Förderung der Trolleybusse

ShortId
05.3735
Id
20053735
Updated
27.07.2023 21:06
Language
de
Title
Förderung der Trolleybusse
AdditionalIndexing
48;Verkehrsinfrastruktur;schadstoffarmes Fahrzeug;regionaler Verkehr;Omnibus;Verkehrslinie
1
  • L05K1803010104, Omnibus
  • L04K18010107, regionaler Verkehr
  • L04K06010413, schadstoffarmes Fahrzeug
  • L05K1801021801, Verkehrslinie
  • L04K18020202, Verkehrsinfrastruktur
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Einige Schweizer Städte erweitern ihr Netz des Kollektivverkehrs mit Trolleybuslinien, vielerorts gab man dieses Verkehrsmittel jedoch auf. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das Genehmigungsverfahren für Trolleybuslinien, das vom Bund abhängig ist, langwierig ist und keinerlei Bundesbeiträge zugunsten der Errichtung oder Erweiterung solcher Verkehrslinien vorgesehen sind.</p><p>Der Trolleybus, der mit einheimischer Stromversorgung fährt, ist nicht nur aufgrund des explodierenden Dieselpreises eine vorteilhafte Alternative zum Bus. Auch die Schadstoff- und Lärmemissionen sind vergleichsweise geringer. Ausserdem haben Studien gezeigt, dass die Einführung einer Trolleybuslinie die Verlagerung vom privaten zum öffentlichen Verkehr besser fördert als eine Buslinie. Der Trolleybus ist auch eine gute Alternative zum Tram: Die Errichtung einer Trolleybuslinie ist zwanzigmal günstiger als die einer Tramlinie und kann in kürzerer Zeit bewerkstelligt werden.</p><p>Zudem ist die Schweizer Industrie gegenwärtig führend in der Entwicklung von Trolleybussen und deren Infrastruktur (Kummler &amp; Matter). Die Förderung dieses Transportmittels würde ebenfalls zur Aufrechterhaltung dieses Industriezweiges in der Schweiz beitragen.</p><p>Europaweit gesehen nimmt das Interesse am Trolleybus in zahlreichen westeuropäischen Ländern wieder zu, während er in Osteuropa noch immer ein klassisches Verkehrsmittel darstellt.</p>
  • <p>Der Bundesrat setzt sich dafür ein, dass die grossen Verkehrsprobleme der städtischen Zentren gelöst werden. Jeder Verkehrsträger weist spezifische Vor- und Nachteile auf und ist je nach Situation gemäss seinem komparativen Vorteil einzusetzen. Bundesbeiträge sollen dementsprechend künftig nicht an einzelne Objekte bezahlt werden, sondern Programmen zugute kommen. Diesen Grundsatz hat der Bundesrat in der Botschaft über den Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr und das Nationalstrassennetz vom 2. Dezember 2005 unterstrichen. Die Mitfinanzierung von Trolleybuslinien ist damit im Rahmen von entsprechenden Agglomerationsprogrammen möglich, allerdings beschränkt sich die Beteiligung des Bundes auf den Infrastrukturbereich.</p><p>Die Betriebskosten müssen die Kantone und die Verkehrsunternehmen übernehmen. Ihnen obliegt der Entscheid für Bus oder elektrisches Fahrzeug. Im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen für Verkehrsleistungen hat der Kanton die Möglichkeit, gewisse Bedingungen hinsichtlich der zur Leistungserfüllung erforderlichen Fahrzeuge vorzusehen. Ansonsten haben im betrieblichen Bereich die Unternehmen die Möglichkeit, die für sie optimale Lösung zu wählen. Das System Trolleybus hat in der Tat vor allem unter dem Gesichtspunkt der Ökologie und der Lärmbelastung eindeutig Vorteile. Es hat aber auch gewisse Nachteile: Dabei handelt es sich einerseits um die hohen Kosten (Investitionen für Stromversorgung und Fahrzeugbeschaffung) und andererseits um die geringe Flexibilität im Betrieb aufgrund der an das Trassee gebundenen Linienführung. Dieselbusse sind demgegenüber aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Flexibilität und Rentabilität für die Unternehmen stärker verbreitet. Beim Kauf neuer Fahrzeuge werden allerdings strenge Kriterien insbesondere hinsichtlich Abgasen und Lärm berücksichtigt. Ausserdem sind die Busse zunehmend mit Partikelfiltern ausgerüstet, welche die umweltrelevanten negativen Emissionen vermindern. So muss jedes Unternehmen unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen diese Kriterien gegeneinander abwägen, um zu einer optimalen Lösung zu kommen.</p><p>In der Agglomeration Genf z. B. ist die Mobilitätsbewältigung Gegenstand eines Richtplans. Aus diesem Richtplan, welcher durch den Staatsrat genehmigt und durch den Grossen Rat unterstützt wurde, resultiert eine Leistungsvereinbarung mit den TPG (Transports publics genevois). Diese Vereinbarung sieht vor, der Bevölkerung unter Berücksichtigung der Umwelt die besten Bedingungen im öffentlichen Verkehr zu bieten. Die TPG haben also insbesondere bei Beschaffung, Unterhalt und Betrieb von Rollmaterial alles zu unternehmen, um eine gute Qualität zu garantieren und die Anliegen der Umwelt zu berücksichtigen. Aufgrund der uns vorliegenden Informationen verfolgen die TPG intensiv die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien, welche u. a. den Kundenkomfort, die Luftqualität und die Produktivität der Fahrten verbessern könnten.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Zurzeit steigt der Dieselpreis kontinuierlich und die Bestimmungen der LRV und LSV können bei weitem noch nicht eingehalten werden. Trolleybusse könnten diesen Umständen entgegenwirken, weil sie wenig Energie benötigen, geringe Schadstoffemissionen und einen niedrigen Lärmpegel verursachen. Kann der Bundesrat erläutern, welche Massnahmen er zur Förderung der Trolleybusse als Transportmittel in der Agglomeration trifft?</p>
  • Förderung der Trolleybusse
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Einige Schweizer Städte erweitern ihr Netz des Kollektivverkehrs mit Trolleybuslinien, vielerorts gab man dieses Verkehrsmittel jedoch auf. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das Genehmigungsverfahren für Trolleybuslinien, das vom Bund abhängig ist, langwierig ist und keinerlei Bundesbeiträge zugunsten der Errichtung oder Erweiterung solcher Verkehrslinien vorgesehen sind.</p><p>Der Trolleybus, der mit einheimischer Stromversorgung fährt, ist nicht nur aufgrund des explodierenden Dieselpreises eine vorteilhafte Alternative zum Bus. Auch die Schadstoff- und Lärmemissionen sind vergleichsweise geringer. Ausserdem haben Studien gezeigt, dass die Einführung einer Trolleybuslinie die Verlagerung vom privaten zum öffentlichen Verkehr besser fördert als eine Buslinie. Der Trolleybus ist auch eine gute Alternative zum Tram: Die Errichtung einer Trolleybuslinie ist zwanzigmal günstiger als die einer Tramlinie und kann in kürzerer Zeit bewerkstelligt werden.</p><p>Zudem ist die Schweizer Industrie gegenwärtig führend in der Entwicklung von Trolleybussen und deren Infrastruktur (Kummler &amp; Matter). Die Förderung dieses Transportmittels würde ebenfalls zur Aufrechterhaltung dieses Industriezweiges in der Schweiz beitragen.</p><p>Europaweit gesehen nimmt das Interesse am Trolleybus in zahlreichen westeuropäischen Ländern wieder zu, während er in Osteuropa noch immer ein klassisches Verkehrsmittel darstellt.</p>
    • <p>Der Bundesrat setzt sich dafür ein, dass die grossen Verkehrsprobleme der städtischen Zentren gelöst werden. Jeder Verkehrsträger weist spezifische Vor- und Nachteile auf und ist je nach Situation gemäss seinem komparativen Vorteil einzusetzen. Bundesbeiträge sollen dementsprechend künftig nicht an einzelne Objekte bezahlt werden, sondern Programmen zugute kommen. Diesen Grundsatz hat der Bundesrat in der Botschaft über den Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr und das Nationalstrassennetz vom 2. Dezember 2005 unterstrichen. Die Mitfinanzierung von Trolleybuslinien ist damit im Rahmen von entsprechenden Agglomerationsprogrammen möglich, allerdings beschränkt sich die Beteiligung des Bundes auf den Infrastrukturbereich.</p><p>Die Betriebskosten müssen die Kantone und die Verkehrsunternehmen übernehmen. Ihnen obliegt der Entscheid für Bus oder elektrisches Fahrzeug. Im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen für Verkehrsleistungen hat der Kanton die Möglichkeit, gewisse Bedingungen hinsichtlich der zur Leistungserfüllung erforderlichen Fahrzeuge vorzusehen. Ansonsten haben im betrieblichen Bereich die Unternehmen die Möglichkeit, die für sie optimale Lösung zu wählen. Das System Trolleybus hat in der Tat vor allem unter dem Gesichtspunkt der Ökologie und der Lärmbelastung eindeutig Vorteile. Es hat aber auch gewisse Nachteile: Dabei handelt es sich einerseits um die hohen Kosten (Investitionen für Stromversorgung und Fahrzeugbeschaffung) und andererseits um die geringe Flexibilität im Betrieb aufgrund der an das Trassee gebundenen Linienführung. Dieselbusse sind demgegenüber aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Flexibilität und Rentabilität für die Unternehmen stärker verbreitet. Beim Kauf neuer Fahrzeuge werden allerdings strenge Kriterien insbesondere hinsichtlich Abgasen und Lärm berücksichtigt. Ausserdem sind die Busse zunehmend mit Partikelfiltern ausgerüstet, welche die umweltrelevanten negativen Emissionen vermindern. So muss jedes Unternehmen unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen diese Kriterien gegeneinander abwägen, um zu einer optimalen Lösung zu kommen.</p><p>In der Agglomeration Genf z. B. ist die Mobilitätsbewältigung Gegenstand eines Richtplans. Aus diesem Richtplan, welcher durch den Staatsrat genehmigt und durch den Grossen Rat unterstützt wurde, resultiert eine Leistungsvereinbarung mit den TPG (Transports publics genevois). Diese Vereinbarung sieht vor, der Bevölkerung unter Berücksichtigung der Umwelt die besten Bedingungen im öffentlichen Verkehr zu bieten. Die TPG haben also insbesondere bei Beschaffung, Unterhalt und Betrieb von Rollmaterial alles zu unternehmen, um eine gute Qualität zu garantieren und die Anliegen der Umwelt zu berücksichtigen. Aufgrund der uns vorliegenden Informationen verfolgen die TPG intensiv die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien, welche u. a. den Kundenkomfort, die Luftqualität und die Produktivität der Fahrten verbessern könnten.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Zurzeit steigt der Dieselpreis kontinuierlich und die Bestimmungen der LRV und LSV können bei weitem noch nicht eingehalten werden. Trolleybusse könnten diesen Umständen entgegenwirken, weil sie wenig Energie benötigen, geringe Schadstoffemissionen und einen niedrigen Lärmpegel verursachen. Kann der Bundesrat erläutern, welche Massnahmen er zur Förderung der Trolleybusse als Transportmittel in der Agglomeration trifft?</p>
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