Feuerbrandbekämpfung

ShortId
07.3511
Id
20073511
Updated
25.06.2025 00:28
Language
de
Title
Feuerbrandbekämpfung
AdditionalIndexing
55;Pflanzenschutzmittel;Bericht;Obstbau;Antibiotikum;Pflanzenschutzverfahren;Kernobst;behandeltes Lebensmittel;Pflanzenkrankheit
1
  • L05K1401010112, Pflanzenkrankheit
  • L05K1401020309, Pflanzenschutzverfahren
  • L05K1401080203, Pflanzenschutzmittel
  • L05K1401010110, Obstbau
  • L03K020206, Bericht
  • L05K0105030101, Antibiotikum
  • L04K14020302, behandeltes Lebensmittel
  • L05K1402020403, Kernobst
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Ausbreitung von Feuerbrand in der Schweiz und vor allem in der Ostschweiz hat Ausmasse angenommen, wie sie noch nie beobachtet wurden. Während vor zwei Jahren mehrheitlich Birnbäume betroffen waren, sind es jetzt vor allem Apfelbäume. Es sind Niederstamm- wie auch Hochstammanlagen, die befallen sind. Für einzelne Bauernfamilien führt diese Baumkrankheit zu finanziellen Engpässen und kann die Existenz bedrohen. Während in den Nachbarländern die Anwendung von Antibiotika an der Tagesordnung ist, wird in der Schweiz am Verbot weiterhin festgehalten. Ohne gezielte Gegenmassnahmen wird die Zukunft unserer Obstanlagen langfristig nicht mehr gesichert werden können. </p><p>Die Einfuhr von Obst aus dem Ausland wird dazu führen, dass Früchte in den Regalen unserer Verkaufsstellen angeboten werden, die aus Betrieben stammen, in denen sie mit Antibiotika behandelt wurden. </p><p>Damit würde das Verbot unterlaufen, und unsere Obstproduzenten wären die Benachteiligten.</p>
  • <p>Die Strategie zur Feuerbrandbekämpfung ist in einer Richtlinie festgehalten, die im Jahr 2000 erstellt und 2006 zusammen mit den zuständigen Kantonsbehörden vollständig überarbeitet wurde. Die Zielsetzungen hängen von der phytosanitären Situation im jeweiligen Gebiet ab:</p><p>a. In befallsfreien Gebieten sollen die Massnahmen die Einschleppung des Feuerbrandes über Vermehrungsmaterial verhindern, das für den Anbau von Kulturen eingesetzt wird.</p><p>b. In Gebieten mit einzelnen Befallsherden bezwecken die Massnahmen deren Tilgung.</p><p>c. In Befallszonen, in denen der Feuerbrand verbreitet und eine Tilgung nicht mehr möglich ist, haben die Massnahmen die Reduktion des Infektionspotenzials zum Ziel, um die Rahmenbedingungen für die Obstproduktion und die Erzeugung von Obstgehölzen zu erhalten.</p><p>Allen Bekämpfungsmassnahmen ist gemeinsam, dass sie das Infektionspotenzial möglichst gering halten und dadurch die Gefahr der Ansteckung von Obstgärten, Baumschulen und anderen schutzwürdigen Hochstammkulturen eindämmen sollen. Die wichtigsten Bekämpfungsmassnahmen gegen den Feuerbrand sind:</p><p>- Kontrolle des Gesundheitszustandes des in Baumschulen produzierten Pflanzenmaterials, gestützt auf die Bestimmungen über den Pflanzenpass;</p><p>- vorsorgliche Rodung von Wirtspflanzen des Feuerbrandes in der Nähe von Obstgärten und Baumschulen;</p><p>- Rodungsaktionen bezüglich befallener Pflanzen zur Verhinderung der Ansteckung von noch gesunden Pflanzen.</p><p>Die Umsetzung dieser Massnahmen ist Aufgabe der Kantone. Der Bund gewährt den Kantonen eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 50 Prozent der durch die Massnahmen entstandenen Kosten. Seit 1997 wurden an die Kantone 29,5 Millionen Franken ausgerichtet. </p><p>Die direkte Bekämpfung der Feuerbrandinfektionen zum Zeitpunkt der Kernobstblüte ist mit einer bestimmten Anzahl von bereits zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ebenfalls möglich. Diese wirken indessen nur teilweise.</p><p>Der Antibiotika-Einsatz gegen den Feuerbrand wirft die Frage nach dem Risiko für die öffentliche Gesundheit auf. Dieser Aspekt ist sorgfältig zu untersuchen. In der Zwischenzeit ist ein Gesuch eingegangen, das Anlass gibt, den Einsatz von Streptomycin zu untersuchen. Klar ist bereits heute: Ein Streptomycin-Einsatz kann schliesslich nur als Ergänzung zu den obengenannten Massnahmen in Betracht gezogen werden. </p><p>Unabhängig von der Frage des Antibiotika-Einsatzes zur Feuerbrandbekämpfung ist der Einfluss der Obstbaustruktur bestimmter Gebiete auf die Entwicklung dieser Krankheit zu analysieren. Die Verflechtung von Erwerbsobstanlagen und Baumschulen mit Hochstamm-Obstgärten auf den Feldern scheint problematisch zu sein und bedarf daher einer Abklärung. Der Einsatz bereits zugelassener Pflanzenschutzmittel ist ebenfalls zu unterstützen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament so schnell wie möglich einen Bericht zu unterbreiten, wie er die Bekämpfung von Feuerbrand in Obstanlagen rechtzeitig und effizient durchführen will. Im Bericht soll aufgezeigt werden, welche Gegenmassnahmen vorgesehen sind.</p>
  • Feuerbrandbekämpfung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Ausbreitung von Feuerbrand in der Schweiz und vor allem in der Ostschweiz hat Ausmasse angenommen, wie sie noch nie beobachtet wurden. Während vor zwei Jahren mehrheitlich Birnbäume betroffen waren, sind es jetzt vor allem Apfelbäume. Es sind Niederstamm- wie auch Hochstammanlagen, die befallen sind. Für einzelne Bauernfamilien führt diese Baumkrankheit zu finanziellen Engpässen und kann die Existenz bedrohen. Während in den Nachbarländern die Anwendung von Antibiotika an der Tagesordnung ist, wird in der Schweiz am Verbot weiterhin festgehalten. Ohne gezielte Gegenmassnahmen wird die Zukunft unserer Obstanlagen langfristig nicht mehr gesichert werden können. </p><p>Die Einfuhr von Obst aus dem Ausland wird dazu führen, dass Früchte in den Regalen unserer Verkaufsstellen angeboten werden, die aus Betrieben stammen, in denen sie mit Antibiotika behandelt wurden. </p><p>Damit würde das Verbot unterlaufen, und unsere Obstproduzenten wären die Benachteiligten.</p>
    • <p>Die Strategie zur Feuerbrandbekämpfung ist in einer Richtlinie festgehalten, die im Jahr 2000 erstellt und 2006 zusammen mit den zuständigen Kantonsbehörden vollständig überarbeitet wurde. Die Zielsetzungen hängen von der phytosanitären Situation im jeweiligen Gebiet ab:</p><p>a. In befallsfreien Gebieten sollen die Massnahmen die Einschleppung des Feuerbrandes über Vermehrungsmaterial verhindern, das für den Anbau von Kulturen eingesetzt wird.</p><p>b. In Gebieten mit einzelnen Befallsherden bezwecken die Massnahmen deren Tilgung.</p><p>c. In Befallszonen, in denen der Feuerbrand verbreitet und eine Tilgung nicht mehr möglich ist, haben die Massnahmen die Reduktion des Infektionspotenzials zum Ziel, um die Rahmenbedingungen für die Obstproduktion und die Erzeugung von Obstgehölzen zu erhalten.</p><p>Allen Bekämpfungsmassnahmen ist gemeinsam, dass sie das Infektionspotenzial möglichst gering halten und dadurch die Gefahr der Ansteckung von Obstgärten, Baumschulen und anderen schutzwürdigen Hochstammkulturen eindämmen sollen. Die wichtigsten Bekämpfungsmassnahmen gegen den Feuerbrand sind:</p><p>- Kontrolle des Gesundheitszustandes des in Baumschulen produzierten Pflanzenmaterials, gestützt auf die Bestimmungen über den Pflanzenpass;</p><p>- vorsorgliche Rodung von Wirtspflanzen des Feuerbrandes in der Nähe von Obstgärten und Baumschulen;</p><p>- Rodungsaktionen bezüglich befallener Pflanzen zur Verhinderung der Ansteckung von noch gesunden Pflanzen.</p><p>Die Umsetzung dieser Massnahmen ist Aufgabe der Kantone. Der Bund gewährt den Kantonen eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 50 Prozent der durch die Massnahmen entstandenen Kosten. Seit 1997 wurden an die Kantone 29,5 Millionen Franken ausgerichtet. </p><p>Die direkte Bekämpfung der Feuerbrandinfektionen zum Zeitpunkt der Kernobstblüte ist mit einer bestimmten Anzahl von bereits zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ebenfalls möglich. Diese wirken indessen nur teilweise.</p><p>Der Antibiotika-Einsatz gegen den Feuerbrand wirft die Frage nach dem Risiko für die öffentliche Gesundheit auf. Dieser Aspekt ist sorgfältig zu untersuchen. In der Zwischenzeit ist ein Gesuch eingegangen, das Anlass gibt, den Einsatz von Streptomycin zu untersuchen. Klar ist bereits heute: Ein Streptomycin-Einsatz kann schliesslich nur als Ergänzung zu den obengenannten Massnahmen in Betracht gezogen werden. </p><p>Unabhängig von der Frage des Antibiotika-Einsatzes zur Feuerbrandbekämpfung ist der Einfluss der Obstbaustruktur bestimmter Gebiete auf die Entwicklung dieser Krankheit zu analysieren. Die Verflechtung von Erwerbsobstanlagen und Baumschulen mit Hochstamm-Obstgärten auf den Feldern scheint problematisch zu sein und bedarf daher einer Abklärung. Der Einsatz bereits zugelassener Pflanzenschutzmittel ist ebenfalls zu unterstützen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament so schnell wie möglich einen Bericht zu unterbreiten, wie er die Bekämpfung von Feuerbrand in Obstanlagen rechtzeitig und effizient durchführen will. Im Bericht soll aufgezeigt werden, welche Gegenmassnahmen vorgesehen sind.</p>
    • Feuerbrandbekämpfung

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