BFI-Botschaft 2008-2011. Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent jährlich
- ShortId
-
06.3350
- Id
-
20063350
- Updated
-
27.07.2023 20:19
- Language
-
de
- Title
-
BFI-Botschaft 2008-2011. Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent jährlich
- AdditionalIndexing
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36;32;Bildungspolitik;Wachstum;Verpflichtungskredit;Forschungsförderung;Technologieförderung;Wachstumsrate;Bildungshaushaltsplan
- 1
-
- L04K16020204, Forschungsförderung
- L06K070601051001, Technologieförderung
- L04K13030106, Bildungshaushaltsplan
- L03K130301, Bildungspolitik
- L04K11020306, Verpflichtungskredit
- L05K0202180501, Wachstumsrate
- L04K08020233, Wachstum
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Während andere Länder ihre Ausgaben in Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den letzten Jahren stark erhöht haben, ist dies der Schweiz bisher nur bedingt gelungen. Zwar besteht bei der Bevölkerung ein breiter Konsens, dass der Bildung und Forschung eine hohe Priorität zukommt. Doch diese Prioritätensetzung hat bisher zu wenig Eingang in die Finanzpolitik gefunden.</p><p>2. Die deutliche Annahme der neuen Bildungsverfassung mit 86 Prozent Ja-Stimmen (21. Mai 2006) ist zugleich ein Auftrag an Bund und Kantone, sich gemeinsam für einen qualitativ hochstehenden Bildungs- und Forschungsraum einzusetzen. Der Bund muss die Verantwortung für eine nachhaltige und zuverlässige Finanzierung der Forschung und Bildung ausserhalb der Volksschule übernehmen.</p><p>3. Um sämtliche Ziele der BFI-Politik zu erreichen, wäre eine jährliche Erhöhung der BFI-Budgets von 10 Prozent nötig. Mit Rücksicht auf die angespannte Lage der Bundesfinanzen, wird ein jährliches Wachstum der BFI-Mittel des Bundes um mindestens 6 Prozent gefordert.</p><p>4. Selbst mit einer Steigerung von 6 Prozent der Bundesmittel können nicht alle Leistungsaufträge der Institutionen im BFI-Bereich erfüllt werden. Es wird notwendig sein, die Prioritäten insbesondere in den folgenden Bereichen neu zu setzen:</p><p>- Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen in der Berufsbildung und bei den Fachhochschulen;</p><p>- höhere Beiträge an den Schweizerischen Nationalfonds für die Förderung der Grundlagenforschung;</p><p>- höhere Beiträge an die Förderagentur für Innovation für die Förderung der angewandten Forschung und Innovation;</p><p>- Abkehr vom Nullwachstum im gesamten ETH-Bereich, keine Inkaufnahme eines Leistungsabbaus;</p><p>- Berücksichtigung der steigenden Studierendenzahlen durch Erhöhung der Grundbeiträge an die Universitäten;</p><p>- Vollbeteiligung der Schweiz am 7. EU-Forschungsrahmenprogramm und an den EU-Bildungsprogrammen.</p><p>5. Weniger als 6 Prozent Steigerung ist ein Abbauszenario. Angesichts der Dynamik der internationalen Wissensgesellschaft würde unser Land recht bald Einbussen als Bildungs- und Innovationsstandort in Kauf nehmen müssen, die zukünftigen Generationen teuer zu stehen kämen.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der entscheidenden Rolle der Bildung, Forschung und Innovation für das Wohlergehen der Schweiz bewusst. Er räumt diesem Bereich in seiner Finanzplanung der nächsten Jahre einen prioritären Platz ein. Die Ziele, Massnahmen und Ressourcen für diesen Bereich werden in den Botschaften zur Beteiligung der Schweiz an den Forschungsprogrammen der EU 2007-2013, an den Programmen Bildung und Jugend der EU in den Jahren 2008-2013 sowie insbesondere in der Botschaft zur Förderung der Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2008-2011 im Detail vorgelegt.</p><p>1. Es ist richtig, dass andere Länder - insbesondere Finnland, Schweden, weitere EU-Staaten und Japan - beabsichtigen, ihre Ausgaben im BFI-Bereich stark zu erhöhen oder dies bereits seit einiger Zeit tun. Auch in der Schweiz weisen die Ausgaben des Bundes im Bereich Bildung und Forschung im Vergleich zu anderen Aufgabenbereichen überdurchschnittliche Zuwachsraten auf. Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen, die weiterhin grosser gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz zu erhalten. Seitens des Bundes wurde der BFI-Bereich auch in den Entlastungsprogrammen 2003 und 2004 prioritär behandelt, sodass er nach den Kürzungen in der laufenden Beitragsperiode immer noch einen Zuwachs von 4,1 Prozent aufweist.</p><p>2. Die Botschaft BFI 2008-2011 wird in Absprache mit den Kantonen vorgelegt werden. Im Geiste der neuen Verfassungsbestimmungen im BFI-Bereich haben im ersten Halbjahr 2006 wiederholt Aussprachen zwischen dem Bund und einer Delegation der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zu divergierenden Positionen von Prioritäten und Ressourcen des Bundes stattgefunden. Es wird wichtig sein, dass sich nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone zu einer prioritären Unterstützung des BFI-Bereiches verpflichten, als Basis für eine hohe Planungssicherheit für gemeinsame Absprachen. Der Bundesrat hat sich bereits für ein namhaftes Wachstum der Bundesmittel im BFI-Bereich ausgesprochen (durchschnittliches Wachstum von 4,5 Prozent pro Jahr). Erste Informationen aus den Kantonen zeigen, dass sie ebenfalls - in unterschiedlichem Masse - gesamthaft Steigerungen vorsehen.</p><p>3./4. Die Finanzierung der Eingaben der Forschungsorgane und Hochschulen, die Erreichung der gesetzlichen Maximal-Vorgaben im Bereich der Berufsbildung und der Fachhochschulen und die Sicherstellung der Beteiligung der Schweiz an den EU-Forschungs- und Bildungsprogrammen würden eine jährliche Erhöhung der BFI-Mittel von etwa 8 Prozent auf der Basis des vom Bundesrat verabschiedeten Budgets 2007 erfordern. Die dem Bund zur Verfügung stehenden Mittel, die Schuldenbremse der Verfassung und die anderen prioritären Aufgaben machen eine solche Erhöhung nicht möglich. Der Bundesrat hat am 5. Juli 2006 entschieden, im Finanzplan eine durchschnittliche jährliche Erhöhung der BFI-Mittel von 4,5 Prozent einzustellen, und das EDI und das EVD beauftragt, auf dieser Grundlage die Botschaft BFI 2008-2011 auszuarbeiten. Gleichzeitig beauftragte der Bundesrat das EDI und EVD, im Rahmen dieser Botschaft Revisionen des Berufsbildungs- und des Fachhochschulgesetzes zu unterbreiten. Er erwartet, dass sich auch die Kantone noch vermehrt in der Finanzierung des BFI-Bereiches engagieren.</p><p>5. Die vom Bundesrat vorgesehene Steigerung von 4,5 Prozent ermöglicht gegenüber der Periode 2004-2007 immer noch Erhöhungen der Mittel zugunsten des Bildungs- und Forschungsplatzes Schweiz. Die Botschaft BFI 2008-2011 wird die Richtung definieren, in die sich der Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich in unserem Land zugunsten der Gesellschaft, insbesondere der jungen und älteren Lernenden, und der Wirtschaft weiterentwickeln wird. Die Dynamik der internationalen Entwicklungen im BFI-Bereich ist das Umfeld, dem die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ausgesetzt ist. Es ist allerdings nicht nur eine Frage der finanziellen Ressourcen des Bundes, ob der Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz in Zukunft bestehen wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 (BFI-Botschaft 2008-2011), bezogen auf das Budget 2007, dem Parlament eine jährliche Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent vorzuschlagen.</p>
- BFI-Botschaft 2008-2011. Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent jährlich
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>1. Während andere Länder ihre Ausgaben in Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den letzten Jahren stark erhöht haben, ist dies der Schweiz bisher nur bedingt gelungen. Zwar besteht bei der Bevölkerung ein breiter Konsens, dass der Bildung und Forschung eine hohe Priorität zukommt. Doch diese Prioritätensetzung hat bisher zu wenig Eingang in die Finanzpolitik gefunden.</p><p>2. Die deutliche Annahme der neuen Bildungsverfassung mit 86 Prozent Ja-Stimmen (21. Mai 2006) ist zugleich ein Auftrag an Bund und Kantone, sich gemeinsam für einen qualitativ hochstehenden Bildungs- und Forschungsraum einzusetzen. Der Bund muss die Verantwortung für eine nachhaltige und zuverlässige Finanzierung der Forschung und Bildung ausserhalb der Volksschule übernehmen.</p><p>3. Um sämtliche Ziele der BFI-Politik zu erreichen, wäre eine jährliche Erhöhung der BFI-Budgets von 10 Prozent nötig. Mit Rücksicht auf die angespannte Lage der Bundesfinanzen, wird ein jährliches Wachstum der BFI-Mittel des Bundes um mindestens 6 Prozent gefordert.</p><p>4. Selbst mit einer Steigerung von 6 Prozent der Bundesmittel können nicht alle Leistungsaufträge der Institutionen im BFI-Bereich erfüllt werden. Es wird notwendig sein, die Prioritäten insbesondere in den folgenden Bereichen neu zu setzen:</p><p>- Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen in der Berufsbildung und bei den Fachhochschulen;</p><p>- höhere Beiträge an den Schweizerischen Nationalfonds für die Förderung der Grundlagenforschung;</p><p>- höhere Beiträge an die Förderagentur für Innovation für die Förderung der angewandten Forschung und Innovation;</p><p>- Abkehr vom Nullwachstum im gesamten ETH-Bereich, keine Inkaufnahme eines Leistungsabbaus;</p><p>- Berücksichtigung der steigenden Studierendenzahlen durch Erhöhung der Grundbeiträge an die Universitäten;</p><p>- Vollbeteiligung der Schweiz am 7. EU-Forschungsrahmenprogramm und an den EU-Bildungsprogrammen.</p><p>5. Weniger als 6 Prozent Steigerung ist ein Abbauszenario. Angesichts der Dynamik der internationalen Wissensgesellschaft würde unser Land recht bald Einbussen als Bildungs- und Innovationsstandort in Kauf nehmen müssen, die zukünftigen Generationen teuer zu stehen kämen.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der entscheidenden Rolle der Bildung, Forschung und Innovation für das Wohlergehen der Schweiz bewusst. Er räumt diesem Bereich in seiner Finanzplanung der nächsten Jahre einen prioritären Platz ein. Die Ziele, Massnahmen und Ressourcen für diesen Bereich werden in den Botschaften zur Beteiligung der Schweiz an den Forschungsprogrammen der EU 2007-2013, an den Programmen Bildung und Jugend der EU in den Jahren 2008-2013 sowie insbesondere in der Botschaft zur Förderung der Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2008-2011 im Detail vorgelegt.</p><p>1. Es ist richtig, dass andere Länder - insbesondere Finnland, Schweden, weitere EU-Staaten und Japan - beabsichtigen, ihre Ausgaben im BFI-Bereich stark zu erhöhen oder dies bereits seit einiger Zeit tun. Auch in der Schweiz weisen die Ausgaben des Bundes im Bereich Bildung und Forschung im Vergleich zu anderen Aufgabenbereichen überdurchschnittliche Zuwachsraten auf. Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen, die weiterhin grosser gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz zu erhalten. Seitens des Bundes wurde der BFI-Bereich auch in den Entlastungsprogrammen 2003 und 2004 prioritär behandelt, sodass er nach den Kürzungen in der laufenden Beitragsperiode immer noch einen Zuwachs von 4,1 Prozent aufweist.</p><p>2. Die Botschaft BFI 2008-2011 wird in Absprache mit den Kantonen vorgelegt werden. Im Geiste der neuen Verfassungsbestimmungen im BFI-Bereich haben im ersten Halbjahr 2006 wiederholt Aussprachen zwischen dem Bund und einer Delegation der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zu divergierenden Positionen von Prioritäten und Ressourcen des Bundes stattgefunden. Es wird wichtig sein, dass sich nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone zu einer prioritären Unterstützung des BFI-Bereiches verpflichten, als Basis für eine hohe Planungssicherheit für gemeinsame Absprachen. Der Bundesrat hat sich bereits für ein namhaftes Wachstum der Bundesmittel im BFI-Bereich ausgesprochen (durchschnittliches Wachstum von 4,5 Prozent pro Jahr). Erste Informationen aus den Kantonen zeigen, dass sie ebenfalls - in unterschiedlichem Masse - gesamthaft Steigerungen vorsehen.</p><p>3./4. Die Finanzierung der Eingaben der Forschungsorgane und Hochschulen, die Erreichung der gesetzlichen Maximal-Vorgaben im Bereich der Berufsbildung und der Fachhochschulen und die Sicherstellung der Beteiligung der Schweiz an den EU-Forschungs- und Bildungsprogrammen würden eine jährliche Erhöhung der BFI-Mittel von etwa 8 Prozent auf der Basis des vom Bundesrat verabschiedeten Budgets 2007 erfordern. Die dem Bund zur Verfügung stehenden Mittel, die Schuldenbremse der Verfassung und die anderen prioritären Aufgaben machen eine solche Erhöhung nicht möglich. Der Bundesrat hat am 5. Juli 2006 entschieden, im Finanzplan eine durchschnittliche jährliche Erhöhung der BFI-Mittel von 4,5 Prozent einzustellen, und das EDI und das EVD beauftragt, auf dieser Grundlage die Botschaft BFI 2008-2011 auszuarbeiten. Gleichzeitig beauftragte der Bundesrat das EDI und EVD, im Rahmen dieser Botschaft Revisionen des Berufsbildungs- und des Fachhochschulgesetzes zu unterbreiten. Er erwartet, dass sich auch die Kantone noch vermehrt in der Finanzierung des BFI-Bereiches engagieren.</p><p>5. Die vom Bundesrat vorgesehene Steigerung von 4,5 Prozent ermöglicht gegenüber der Periode 2004-2007 immer noch Erhöhungen der Mittel zugunsten des Bildungs- und Forschungsplatzes Schweiz. Die Botschaft BFI 2008-2011 wird die Richtung definieren, in die sich der Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich in unserem Land zugunsten der Gesellschaft, insbesondere der jungen und älteren Lernenden, und der Wirtschaft weiterentwickeln wird. Die Dynamik der internationalen Entwicklungen im BFI-Bereich ist das Umfeld, dem die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ausgesetzt ist. Es ist allerdings nicht nur eine Frage der finanziellen Ressourcen des Bundes, ob der Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz in Zukunft bestehen wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 (BFI-Botschaft 2008-2011), bezogen auf das Budget 2007, dem Parlament eine jährliche Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent vorzuschlagen.</p>
- BFI-Botschaft 2008-2011. Krediterhöhung um mindestens 6 Prozent jährlich
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