Fischfressende Vögel. Populationsregulation

ShortId
07.3581
Id
20073581
Updated
27.07.2023 20:34
Language
de
Title
Fischfressende Vögel. Populationsregulation
AdditionalIndexing
52;55;Süsswasserfisch;Tierwelt;Erhaltung der Fischbestände;Jagd;Fischzucht;Tierbestand;Fischfang;Jagdvorschrift
1
  • L04K06030408, Tierbestand
  • L04K06030307, Tierwelt
  • L04K01010107, Jagd
  • L05K1401060310, Fischfang
  • L05K1401060301, Erhaltung der Fischbestände
  • L05K1401060201, Fischzucht
  • L06K140106010203, Süsswasserfisch
  • L05K0601040801, Jagdvorschrift
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit den 1990er Jahren diskutieren Fischereiorganisationen wie der Schweizerische Fischereiverband (40 000 Mitglieder) mit den Kantons- und Bundesbehörden über das wiederkehrende Problem der fischfressenden Vögel, die dem Fischbestand Schaden zufügen. Die bis zum jetzigen Zeitpunkt getroffenen Massnahmen sind klar ungenügend, obwohl mehrere Studien nachweisen, dass Kormorane, Gänsesäger und Graureiher neben der schlechteren Wasserqualität eine der Hauptursachen für den Rückgang der Fischpopulation sind. Auf den Fischnetz-Bericht von 2004 folgte die Zusatzstudie "Entwicklung der Gänsesäger in der Schweiz (im Vergleich zu Graureiher und Kormoran)" (Aqua Sana, 2005), die den negativen Einfluss der drei obengenannten Arten klar aufzeigt. Seit dreissig Jahren vermehren sich Gänsesäger, Graureiher und auch Kormorane stark. Letztere nisten seit 2001, vor allem im Fanel (NE/BE), am Neuenburgersee. Ausserdem richten die Kormorane bei der Berufsfischerei grosse Schäden an: Die Fangnetze werden beschädigt, und die gefangenen Fische sind verletzt und deshalb nicht marktfähig. Eine Regulation der Bestände ist also erforderlich.</p><p>In Anbetracht der Entwicklung der Gänsesäger- und der Graureiherpopulation sowie der lokalen Unterschiede in den Beständen sollten die Kantone die Möglichkeit haben, über eine Regulation bei fliessenden und stehenden Gewässern unter 50 Hektaren zu entscheiden.</p><p>Das Jagdgesetz (SR 922.0) und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen (Jagdverordnung, SR 922.01) sollten meiner Meinung nach geändert werden. Dieser Zustand hat nun schon zu lange angedauert, und der Überpopulation von fischfressenden Vögeln muss dringend Abhilfe geschafft werden. Sie schadet der Berufsfischerei ebenso wie den Interessen der Angelfischerei und schränkt die biologische Vielfalt der Gewässer ein.</p>
  • <p>In den letzten Jahren haben die Fischbestände in den Schweizer Fliessgewässern stark abgenommen. Verschiedene Gründe sind für diese Entwicklung verantwortlich. Eine der Hauptursachen ist der unbefriedigende Zustand vieler Fliessgewässer, die den Fischen keinen passenden Lebensraum mehr bieten. Die Aufwertung monotoner Fliessgewässer durch gezielte Revitalisierungen ist deshalb für den Schutz bedrohter Fischbestände von zentraler Bedeutung. Entsprechende Massnahmen zeitigen aber erst längerfristig Wirkung.</p><p>Kurzfristig lässt sich die Situation zumindest punktuell dadurch verbessern, dass auf die fischfressenden Vögel Einfluss genommen wird. Der Bundesrat ist deshalb bereit, das Anliegen des Motionärs in die laufende Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) aufzunehmen. Die Gesetzesänderung soll es den Kantonen erlauben, bei Fliessgewässern Eingriffe in lokale Bestände gewisser geschützter Vogelarten (Gänsesäger, Graureiher) vorzunehmen und angemessene Entschädigungen zu leisten, um die durch Kormorane angerichteten Schäden an Fanggeräten der Berufsfischerei auf Seen abzugelten.</p><p>Im Unterschied zu Gänsesäger und Graureiher ist der Kormoran nach dem JSG eine jagdbare Vogelart. Insofern sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Regulation dieser Vogelart bereits gegeben. Konflikte, die im Umfeld von nationalen Schutzgebieten wie dem Wasser- und Zugvogelreservat Fanel-Chablais de Cudrefin zwischen der Berufsfischerei und dem Vogelschutz auftreten, müssen auf der Basis einer transparenten Faktenanalyse gelöst werden. Unter der Leitung des Bafu sind diesbezügliche Gespräche im Gange.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, nach Anhörung der betroffenen Kreise angemessene Massnahmen zur Begrenzung der Population fischfressender Vögel, wie beispielsweise Gänsesäger, Graureiher und Kormoran, zu ergreifen. Diese Vögel sind eine der Hauptursachen für den Rückgang des Fischbestands. Der Bundesrat soll einen entsprechenden Änderungsentwurf des Jagdgesetzes vorlegen.</p>
  • Fischfressende Vögel. Populationsregulation
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit den 1990er Jahren diskutieren Fischereiorganisationen wie der Schweizerische Fischereiverband (40 000 Mitglieder) mit den Kantons- und Bundesbehörden über das wiederkehrende Problem der fischfressenden Vögel, die dem Fischbestand Schaden zufügen. Die bis zum jetzigen Zeitpunkt getroffenen Massnahmen sind klar ungenügend, obwohl mehrere Studien nachweisen, dass Kormorane, Gänsesäger und Graureiher neben der schlechteren Wasserqualität eine der Hauptursachen für den Rückgang der Fischpopulation sind. Auf den Fischnetz-Bericht von 2004 folgte die Zusatzstudie "Entwicklung der Gänsesäger in der Schweiz (im Vergleich zu Graureiher und Kormoran)" (Aqua Sana, 2005), die den negativen Einfluss der drei obengenannten Arten klar aufzeigt. Seit dreissig Jahren vermehren sich Gänsesäger, Graureiher und auch Kormorane stark. Letztere nisten seit 2001, vor allem im Fanel (NE/BE), am Neuenburgersee. Ausserdem richten die Kormorane bei der Berufsfischerei grosse Schäden an: Die Fangnetze werden beschädigt, und die gefangenen Fische sind verletzt und deshalb nicht marktfähig. Eine Regulation der Bestände ist also erforderlich.</p><p>In Anbetracht der Entwicklung der Gänsesäger- und der Graureiherpopulation sowie der lokalen Unterschiede in den Beständen sollten die Kantone die Möglichkeit haben, über eine Regulation bei fliessenden und stehenden Gewässern unter 50 Hektaren zu entscheiden.</p><p>Das Jagdgesetz (SR 922.0) und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen (Jagdverordnung, SR 922.01) sollten meiner Meinung nach geändert werden. Dieser Zustand hat nun schon zu lange angedauert, und der Überpopulation von fischfressenden Vögeln muss dringend Abhilfe geschafft werden. Sie schadet der Berufsfischerei ebenso wie den Interessen der Angelfischerei und schränkt die biologische Vielfalt der Gewässer ein.</p>
    • <p>In den letzten Jahren haben die Fischbestände in den Schweizer Fliessgewässern stark abgenommen. Verschiedene Gründe sind für diese Entwicklung verantwortlich. Eine der Hauptursachen ist der unbefriedigende Zustand vieler Fliessgewässer, die den Fischen keinen passenden Lebensraum mehr bieten. Die Aufwertung monotoner Fliessgewässer durch gezielte Revitalisierungen ist deshalb für den Schutz bedrohter Fischbestände von zentraler Bedeutung. Entsprechende Massnahmen zeitigen aber erst längerfristig Wirkung.</p><p>Kurzfristig lässt sich die Situation zumindest punktuell dadurch verbessern, dass auf die fischfressenden Vögel Einfluss genommen wird. Der Bundesrat ist deshalb bereit, das Anliegen des Motionärs in die laufende Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) aufzunehmen. Die Gesetzesänderung soll es den Kantonen erlauben, bei Fliessgewässern Eingriffe in lokale Bestände gewisser geschützter Vogelarten (Gänsesäger, Graureiher) vorzunehmen und angemessene Entschädigungen zu leisten, um die durch Kormorane angerichteten Schäden an Fanggeräten der Berufsfischerei auf Seen abzugelten.</p><p>Im Unterschied zu Gänsesäger und Graureiher ist der Kormoran nach dem JSG eine jagdbare Vogelart. Insofern sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Regulation dieser Vogelart bereits gegeben. Konflikte, die im Umfeld von nationalen Schutzgebieten wie dem Wasser- und Zugvogelreservat Fanel-Chablais de Cudrefin zwischen der Berufsfischerei und dem Vogelschutz auftreten, müssen auf der Basis einer transparenten Faktenanalyse gelöst werden. Unter der Leitung des Bafu sind diesbezügliche Gespräche im Gange.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, nach Anhörung der betroffenen Kreise angemessene Massnahmen zur Begrenzung der Population fischfressender Vögel, wie beispielsweise Gänsesäger, Graureiher und Kormoran, zu ergreifen. Diese Vögel sind eine der Hauptursachen für den Rückgang des Fischbestands. Der Bundesrat soll einen entsprechenden Änderungsentwurf des Jagdgesetzes vorlegen.</p>
    • Fischfressende Vögel. Populationsregulation

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