Bericht über die Vereinbarkeit von Familie und Studium

ShortId
06.3321
Id
20063321
Updated
25.06.2025 00:08
Language
de
Title
Bericht über die Vereinbarkeit von Familie und Studium
AdditionalIndexing
28;32;Studium;Bericht;Familienpolitik;Kinderbetreuung;Stipendium;Eltern;Student/in;Familie (speziell)
1
  • L03K010303, Familie (speziell)
  • L04K13020110, Studium
  • L05K1301020101, Student/in
  • L04K01030301, Eltern
  • L03K020206, Bericht
  • L04K01040207, Kinderbetreuung
  • L04K13010208, Stipendium
  • L04K01030304, Familienpolitik
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Schweizerischen Universitäten und Fachhochschulen stellen die Studienpläne aufs Bologna-System um. Damit wird die Ausbildung stärker strukturiert, das Nebeneinander von Ausbildung und weiteren Verpflichtung (beispielsweise Familie oder Erwerbsarbeit) wird schwieriger. Diese Veränderungen bergen zwei Risiken: Einerseits werden noch mehr akademisch ausgebildete Frauen auf Kinder verzichten, weil die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familiengründung während des Studiums noch schwieriger wird. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass jene Frauen, die sich für Kinder entscheiden, das Studium nach dem Bachelor abbrechen und auf die Masterstufe verzichten. </p><p>Vor diesem Hintergrund müssen wir uns auch in der Schweiz überlegen, wie junge Paare während der biografischen Rush-Hour besser unterstützt werden können. Dabei rückt die Frage ins Blickfeld, wie die Familiengründung während der Ausbildungszeit erleichtert werden könnte. Die Vereinbarkeit von Familie und Studium respektive Ausbildung ist ein Thema, das auch auf europäischer Ebene intensiv diskutiert wird. </p><p>Junge Paare wünschen sich in der sehr grossen Mehrheit mindestens zwei Kinder. Die Realität ist aber eine völlig andere. Immer weniger Menschen können den Kinderwunsch Wirklichkeit werden lassen und verzichten nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund schlechter Rahmenbedingungen auf (weitere) Kinder. Heute erhalten die Frauen ihr erstes Kind durchschnittlich mit über 30 Jahren. Die späte Mutterschaft gilt als einer der wichtigsten Gründe für die sinkende Geburtenrate. Bei Frauen, die erst mit über 30 Jahren Mutter werden, steigt die Wahrscheinlichkeit stark, dass es bei einem Kind bleibt. Auch die zunehmende Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen (vier von zehn Akademikerinnen bleiben kinderlos, Tendenz stark und rasch steigend) ist zu einem guten Stück darauf zurückzuführen, dass die Frage, ob ein Paar eine Familie gründen will, immer weiter nach hinten geschoben wird. Nach wie vor gilt das Muster: "Zuerst die Ausbildung, dann der Berufseinstieg und die ersten Karriereschritte, und dann werde ich mich dann mit der Kinderfrage auseinandersetzen." Oft ist dann die biologische Uhr bereits abgelaufen, oder die Integration in die Berufswelt ist zu weit fortgeschritten, um das Abenteuer Familie zu wagen.</p>
  • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht darzustellen, wie die Vereinbarkeit von Familie respektive Familiengründung und Ausbildung/Studium verbessert werden könnte. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten für Studierende mit Elternpflichten heute bestehen, ihre Ausbildung zu organisieren und zu finanzieren. Ausgehend davon soll - auch aufgrund von Vergleichen mit anderen Ländern - dargestellt werden, welche Massnahmen die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung erleichtern könnten. Folgende Aspekte sollen dabei vertieft werden: </p><p>- Studienorganisation im Bologna-System;</p><p>- Kinderbetreuung und deren Finanzierung;</p><p>- Ausbildungsfinanzierung (Stipendien, Familiendarlehen usw.);</p><p>- Wohnen;</p><p>- Akademische Karriereplanung.</p>
  • Bericht über die Vereinbarkeit von Familie und Studium
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Schweizerischen Universitäten und Fachhochschulen stellen die Studienpläne aufs Bologna-System um. Damit wird die Ausbildung stärker strukturiert, das Nebeneinander von Ausbildung und weiteren Verpflichtung (beispielsweise Familie oder Erwerbsarbeit) wird schwieriger. Diese Veränderungen bergen zwei Risiken: Einerseits werden noch mehr akademisch ausgebildete Frauen auf Kinder verzichten, weil die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familiengründung während des Studiums noch schwieriger wird. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass jene Frauen, die sich für Kinder entscheiden, das Studium nach dem Bachelor abbrechen und auf die Masterstufe verzichten. </p><p>Vor diesem Hintergrund müssen wir uns auch in der Schweiz überlegen, wie junge Paare während der biografischen Rush-Hour besser unterstützt werden können. Dabei rückt die Frage ins Blickfeld, wie die Familiengründung während der Ausbildungszeit erleichtert werden könnte. Die Vereinbarkeit von Familie und Studium respektive Ausbildung ist ein Thema, das auch auf europäischer Ebene intensiv diskutiert wird. </p><p>Junge Paare wünschen sich in der sehr grossen Mehrheit mindestens zwei Kinder. Die Realität ist aber eine völlig andere. Immer weniger Menschen können den Kinderwunsch Wirklichkeit werden lassen und verzichten nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund schlechter Rahmenbedingungen auf (weitere) Kinder. Heute erhalten die Frauen ihr erstes Kind durchschnittlich mit über 30 Jahren. Die späte Mutterschaft gilt als einer der wichtigsten Gründe für die sinkende Geburtenrate. Bei Frauen, die erst mit über 30 Jahren Mutter werden, steigt die Wahrscheinlichkeit stark, dass es bei einem Kind bleibt. Auch die zunehmende Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen (vier von zehn Akademikerinnen bleiben kinderlos, Tendenz stark und rasch steigend) ist zu einem guten Stück darauf zurückzuführen, dass die Frage, ob ein Paar eine Familie gründen will, immer weiter nach hinten geschoben wird. Nach wie vor gilt das Muster: "Zuerst die Ausbildung, dann der Berufseinstieg und die ersten Karriereschritte, und dann werde ich mich dann mit der Kinderfrage auseinandersetzen." Oft ist dann die biologische Uhr bereits abgelaufen, oder die Integration in die Berufswelt ist zu weit fortgeschritten, um das Abenteuer Familie zu wagen.</p>
    • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht darzustellen, wie die Vereinbarkeit von Familie respektive Familiengründung und Ausbildung/Studium verbessert werden könnte. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten für Studierende mit Elternpflichten heute bestehen, ihre Ausbildung zu organisieren und zu finanzieren. Ausgehend davon soll - auch aufgrund von Vergleichen mit anderen Ländern - dargestellt werden, welche Massnahmen die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung erleichtern könnten. Folgende Aspekte sollen dabei vertieft werden: </p><p>- Studienorganisation im Bologna-System;</p><p>- Kinderbetreuung und deren Finanzierung;</p><p>- Ausbildungsfinanzierung (Stipendien, Familiendarlehen usw.);</p><p>- Wohnen;</p><p>- Akademische Karriereplanung.</p>
    • Bericht über die Vereinbarkeit von Familie und Studium

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