bevölkerung nach mobiler Kommunikation sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine Folge davon ist die rasch zunehmende Verbreitung von Mobilfunksendeanlagen, gerade auch im Siedlungsgebiet. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass diese Entwicklung unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringen kann. Dazu gehören auch mögliche Auswirkungen auf den Liegenschafts- und Mietwohnungsmarkt.</p><p>Genaue Erhebungen zu diesen Auswirkungen fehlen derzeit noch. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft hat deshalb bei der ETH Zürich (CEPE) eine Forschungsstudie in Auftrag gegeben, die untersuchen soll, ob nichtionisierende Strahlung, Luftverschmutzung und Lärm einen Einfluss auf die Mieten und Liegenschaftspreise haben. Die Ergebnisse der Studie werden im Jahre 2006 erwartet und kommuniziert.</p><p>Das Postulat verlangt nun aber in der Begründung explizit einen Bericht, der auch die bisherige und zukünftige Entwicklung beurteilt. Der Bundesrat lehnt es aus verwaltungsökonomischen Gründen im Moment ab, parallel zur laufenden Studie weitere Untersuchungen zu diesem Thema zu veranlassen. Aus seiner Sicht wäre zudem ein Bericht über die zukünftige Entwicklung mit grossen Unsicherheiten behaftet, weil sich die gesellschaftliche Risikowahrnehmung bezogen auf Mobilfunk praktisch nicht prognostizieren lässt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht darzulegen, inwieweit der Betrieb von Mobilfunkantennen die Wohnungsmieten und den Wert von Liegenschaften beeinflusst, insbesondere ob und inwieweit Grundeigentümer damit zu rechnen haben, dass sich der Wert ihrer Liegenschaft verändert, wenn auf der Liegenschaft oder in deren Umgebung eine Mobilfunkantenne betrieben wird.</p>
  • Mobilfunkantennen. Auswirkungen auf den Wert von Liegenschaften
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Breite Bevölkerungskreise machen sich Sorgen darüber, wie sich die Strahlung von Mobilfunkantennen auf ihre Gesundheit auswirkt. Dies macht sich offensichtlich auch im Liegenschaftsmarkt bemerkbar: Es häufen sich Berichte darüber, dass eine Liegenschaft an Wert verliert, wenn darauf oder auf einer umliegenden Liegenschaft eine Mobilfunkantenne steht. Verkaufswillige Grundeigentümer stellen fest, dass sich solche Liegenschaften schlechter oder im Extremfall gar nicht mehr verkaufen lassen. Makler berichten von Wertverminderungen von 30 bis 50 Prozent. Auch mit Mietzinseinbrüchen ist zu rechnen, weil Mieterinnen und Mieter nicht im unmittelbaren Strahlungsbereich einer Antenne wohnen wollen. Es sind Fälle bekannt, in denen die Vermieterschaft ihren Mieterinnen und Mietern wegen Mobilfunkantennen Mietzinsreduktionen gewähren musste.</p><p>Zurzeit stehen in der Schweiz über 12 000 Antennenmasten für den Mobilfunk, laufend kommen neue dazu. Unser Siedlungsgebiet ist von Mobilfunkantennen durchsetzt. Die Auswirkungen auf den Mietwohnungs- und Liegenschaftsmarkt dürften gravierend sein. Im Interesse der betroffenen Personen, aber auch mit Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Entwicklungen im Mobilfunk, scheint es unerlässlich, diese Auswirkungen genauer zu kennen. Der Bundesrat wird deshalb gebeten, in einem Bericht darzulegen, ob und inwieweit der Betrieb von Mobilfunkantennen die Wohnungsmieten und den Wert von Liegenschaften beeinflusst.</p><p>In der Postulatsantwort des überwiesenen Postulates Humbel Näf (04.3115) verspricht der Bundesrat, die Risiken für den Marktwert von Immobilien in der Nähe von Liegenschaften zu quantifizieren und zu verringern. Diese Postulatsforderung geht weiter, indem ein Bericht gefordert wird, der auch die bisherige und zukünftige Entwicklung beurteilt.</p>
    • <p>Die Bedürfnisse der Bevölkerung nach mobiler Kommunikation sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine Folge davon ist die rasch zunehmende Verbreitung von Mobilfunksendeanlagen, gerade auch im Siedlungsgebiet. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass diese Entwicklung unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringen kann. Dazu gehören auch mögliche Auswirkungen auf den Liegenschafts- und Mietwohnungsmarkt.</p><p>Genaue Erhebungen zu diesen Auswirkungen fehlen derzeit noch. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft hat deshalb bei der ETH Zürich (CEPE) eine Forschungsstudie in Auftrag gegeben, die untersuchen soll, ob nichtionisierende Strahlung, Luftverschmutzung und Lärm einen Einfluss auf die Mieten und Liegenschaftspreise haben. Die Ergebnisse der Studie werden im Jahre 2006 erwartet und kommuniziert.</p><p>Das Postulat verlangt nun aber in der Begründung explizit einen Bericht, der auch die bisherige und zukünftige Entwicklung beurteilt. Der Bundesrat lehnt es aus verwaltungsökonomischen Gründen im Moment ab, parallel zur laufenden Studie weitere Untersuchungen zu diesem Thema zu veranlassen. Aus seiner Sicht wäre zudem ein Bericht über die zukünftige Entwicklung mit grossen Unsicherheiten behaftet, weil sich die gesellschaftliche Risikowahrnehmung bezogen auf Mobilfunk praktisch nicht prognostizieren lässt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht darzulegen, inwieweit der Betrieb von Mobilfunkantennen die Wohnungsmieten und den Wert von Liegenschaften beeinflusst, insbesondere ob und inwieweit Grundeigentümer damit zu rechnen haben, dass sich der Wert ihrer Liegenschaft verändert, wenn auf der Liegenschaft oder in deren Umgebung eine Mobilfunkantenne betrieben wird.</p>
    • Mobilfunkantennen. Auswirkungen auf den Wert von Liegenschaften

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