Trinkwasserreserven der Schweiz
- ShortId
-
05.3769
- Id
-
20053769
- Updated
-
14.11.2025 08:50
- Language
-
de
- Title
-
Trinkwasserreserven der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
52;Bewirtschaftung der Ressourcen;Trinkwasser;Wasserreserven;Wasserwirtschaft
- 1
-
- L05K0603030210, Trinkwasser
- L04K06030409, Wasserreserven
- L05K0705030107, Wasserwirtschaft
- L04K06010301, Bewirtschaftung der Ressourcen
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Allem Anschein nach beschert uns die Natur immer häufiger einen Wasserüberschuss oder Wassermangel. Vorausblickend sollte berücksichtigt werden, dass wir dadurch auch in Zukunft mit Problemen rechnen müssen. Im freiburgischen und waadtländischen Broyetal veranlasste eine Studie, die vor ungefähr 15 Jahren von der ETHL durchgeführt wurde, die Behörden dazu, die Spannweite und Höhe von Brücken sowie Flussbette zu vergrössern, um den Abfluss grosser Wassermengen zu erleichtern. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass sich durch diese Vorkehrung die Überschwemmungskatastrophen an die Flussunterläufe verschieben.</p><p>Gleichzeitig werden heisse, regenlose Sommer immer häufiger, und derzeit besteht ein deutlicher Mangel an Grund- und Quellwasserreserven.</p><p>Wäre es nicht sinnvoll, bei starken Regenfällen Wasser mit Dämmen zurückzuhalten und es in Trockenzeiten über grossflächige Bewässerungssysteme, die aus den Seen gespeist werden, dem Wasserzyklus wieder zurückzuführen, um in der Schweiz einen optimalen Wasserhaushalt zu gewährleisten?</p><p>Auf diese Weise könnte man verhindern, dass grosse Wassermengen unkontrolliert abfliessen, Verwüstung und Probleme hinterlassen und sich schliesslich mit dem Salzwasser des Meeres vermischen, was zu einer Lücke in unseren Wasserreserven führt.</p>
- <p>Die Seen der Schweiz sind grosse natürliche Speicherbecken. Diese Speicher sind in verschiedener Hinsicht von Nutzen. Sie gewährleisten die Trinkwasserversorgung, schützen vor Hochwasser und dienen der Stromerzeugung.</p><p>Der Vorschlag des Postulanten, zusätzliche Rückhaltespeicher zu bauen, mag sich für aride Gebiete eignen. Eine optimale Nutzung der vorhandenen Speicherkapazitäten ist hierzulande sinnvoller und landschaftsschonender. </p><p>In den letzten Jahrzehnten sind vielerorts die Trinkwasserversorgungen ausgebaut und benachbarte Wasserversorgungen vernetzt worden. Dadurch konnte die Wasserversorgung bisher auch in Trockenperioden sichergestellt werden.</p><p>Fliessgewässer müssen unterhalb von Wasserentnahmestellen (auch für Bewässerungszwecke) über das ganze Jahr eine minimale Wassermenge führen. In Perioden mit geringen Niederschlägen können die Behörden jedoch Abweichungen von den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwassermengen bewilligen, um Schäden für die Landwirtschaft in einem erträglichen Rahmen zu halten. Es spricht nichts dagegen, dass auch die Landwirtschaft selbst zusätzliche Massnahmen zur Bekämpfung der Trockenheit vorkehrt, wie z. B. im Kanton Wallis, wo gemeinschaftlich erstellte und betriebene Bewässerungsanlagen schon seit alten Zeiten Schmelzwasser auch in Trockenperioden in die wasserärmeren Kantonsgebiete verteilen.</p><p>Systematische Erhebungen zur Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser existieren auf Bundesebene noch keine. Es wurden aber erste Vorbereitungen für das Projekt "Wasserversorgung 2025" getroffen, welches die Grundlagen zur mittel- und langfristigen Sicherstellung einer einwandfreien Wasserversorgung der Schweiz erarbeiten soll. Trink- und Brauchwasser soll, in der heutigen hohen Qualität und zu günstigen Preisen, auch künftig für die ganze Bevölkerung in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen, selbst in Jahren mit geringen Niederschlägen.</p><p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die heute vorhandenen Möglichkeiten der Wasserspeicherung ausreichen. Lokale Engpässe in der Wasserversorgung können problemlos beseitigt werden, wenn der eingeschlagene Weg (konsequenter Schutz der Wasservorkommen, Erstellung von Verbundleitungen, Erhöhung der Reservoirkapazitäten usw.) gezielt weiterverfolgt wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, wie unsere Trinkwasserreserven zukünftig verwaltet werden können. Er soll prüfen, ob zusätzliche Rückhaltedämme gebaut werden können und ob grossflächige, aus den Seen gespeiste Bewässerungssysteme möglich sind, damit unsere Trinkwasserreserven und -versorgung langfristig sichergestellt sind. Die Prüfung soll mit den in der Verwaltung zur Verfügung stehenden Mitteln erfolgen, also ohne Auftrag an eine externe Stelle und ohne Zusatzbudget.</p>
- Trinkwasserreserven der Schweiz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Allem Anschein nach beschert uns die Natur immer häufiger einen Wasserüberschuss oder Wassermangel. Vorausblickend sollte berücksichtigt werden, dass wir dadurch auch in Zukunft mit Problemen rechnen müssen. Im freiburgischen und waadtländischen Broyetal veranlasste eine Studie, die vor ungefähr 15 Jahren von der ETHL durchgeführt wurde, die Behörden dazu, die Spannweite und Höhe von Brücken sowie Flussbette zu vergrössern, um den Abfluss grosser Wassermengen zu erleichtern. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass sich durch diese Vorkehrung die Überschwemmungskatastrophen an die Flussunterläufe verschieben.</p><p>Gleichzeitig werden heisse, regenlose Sommer immer häufiger, und derzeit besteht ein deutlicher Mangel an Grund- und Quellwasserreserven.</p><p>Wäre es nicht sinnvoll, bei starken Regenfällen Wasser mit Dämmen zurückzuhalten und es in Trockenzeiten über grossflächige Bewässerungssysteme, die aus den Seen gespeist werden, dem Wasserzyklus wieder zurückzuführen, um in der Schweiz einen optimalen Wasserhaushalt zu gewährleisten?</p><p>Auf diese Weise könnte man verhindern, dass grosse Wassermengen unkontrolliert abfliessen, Verwüstung und Probleme hinterlassen und sich schliesslich mit dem Salzwasser des Meeres vermischen, was zu einer Lücke in unseren Wasserreserven führt.</p>
- <p>Die Seen der Schweiz sind grosse natürliche Speicherbecken. Diese Speicher sind in verschiedener Hinsicht von Nutzen. Sie gewährleisten die Trinkwasserversorgung, schützen vor Hochwasser und dienen der Stromerzeugung.</p><p>Der Vorschlag des Postulanten, zusätzliche Rückhaltespeicher zu bauen, mag sich für aride Gebiete eignen. Eine optimale Nutzung der vorhandenen Speicherkapazitäten ist hierzulande sinnvoller und landschaftsschonender. </p><p>In den letzten Jahrzehnten sind vielerorts die Trinkwasserversorgungen ausgebaut und benachbarte Wasserversorgungen vernetzt worden. Dadurch konnte die Wasserversorgung bisher auch in Trockenperioden sichergestellt werden.</p><p>Fliessgewässer müssen unterhalb von Wasserentnahmestellen (auch für Bewässerungszwecke) über das ganze Jahr eine minimale Wassermenge führen. In Perioden mit geringen Niederschlägen können die Behörden jedoch Abweichungen von den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwassermengen bewilligen, um Schäden für die Landwirtschaft in einem erträglichen Rahmen zu halten. Es spricht nichts dagegen, dass auch die Landwirtschaft selbst zusätzliche Massnahmen zur Bekämpfung der Trockenheit vorkehrt, wie z. B. im Kanton Wallis, wo gemeinschaftlich erstellte und betriebene Bewässerungsanlagen schon seit alten Zeiten Schmelzwasser auch in Trockenperioden in die wasserärmeren Kantonsgebiete verteilen.</p><p>Systematische Erhebungen zur Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser existieren auf Bundesebene noch keine. Es wurden aber erste Vorbereitungen für das Projekt "Wasserversorgung 2025" getroffen, welches die Grundlagen zur mittel- und langfristigen Sicherstellung einer einwandfreien Wasserversorgung der Schweiz erarbeiten soll. Trink- und Brauchwasser soll, in der heutigen hohen Qualität und zu günstigen Preisen, auch künftig für die ganze Bevölkerung in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen, selbst in Jahren mit geringen Niederschlägen.</p><p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die heute vorhandenen Möglichkeiten der Wasserspeicherung ausreichen. Lokale Engpässe in der Wasserversorgung können problemlos beseitigt werden, wenn der eingeschlagene Weg (konsequenter Schutz der Wasservorkommen, Erstellung von Verbundleitungen, Erhöhung der Reservoirkapazitäten usw.) gezielt weiterverfolgt wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, wie unsere Trinkwasserreserven zukünftig verwaltet werden können. Er soll prüfen, ob zusätzliche Rückhaltedämme gebaut werden können und ob grossflächige, aus den Seen gespeiste Bewässerungssysteme möglich sind, damit unsere Trinkwasserreserven und -versorgung langfristig sichergestellt sind. Die Prüfung soll mit den in der Verwaltung zur Verfügung stehenden Mitteln erfolgen, also ohne Auftrag an eine externe Stelle und ohne Zusatzbudget.</p>
- Trinkwasserreserven der Schweiz
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