Verbindliches Informationsinstrument über Treibstoffverbrauch und Emissionen von Autos
- ShortId
-
07.3470
- Id
-
20073470
- Updated
-
28.07.2023 10:32
- Language
-
de
- Title
-
Verbindliches Informationsinstrument über Treibstoffverbrauch und Emissionen von Autos
- AdditionalIndexing
-
66;52;Auto;Konsumenteninformation;Verschmutzung durch das Auto;Energieverbrauch;Abgas;Umweltzeichen;Treibstoff
- 1
-
- L04K06020314, Verschmutzung durch das Auto
- L06K060201010101, Abgas
- L06K070101030401, Umweltzeichen
- L05K1704010101, Treibstoff
- L05K1701010602, Energieverbrauch
- L06K070106030101, Konsumenteninformation
- L05K1803010101, Auto
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Schweiz wird ohne zusätzliche Anstrengungen ihr Kyoto-Ziel nicht erreichen. Ein grosser Teil der CO2-Emissionen in der Schweiz wird vom Verkehr verursacht. Die vom Bund bisher entwickelte Energieetikette gibt jedoch keine hilfreiche Auskunft über den effektiven Energieverbrauch sowie die Emissionen eines Autos. Konsumentinnen und Konsumenten werden vielmehr in die Irre geführt: Weil die Etikette Auskunft über den relativen und nicht den absoluten Energieverbrauch gibt, erhält ein schweres Auto mit absolut höherem, aber relativ geringerem Treibstoffverbrauch ein besseres Energielabel als ein leichtes Auto mit absolut tieferem, aber relativ höherem Treibstoffverbrauch. Für die Umwelt und den Klimaschutz relevant ist aber nicht die Grösse des Autos, sondern die Grösse des Treibstoffverbrauchs und der Emissionen. </p><p>Viele Konsumentinnen und Konsumenten würden beim Autokauf gerne objektiv und einfach über Treibstoffverbrauch und Energieeffizienz der zur Auswahl stehenden Automodelle informiert. Ein verbindliches Etikett, das Auskunft über den absoluten Treibstoffverbrauch und die Emissionen der einzelnen Automodelle gibt, wäre eine Hilfe. Es könnte zudem Grundlage für eine Rangliste der Automodelle gemäss ihrer Umweltbelastung und für weitere lenkende Massnahmen wie umweltgerechte Abstufung der Automobilsteuern bilden.</p>
- <p>Rund ein Drittel der CO2-Emissionen der Schweiz stammt aus dem Strassenverkehr. Der Treibstoffverbrauch hat im letzten Jahr um 1,3 Prozent weiter zugenommen. Der motorisierte Strassenverkehr ist auch für einen beträchtlichen Teil der Stickoxid-, Feinstaub- und Lärmbelastung verantwortlich.</p><p>Die Politik des Bundesrats zur Senkung der CO2-Emissionen aus dem Personenwagenverkehr basiert auf einer Drei-Säulen-Strategie: Fahrzeuge, Fahrweise und Verkehrskonzepte. Die erste Säule soll energie- und emissionsarme Fahrzeuge fördern. Hierzu wurde am 19. Januar 2002 eine Vereinbarung zur Reduktion des spezifischen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen zwischen auto-schweiz, der Vereinigung der Schweizer Autoimporteure, und dem UVEK abgeschlossen. Zur Unterstützung der Zielerreichung wurde auf 1. Oktober 2002 die Energieetikette lanciert. Die vereinbarten Zwischenziele wurden bisher immer verfehlt. Mit 7,62 Litern/100 Kilometer (2005: 7,67 l/100 km) wurde das Zwischenziel von 6,90 Litern/100 Kilometer für das Jahr 2006 um über 10 Prozent verfehlt. Das Reduktionsziel von 6,4 Litern/100 Kilometer bis 2008 ist unter diesen Voraussetzungen kaum mehr zu erreichen.</p><p>Die Energieetikette für Personenwagen ist als Informationsinstrument für den Neuwagenkäufer und die Neuwagenkäuferin entwickelt worden. Seit 2002 informiert sie über den (absoluten) Treibstoffverbrauch, die CO2-Emissionen, die Energieeffizienz (Treibstoffverbrauch in Relation zum Fahrzeugleergewicht) und bei Dieselfahrzeugen seit 2006 über das Vorhandensein eines Partikelfilters. Die Energieeffizienz wird mittels Kategorien A bis G dargestellt, wie es auch von anderen Haushaltsgeräten bekannt ist. Um zu garantieren, dass sich in der Kategorie A die energieeffizientesten Fahrzeuge befinden, werden die Kategoriengrenzen im Rhythmus von zwei Jahren überprüft und gegebenenfalls angepasst.</p><p>Im Rahmen des Aktionsplans gegen Feinstaub sind die Kriterien für energieeffiziente und emissionsarme Fahrzeuge (KeeF) erarbeitet worden. KeeF bewertet umfassend die ökologisch und gesundheitlich relevanten Faktoren, das heisst nebst Treibstoffverbrauch und CO2 auch die wichtigsten Luftschadstoffe, den Lärm sowie die Emissionen aus der Treibstoffherstellung. Die Gewichtung der Emissionen erfolgt nach der Methode der Ökobilanzierung und stellt eine absolute Bewertung dar, ausgedrückt in Umweltbelastungspunkten pro Fahrzeug. Am 4. Juli 2007 wurde den Partnern in den Kantonen, der Wirtschaft, den Verbänden und der Verwaltung ein Prototyp der Bewertung aller Neufahrzeuge gemäss KeeF für eine Erprobungsphase zur Verfügung gestellt. Es ist sodann vorgesehen, KeeF in einem nächsten Schritt als Informationsinstrument mit einer Internet-Anwendung auch öffentlich zur Verfügung zu stellen. KeeF bildet eine Grundlage für verschiedene mögliche Anwendungen: Differenzierung der Automobilsteuer, Differenzierung der kantonalen Motorfahrzeugsteuern, lokale Zufahrtsbeschränkungen usw.</p><p>Das UVEK hat Ende März 2007 den Grundsatzentscheid gefällt, die Energieetikette mit KeeF zusammenzuführen und zu einer Umweltetikette weiterzuentwickeln. Damit soll der gesamtökologischen Zielsetzung Rechnung getragen und die Information der Konsumentinnen und Konsumenten gewährleistet werden. Es wird mit einer Vorbereitungszeit von rund zwei Jahren gerechnet, sodass eine Umweltetikette etwa 2010 eingeführt werden kann.</p><p>Für die an den absoluten Emissionen interessierten Personen besteht bereits heute die Möglichkeit, beim Astra die bei der Homologation von Personenwagen ermittelten Abgas-, Geräusch- und Treibstoffverbrauchswerte (Mittelwerte) auf Anfrage hin zu erhalten.</p><p>Weil die Forderung der Motion bereits erfüllt ist, beantragt der Bundesrat deren Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein verbindliches Informationsinstrument zu entwickeln, das Auskunft über den absoluten Treibstoffverbrauch und die Emissionen einzelner Automodelle gibt.</p>
- Verbindliches Informationsinstrument über Treibstoffverbrauch und Emissionen von Autos
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Schweiz wird ohne zusätzliche Anstrengungen ihr Kyoto-Ziel nicht erreichen. Ein grosser Teil der CO2-Emissionen in der Schweiz wird vom Verkehr verursacht. Die vom Bund bisher entwickelte Energieetikette gibt jedoch keine hilfreiche Auskunft über den effektiven Energieverbrauch sowie die Emissionen eines Autos. Konsumentinnen und Konsumenten werden vielmehr in die Irre geführt: Weil die Etikette Auskunft über den relativen und nicht den absoluten Energieverbrauch gibt, erhält ein schweres Auto mit absolut höherem, aber relativ geringerem Treibstoffverbrauch ein besseres Energielabel als ein leichtes Auto mit absolut tieferem, aber relativ höherem Treibstoffverbrauch. Für die Umwelt und den Klimaschutz relevant ist aber nicht die Grösse des Autos, sondern die Grösse des Treibstoffverbrauchs und der Emissionen. </p><p>Viele Konsumentinnen und Konsumenten würden beim Autokauf gerne objektiv und einfach über Treibstoffverbrauch und Energieeffizienz der zur Auswahl stehenden Automodelle informiert. Ein verbindliches Etikett, das Auskunft über den absoluten Treibstoffverbrauch und die Emissionen der einzelnen Automodelle gibt, wäre eine Hilfe. Es könnte zudem Grundlage für eine Rangliste der Automodelle gemäss ihrer Umweltbelastung und für weitere lenkende Massnahmen wie umweltgerechte Abstufung der Automobilsteuern bilden.</p>
- <p>Rund ein Drittel der CO2-Emissionen der Schweiz stammt aus dem Strassenverkehr. Der Treibstoffverbrauch hat im letzten Jahr um 1,3 Prozent weiter zugenommen. Der motorisierte Strassenverkehr ist auch für einen beträchtlichen Teil der Stickoxid-, Feinstaub- und Lärmbelastung verantwortlich.</p><p>Die Politik des Bundesrats zur Senkung der CO2-Emissionen aus dem Personenwagenverkehr basiert auf einer Drei-Säulen-Strategie: Fahrzeuge, Fahrweise und Verkehrskonzepte. Die erste Säule soll energie- und emissionsarme Fahrzeuge fördern. Hierzu wurde am 19. Januar 2002 eine Vereinbarung zur Reduktion des spezifischen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen zwischen auto-schweiz, der Vereinigung der Schweizer Autoimporteure, und dem UVEK abgeschlossen. Zur Unterstützung der Zielerreichung wurde auf 1. Oktober 2002 die Energieetikette lanciert. Die vereinbarten Zwischenziele wurden bisher immer verfehlt. Mit 7,62 Litern/100 Kilometer (2005: 7,67 l/100 km) wurde das Zwischenziel von 6,90 Litern/100 Kilometer für das Jahr 2006 um über 10 Prozent verfehlt. Das Reduktionsziel von 6,4 Litern/100 Kilometer bis 2008 ist unter diesen Voraussetzungen kaum mehr zu erreichen.</p><p>Die Energieetikette für Personenwagen ist als Informationsinstrument für den Neuwagenkäufer und die Neuwagenkäuferin entwickelt worden. Seit 2002 informiert sie über den (absoluten) Treibstoffverbrauch, die CO2-Emissionen, die Energieeffizienz (Treibstoffverbrauch in Relation zum Fahrzeugleergewicht) und bei Dieselfahrzeugen seit 2006 über das Vorhandensein eines Partikelfilters. Die Energieeffizienz wird mittels Kategorien A bis G dargestellt, wie es auch von anderen Haushaltsgeräten bekannt ist. Um zu garantieren, dass sich in der Kategorie A die energieeffizientesten Fahrzeuge befinden, werden die Kategoriengrenzen im Rhythmus von zwei Jahren überprüft und gegebenenfalls angepasst.</p><p>Im Rahmen des Aktionsplans gegen Feinstaub sind die Kriterien für energieeffiziente und emissionsarme Fahrzeuge (KeeF) erarbeitet worden. KeeF bewertet umfassend die ökologisch und gesundheitlich relevanten Faktoren, das heisst nebst Treibstoffverbrauch und CO2 auch die wichtigsten Luftschadstoffe, den Lärm sowie die Emissionen aus der Treibstoffherstellung. Die Gewichtung der Emissionen erfolgt nach der Methode der Ökobilanzierung und stellt eine absolute Bewertung dar, ausgedrückt in Umweltbelastungspunkten pro Fahrzeug. Am 4. Juli 2007 wurde den Partnern in den Kantonen, der Wirtschaft, den Verbänden und der Verwaltung ein Prototyp der Bewertung aller Neufahrzeuge gemäss KeeF für eine Erprobungsphase zur Verfügung gestellt. Es ist sodann vorgesehen, KeeF in einem nächsten Schritt als Informationsinstrument mit einer Internet-Anwendung auch öffentlich zur Verfügung zu stellen. KeeF bildet eine Grundlage für verschiedene mögliche Anwendungen: Differenzierung der Automobilsteuer, Differenzierung der kantonalen Motorfahrzeugsteuern, lokale Zufahrtsbeschränkungen usw.</p><p>Das UVEK hat Ende März 2007 den Grundsatzentscheid gefällt, die Energieetikette mit KeeF zusammenzuführen und zu einer Umweltetikette weiterzuentwickeln. Damit soll der gesamtökologischen Zielsetzung Rechnung getragen und die Information der Konsumentinnen und Konsumenten gewährleistet werden. Es wird mit einer Vorbereitungszeit von rund zwei Jahren gerechnet, sodass eine Umweltetikette etwa 2010 eingeführt werden kann.</p><p>Für die an den absoluten Emissionen interessierten Personen besteht bereits heute die Möglichkeit, beim Astra die bei der Homologation von Personenwagen ermittelten Abgas-, Geräusch- und Treibstoffverbrauchswerte (Mittelwerte) auf Anfrage hin zu erhalten.</p><p>Weil die Forderung der Motion bereits erfüllt ist, beantragt der Bundesrat deren Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein verbindliches Informationsinstrument zu entwickeln, das Auskunft über den absoluten Treibstoffverbrauch und die Emissionen einzelner Automodelle gibt.</p>
- Verbindliches Informationsinstrument über Treibstoffverbrauch und Emissionen von Autos
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