Schaffung neuer Berufsbilder und Lehrstellen in Wachstumsbranchen
- ShortId
-
07.3513
- Id
-
20073513
- Updated
-
28.07.2023 08:36
- Language
-
de
- Title
-
Schaffung neuer Berufsbilder und Lehrstellen in Wachstumsbranchen
- AdditionalIndexing
-
15;32;Telekommunikationsindustrie;Lehre;neue Technologie;Verkaufspersonal;berufliche Bildung;Zugang zum Beruf
- 1
-
- L03K130202, berufliche Bildung
- L04K13020204, Lehre
- L05K0706010508, neue Technologie
- L04K12020308, Telekommunikationsindustrie
- L06K070105010402, Verkaufspersonal
- L05K0702030313, Zugang zum Beruf
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das Berufsbildungsgesetz definiert die Berufsbildung als gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Dieser arbeitsmarktbezogene Ansatz verlangt, dass bei neuen Berufsfeldern die Initiative vonseiten der Wirtschaft respektive der Organisationen der Arbeitswelt auszugehen hat. Dieser Ansatz ist unbestrittenermassen richtig. Trotzdem können dadurch Potenziale möglicher neuer Berufsbilder und Lehrstellen ungenutzt bleiben, wenn die Wirtschaft - gerade in Wachstumsbranchen - sich dieser Thematik nicht annimmt.</p><p>Als Beispiel dazu sei der wachsende Bereich der Telekommunikation genannt: Jährlich werden in der Schweiz zwischen 2,5 und 2,8 Millionen Mobiltelefone verkauft. Diese Produkte und die dazugehörenden Dienstleistungen werden heute immer mehr in dafür spezialisierten Shops verkauft, wie z. B. mobilezone (125 Filialen), Swisscom-Shops (130 Filialen), The Phonehouse (64 Filialen), Orange-Shops (47 Filialen), sunrise-Shops (46 Filialen), sowie bei lokalen Händlern. Somit hat es in der Schweiz heute über 500 Spezialgeschäfte für Mobiltelefonie und Telekommunikation. Im spezialisierten Verkauf arbeiten über 2000 Verkaufsmitarbeitende. Könnten in diesem neuen Berufsbild "Telekom-Verkäuferin und -Verkäufer" Lehrlinge ausgebildet werden, sähen Branchenspezialisten ein jährliches Potenzial von etwa 200 Lehrstellen, Tendenz steigend.</p><p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament Bericht zu erstatten, inwieweit der Bund aktiv die Schaffung neuer Berufsbilder in solchen Wachstumsbranchen fördern könnte.</p>
- <p>Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass ein möglichst vielfältiges Angebot beruflicher Grundbildungen zur Verfügung steht. Dieses Angebot muss den inhaltlichen und qualitativen Ansprüchen der Wirtschaft genügen. Zudem soll es den Jugendlichen eine breite Ausbildung mit Zukunft garantieren. Spezialisierungen und die Ausbildungen in kurzlebigen Trendbereichen gehören in die berufsorientierte Weiterbildung.</p><p>Gerade in Wachstumsbranchen ist es wichtig, den beiden Aspekten Nachhaltigkeit und Breite der Ausbildung besonders Rechnung zu tragen. Die Produkte im Telekommunikations- und Multimediabereich entwickeln sich schnell, und der Multifunktionalität kommt immer grössere Bedeutung zu. Die Detailhandelsbranche "Consumer Electronics" trägt diesem Umstand Rechnung und hat die Ausbildungsziele breit formuliert. Es stehen eine zwei- und eine dreijährige Grundbildung zur Auswahl, die neben anderem auch den Bereich Mobiltelefon umfassen.</p><p>Grosse Telekommunikationsunternehmen bieten die vielseitige Ausbildung in der Branche "Consumer Electronics" heute schon an. Für kleinere und spezialisiertere Unternehmen besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Unternehmen in sogenannten Lehrbetriebsverbünden das ganze Spektrum der Ausbildung abzudecken. Der Bund unterstützt die Ausgestaltung solcher Verbünde.</p><p>Die Berufsbildung in der Schweiz funktioniert verbundpartnerschaftlich. Die Initiative zur Schaffung neuer Berufe kann grundsätzlich von allen beteiligten Partnern (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) ergriffen werden. Neue berufliche Grundbildungen sind dann ein Erfolg, wenn sie ein Bedürfnis der Wirtschaft abdecken, die Betriebe in der Lage sind, die Lernenden in den angestrebten Bereichen auszubilden, und wenn die ausgebildeten Personen eine Anstellung finden.</p><p>Gewähr für die Erfüllung dieser Erfolgsfaktoren bieten die Organisationen der Arbeitswelt. Ist die Wirtschaft in neuen Berufsfeldern noch nicht organisiert, so setzt sich der Bund dafür ein, dass Trägerschaften für neue Berufsbilder entstehen. Dies war namentlich im Bereich Mediamatik und Informatik der Fall.</p><p>Der Bundesrat betrachtet das Postulat als bereits erfüllt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, inwiefern der Bund in Wachstumsbranchen die Schaffung neuer Berufsbilder und damit neuer Lehrstellen aktiv fördern kann.</p>
- Schaffung neuer Berufsbilder und Lehrstellen in Wachstumsbranchen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Das Berufsbildungsgesetz definiert die Berufsbildung als gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Dieser arbeitsmarktbezogene Ansatz verlangt, dass bei neuen Berufsfeldern die Initiative vonseiten der Wirtschaft respektive der Organisationen der Arbeitswelt auszugehen hat. Dieser Ansatz ist unbestrittenermassen richtig. Trotzdem können dadurch Potenziale möglicher neuer Berufsbilder und Lehrstellen ungenutzt bleiben, wenn die Wirtschaft - gerade in Wachstumsbranchen - sich dieser Thematik nicht annimmt.</p><p>Als Beispiel dazu sei der wachsende Bereich der Telekommunikation genannt: Jährlich werden in der Schweiz zwischen 2,5 und 2,8 Millionen Mobiltelefone verkauft. Diese Produkte und die dazugehörenden Dienstleistungen werden heute immer mehr in dafür spezialisierten Shops verkauft, wie z. B. mobilezone (125 Filialen), Swisscom-Shops (130 Filialen), The Phonehouse (64 Filialen), Orange-Shops (47 Filialen), sunrise-Shops (46 Filialen), sowie bei lokalen Händlern. Somit hat es in der Schweiz heute über 500 Spezialgeschäfte für Mobiltelefonie und Telekommunikation. Im spezialisierten Verkauf arbeiten über 2000 Verkaufsmitarbeitende. Könnten in diesem neuen Berufsbild "Telekom-Verkäuferin und -Verkäufer" Lehrlinge ausgebildet werden, sähen Branchenspezialisten ein jährliches Potenzial von etwa 200 Lehrstellen, Tendenz steigend.</p><p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament Bericht zu erstatten, inwieweit der Bund aktiv die Schaffung neuer Berufsbilder in solchen Wachstumsbranchen fördern könnte.</p>
- <p>Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass ein möglichst vielfältiges Angebot beruflicher Grundbildungen zur Verfügung steht. Dieses Angebot muss den inhaltlichen und qualitativen Ansprüchen der Wirtschaft genügen. Zudem soll es den Jugendlichen eine breite Ausbildung mit Zukunft garantieren. Spezialisierungen und die Ausbildungen in kurzlebigen Trendbereichen gehören in die berufsorientierte Weiterbildung.</p><p>Gerade in Wachstumsbranchen ist es wichtig, den beiden Aspekten Nachhaltigkeit und Breite der Ausbildung besonders Rechnung zu tragen. Die Produkte im Telekommunikations- und Multimediabereich entwickeln sich schnell, und der Multifunktionalität kommt immer grössere Bedeutung zu. Die Detailhandelsbranche "Consumer Electronics" trägt diesem Umstand Rechnung und hat die Ausbildungsziele breit formuliert. Es stehen eine zwei- und eine dreijährige Grundbildung zur Auswahl, die neben anderem auch den Bereich Mobiltelefon umfassen.</p><p>Grosse Telekommunikationsunternehmen bieten die vielseitige Ausbildung in der Branche "Consumer Electronics" heute schon an. Für kleinere und spezialisiertere Unternehmen besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Unternehmen in sogenannten Lehrbetriebsverbünden das ganze Spektrum der Ausbildung abzudecken. Der Bund unterstützt die Ausgestaltung solcher Verbünde.</p><p>Die Berufsbildung in der Schweiz funktioniert verbundpartnerschaftlich. Die Initiative zur Schaffung neuer Berufe kann grundsätzlich von allen beteiligten Partnern (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) ergriffen werden. Neue berufliche Grundbildungen sind dann ein Erfolg, wenn sie ein Bedürfnis der Wirtschaft abdecken, die Betriebe in der Lage sind, die Lernenden in den angestrebten Bereichen auszubilden, und wenn die ausgebildeten Personen eine Anstellung finden.</p><p>Gewähr für die Erfüllung dieser Erfolgsfaktoren bieten die Organisationen der Arbeitswelt. Ist die Wirtschaft in neuen Berufsfeldern noch nicht organisiert, so setzt sich der Bund dafür ein, dass Trägerschaften für neue Berufsbilder entstehen. Dies war namentlich im Bereich Mediamatik und Informatik der Fall.</p><p>Der Bundesrat betrachtet das Postulat als bereits erfüllt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, inwiefern der Bund in Wachstumsbranchen die Schaffung neuer Berufsbilder und damit neuer Lehrstellen aktiv fördern kann.</p>
- Schaffung neuer Berufsbilder und Lehrstellen in Wachstumsbranchen
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