Förderung des Austauschjahres für Schülerinnen und Schüler

ShortId
05.3454
Id
20053454
Updated
25.06.2025 00:09
Language
de
Title
Förderung des Austauschjahres für Schülerinnen und Schüler
AdditionalIndexing
32;Austausch im Bildungswesen;schulische Mobilität;EDK;Gleichbehandlung
1
  • L04K13030105, Austausch im Bildungswesen
  • L04K13010207, schulische Mobilität
  • L04K13030109, EDK
  • L04K05020303, Gleichbehandlung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Ein Austauschjahr (High-School-Jahr) bringt einer Schülerin oder einem Schüler in vieler Hinsicht eine nachhaltige Erfahrung und dient der Entwicklung eines jungen Menschen nachhaltig:</p><p>Ein Austauschjahr lässt eine Absolventin oder einen Absolventen tief in eine andere Kultur eintauchen und die Unterschiede in Sitten, Bräuchen und Lebensstil hautnah erleben. Sich auf all dieses Neue einzulassen fordert von den Jugendlichen ein hohes Mass an Offenheit und Flexibilität. Die Jugendlichen müssen sich intensiv mit sich und ihrer Umgebung, aber auch mit ihrer Heimat auseinander setzen. Diese Erfahrung trägt viel zum Reifeprozess bei und fördert die Persönlichkeitsentwicklung.</p><p>All diese Erfahrungen haben einen effektiven Einfluss auf die Zukunft eines Austauschschülers oder einer Austauschschülerin sowohl in der weiteren Schul- und Berufsbildung:</p><p>- Eine im Alltag gelernte und vor allem eingesetzte Fremdsprache wird viel weniger vergessen;</p><p>- Sozialkompetenzen werden entwickelt, die Jugendlichen kommen gereift aus dem Austauschschuljahr zurück;</p><p>wie auch in der Arbeitswelt:</p><p>- Die Kenntnisse über die Kultur, die Gewohnheiten und die Politik eines Landes sind für die stark mit dem Ausland vernetzte Schweizer Wirtschaft von grossem Nutzen;</p><p>- Sie verfügen über ein weitreichendes interkulturelles Netzwerk.</p><p>Während einem Austauschjahr werden folglich Schlüsselkompetenzen erworben, die in jeder Hinsicht eine sinnvolle Bildungsinvestition darstellen. Neben der persönlichen Reife und dem persönlichen Lernen im interkulturellen Kontext dient ein Austauschjahr auch der Völkerverständigung und damit letztlich der Friedensförderung. Ein Thema, in welchem sich die Schweizer Politik traditionellerweise aktiv engagiert.</p><p>In der Schweiz wird diese Erfahrung leider immer mehr jungen Menschen vorenthalten, weil die Bestimmungen der Schulen, wann ein Austauschjahr absolviert werden darf, unterschiedlich gehandhabt und festgelegt werden: Braucht es beispielsweise in der einen Schule einen Notendurchschnitt von 4,5, um zum Programm zugelassen zu werden, benötigt eine Schülerin bzw. ein Schüler des Nachbarschulhauses einen Notendurchschnitt von 5,0. Auch andere schulspezifische administrative Hürden machen die Teilnahme an langandauernden Austauschprogrammen schwieriger oder verunmöglichen diese.</p><p>Eine zusätzliche Erschwerung entstand in den Kantonen, in welchen mit der Maturitätsreform auch gleich die Gymnasialzeit verkürzt wurde. Das Zeitfenster für die Programmteilnahme wurde so für viele massiv verkleinert. Jede zusätzliche administrative Erschwerung führt deshalb zu einer Ungleichbehandlung von austauschwilligen Jugendlichen.</p><p>Auch der Austausch mit Jugendlichen aus anderen Kulturen wird an einigen Schulen nicht ermöglicht, da viele Schweizer Schulen aus finanziellen und/oder logistischen Gründen keine Gastschülerinnen oder Gastschüler (mehr) aufnehmen.</p>
  • <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass ein Austauschjahr für Schülerinnen und Schüler in vielerlei Hinsicht positiv ist, insbesondere auch dann, wenn es in einem anderen Sprach- und Kulturraum stattfindet. Die Förderung der Austausche sind deshalb zu unterstützen.</p><p>Im Bereich des Austausches sind etliche Organisationen tätig. Erwähnt seien hier insbesondere die ch-Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit (vor allem nationaler und internationaler schulischer Austausch) sowie der im Postulat aufgeführte Dachverband Intermundo (schulischer und ausserschulischer Austausch). Mit beiden pflegen der Bund und die EDK intensive Kontakte: Die ch-Stiftung ist über ein gemeinsames Mandat verschiedener interessierter Bundesstellen und der EDK als "Nationale Agentur für den nationalen und internationalen Austausch von Lehrenden und Lernenden" bezeichnet und nimmt in diesem Zusammenhang Informations-, Koordinations- sowie Beratungs- und Vermittlungsfunktionen wahr. Intermundo betreut auf Mandatsbasis die Beteiligung der Schweiz am EU-Programm "Jugend für Europa", dessen Schwerpunkte klar im ausserschulischen Bereich liegen. Erwähnt sei hier im Übrigen auch, dass vom Bund über die Beteiligung an den EU-Bildungsprogrammen verschiedene Austauschaktivitäten gefördert werden (Erasmus und Comenius).</p><p>Die Postulantin bemängelt, dass in den Schulen Einschränkungen verschiedenster Art die Austauschaktivitäten zunehmend behindern und dass damit die Gleichbehandlung der Interessierten nicht mehr sichergestellt sei. Der Bund hat keine Kompetenz, gesamtschweizerische "Vorgaben" zu machen bzw. zu prüfen. Hingegen wird er im Rahmen seiner Zuständigkeiten und Möglichkeiten zusammen mit der EDK auf die weitere Förderung der Austauschmöglichkeiten hinwirken. Einen eigenen, sofortigen und direkten Handlungsbedarf, der über das Bestehende hinausgeht, sieht er derzeit nicht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert:</p><p>- mit der EDK zusammen gesamtschweizerische Vorgaben zu prüfen, welche die Gleichbehandlung aller Schülerinnen und Schüler einer jeweiligen Austauschdestination gewähren, unabhängig von ihrem "Entsendekanton" bzw. ihrer "Entsendeschule". Für die Ausarbeitung dieser Normen sind die EDK sowie der Schweizerische Dachverband zur Förderung von Jugendaustausch (Intermundo) zu beauftragen;</p><p>- mit der EDK zusammen, im Rahmen ihrer Tätigkeiten auch den reziproken Schülerinnen- und Schüleraustausch mit dem Ausland zu fördern.</p>
  • Förderung des Austauschjahres für Schülerinnen und Schüler
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ein Austauschjahr (High-School-Jahr) bringt einer Schülerin oder einem Schüler in vieler Hinsicht eine nachhaltige Erfahrung und dient der Entwicklung eines jungen Menschen nachhaltig:</p><p>Ein Austauschjahr lässt eine Absolventin oder einen Absolventen tief in eine andere Kultur eintauchen und die Unterschiede in Sitten, Bräuchen und Lebensstil hautnah erleben. Sich auf all dieses Neue einzulassen fordert von den Jugendlichen ein hohes Mass an Offenheit und Flexibilität. Die Jugendlichen müssen sich intensiv mit sich und ihrer Umgebung, aber auch mit ihrer Heimat auseinander setzen. Diese Erfahrung trägt viel zum Reifeprozess bei und fördert die Persönlichkeitsentwicklung.</p><p>All diese Erfahrungen haben einen effektiven Einfluss auf die Zukunft eines Austauschschülers oder einer Austauschschülerin sowohl in der weiteren Schul- und Berufsbildung:</p><p>- Eine im Alltag gelernte und vor allem eingesetzte Fremdsprache wird viel weniger vergessen;</p><p>- Sozialkompetenzen werden entwickelt, die Jugendlichen kommen gereift aus dem Austauschschuljahr zurück;</p><p>wie auch in der Arbeitswelt:</p><p>- Die Kenntnisse über die Kultur, die Gewohnheiten und die Politik eines Landes sind für die stark mit dem Ausland vernetzte Schweizer Wirtschaft von grossem Nutzen;</p><p>- Sie verfügen über ein weitreichendes interkulturelles Netzwerk.</p><p>Während einem Austauschjahr werden folglich Schlüsselkompetenzen erworben, die in jeder Hinsicht eine sinnvolle Bildungsinvestition darstellen. Neben der persönlichen Reife und dem persönlichen Lernen im interkulturellen Kontext dient ein Austauschjahr auch der Völkerverständigung und damit letztlich der Friedensförderung. Ein Thema, in welchem sich die Schweizer Politik traditionellerweise aktiv engagiert.</p><p>In der Schweiz wird diese Erfahrung leider immer mehr jungen Menschen vorenthalten, weil die Bestimmungen der Schulen, wann ein Austauschjahr absolviert werden darf, unterschiedlich gehandhabt und festgelegt werden: Braucht es beispielsweise in der einen Schule einen Notendurchschnitt von 4,5, um zum Programm zugelassen zu werden, benötigt eine Schülerin bzw. ein Schüler des Nachbarschulhauses einen Notendurchschnitt von 5,0. Auch andere schulspezifische administrative Hürden machen die Teilnahme an langandauernden Austauschprogrammen schwieriger oder verunmöglichen diese.</p><p>Eine zusätzliche Erschwerung entstand in den Kantonen, in welchen mit der Maturitätsreform auch gleich die Gymnasialzeit verkürzt wurde. Das Zeitfenster für die Programmteilnahme wurde so für viele massiv verkleinert. Jede zusätzliche administrative Erschwerung führt deshalb zu einer Ungleichbehandlung von austauschwilligen Jugendlichen.</p><p>Auch der Austausch mit Jugendlichen aus anderen Kulturen wird an einigen Schulen nicht ermöglicht, da viele Schweizer Schulen aus finanziellen und/oder logistischen Gründen keine Gastschülerinnen oder Gastschüler (mehr) aufnehmen.</p>
    • <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass ein Austauschjahr für Schülerinnen und Schüler in vielerlei Hinsicht positiv ist, insbesondere auch dann, wenn es in einem anderen Sprach- und Kulturraum stattfindet. Die Förderung der Austausche sind deshalb zu unterstützen.</p><p>Im Bereich des Austausches sind etliche Organisationen tätig. Erwähnt seien hier insbesondere die ch-Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit (vor allem nationaler und internationaler schulischer Austausch) sowie der im Postulat aufgeführte Dachverband Intermundo (schulischer und ausserschulischer Austausch). Mit beiden pflegen der Bund und die EDK intensive Kontakte: Die ch-Stiftung ist über ein gemeinsames Mandat verschiedener interessierter Bundesstellen und der EDK als "Nationale Agentur für den nationalen und internationalen Austausch von Lehrenden und Lernenden" bezeichnet und nimmt in diesem Zusammenhang Informations-, Koordinations- sowie Beratungs- und Vermittlungsfunktionen wahr. Intermundo betreut auf Mandatsbasis die Beteiligung der Schweiz am EU-Programm "Jugend für Europa", dessen Schwerpunkte klar im ausserschulischen Bereich liegen. Erwähnt sei hier im Übrigen auch, dass vom Bund über die Beteiligung an den EU-Bildungsprogrammen verschiedene Austauschaktivitäten gefördert werden (Erasmus und Comenius).</p><p>Die Postulantin bemängelt, dass in den Schulen Einschränkungen verschiedenster Art die Austauschaktivitäten zunehmend behindern und dass damit die Gleichbehandlung der Interessierten nicht mehr sichergestellt sei. Der Bund hat keine Kompetenz, gesamtschweizerische "Vorgaben" zu machen bzw. zu prüfen. Hingegen wird er im Rahmen seiner Zuständigkeiten und Möglichkeiten zusammen mit der EDK auf die weitere Förderung der Austauschmöglichkeiten hinwirken. Einen eigenen, sofortigen und direkten Handlungsbedarf, der über das Bestehende hinausgeht, sieht er derzeit nicht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert:</p><p>- mit der EDK zusammen gesamtschweizerische Vorgaben zu prüfen, welche die Gleichbehandlung aller Schülerinnen und Schüler einer jeweiligen Austauschdestination gewähren, unabhängig von ihrem "Entsendekanton" bzw. ihrer "Entsendeschule". Für die Ausarbeitung dieser Normen sind die EDK sowie der Schweizerische Dachverband zur Förderung von Jugendaustausch (Intermundo) zu beauftragen;</p><p>- mit der EDK zusammen, im Rahmen ihrer Tätigkeiten auch den reziproken Schülerinnen- und Schüleraustausch mit dem Ausland zu fördern.</p>
    • Förderung des Austauschjahres für Schülerinnen und Schüler

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