Kampagne der Schweizerischen Gesundheitsstiftung zum Thema Übergewicht. Auswirkungen auf Magersucht bei Jugendlichen
- ShortId
-
07.1021
- Id
-
20071021
- Updated
-
24.06.2025 23:25
- Language
-
de
- Title
-
Kampagne der Schweizerischen Gesundheitsstiftung zum Thema Übergewicht. Auswirkungen auf Magersucht bei Jugendlichen
- AdditionalIndexing
-
2841;junger Mensch;Gesundheitsförderung;Gesundheitsrisiko;Ernährungsgewohnheit;Fettkörper;Nahrungsmittel
- 1
-
- L04K01050601, Ernährungsgewohnheit
- L04K01050510, Gesundheitsrisiko
- L05K0107010204, junger Mensch
- L04K01050507, Gesundheitsförderung
- L03K140203, Nahrungsmittel
- L04K14020603, Fettkörper
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1./2. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung der Kampagne "Gesundes Körpergewicht" ist die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz verantwortlich. Dem Bundesrat ist nicht bekannt, ob Abklärungen zu möglichen Folgen der Kampagne gemacht wurden. Auf die Fragen nach den Auswirkungen kann erst dann Antwort gegeben werden, wenn die Evaluation der Kampagne durchgeführt ist. Erste Ergebnisse der Evaluation liegen im Herbst 2007 vor.</p><p>3. Der Bundesrat übt keinen inhaltlichen Einfluss auf die Kampagnen der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz aus. Laut Stiftungsreglement ist der Stiftungsrat als leitendes Organ der Stiftung für die politische und strategische Führung sowie die Kontrolle der Umsetzung seiner Beschlüsse durch die Geschäftsleitung verantwortlich. In dieser Funktion ist er u. a. auch für die periodische Evaluation der Qualität und der Wirkungen von Aktivitäten und Arbeitsweise der Stiftung zuständig.</p><p>4. Übergewicht hat seine Ursachen in "dick machenden" Ernährungs- bzw. Lebensweisen. Steht einer zu hohen Energieaufnahme durch die Ernährung ein zu tiefer Energieverbrauch durch die Bewegung gegenüber, so bewirkt dies eine Gewichtszunahme. Lebensmittelinhaltsstoffe und Kontaminanten (Verunreinigungen) werden über Höchstwerte in der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung des EDI (SR 817.021.23) geregelt. Der direkte Einfluss von Höchstwerten für Lebensmittelinhaltsstoffe und Kontaminanten auf die Problematik des Übergewichtes ist jedoch äusserst gering, da die persönliche Energiebilanz dadurch meist kaum beeinflusst wird. Für einen nachhaltigen Erfolg braucht es in erster Linie eine sehr tief greifende Verhaltensänderung jeder einzelnen Person, welche allenfalls durch Höchstwertregelungen unterstützt werden kann. Die vorgeschlagene Lösung, die Zunahme des Übergewichts in der Schweiz primär via Höchstwerte für Lebensmittelinhaltsstoffe zu bekämpfen, muss somit als nicht effizient beurteilt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Die Schweizerische Gesundheitsstiftung will sich in den kommenden Jahren schwerpunktmässig der Bekämpfung von Übergewicht widmen. Dafür will die Stiftung in einer ersten Phase gegen 35 Millionen Franken einsetzen. Mittlerweile ist die Plakatkampagne angelaufen. Das Thema "Übergewicht" ist Teil der strategischen Bereiche, welche die Stiftung festgelegt hat. Die Umsetzung der Strategie wird mit Vertretern der Kantone, der Versicherer und des Bundes erarbeitet. Daher ist auch der Bund mitverantwortlich für den Erfolg bzw. allfällige Risiken der Kampagne gegen Übergewicht. Die angelaufene Plakatkampagne wendete sich an "Dicke". Damit besteht die Gefahr, dass auch das "falsche" Publikum angesprochen wird - nämlich Leute, die von Magersucht/Bulimie betroffen bzw. gefährdet sind. Diese Leute glauben von sich, "zu dick zu sein".</p><p>Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Kann er ausschliessen, dass als Folge der Kampagne gegen Übergewicht das Problem der Magersucht bei Jugendlichen stärker in Erscheinung tritt?</p><p>2. Weiss er, ob im Vorfeld der Kampagne gegen Übergewicht abgeklärt wurde, welche Auswirkungen eine solche Kampagne hinsichtlich Magersucht/Bulimie bei Jugendlichen haben kann?</p><p>3. Ist er bereit, in der Stiftung darauf hinzuwirken, dass zusätzliche Untersuchungen gemacht werden zu den möglichen unerwünschten Auswirkungen der Kampagne auf Magersucht/Bulimie?</p><p>4. Wäre es nicht effizienter, für "dick machende" Nahrungsbestandteile wie z. B. Transfette einen gesetzlichen Höchstwert festzuschreiben als mit Kampagnen zu verhindern, dass die Leute diese "dick machenden" Nahrungsmittel essen?</p>
- Kampagne der Schweizerischen Gesundheitsstiftung zum Thema Übergewicht. Auswirkungen auf Magersucht bei Jugendlichen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>1./2. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung der Kampagne "Gesundes Körpergewicht" ist die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz verantwortlich. Dem Bundesrat ist nicht bekannt, ob Abklärungen zu möglichen Folgen der Kampagne gemacht wurden. Auf die Fragen nach den Auswirkungen kann erst dann Antwort gegeben werden, wenn die Evaluation der Kampagne durchgeführt ist. Erste Ergebnisse der Evaluation liegen im Herbst 2007 vor.</p><p>3. Der Bundesrat übt keinen inhaltlichen Einfluss auf die Kampagnen der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz aus. Laut Stiftungsreglement ist der Stiftungsrat als leitendes Organ der Stiftung für die politische und strategische Führung sowie die Kontrolle der Umsetzung seiner Beschlüsse durch die Geschäftsleitung verantwortlich. In dieser Funktion ist er u. a. auch für die periodische Evaluation der Qualität und der Wirkungen von Aktivitäten und Arbeitsweise der Stiftung zuständig.</p><p>4. Übergewicht hat seine Ursachen in "dick machenden" Ernährungs- bzw. Lebensweisen. Steht einer zu hohen Energieaufnahme durch die Ernährung ein zu tiefer Energieverbrauch durch die Bewegung gegenüber, so bewirkt dies eine Gewichtszunahme. Lebensmittelinhaltsstoffe und Kontaminanten (Verunreinigungen) werden über Höchstwerte in der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung des EDI (SR 817.021.23) geregelt. Der direkte Einfluss von Höchstwerten für Lebensmittelinhaltsstoffe und Kontaminanten auf die Problematik des Übergewichtes ist jedoch äusserst gering, da die persönliche Energiebilanz dadurch meist kaum beeinflusst wird. Für einen nachhaltigen Erfolg braucht es in erster Linie eine sehr tief greifende Verhaltensänderung jeder einzelnen Person, welche allenfalls durch Höchstwertregelungen unterstützt werden kann. Die vorgeschlagene Lösung, die Zunahme des Übergewichts in der Schweiz primär via Höchstwerte für Lebensmittelinhaltsstoffe zu bekämpfen, muss somit als nicht effizient beurteilt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Die Schweizerische Gesundheitsstiftung will sich in den kommenden Jahren schwerpunktmässig der Bekämpfung von Übergewicht widmen. Dafür will die Stiftung in einer ersten Phase gegen 35 Millionen Franken einsetzen. Mittlerweile ist die Plakatkampagne angelaufen. Das Thema "Übergewicht" ist Teil der strategischen Bereiche, welche die Stiftung festgelegt hat. Die Umsetzung der Strategie wird mit Vertretern der Kantone, der Versicherer und des Bundes erarbeitet. Daher ist auch der Bund mitverantwortlich für den Erfolg bzw. allfällige Risiken der Kampagne gegen Übergewicht. Die angelaufene Plakatkampagne wendete sich an "Dicke". Damit besteht die Gefahr, dass auch das "falsche" Publikum angesprochen wird - nämlich Leute, die von Magersucht/Bulimie betroffen bzw. gefährdet sind. Diese Leute glauben von sich, "zu dick zu sein".</p><p>Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Kann er ausschliessen, dass als Folge der Kampagne gegen Übergewicht das Problem der Magersucht bei Jugendlichen stärker in Erscheinung tritt?</p><p>2. Weiss er, ob im Vorfeld der Kampagne gegen Übergewicht abgeklärt wurde, welche Auswirkungen eine solche Kampagne hinsichtlich Magersucht/Bulimie bei Jugendlichen haben kann?</p><p>3. Ist er bereit, in der Stiftung darauf hinzuwirken, dass zusätzliche Untersuchungen gemacht werden zu den möglichen unerwünschten Auswirkungen der Kampagne auf Magersucht/Bulimie?</p><p>4. Wäre es nicht effizienter, für "dick machende" Nahrungsbestandteile wie z. B. Transfette einen gesetzlichen Höchstwert festzuschreiben als mit Kampagnen zu verhindern, dass die Leute diese "dick machenden" Nahrungsmittel essen?</p>
- Kampagne der Schweizerischen Gesundheitsstiftung zum Thema Übergewicht. Auswirkungen auf Magersucht bei Jugendlichen
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