Verschreibung gefährlicher psychotroper Medikamente. Fragwürdige Diagnosen und Verschreibung an Kinder und Jugendliche

ShortId
05.3670
Id
20053670
Updated
28.07.2023 08:16
Language
de
Title
Verschreibung gefährlicher psychotroper Medikamente. Fragwürdige Diagnosen und Verschreibung an Kinder und Jugendliche
AdditionalIndexing
2841;junger Mensch;medizinische Diagnose;Betäubungsmittel;Narkotikum;Krankheit;Kind;Informationsverbreitung;psychische Krankheit
1
  • L06K010102010201, Betäubungsmittel
  • L05K0105030105, Narkotikum
  • L04K01050208, medizinische Diagnose
  • L05K0107010205, Kind
  • L04K12010202, Informationsverbreitung
  • L05K0107010204, junger Mensch
  • L03K010501, Krankheit
  • L04K01050107, psychische Krankheit
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit rund zehn Jahren beobachten wir eine alarmierende Zunahme des Konsums von "Metylphenidat" (Ritalin, Concerta), einer Substanz vom Amphetamin-Typ, die in der Schweiz als Betäubungsmittel klassifiziert ist. Die Vereinten Nationen haben diese Substanz gemäss der Konvention über die psychotropen Substanzen von 1971 der Kategorie II zugeteilt, zu der auch Kokain und Morphinderivate gehören. Es steht somit sowohl für die Schweiz als auch für die Vereinten Nationen fest, dass beim Konsum von Metylphenidat eine Gewöhnungsgefahr und ein Suchtrisiko bestehen. Aus den Berichten der für die USA massgeblichen Drug Enforcement Agency (DEA) wird klar, dass die Einnahme von Ritalin die Gefahr des Kokainkonsums erhöht.</p><p>Metylphenidat wird in der Regel Kindern verschrieben, bei denen eine ADHS oder eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert worden ist. Am 28. Juni 2005 hat die Food and Drug Administration (FDA) ihre Absicht bekundet, die Etikettierung von Produkten auf der Basis von Metylphenidat (wie Ritalin oder Concerta) neu zu regeln und mit diesem Schritt auch vor den Gefahren der "psychiatrischen Folgen" zu warnen, welche die erwähnten Medikamente zeitigen können: Sehstörungen, Selbstmordgedanken, psychotische Verhaltensweisen, Aggressivität und gewalttätiges Verhalten.</p><p>Laut anderen medizinischen Quellen hatten Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert worden ist, in erster Linie körperliche Probleme. Eine medizinische Untersuchung hat gezeigt, dass es sich dabei um Allergien, um Stoffwechselstörungen, um Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln oder um Verstopfung handelt.</p><p>Man könnte beispielsweise eine gesündere Lebensweise, eine Verminderung des Konsums phosphatreicher Getränke, einen geringeren Zuckerkonsum und den Sport fördern; man könnte mehr Bewegung, dafür weniger gewalttätige Videospiele propagieren, nicht zu vergessen die pädagogischen Hilfestellungen. Die Parlamentsversammlung des Europarates hat empfohlen, verstärkt die Wirkungen von Hilfestellungen, die auf ein Kind mit ADHS-Symptomen zugeschnitten sind, zu erforschen. Erforscht werden sollen auch die Nebenwirkungen der Medikamenteneinahme wie Allergien oder Vergiftungserscheinungen auf das Verhalten eines Kindes. Zu untersuchen gelte es ferner alternative Behandlungsmethoden wie beispielsweise spezielle Diäten.</p><p>Die Diagnose einer ADHS stützt sich weder auf einen zuverlässigen medizinischen Test noch auf eine Blutprobe, sondern ausschliesslich auf die subjektive Beobachtung des kindlichen Verhaltens.</p><p>Wenn wir diesen Sachverhalt berücksichtigen, können wir uns mit Recht die Frage stellen, ob die Verschreibung von Medikamenten (Ritalin, Concerta), die als Betäubungsmittel gelten, an Kinder - für eine Krankheit, die in Wirklichkeit gar nicht existiert - eine Verletzung der Rechte des Kindes darstellt.</p><p>Die Uno hat unlängst einen aufschlussreichen Bericht über diese Thematik verfasst:</p><p>In einem wegweisenden Report hat das United Nations Committee on the Rights of the Child, das weltweit wichtigste Organ für die Wahrung der Rechte des Kindes, eindringlich vor der fälschlichen Etikettierung Jugendlicher mit der Diagnose "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)" und der Verschreibung starker ADHS-Medikamente gewarnt. In seinen Schlussbetrachtungen geht das Komitee auf Berichte aus Australien, Finnland und Dänemark ein, die sich mit der Frage befassen, inwiefern diese Länder die UN Convention on the Rights of the Child beachten. Im Anschluss daran hat das Komitee seine Besorgnis darüber geäussert, dass "(ADHS) und die Aufmerksamkeitsstörung ADD (Attention Deficit Disorder) fälschlicherweise diagnostiziert und daher, trotz wachsender Beweise für deren schädliche Auswirkungen, psychostimulierende Medikamente verschrieben werden".</p>
  • <p>1. Der Bundesrat anerkennt die wissenschaftlichen Leistungen der medizinischen Forschung und Praxis in der Schweiz und enthält sich einer eigenen fachspezifischen Beurteilung einzelner Verfahren und Therapieformen. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Störung) ist eine in der ärztlichen Fachwelt anerkannte Krankheit, mit einem detailliert umschriebenen Verfahren zur Diagnose und ist in der von der WHO erarbeiteten Klassifikation ICD-10 (International Classification of Diseases) zu finden.</p><p>2./3. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat mit dem elektronischen Informationsmodul für die Ärzteschaft bereits zu einer besseren Information rund um die ADHS und die Behandlung mit Ritalin beigetragen.</p><p>Das zugelassene Medikament Ritalin wird in der Schweiz von Ärztinnen und Ärzten nach erfolgter Diagnose im Rahmen einer überwachten Therapie verschrieben. Unter anderem ist es die Aufgabe der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen bzw. der Sanitätsdirektoren und Sanitätsdirektorinnen, sicherzustellen, dass ärztliche Therapien in den jeweiligen Kantonen korrekt durchgeführt werden.</p><p>Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind gehalten, Patientinnen und Patienten sowie deren Eltern über die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten in einer persönlichen Beratung zu informieren.</p><p>Zudem hat das Bundesamt für Gesundheit bereits die dieses Jahr erschienene Broschüre "Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)-Empfehlungen" finanziert, welche sich an ein breites Publikum wendet und über die Krankheit, ihre Ursachen, die präventiven Massnahmen und die Behandlungsmöglichkeiten der klassischen und der Alternativmedizin informiert (abrufbar unter http://www.suchtundaids.bag.admin.ch/imperia/md/content/forschung/48.pdf).</p><p>Der Bundesrat verweist im Übrigen auf seine Antworten zum gleichen Thema in Zusammenhang mit der Einfachen Anfrage Guisan (02.1079, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Brunner Christiane (02.3243, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Bortoluzzi (02.3775, Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche) und zur Anfrage Müller Walter (04.1179, Ritalinmissbrauch).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Ich fordere den Bundesrat auf:</p><p>1. ausführliche Informationen über die Nichtanerkennung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als Krankheit und über die möglichen Ursachen der Symptome einer ADHS zu verbreiten;</p><p>2. Broschüren herzustellen, mit deren Hilfe sich Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte über die Berichte der Heilmittelkonstrollstellen informieren können und über die wirklichen Wirkungen der Substanzen, die gegen ADHD oder Depressionen bei Kindern verschrieben werden;</p><p>3. eine Broschüre über alternative, nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden herauszugegeben und bei der Bevölkerung bekannt zu machen.</p>
  • Verschreibung gefährlicher psychotroper Medikamente. Fragwürdige Diagnosen und Verschreibung an Kinder und Jugendliche
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit rund zehn Jahren beobachten wir eine alarmierende Zunahme des Konsums von "Metylphenidat" (Ritalin, Concerta), einer Substanz vom Amphetamin-Typ, die in der Schweiz als Betäubungsmittel klassifiziert ist. Die Vereinten Nationen haben diese Substanz gemäss der Konvention über die psychotropen Substanzen von 1971 der Kategorie II zugeteilt, zu der auch Kokain und Morphinderivate gehören. Es steht somit sowohl für die Schweiz als auch für die Vereinten Nationen fest, dass beim Konsum von Metylphenidat eine Gewöhnungsgefahr und ein Suchtrisiko bestehen. Aus den Berichten der für die USA massgeblichen Drug Enforcement Agency (DEA) wird klar, dass die Einnahme von Ritalin die Gefahr des Kokainkonsums erhöht.</p><p>Metylphenidat wird in der Regel Kindern verschrieben, bei denen eine ADHS oder eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert worden ist. Am 28. Juni 2005 hat die Food and Drug Administration (FDA) ihre Absicht bekundet, die Etikettierung von Produkten auf der Basis von Metylphenidat (wie Ritalin oder Concerta) neu zu regeln und mit diesem Schritt auch vor den Gefahren der "psychiatrischen Folgen" zu warnen, welche die erwähnten Medikamente zeitigen können: Sehstörungen, Selbstmordgedanken, psychotische Verhaltensweisen, Aggressivität und gewalttätiges Verhalten.</p><p>Laut anderen medizinischen Quellen hatten Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert worden ist, in erster Linie körperliche Probleme. Eine medizinische Untersuchung hat gezeigt, dass es sich dabei um Allergien, um Stoffwechselstörungen, um Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln oder um Verstopfung handelt.</p><p>Man könnte beispielsweise eine gesündere Lebensweise, eine Verminderung des Konsums phosphatreicher Getränke, einen geringeren Zuckerkonsum und den Sport fördern; man könnte mehr Bewegung, dafür weniger gewalttätige Videospiele propagieren, nicht zu vergessen die pädagogischen Hilfestellungen. Die Parlamentsversammlung des Europarates hat empfohlen, verstärkt die Wirkungen von Hilfestellungen, die auf ein Kind mit ADHS-Symptomen zugeschnitten sind, zu erforschen. Erforscht werden sollen auch die Nebenwirkungen der Medikamenteneinahme wie Allergien oder Vergiftungserscheinungen auf das Verhalten eines Kindes. Zu untersuchen gelte es ferner alternative Behandlungsmethoden wie beispielsweise spezielle Diäten.</p><p>Die Diagnose einer ADHS stützt sich weder auf einen zuverlässigen medizinischen Test noch auf eine Blutprobe, sondern ausschliesslich auf die subjektive Beobachtung des kindlichen Verhaltens.</p><p>Wenn wir diesen Sachverhalt berücksichtigen, können wir uns mit Recht die Frage stellen, ob die Verschreibung von Medikamenten (Ritalin, Concerta), die als Betäubungsmittel gelten, an Kinder - für eine Krankheit, die in Wirklichkeit gar nicht existiert - eine Verletzung der Rechte des Kindes darstellt.</p><p>Die Uno hat unlängst einen aufschlussreichen Bericht über diese Thematik verfasst:</p><p>In einem wegweisenden Report hat das United Nations Committee on the Rights of the Child, das weltweit wichtigste Organ für die Wahrung der Rechte des Kindes, eindringlich vor der fälschlichen Etikettierung Jugendlicher mit der Diagnose "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)" und der Verschreibung starker ADHS-Medikamente gewarnt. In seinen Schlussbetrachtungen geht das Komitee auf Berichte aus Australien, Finnland und Dänemark ein, die sich mit der Frage befassen, inwiefern diese Länder die UN Convention on the Rights of the Child beachten. Im Anschluss daran hat das Komitee seine Besorgnis darüber geäussert, dass "(ADHS) und die Aufmerksamkeitsstörung ADD (Attention Deficit Disorder) fälschlicherweise diagnostiziert und daher, trotz wachsender Beweise für deren schädliche Auswirkungen, psychostimulierende Medikamente verschrieben werden".</p>
    • <p>1. Der Bundesrat anerkennt die wissenschaftlichen Leistungen der medizinischen Forschung und Praxis in der Schweiz und enthält sich einer eigenen fachspezifischen Beurteilung einzelner Verfahren und Therapieformen. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Störung) ist eine in der ärztlichen Fachwelt anerkannte Krankheit, mit einem detailliert umschriebenen Verfahren zur Diagnose und ist in der von der WHO erarbeiteten Klassifikation ICD-10 (International Classification of Diseases) zu finden.</p><p>2./3. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat mit dem elektronischen Informationsmodul für die Ärzteschaft bereits zu einer besseren Information rund um die ADHS und die Behandlung mit Ritalin beigetragen.</p><p>Das zugelassene Medikament Ritalin wird in der Schweiz von Ärztinnen und Ärzten nach erfolgter Diagnose im Rahmen einer überwachten Therapie verschrieben. Unter anderem ist es die Aufgabe der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen bzw. der Sanitätsdirektoren und Sanitätsdirektorinnen, sicherzustellen, dass ärztliche Therapien in den jeweiligen Kantonen korrekt durchgeführt werden.</p><p>Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind gehalten, Patientinnen und Patienten sowie deren Eltern über die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten in einer persönlichen Beratung zu informieren.</p><p>Zudem hat das Bundesamt für Gesundheit bereits die dieses Jahr erschienene Broschüre "Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)-Empfehlungen" finanziert, welche sich an ein breites Publikum wendet und über die Krankheit, ihre Ursachen, die präventiven Massnahmen und die Behandlungsmöglichkeiten der klassischen und der Alternativmedizin informiert (abrufbar unter http://www.suchtundaids.bag.admin.ch/imperia/md/content/forschung/48.pdf).</p><p>Der Bundesrat verweist im Übrigen auf seine Antworten zum gleichen Thema in Zusammenhang mit der Einfachen Anfrage Guisan (02.1079, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Brunner Christiane (02.3243, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Bortoluzzi (02.3775, Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche) und zur Anfrage Müller Walter (04.1179, Ritalinmissbrauch).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Ich fordere den Bundesrat auf:</p><p>1. ausführliche Informationen über die Nichtanerkennung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als Krankheit und über die möglichen Ursachen der Symptome einer ADHS zu verbreiten;</p><p>2. Broschüren herzustellen, mit deren Hilfe sich Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte über die Berichte der Heilmittelkonstrollstellen informieren können und über die wirklichen Wirkungen der Substanzen, die gegen ADHD oder Depressionen bei Kindern verschrieben werden;</p><p>3. eine Broschüre über alternative, nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden herauszugegeben und bei der Bevölkerung bekannt zu machen.</p>
    • Verschreibung gefährlicher psychotroper Medikamente. Fragwürdige Diagnosen und Verschreibung an Kinder und Jugendliche

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