Maximal 2 Grad globale Erwärmung
- ShortId
-
07.3791
- Id
-
20073791
- Updated
-
27.07.2023 19:22
- Language
-
de
- Title
-
Maximal 2 Grad globale Erwärmung
- AdditionalIndexing
-
52;Klimaveränderung;Bekämpfung der Umweltbelastungen;Verhütung von Umweltbelastungen
- 1
-
- L04K06020209, Klimaveränderung
- L03K060104, Bekämpfung der Umweltbelastungen
- L04K06010416, Verhütung von Umweltbelastungen
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Wie Bundesrat Leuenberger in seinem am 16. August 2007 vorgestellten Klimabericht festhält, bestätigten mehrere Studien, dass ab einer globalen Temperaturerhöhung von mehr als 2 Grad Celsius mit für Mensch und Umwelt gefährlichen Klimaveränderungen gerechnet werden muss. Diese Studien untermauern den Entscheid des EU-Ministerrates, dass es das Ziel der Klimapolitik sein muss, eine Erwärmung von mehr als 2 Grad zu verhindern.</p><p>Der dieses Jahr publizierte vierte IPCC-Bericht, welcher den aktuellen wissenschaftlichen Konsens zur Klimaerwärmung festhält, bestätigt die negativen Auswirkungen einer globalen Erwärmung von mehr als 2 Grad. Zudem geht der IPCC-Bericht davon aus, dass bei einer höheren Erwärmung die terrestrische Biosphäre von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle wird, womit die Klimaerwärmung sich selber verstärken würde.</p><p>Die maximale Erwärmung von 2 Grad betrifft den globalen Schnitt. Kontinente erwärmen sich jedoch stärker als die Ozeane. So betrug gemäss OcCC-Bericht der Temperaturanstieg auch in der Schweiz im 20. Jahrhundert etwa 1,3 Grad (1,6 Grad in der Deutschschweiz, 1,3 Grad in der Westschweiz und 1 Grad auf der Alpensüdseite), während die globale Temperatur um 0,6 Grad zugenommen hat. Demnach bedeutet eine globale Erwärmung von 2 Grad für die Schweiz eine Erwärmung von etwa 4 Grad. Bereits diese Erwärmung wird in der Schweiz zu vielen - für die Bevölkerung überwiegend negativen - Veränderungen führen.</p><p>Um eine stärkere Erwärmung zu verhindern, soll sich die Schweiz an internationalen Klimaverhandlungen und in der nationalen Klimapolitik für eine globale Erwärmung von weniger als 2 Grad einsetzen.</p>
- <p>Die EU will den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Dadurch werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels und die Wahrscheinlichkeit, dass Ökosysteme massiv und unwiderruflich gestört werden, vermindert. Eine globale Temperaturerhöhung von 2 Grad wird in der Schweiz zu einer Erhöhung der Temperaturen um 3 bis 4 Grad führen. Es besteht international ein breiter Konsens, dass das 2-Grad-Ziel einer globalen Klimaschutzstrategie dient. Die Uno-Klimakonvention verlangt die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration auf einem ungefährlichen Niveau (Art. 2).</p><p>Das Erreichen dieses Zieles setzt grosse Reduktionen der globalen Treibhausgasemissionen voraus. Diese müssen vor 2025 ihren Höchststand erreichen und danach bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Niveau von 1990 zurückgehen. Die entwickelten Länder müssen dabei eine Führungsrolle übernehmen und massgeblich zu den weltweiten Bemühungen zur Reduktion der Emissionen beitragen.</p><p>Der Bundesrat hat am 20. Februar 2008 das UVEK beauftragt, eine Vernehmlassungsvorlage zur Revision des CO2-Gesetzes auszuarbeiten. Betreffend die Reduktionsziele sind zwei Varianten vorzulegen: Als eine Variante will sich der Bundesrat an den Reduktionszielen der EU orientieren. Diese will die Treibhausgasemissionen bis 2020 mindestens um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Bei einem vergleichbaren Engagement der wichtigen Emittenten will die EU dieses Ziel auf 30 Prozent erhöhen. Als andere Variante will der Bundesrat das Konzept einer klimaneutralen Schweiz in die Vernehmlassung schicken. Die Idee der klimaneutralen Schweiz basiert auf der Grundidee, dass aller oder zumindest ein Teil des CO2-Ausstosses in der Schweiz durch Kompensation im Ausland "neutralisiert" wird. Dies entspricht also dem wesentlich ambitiöseren Reduktionsziel von bis zu minus 100 Prozent.</p><p>Die Bandbreite der angestrebten Reduktionsziele reicht daher von minus 20 bis minus 100 Prozent.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, seine Klimapolitik auf eine maximale globale Erwärmung der Erdoberfläche von plus 2 Grad auszurichten.</p>
- Maximal 2 Grad globale Erwärmung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Wie Bundesrat Leuenberger in seinem am 16. August 2007 vorgestellten Klimabericht festhält, bestätigten mehrere Studien, dass ab einer globalen Temperaturerhöhung von mehr als 2 Grad Celsius mit für Mensch und Umwelt gefährlichen Klimaveränderungen gerechnet werden muss. Diese Studien untermauern den Entscheid des EU-Ministerrates, dass es das Ziel der Klimapolitik sein muss, eine Erwärmung von mehr als 2 Grad zu verhindern.</p><p>Der dieses Jahr publizierte vierte IPCC-Bericht, welcher den aktuellen wissenschaftlichen Konsens zur Klimaerwärmung festhält, bestätigt die negativen Auswirkungen einer globalen Erwärmung von mehr als 2 Grad. Zudem geht der IPCC-Bericht davon aus, dass bei einer höheren Erwärmung die terrestrische Biosphäre von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle wird, womit die Klimaerwärmung sich selber verstärken würde.</p><p>Die maximale Erwärmung von 2 Grad betrifft den globalen Schnitt. Kontinente erwärmen sich jedoch stärker als die Ozeane. So betrug gemäss OcCC-Bericht der Temperaturanstieg auch in der Schweiz im 20. Jahrhundert etwa 1,3 Grad (1,6 Grad in der Deutschschweiz, 1,3 Grad in der Westschweiz und 1 Grad auf der Alpensüdseite), während die globale Temperatur um 0,6 Grad zugenommen hat. Demnach bedeutet eine globale Erwärmung von 2 Grad für die Schweiz eine Erwärmung von etwa 4 Grad. Bereits diese Erwärmung wird in der Schweiz zu vielen - für die Bevölkerung überwiegend negativen - Veränderungen führen.</p><p>Um eine stärkere Erwärmung zu verhindern, soll sich die Schweiz an internationalen Klimaverhandlungen und in der nationalen Klimapolitik für eine globale Erwärmung von weniger als 2 Grad einsetzen.</p>
- <p>Die EU will den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Dadurch werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels und die Wahrscheinlichkeit, dass Ökosysteme massiv und unwiderruflich gestört werden, vermindert. Eine globale Temperaturerhöhung von 2 Grad wird in der Schweiz zu einer Erhöhung der Temperaturen um 3 bis 4 Grad führen. Es besteht international ein breiter Konsens, dass das 2-Grad-Ziel einer globalen Klimaschutzstrategie dient. Die Uno-Klimakonvention verlangt die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration auf einem ungefährlichen Niveau (Art. 2).</p><p>Das Erreichen dieses Zieles setzt grosse Reduktionen der globalen Treibhausgasemissionen voraus. Diese müssen vor 2025 ihren Höchststand erreichen und danach bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Niveau von 1990 zurückgehen. Die entwickelten Länder müssen dabei eine Führungsrolle übernehmen und massgeblich zu den weltweiten Bemühungen zur Reduktion der Emissionen beitragen.</p><p>Der Bundesrat hat am 20. Februar 2008 das UVEK beauftragt, eine Vernehmlassungsvorlage zur Revision des CO2-Gesetzes auszuarbeiten. Betreffend die Reduktionsziele sind zwei Varianten vorzulegen: Als eine Variante will sich der Bundesrat an den Reduktionszielen der EU orientieren. Diese will die Treibhausgasemissionen bis 2020 mindestens um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Bei einem vergleichbaren Engagement der wichtigen Emittenten will die EU dieses Ziel auf 30 Prozent erhöhen. Als andere Variante will der Bundesrat das Konzept einer klimaneutralen Schweiz in die Vernehmlassung schicken. Die Idee der klimaneutralen Schweiz basiert auf der Grundidee, dass aller oder zumindest ein Teil des CO2-Ausstosses in der Schweiz durch Kompensation im Ausland "neutralisiert" wird. Dies entspricht also dem wesentlich ambitiöseren Reduktionsziel von bis zu minus 100 Prozent.</p><p>Die Bandbreite der angestrebten Reduktionsziele reicht daher von minus 20 bis minus 100 Prozent.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, seine Klimapolitik auf eine maximale globale Erwärmung der Erdoberfläche von plus 2 Grad auszurichten.</p>
- Maximal 2 Grad globale Erwärmung
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