Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Strategie des Bundesrates

ShortId
06.3699
Id
20063699
Updated
24.06.2025 23:32
Language
de
Title
Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Strategie des Bundesrates
AdditionalIndexing
66;55;Getreide;Landesversorgung;Ethanol;Energieversorgung;Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung;Bioenergie;Sicherung der Versorgung
1
  • L05K0402010402, Landesversorgung
  • L04K10010107, Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung
  • L05K1701010607, Energieversorgung
  • L05K0701030905, Sicherung der Versorgung
  • L03K170501, Bioenergie
  • L05K1701010102, Ethanol
  • L04K14020205, Getreide
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Nahrungsmittel- und Energieversorgung hat die Parlamentarierinnen und Parlamentarier bereits mehrmals beschäftigt (siehe Interpellationen 01.3462 Dunant und 05.3090 Menétrey-Savary). Doch das Jahr 2006 birgt das Risiko, dass jegliches Vertrauen in die Nahrungsmittel- und Energiesicherheit vollständig und dauerhaft zerstört wird, und bei zahlreichen Experten läuten bereits die Alarmglocken. So lässt sich weltweit ein grundlegender und äusserst schneller Wandel der Strategien jener Staaten beobachten, die traditionell als Exporteure von landwirtschaftlichen Rohstoffen gelten. Überall lässt sich eine Verschiebung der landwirtschaftlichen Produktion hin zur Gewinnung von Energie als Alternative zu Erdöl und anderen fossilen Energiequellen feststellen. So hat beispielsweise Belgien eine Fabrik in Betrieb genommen, mit der 750 000 Tonnen Getreide, also rund die Hälfte seiner Produktion, in Ethanol umgewandelt werden können. Die Folgen davon sind, dass die weltweiten Getreidevorräte drastisch gesunken sind, und zwar um eine Menge, die dem Verbrauch der Weltbevölkerung von mehr als 57 Tagen entspricht. Angesichts der Tatsache, dass der weltweite Getreidekonsum in den letzten zwei Jahren die Produktion um elf Tage überstieg, ist keine Besserung in Sicht. Die Selbstversorgungsrate unseres Landes liegt bei 60 Prozent, und die Politik der letzten Jahre zielte aus Kostengründen auf eine drastische Verkleinerung der Pflichtlager ab. In Anbetracht dessen scheint es jetzt dringend notwendig, die für den Fall von erheblichen Versorgungsengpässen auf dem Weltmarkt vorgesehene Strategie anzupassen, und zwar sowohl in Bezug auf die Nahrungsmittel- als auch auf die Energieversorgung. Gegenwärtig sind die Preise für verschiedene landwirtschaftliche Rohstoffen stark am Steigen, und das sinkende Angebot hat sogar dazu geführt, dass ein Land wie Indien, das sich bis vor Kurzem rühmte, es könne jederzeit für die vollständige Nahrungsmittelversorgung der Schweiz aufkommen, erfolglos versucht hat, Getreide für den Eigenbedarf des Landes zu importieren.</p>
  • <p>Das zuständige Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement wird im Rahmen des Berichts über die Pflichtlagerpolitik 2008-2011 die im Postulat angesprochenen Versorgungsrisiken und Fragen zur Versorgungssicherung im Ernährungs- und Energiebereich analysieren und die Pflichtlagerstrategie der Schweiz aktualisieren. In diesem Bericht, welcher im Herbst 2007 vorliegen soll, werden auch konkrete Massnahmen festgelegt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Ich ersuche den Bundesrat, einen ausführlichen Bericht über die wachsenden Risiken in der Nahrungsmittel- und Energieversorgung auszuarbeiten. Der Bericht soll auch über die konkreten Massnahmen informieren, die der Bundesrat innerhalb und ausserhalb der Schweiz zu treffen beabsichtigt, um diese Risiken und das Ausmass der damit verbundenen möglichen finanziellen Auswirkungen zu verringern.</p><p>Der Bundesrat soll das Parlament insbesondere über die Notwendigkeit, unsere Pflichtlagerpolitik anzupassen, informieren und die Massnahmen nennen, mit denen er beabsichtigt, die Energieabhängigkeit der Schweiz gegenüber dem Ausland zu verringern, besonders gegenüber Russland, das den Anschein macht, seine Energieressourcen als Druckmittel gegen westeuropäische Staaten einsetzen zu wollen.</p>
  • Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Strategie des Bundesrates
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Nahrungsmittel- und Energieversorgung hat die Parlamentarierinnen und Parlamentarier bereits mehrmals beschäftigt (siehe Interpellationen 01.3462 Dunant und 05.3090 Menétrey-Savary). Doch das Jahr 2006 birgt das Risiko, dass jegliches Vertrauen in die Nahrungsmittel- und Energiesicherheit vollständig und dauerhaft zerstört wird, und bei zahlreichen Experten läuten bereits die Alarmglocken. So lässt sich weltweit ein grundlegender und äusserst schneller Wandel der Strategien jener Staaten beobachten, die traditionell als Exporteure von landwirtschaftlichen Rohstoffen gelten. Überall lässt sich eine Verschiebung der landwirtschaftlichen Produktion hin zur Gewinnung von Energie als Alternative zu Erdöl und anderen fossilen Energiequellen feststellen. So hat beispielsweise Belgien eine Fabrik in Betrieb genommen, mit der 750 000 Tonnen Getreide, also rund die Hälfte seiner Produktion, in Ethanol umgewandelt werden können. Die Folgen davon sind, dass die weltweiten Getreidevorräte drastisch gesunken sind, und zwar um eine Menge, die dem Verbrauch der Weltbevölkerung von mehr als 57 Tagen entspricht. Angesichts der Tatsache, dass der weltweite Getreidekonsum in den letzten zwei Jahren die Produktion um elf Tage überstieg, ist keine Besserung in Sicht. Die Selbstversorgungsrate unseres Landes liegt bei 60 Prozent, und die Politik der letzten Jahre zielte aus Kostengründen auf eine drastische Verkleinerung der Pflichtlager ab. In Anbetracht dessen scheint es jetzt dringend notwendig, die für den Fall von erheblichen Versorgungsengpässen auf dem Weltmarkt vorgesehene Strategie anzupassen, und zwar sowohl in Bezug auf die Nahrungsmittel- als auch auf die Energieversorgung. Gegenwärtig sind die Preise für verschiedene landwirtschaftliche Rohstoffen stark am Steigen, und das sinkende Angebot hat sogar dazu geführt, dass ein Land wie Indien, das sich bis vor Kurzem rühmte, es könne jederzeit für die vollständige Nahrungsmittelversorgung der Schweiz aufkommen, erfolglos versucht hat, Getreide für den Eigenbedarf des Landes zu importieren.</p>
    • <p>Das zuständige Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement wird im Rahmen des Berichts über die Pflichtlagerpolitik 2008-2011 die im Postulat angesprochenen Versorgungsrisiken und Fragen zur Versorgungssicherung im Ernährungs- und Energiebereich analysieren und die Pflichtlagerstrategie der Schweiz aktualisieren. In diesem Bericht, welcher im Herbst 2007 vorliegen soll, werden auch konkrete Massnahmen festgelegt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Ich ersuche den Bundesrat, einen ausführlichen Bericht über die wachsenden Risiken in der Nahrungsmittel- und Energieversorgung auszuarbeiten. Der Bericht soll auch über die konkreten Massnahmen informieren, die der Bundesrat innerhalb und ausserhalb der Schweiz zu treffen beabsichtigt, um diese Risiken und das Ausmass der damit verbundenen möglichen finanziellen Auswirkungen zu verringern.</p><p>Der Bundesrat soll das Parlament insbesondere über die Notwendigkeit, unsere Pflichtlagerpolitik anzupassen, informieren und die Massnahmen nennen, mit denen er beabsichtigt, die Energieabhängigkeit der Schweiz gegenüber dem Ausland zu verringern, besonders gegenüber Russland, das den Anschein macht, seine Energieressourcen als Druckmittel gegen westeuropäische Staaten einsetzen zu wollen.</p>
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