Förderung der Wärmepumpenforschung

ShortId
06.3747
Id
20063747
Updated
28.07.2023 06:18
Language
de
Title
Förderung der Wärmepumpenforschung
AdditionalIndexing
66;Energieforschung;Elektrizitätsindustrie;Mitfinanzierung;Technologietransfer;Wärmepumpe
1
  • L04K17010108, Energieforschung
  • L05K0706010511, Technologietransfer
  • L04K17050401, Wärmepumpe
  • L04K11090207, Mitfinanzierung
  • L03K170303, Elektrizitätsindustrie
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Wärmepumpen werden eingesetzt als Heizsysteme für Raumwärme und Warmwasser. Sie benötigen dazu Umweltwärme und Elektrizität. Im Erdreich, Grundwasser und ARA-Abwasser liegen in der Nähe von potenziellen Nutzern 169 Petajoule (PJ) Umweltwärme. Aus der Luft können weitere 300 PJ genutzt werden. Insgesamt sind es 469 PJ, welche erlauben, über 1400 PJ Nutzwärme zu erzeugen. Dies würde genügen, die ganze Schweiz rund fünfmal zu beheizen!</p><p>Im Jahr 2005 wurden rund 45 000 Heizsysteme installiert, davon 80 Prozent in Sanierungen. Wärmepumpen dominieren den Neubaumarkt mit einem Marktanteil um 60 Prozent. Der Sanierungsmarkt ist aber durch Kessel besetzt mit 30 000 Stück gegenüber 2000 Wärmepumpen. Das Potenzial liegt eindeutig bei der Sanierung bestehender Heizungen.</p><p>Mit einer Intensivierung und Beschleunigung der Forschungsanstrengungen erweitert sich das Potenzial auf 400 000 Wärmepumpen. Diese würden 90 000 Elektro-Heizungen und 310 000 Ölkessel ersetzen. Parallel würden 90 000 Gaskessel durch Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen ersetzt, um den notwendigen Antriebsstrom CO2-neutral bereitzustellen. </p><p>Die CO2-Emissionen der ganzen Schweiz würden damit um gut 10 Prozent reduziert. Keine andere Technologie besitzt ein so grosses Potenzial für die Reduktion der CO2-Emissionen. </p><p>Die Wärmepumpen-Technologien sind heute reif und werden mit zunehmendem Erfolg eingesetzt. Aber das Entwicklungspotenzial bleibt beachtlich. Um obgenanntes Potenzial zu erreichen, sind folgende Forschungsschwerpunkte zu intensivieren: Sanierungsmarkt, Aufbereitung von Warmwasser, Neubaumarkt, Wärmequelle Luft.</p><p>Die entsprechenden Programme sind im Sinne eines PPP-Projekts (z. B. innerhalb der KTI) zu lancieren und helfen so mit, diese Technologie auch international richtig zu vermarkten.</p>
  • <p>Die CO2-Intensität der Schweiz im Bereich Heizung und Warmwasser liegt sehr hoch, da etwa 80 Prozent der Bedarfsdeckung durch fossile Brennstoffe erfolgt. Fast die Hälfte der CO2-Emissionen des Landes werden durch Gas- und Ölkessel verursacht. Das Potenzial des Ersatzes durch Wärmepumpen ist beachtlich.</p><p>Die Wärmepumpen-Technologien sind heute reif und werden mit zunehmendem Erfolg eingesetzt: Im 2006 wurden 16 300 Gaskessel, 15 800 Wärmepumpen und 13 200 Ölkessel installiert. Die heutige beste Effizienz von Wärmepumpen kann allerdings noch verdoppelt werden. Angesichts der künftigen Rolle der Wärmepumpen als dominierende Heizungsart ist die weitere Verbesserung erwünscht.</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. Februar 2007 zur Energiestrategie Schweiz eine 4-Säulen-Politik beschlossen, die auf den Pfeilern Energieeffizienzmassnahmen, Förderung der erneuerbaren Energien, Energieaussenpolitik sowie Grosskraftwerke beruht. Der Bundesrat erteilte dem UVEK den Auftrag, bis Ende 2007 Aktionspläne zu Energieeffizienzmassnahmen in allen Bereichen sowie zur Förderung der erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Der Bundesrat wird Ende 2007 nach Vorliegen dieser Aktionspläne über Art und Umfang der zu treffenden Massnahmen entscheiden. Das UVEK wird im Rahmen der Erstellung der Aktionspläne auch Massnahmen gemäss dem Inhalt der vorliegenden Motion prüfen. Da also die Entscheidungen über die einzelnen Massnahmen noch ausstehen, kann sich der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht darauf festlegen und lehnt aus diesem formalen Grund die Motion ab.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, den Vorstoss in einen Prüfungsauftrag abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008 bis 2011 (BFI-Botschaft 2008-2011) dem Parlament einen jährlichen Kredit von 30 Millionen Franken für die Forschung sowie den Technologietransfer auf dem Gebiete der Wärmepumpen zu beantragen und diese Mittel in den Budgets ab dem Jahre 2008 einzustellen. Das entsprechende Programm soll als Modell einer zukunftsweisenden Public Private Partnership konzipiert werden, bei welchem sich die Stromwirtschaft sowie die produzierende Industrie angemessen beteiligen.</p>
  • Förderung der Wärmepumpenforschung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Wärmepumpen werden eingesetzt als Heizsysteme für Raumwärme und Warmwasser. Sie benötigen dazu Umweltwärme und Elektrizität. Im Erdreich, Grundwasser und ARA-Abwasser liegen in der Nähe von potenziellen Nutzern 169 Petajoule (PJ) Umweltwärme. Aus der Luft können weitere 300 PJ genutzt werden. Insgesamt sind es 469 PJ, welche erlauben, über 1400 PJ Nutzwärme zu erzeugen. Dies würde genügen, die ganze Schweiz rund fünfmal zu beheizen!</p><p>Im Jahr 2005 wurden rund 45 000 Heizsysteme installiert, davon 80 Prozent in Sanierungen. Wärmepumpen dominieren den Neubaumarkt mit einem Marktanteil um 60 Prozent. Der Sanierungsmarkt ist aber durch Kessel besetzt mit 30 000 Stück gegenüber 2000 Wärmepumpen. Das Potenzial liegt eindeutig bei der Sanierung bestehender Heizungen.</p><p>Mit einer Intensivierung und Beschleunigung der Forschungsanstrengungen erweitert sich das Potenzial auf 400 000 Wärmepumpen. Diese würden 90 000 Elektro-Heizungen und 310 000 Ölkessel ersetzen. Parallel würden 90 000 Gaskessel durch Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen ersetzt, um den notwendigen Antriebsstrom CO2-neutral bereitzustellen. </p><p>Die CO2-Emissionen der ganzen Schweiz würden damit um gut 10 Prozent reduziert. Keine andere Technologie besitzt ein so grosses Potenzial für die Reduktion der CO2-Emissionen. </p><p>Die Wärmepumpen-Technologien sind heute reif und werden mit zunehmendem Erfolg eingesetzt. Aber das Entwicklungspotenzial bleibt beachtlich. Um obgenanntes Potenzial zu erreichen, sind folgende Forschungsschwerpunkte zu intensivieren: Sanierungsmarkt, Aufbereitung von Warmwasser, Neubaumarkt, Wärmequelle Luft.</p><p>Die entsprechenden Programme sind im Sinne eines PPP-Projekts (z. B. innerhalb der KTI) zu lancieren und helfen so mit, diese Technologie auch international richtig zu vermarkten.</p>
    • <p>Die CO2-Intensität der Schweiz im Bereich Heizung und Warmwasser liegt sehr hoch, da etwa 80 Prozent der Bedarfsdeckung durch fossile Brennstoffe erfolgt. Fast die Hälfte der CO2-Emissionen des Landes werden durch Gas- und Ölkessel verursacht. Das Potenzial des Ersatzes durch Wärmepumpen ist beachtlich.</p><p>Die Wärmepumpen-Technologien sind heute reif und werden mit zunehmendem Erfolg eingesetzt: Im 2006 wurden 16 300 Gaskessel, 15 800 Wärmepumpen und 13 200 Ölkessel installiert. Die heutige beste Effizienz von Wärmepumpen kann allerdings noch verdoppelt werden. Angesichts der künftigen Rolle der Wärmepumpen als dominierende Heizungsart ist die weitere Verbesserung erwünscht.</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. Februar 2007 zur Energiestrategie Schweiz eine 4-Säulen-Politik beschlossen, die auf den Pfeilern Energieeffizienzmassnahmen, Förderung der erneuerbaren Energien, Energieaussenpolitik sowie Grosskraftwerke beruht. Der Bundesrat erteilte dem UVEK den Auftrag, bis Ende 2007 Aktionspläne zu Energieeffizienzmassnahmen in allen Bereichen sowie zur Förderung der erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Der Bundesrat wird Ende 2007 nach Vorliegen dieser Aktionspläne über Art und Umfang der zu treffenden Massnahmen entscheiden. Das UVEK wird im Rahmen der Erstellung der Aktionspläne auch Massnahmen gemäss dem Inhalt der vorliegenden Motion prüfen. Da also die Entscheidungen über die einzelnen Massnahmen noch ausstehen, kann sich der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht darauf festlegen und lehnt aus diesem formalen Grund die Motion ab.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, den Vorstoss in einen Prüfungsauftrag abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008 bis 2011 (BFI-Botschaft 2008-2011) dem Parlament einen jährlichen Kredit von 30 Millionen Franken für die Forschung sowie den Technologietransfer auf dem Gebiete der Wärmepumpen zu beantragen und diese Mittel in den Budgets ab dem Jahre 2008 einzustellen. Das entsprechende Programm soll als Modell einer zukunftsweisenden Public Private Partnership konzipiert werden, bei welchem sich die Stromwirtschaft sowie die produzierende Industrie angemessen beteiligen.</p>
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