2000 Watt im Jahre 2050

ShortId
07.3047
Id
20073047
Updated
28.07.2023 12:35
Language
de
Title
2000 Watt im Jahre 2050
AdditionalIndexing
66;elektrische Energie;Energieverbrauch;Energieprogramm;Energieeinsparung
1
  • L04K17010110, Energieprogramm
  • L04K17010107, Energieeinsparung
  • L05K1701010602, Energieverbrauch
  • L04K17030301, elektrische Energie
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Unter den Auswirkungen der Klimaschutzanforderungen und der Erschöpfung der Erdölreserven wird das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert einer völligen energiepolitischen Neuorientierung unserer Gesellschaft. Eine solche Neuorientierung erfordert die Fixierung eines langfristigen Zieles und die Festlegung einer Marschroute zur Erreichung dieses Zieles.</p><p>Mehrere neue Elemente sprechen dafür, dass für die Mitte des Jahrhunderts ein ambitiöses Ziel gesteckt werden muss:</p><p>1. Der IPCC-Bericht 2007 hat mit einem sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgrad bestätigt, dass die aktuelle Klimaerwärmung auf Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist und dass sich die Erwärmung beschleunigt, wenn die Emissionen nicht stark reduziert werden.</p><p>2. Die von der britischen Regierung bei Nicholas Stern, dem ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, in Auftrag gegebene Studie kommt zum Schluss, dass die Klimaerwärmung neben den Auswirkungen auf Mensch und die Umwelt auch finanzielle Folgen hat. Diese können mit den finanziellen Folgen der beiden Weltkriege verglichen werden und die weltweite Produktion um 20 Prozent senken. Die Kosten für eine Stabilisierung der Treibhausgasemissionen werden auf 1 Prozent des BIP beziffert.</p><p>3. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich am 9. März zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die Umweltminister haben am 20. Februar bekräftigt, dass "die entwickelten Länder weiterhin eine Führungsrolle spielen sollten, indem sie sich verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 gemeinsam in der Grössenordnung von 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Bis 2050 sollten sie einen Abbau um 60 bis 80 Prozent ins Auge fassen."</p><p>Ein von der ETH entwickeltes Modell zeigt, dass die 2000-Watt-Gesellschaft durch eine konsequente Anwendung der neuesten Technik erreicht werden kann. Aufgrund des zu erwartenden technischen Fortschritts bis 2050 ist das Erreichen des Zieles noch wahrscheinlicher. Dazu ist jedoch eine Verminderung unseres Energieverbrauchs um 60 Prozent nötig. Drei Viertel davon sollten durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden, deren technische und wirtschaftliche Machbarkeit die Schweizerische Akademie der technischen Wissenschaften (SATW) kürzlich bewiesen hat (Road Map - Erneuerbare Energien Schweiz, SATW-Schrift Nr. 39, Zürich, 2006).</p><p>Mit der Verabschiedung des CO2-Gesetzes hat das Parlament eine innovative Methode eingeführt. Zum Erreichen des Zieles werden nach den Vorgaben der festgelegten Zwischenziele schrittweise Massnahmen umgesetzt. Dieser Ansatz soll auf die gesamte Energiepolitik ausgeweitet zu werden.</p><p>Ein energiepolitisches Programm mit dem Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft im Jahr 2050 muss folgende Punkte erfüllen:</p><p>1. Zwischenziele definieren, z. B. für 2010, 2015, 2020 usw.;</p><p>2. die technischen Potenziale der Nachfragereduktion in allen Verbrauchsbereichen berechnen (Häuser, Transport, Unternehmen) sowie die Kosten in Erfahrung bringen, zu denen die einzelnen Potenziale ausgeschöpft werden können;</p><p>3. die Umsetzungsmodalitäten für die etappenweise Ausschöpfung der Potenziale bestimmen, wobei mit dem billigsten begonnen werden muss. Es gibt folgende Kategorien: erstens freiwillige Massnahmen, zweitens Anreize, drittens Verpflichtungen;</p><p>4. die zu treffenden zusätzlichen Massnahmen festlegen, wenn ein Zwischenziel nicht erreicht wurde.</p><p>Ein langfristig ausgerichtetes Vorgehen wie dieses erlaubt, ein stabiles Umfeld zu schaffen, was die Investitionen, die Forschung und die technische Entwicklung begünstigt. Indem das Ziel und die etappenweise umzusetzenden Massnahmen früh festgelegt werden, wird eine nachhaltig sichtbare Energiepolitik geschaffen, die es erlaubt, die Akteure in einem sicheren juristischen Rahmen zu mobilisieren.</p>
  • <p>Die im Auftrag des Bundesamtes für Energie erarbeiteten Energieperspektiven 2035 zeigen, dass angesichts des steigenden Energieverbrauchs die bisherigen energiepolitischen Massnahmen nicht ausreichen, um mittel- und langfristig eine sichere Energieversorgung der Schweiz zu gewährleisten. Zudem müssen die CO2-Emissionen angesichts des globalen Klimawandels deutlich reduziert werden. Szenario 4 der Energieperspektiven zeigt, welche Massnahmen nötig sind, um langfristig eine 2000-Watt-Gesellschaft zu realisieren. Die Roadmap der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften zeigt auch deren technische Machbarkeit auf. Die Energieperspektiven zeigen, dass für die Erreichung des Ziels einer 2000-Watt-Gesellschaft neben anderen Massnahmen auch eine Energielenkungsabgabe notwendig ist.</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. Februar 2007 zur Energiestrategie Schweiz eine Vier-Säulen-Politik beschlossen, die auf den Pfeilern Energie-Effizienzmassnahmen, Förderung der erneuerbaren Energien, Energieaussenpolitik sowie Grosskraftwerke beruht. Der Bundesrat erteilte dem UVEK den Auftrag, bis Ende 2007 Aktionspläne zu Energie-Effizienzmassnahmen in allen Bereichen sowie zur Förderung der erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Der Bundesrat wird Ende 2007 nach Vorliegen dieser Aktionspläne über Art und Umfang der zu treffenden Massnahmen entscheiden. Das UVEK wird im Rahmen der Erstellung der Aktionspläne auch Massnahmen gemäss dem Inhalt der vorliegenden Motion prüfen. Da also die Entscheidungen über die einzelnen Massnahmen noch ausstehen, kann sich der Bundesrat im jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen und lehnt aus diesem formalen Grund die Motion ab. Bei einer allfälligen Annahme der Motion wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, den Vorstoss in einen Prüfungsauftrag abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zusammen mit den Kantonen ein energiepolitisches Programm auszuarbeiten, mit dem Ziel, im Jahr 2050 eine Energienachfrage von 2000 Watt pro Person zu erreichen (2000-Watt-Gesellschaft). Das Programm soll auf dem gleichen Ansatz aufbauen, wie ihn das Parlament für die Umsetzung des CO2-Gesetzes beschlossen hat. Es sollen Zwischenziele definiert werden sowie die zu treffenden Massnahmen für den Fall, dass die Ziele nicht erreicht werden.</p>
  • 2000 Watt im Jahre 2050
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Unter den Auswirkungen der Klimaschutzanforderungen und der Erschöpfung der Erdölreserven wird das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert einer völligen energiepolitischen Neuorientierung unserer Gesellschaft. Eine solche Neuorientierung erfordert die Fixierung eines langfristigen Zieles und die Festlegung einer Marschroute zur Erreichung dieses Zieles.</p><p>Mehrere neue Elemente sprechen dafür, dass für die Mitte des Jahrhunderts ein ambitiöses Ziel gesteckt werden muss:</p><p>1. Der IPCC-Bericht 2007 hat mit einem sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgrad bestätigt, dass die aktuelle Klimaerwärmung auf Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist und dass sich die Erwärmung beschleunigt, wenn die Emissionen nicht stark reduziert werden.</p><p>2. Die von der britischen Regierung bei Nicholas Stern, dem ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, in Auftrag gegebene Studie kommt zum Schluss, dass die Klimaerwärmung neben den Auswirkungen auf Mensch und die Umwelt auch finanzielle Folgen hat. Diese können mit den finanziellen Folgen der beiden Weltkriege verglichen werden und die weltweite Produktion um 20 Prozent senken. Die Kosten für eine Stabilisierung der Treibhausgasemissionen werden auf 1 Prozent des BIP beziffert.</p><p>3. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich am 9. März zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die Umweltminister haben am 20. Februar bekräftigt, dass "die entwickelten Länder weiterhin eine Führungsrolle spielen sollten, indem sie sich verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 gemeinsam in der Grössenordnung von 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Bis 2050 sollten sie einen Abbau um 60 bis 80 Prozent ins Auge fassen."</p><p>Ein von der ETH entwickeltes Modell zeigt, dass die 2000-Watt-Gesellschaft durch eine konsequente Anwendung der neuesten Technik erreicht werden kann. Aufgrund des zu erwartenden technischen Fortschritts bis 2050 ist das Erreichen des Zieles noch wahrscheinlicher. Dazu ist jedoch eine Verminderung unseres Energieverbrauchs um 60 Prozent nötig. Drei Viertel davon sollten durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden, deren technische und wirtschaftliche Machbarkeit die Schweizerische Akademie der technischen Wissenschaften (SATW) kürzlich bewiesen hat (Road Map - Erneuerbare Energien Schweiz, SATW-Schrift Nr. 39, Zürich, 2006).</p><p>Mit der Verabschiedung des CO2-Gesetzes hat das Parlament eine innovative Methode eingeführt. Zum Erreichen des Zieles werden nach den Vorgaben der festgelegten Zwischenziele schrittweise Massnahmen umgesetzt. Dieser Ansatz soll auf die gesamte Energiepolitik ausgeweitet zu werden.</p><p>Ein energiepolitisches Programm mit dem Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft im Jahr 2050 muss folgende Punkte erfüllen:</p><p>1. Zwischenziele definieren, z. B. für 2010, 2015, 2020 usw.;</p><p>2. die technischen Potenziale der Nachfragereduktion in allen Verbrauchsbereichen berechnen (Häuser, Transport, Unternehmen) sowie die Kosten in Erfahrung bringen, zu denen die einzelnen Potenziale ausgeschöpft werden können;</p><p>3. die Umsetzungsmodalitäten für die etappenweise Ausschöpfung der Potenziale bestimmen, wobei mit dem billigsten begonnen werden muss. Es gibt folgende Kategorien: erstens freiwillige Massnahmen, zweitens Anreize, drittens Verpflichtungen;</p><p>4. die zu treffenden zusätzlichen Massnahmen festlegen, wenn ein Zwischenziel nicht erreicht wurde.</p><p>Ein langfristig ausgerichtetes Vorgehen wie dieses erlaubt, ein stabiles Umfeld zu schaffen, was die Investitionen, die Forschung und die technische Entwicklung begünstigt. Indem das Ziel und die etappenweise umzusetzenden Massnahmen früh festgelegt werden, wird eine nachhaltig sichtbare Energiepolitik geschaffen, die es erlaubt, die Akteure in einem sicheren juristischen Rahmen zu mobilisieren.</p>
    • <p>Die im Auftrag des Bundesamtes für Energie erarbeiteten Energieperspektiven 2035 zeigen, dass angesichts des steigenden Energieverbrauchs die bisherigen energiepolitischen Massnahmen nicht ausreichen, um mittel- und langfristig eine sichere Energieversorgung der Schweiz zu gewährleisten. Zudem müssen die CO2-Emissionen angesichts des globalen Klimawandels deutlich reduziert werden. Szenario 4 der Energieperspektiven zeigt, welche Massnahmen nötig sind, um langfristig eine 2000-Watt-Gesellschaft zu realisieren. Die Roadmap der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften zeigt auch deren technische Machbarkeit auf. Die Energieperspektiven zeigen, dass für die Erreichung des Ziels einer 2000-Watt-Gesellschaft neben anderen Massnahmen auch eine Energielenkungsabgabe notwendig ist.</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. Februar 2007 zur Energiestrategie Schweiz eine Vier-Säulen-Politik beschlossen, die auf den Pfeilern Energie-Effizienzmassnahmen, Förderung der erneuerbaren Energien, Energieaussenpolitik sowie Grosskraftwerke beruht. Der Bundesrat erteilte dem UVEK den Auftrag, bis Ende 2007 Aktionspläne zu Energie-Effizienzmassnahmen in allen Bereichen sowie zur Förderung der erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Der Bundesrat wird Ende 2007 nach Vorliegen dieser Aktionspläne über Art und Umfang der zu treffenden Massnahmen entscheiden. Das UVEK wird im Rahmen der Erstellung der Aktionspläne auch Massnahmen gemäss dem Inhalt der vorliegenden Motion prüfen. Da also die Entscheidungen über die einzelnen Massnahmen noch ausstehen, kann sich der Bundesrat im jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen und lehnt aus diesem formalen Grund die Motion ab. Bei einer allfälligen Annahme der Motion wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, den Vorstoss in einen Prüfungsauftrag abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zusammen mit den Kantonen ein energiepolitisches Programm auszuarbeiten, mit dem Ziel, im Jahr 2050 eine Energienachfrage von 2000 Watt pro Person zu erreichen (2000-Watt-Gesellschaft). Das Programm soll auf dem gleichen Ansatz aufbauen, wie ihn das Parlament für die Umsetzung des CO2-Gesetzes beschlossen hat. Es sollen Zwischenziele definiert werden sowie die zu treffenden Massnahmen für den Fall, dass die Ziele nicht erreicht werden.</p>
    • 2000 Watt im Jahre 2050

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