Direkte Autobahnverbindung Yverdon-Genf
- ShortId
-
06.3750
- Id
-
20063750
- Updated
-
28.07.2023 09:56
- Language
-
de
- Title
-
Direkte Autobahnverbindung Yverdon-Genf
- AdditionalIndexing
-
48;Strassennetz;Nationalstrassenbau;Verkehrsstau;Genf (Kanton);Waadt;Verkehrslinie
- 1
-
- L06K070503010401, Nationalstrassenbau
- L05K1801021801, Verkehrslinie
- L04K18030102, Strassennetz
- L04K18010219, Verkehrsstau
- L05K0301010106, Genf (Kanton)
- L05K0301010120, Waadt
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Es besteht Einigkeit darüber, dass in den nächsten Jahrzehnten mit einer Überlastung der Autobahn zwischen Lausanne und Genf gerechnet werden muss - an der Bedeutung von Genf und am Wachstum des Arc Lémanique gibt es keinen Zweifel. Wie ein Blick auf die Karte zeigt, befindet sich Genf am Ende eines aus dem Genfersee und dem Jura geformten Trichters. </p><p>Drei aus der ganzen Schweiz kommende Autobahnen führen den Verkehr in den Kanton Waadt, doch nach Lausanne gibt es nur eine Autobahn, die nach Genf - einem wichtigen Platz der internationalen Politik und Wirtschaft - und zu seinem Flughafen führt. Ein drittes Eisenbahngleis reicht nicht aus, um das Problem der Verkehrsüberlastung zu lösen. Auch eine Verbreiterung der Autobahn oder der Bau einer Umfahrung im Westen von Lausanne kann das Problem nicht vollständig lösen, und zudem wären beide Lösungen schwer realisierbar. </p><p>Da die bestehende Autobahn in der Nähe liegt, lohnt es sich, die Variante einer Autobahn am Fusse des Juras mit einer Mindestzahl von Ein- und Ausfahrten als mögliche zukünftige Lösung und als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr zu prüfen. Damit könnte verhindert werden, dass der gesamte Verkehr von Neuenburg, Bern, Basel und Zürich in Richtung Genf die überlasteten Streckenabschnitte im Westen von Lausanne sowie zwischen Nyon und Genf benutzen müsste.</p>
- <p>Es trifft zu, dass gewisse Abschnitte der Nationalstrasse zwischen Lausanne und Genf regelmässig überlastet sind. Die Annahme hingegen, dass der Transitverkehr von Neuenburg, Bern, Basel oder Zürich nach Genf zu diesem Missstand führe, ist unzutreffend. Eine diesbezügliche Überprüfung mit dem Instrument "Verkehrsmodell des UVEK" (VM-UVEK) hat gezeigt, dass beim Querschnitt Vengeron höchstens 15 Prozent des Verkehrs von weiter entfernt als Yverdon-les-Bains stammen. Die Überlastungen entstehen infolge des hohen Anteils von Agglomerationsverkehr, welcher aus der nahen Umgebung der betroffenen Abschnitte stammt.</p><p>Eine neue Nationalstrassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf mit Anschlüssen im Bereich Orbe, Bière und einem Anschluss an die Strasse Nyon-St-Cergue würde die N1 werktags lediglich um 6000 bis 10 000 Fahrzeuge entlasten. Auf der neuen Verbindung würden gemäss Berechnungen höchstens 10 000 Fahrzeuge pro Werktag verkehren. Erfahrungsgemäss ist der Anteil des lokalen und regionalen Verkehrs am Verkehrsaufkommen in Spitzenstunden erhöht. Aus diesem Grund wird die Wirkung der neuen Verbindung auf die Überlastungsprobleme auf der N1 noch weiter abgeschwächt. Diese Ausgangslage führt dazu, dass die Erstellung dieser neuen Nationalstrassenverbindung ein unvorteilhaftes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen wird und aus diesem Grund nicht realisiert werden soll.</p><p>Im Weiteren ist zu befürchten, dass die Realisierung einer neuen direkten Strassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf in dieser aktuell schwach besiedelten Region unerwünschte Folgen auf die Raumentwicklung mit sich zieht (erhöhtes Risiko der Siedlungserweiterung und Zersiedlung).</p><p>Unter diesen Umständen ist eine neue, direkte Nationalstrassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf abzulehnen. Die Stauproblematik auf der Nationalstrasse zwischen Lausanne und Genf wird durch den Bundesrat jedoch ernst genommen. Davon zeugen die Ausführungen im Sachplan Verkehr, Teil Programm, welcher vom Bundesrat am 26. April 2006 beschlossen wurde. Im verbindlichen Handlungsgrundsatz R6.3 wird festgehalten, dass der Bund mit einem raumbezogenen Konzept für den Korridor Genf-Lausanne-Vevey-Montreux aufzeigt, mit welchen betrieblichen und baulichen Massnahmen die Funktionalität der Verkehrsinfrastrukturen von gesamtschweizerischer Bedeutung kurz-, mittel- und längerfristig erhalten werden kann. Diese Arbeiten werden im Programm zur Engpassbeseitigung auf dem Nationalstrassennetz (PEB) behandelt. Das Programm muss bis Ende 2009 den Räten vorgelegt werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Im Rahmen der Überprüfung des Nationalstrassennetzes wird der Bundesrat beauftragt, den Bau einer direkten Autobahnverbindung zwischen Yverdon und Genf zu prüfen, allenfalls mit der Option auf eine zusätzliche Abzweigung Richtung Frankreich. Mit einer solchen Verbindung könnte die Autobahn zwischen Lausanne und Genf entlastet werden.</p>
- Direkte Autobahnverbindung Yverdon-Genf
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Es besteht Einigkeit darüber, dass in den nächsten Jahrzehnten mit einer Überlastung der Autobahn zwischen Lausanne und Genf gerechnet werden muss - an der Bedeutung von Genf und am Wachstum des Arc Lémanique gibt es keinen Zweifel. Wie ein Blick auf die Karte zeigt, befindet sich Genf am Ende eines aus dem Genfersee und dem Jura geformten Trichters. </p><p>Drei aus der ganzen Schweiz kommende Autobahnen führen den Verkehr in den Kanton Waadt, doch nach Lausanne gibt es nur eine Autobahn, die nach Genf - einem wichtigen Platz der internationalen Politik und Wirtschaft - und zu seinem Flughafen führt. Ein drittes Eisenbahngleis reicht nicht aus, um das Problem der Verkehrsüberlastung zu lösen. Auch eine Verbreiterung der Autobahn oder der Bau einer Umfahrung im Westen von Lausanne kann das Problem nicht vollständig lösen, und zudem wären beide Lösungen schwer realisierbar. </p><p>Da die bestehende Autobahn in der Nähe liegt, lohnt es sich, die Variante einer Autobahn am Fusse des Juras mit einer Mindestzahl von Ein- und Ausfahrten als mögliche zukünftige Lösung und als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr zu prüfen. Damit könnte verhindert werden, dass der gesamte Verkehr von Neuenburg, Bern, Basel und Zürich in Richtung Genf die überlasteten Streckenabschnitte im Westen von Lausanne sowie zwischen Nyon und Genf benutzen müsste.</p>
- <p>Es trifft zu, dass gewisse Abschnitte der Nationalstrasse zwischen Lausanne und Genf regelmässig überlastet sind. Die Annahme hingegen, dass der Transitverkehr von Neuenburg, Bern, Basel oder Zürich nach Genf zu diesem Missstand führe, ist unzutreffend. Eine diesbezügliche Überprüfung mit dem Instrument "Verkehrsmodell des UVEK" (VM-UVEK) hat gezeigt, dass beim Querschnitt Vengeron höchstens 15 Prozent des Verkehrs von weiter entfernt als Yverdon-les-Bains stammen. Die Überlastungen entstehen infolge des hohen Anteils von Agglomerationsverkehr, welcher aus der nahen Umgebung der betroffenen Abschnitte stammt.</p><p>Eine neue Nationalstrassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf mit Anschlüssen im Bereich Orbe, Bière und einem Anschluss an die Strasse Nyon-St-Cergue würde die N1 werktags lediglich um 6000 bis 10 000 Fahrzeuge entlasten. Auf der neuen Verbindung würden gemäss Berechnungen höchstens 10 000 Fahrzeuge pro Werktag verkehren. Erfahrungsgemäss ist der Anteil des lokalen und regionalen Verkehrs am Verkehrsaufkommen in Spitzenstunden erhöht. Aus diesem Grund wird die Wirkung der neuen Verbindung auf die Überlastungsprobleme auf der N1 noch weiter abgeschwächt. Diese Ausgangslage führt dazu, dass die Erstellung dieser neuen Nationalstrassenverbindung ein unvorteilhaftes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen wird und aus diesem Grund nicht realisiert werden soll.</p><p>Im Weiteren ist zu befürchten, dass die Realisierung einer neuen direkten Strassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf in dieser aktuell schwach besiedelten Region unerwünschte Folgen auf die Raumentwicklung mit sich zieht (erhöhtes Risiko der Siedlungserweiterung und Zersiedlung).</p><p>Unter diesen Umständen ist eine neue, direkte Nationalstrassenverbindung zwischen Yverdon-les-Bains und Genf abzulehnen. Die Stauproblematik auf der Nationalstrasse zwischen Lausanne und Genf wird durch den Bundesrat jedoch ernst genommen. Davon zeugen die Ausführungen im Sachplan Verkehr, Teil Programm, welcher vom Bundesrat am 26. April 2006 beschlossen wurde. Im verbindlichen Handlungsgrundsatz R6.3 wird festgehalten, dass der Bund mit einem raumbezogenen Konzept für den Korridor Genf-Lausanne-Vevey-Montreux aufzeigt, mit welchen betrieblichen und baulichen Massnahmen die Funktionalität der Verkehrsinfrastrukturen von gesamtschweizerischer Bedeutung kurz-, mittel- und längerfristig erhalten werden kann. Diese Arbeiten werden im Programm zur Engpassbeseitigung auf dem Nationalstrassennetz (PEB) behandelt. Das Programm muss bis Ende 2009 den Räten vorgelegt werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Im Rahmen der Überprüfung des Nationalstrassennetzes wird der Bundesrat beauftragt, den Bau einer direkten Autobahnverbindung zwischen Yverdon und Genf zu prüfen, allenfalls mit der Option auf eine zusätzliche Abzweigung Richtung Frankreich. Mit einer solchen Verbindung könnte die Autobahn zwischen Lausanne und Genf entlastet werden.</p>
- Direkte Autobahnverbindung Yverdon-Genf
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