Flächendeckendes Schweizer Krebsregister

ShortId
07.3638
Id
20073638
Updated
27.07.2023 21:37
Language
de
Title
Flächendeckendes Schweizer Krebsregister
AdditionalIndexing
2841;66;radioaktiver Ausstoss;Gesundheitsrisiko;Kraftwerksstandort;Verzeichnis;Krebs;radioaktive Verseuchung;Statistik;Kernkraftwerk
1
  • L04K01050110, Krebs
  • L04K02020702, Verzeichnis
  • L03K020218, Statistik
  • L04K06020312, radioaktive Verseuchung
  • L04K01050510, Gesundheitsrisiko
  • L04K06010110, radioaktiver Ausstoss
  • L04K17030201, Kernkraftwerk
  • L04K17010112, Kraftwerksstandort
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Nach einem Zwischenfall in einer Forschungsanlage hat das Paul-Scherrer-lnstitut (PSI) diesen Sommer mit Tritium verseuchtes Wasser in die Aare abgegeben. Obwohl dies gemäss PSI die "bestmögliche Sanierungsmassnahme" der Anlage war, verursacht Tritium Krebs und schädigt die Erbsubstanz. Der gesetzliche Grenzwert wurde zwar nicht überschritten, dennoch fehlt der Nachweis, dass solche unvorgesehenen radioaktiven Ausbreitungen keine gefährlichen Folgen haben.</p><p>Ebenfalls diesen Sommer hat das "European Journal of Cancer Care" eine Studie publiziert, die überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderleukämie in der Nähe von Atomanlagen nachweist.</p><p>Um mehr Klarheit über die Folgen von Atomanlagen im Normalbetrieb sowie bei unerwarteter Abgabe von Radioaktivität zu schaffen, ist ein flächendeckendes Krebsregister zwingend. Auch für die glaubwürdige Festlegung von Grenzwerten müssen die Risikofaktoren so genau wie möglich beobachtet werden. Unverständlicherweise haben gerade jene Kantone mit ein oder mehreren Atomanlagen kein Krebsregister.</p>
  • <p>Die Forderung nach einem flächendeckenden Krebsregister ist nicht neu (s. Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Leutenegger Oberholzer 02.3309 und Antwort auf die Anfrage Gysin Remo 03.1143).</p><p>Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement des Innern am 28. September 2007 beauftragt, einen Vorentwurf für neue gesetzliche Bestimmungen zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung zu erarbeiten. Im Rahmen dieses Projektes wird die Schaffung von gesetzlichen Grundlagen für die Vereinheitlichung der Datenerhebung und -auswertung der einzelnen kantonalen Krebsregister geprüft. Die Erstellung eines gesamtschweizerischen, flächendeckenden Krebsregisters durch den Bund selbst - so, wie es die Motion verlangt - kann jedoch nicht das Ziel einer gesetzlichen Regelung sein. Es geht vielmehr darum, die Qualität und die Harmonisierung der von den Kantonen erhobenen wissenschaftlich relevanten Krebsdaten zu sichern, sie zu verknüpfen und zu analysieren. So können die Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen geschaffen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, ein gesamtschweizerisches, flächendeckendes Krebsregister zu erstellen. Er schafft dazu die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen.</p>
  • Flächendeckendes Schweizer Krebsregister
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Nach einem Zwischenfall in einer Forschungsanlage hat das Paul-Scherrer-lnstitut (PSI) diesen Sommer mit Tritium verseuchtes Wasser in die Aare abgegeben. Obwohl dies gemäss PSI die "bestmögliche Sanierungsmassnahme" der Anlage war, verursacht Tritium Krebs und schädigt die Erbsubstanz. Der gesetzliche Grenzwert wurde zwar nicht überschritten, dennoch fehlt der Nachweis, dass solche unvorgesehenen radioaktiven Ausbreitungen keine gefährlichen Folgen haben.</p><p>Ebenfalls diesen Sommer hat das "European Journal of Cancer Care" eine Studie publiziert, die überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderleukämie in der Nähe von Atomanlagen nachweist.</p><p>Um mehr Klarheit über die Folgen von Atomanlagen im Normalbetrieb sowie bei unerwarteter Abgabe von Radioaktivität zu schaffen, ist ein flächendeckendes Krebsregister zwingend. Auch für die glaubwürdige Festlegung von Grenzwerten müssen die Risikofaktoren so genau wie möglich beobachtet werden. Unverständlicherweise haben gerade jene Kantone mit ein oder mehreren Atomanlagen kein Krebsregister.</p>
    • <p>Die Forderung nach einem flächendeckenden Krebsregister ist nicht neu (s. Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Leutenegger Oberholzer 02.3309 und Antwort auf die Anfrage Gysin Remo 03.1143).</p><p>Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement des Innern am 28. September 2007 beauftragt, einen Vorentwurf für neue gesetzliche Bestimmungen zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung zu erarbeiten. Im Rahmen dieses Projektes wird die Schaffung von gesetzlichen Grundlagen für die Vereinheitlichung der Datenerhebung und -auswertung der einzelnen kantonalen Krebsregister geprüft. Die Erstellung eines gesamtschweizerischen, flächendeckenden Krebsregisters durch den Bund selbst - so, wie es die Motion verlangt - kann jedoch nicht das Ziel einer gesetzlichen Regelung sein. Es geht vielmehr darum, die Qualität und die Harmonisierung der von den Kantonen erhobenen wissenschaftlich relevanten Krebsdaten zu sichern, sie zu verknüpfen und zu analysieren. So können die Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen geschaffen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, ein gesamtschweizerisches, flächendeckendes Krebsregister zu erstellen. Er schafft dazu die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen.</p>
    • Flächendeckendes Schweizer Krebsregister

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