Schiessübungen für Kinder

ShortId
07.3827
Id
20073827
Updated
27.07.2023 19:07
Language
de
Title
Schiessübungen für Kinder
AdditionalIndexing
09;Defilee;Kind;VBS;Feuerwaffe;Gewalt
1
  • L04K04020309, Defilee
  • L05K0402040202, Feuerwaffe
  • L05K0107010205, Kind
  • L04K01010207, Gewalt
  • L03K080403, VBS
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Renommierte Konfliktforscher wie beispielsweise Johan Galtung warnen davor, dass durch diverse kulturelle Einflüsse eine sogenannte "Kultur der Gewalt" entsteht - eine Kultur, in der Gewalt als legitimes und normales Mittel zur Lösung von Konflikten gesehen wird. Das Töten von Menschen, wie es im Fernsehen und in Computerspielen massiv und intensiv gezeigt wird, wird dadurch verniedlicht und letztlich legitimiert. Durch die Internalisierung der "Kultur der Gewalt" sinkt auch die Hemmschwelle, Gewalt im reellen Leben anzuwenden. Das Schiessen mit Schiess-Simulatoren auf Ziele, welche den Umrissen von Menschen ähneln, fördert die "Kultur der Gewalt".</p>
  • <p>Vom 20. bis 25. November 2007 fanden in Lugano die Armeetage 2007 statt. Neben zahlreichen Ausstellungen und Vorführungen wurde das traditionelle Schiesskino betrieben. Als Zielscheiben wurden dabei geometrische Formen eingesetzt, nicht aber Zielscheiben mit menschlichen Umrissen. Die Regel, dass sich Minderjährige nur in Begleitung erwachsener Begleitpersonen und mit deren Einwilligung in diesem Schiesskino betätigen durften, wurde klar kommuniziert. Der Stand wurde dauernd betreut; zudem haben die vor Ort anwesenden Betreuer jeweils die minderjährigen Besucher nach ihren Begleitpersonen gefragt.</p><p>Das Schiesskino ist wie immer besonders bei den jugendlichen Besuchern sehr beliebt. Aufgrund des grossen Andranges hatten die Verantwortlichen vor Ort in Einzelfällen nicht immer die Möglichkeit, die Angaben dieser minderjährigen Besucher und Besucherinnen genau zu überprüfen. Der Bundesrat bedauert, wenn in Einzelfällen Minderjährige im Schiesskino ohne Einwilligung bzw. Begleitung einer erwachsenen Person geschossen haben sollten.</p><p>Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die drei Fragen zusammengefasst wie folgt:</p><p>Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten nicht, dass die Schweizer Armee mit Schiesssimulatoren mithilft, Gewalt, Gewaltanwendung oder das Töten von Menschen zu verniedlichen.</p><p>Das Schiesskino ist nicht nur ein grosser Erfolg auf Publikumsmessen, an denen die Armee teilnimmt, sondern bietet auch die Möglichkeit, der Öffentlichkeit ein modernes Ausbildungsmittel vorzustellen und den sorgfältigen, verantwortungsbewussten Umgang mit Waffen zu instruieren. Er ist aber der Ansicht, dass sich Minderjährige nur in Begleitung erwachsener Begleitpersonen und mit deren Einwilligung im Schiesskino betätigen dürfen. Dies war schon bisher so vorgesehen. Aufgrund der praktischen Erfahrungen an den Armeetagen 2007 wird jedoch eine bessere Zutrittskontrolle für Jugendliche geprüft. Unter diesen Rahmenbedingungen sieht der Bundesrat keinen Anlass, zukünftig auf Publikumsmessen auf einen Schiesssimulator zu verzichten.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>An den Armeetagen vom 20. bis 25. November 2007 in Lugano konnten, wie Bilder des Tessiner Fernsehens belegen, Minderjährige ohne Begleitung von Erwachsenen mit dem Sturmgewehr 90 Schiessübungen machen. Bei den Schiess-Simulatoren wurden Zielscheiben mit den Umrissen von Menschen eingesetzt.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist er damit einverstanden, dass die Schweizer Armee mithilft, Gewalt, Gewaltanwendung und das Töten von Menschen zu verniedlichen?</p><p>2. Ist er damit einverstanden, dass selbst Minderjährigen erlaubt wurde, an Schiess-Simulatoren zu schiessen?</p><p>3. Ist er bereit, die Verantwortlichen des VBS anzuweisen, bei Publikumsmessen künftig keine Schiess-Simulatoren und Schiessübungen mehr anzubieten?</p>
  • Schiessübungen für Kinder
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Renommierte Konfliktforscher wie beispielsweise Johan Galtung warnen davor, dass durch diverse kulturelle Einflüsse eine sogenannte "Kultur der Gewalt" entsteht - eine Kultur, in der Gewalt als legitimes und normales Mittel zur Lösung von Konflikten gesehen wird. Das Töten von Menschen, wie es im Fernsehen und in Computerspielen massiv und intensiv gezeigt wird, wird dadurch verniedlicht und letztlich legitimiert. Durch die Internalisierung der "Kultur der Gewalt" sinkt auch die Hemmschwelle, Gewalt im reellen Leben anzuwenden. Das Schiessen mit Schiess-Simulatoren auf Ziele, welche den Umrissen von Menschen ähneln, fördert die "Kultur der Gewalt".</p>
    • <p>Vom 20. bis 25. November 2007 fanden in Lugano die Armeetage 2007 statt. Neben zahlreichen Ausstellungen und Vorführungen wurde das traditionelle Schiesskino betrieben. Als Zielscheiben wurden dabei geometrische Formen eingesetzt, nicht aber Zielscheiben mit menschlichen Umrissen. Die Regel, dass sich Minderjährige nur in Begleitung erwachsener Begleitpersonen und mit deren Einwilligung in diesem Schiesskino betätigen durften, wurde klar kommuniziert. Der Stand wurde dauernd betreut; zudem haben die vor Ort anwesenden Betreuer jeweils die minderjährigen Besucher nach ihren Begleitpersonen gefragt.</p><p>Das Schiesskino ist wie immer besonders bei den jugendlichen Besuchern sehr beliebt. Aufgrund des grossen Andranges hatten die Verantwortlichen vor Ort in Einzelfällen nicht immer die Möglichkeit, die Angaben dieser minderjährigen Besucher und Besucherinnen genau zu überprüfen. Der Bundesrat bedauert, wenn in Einzelfällen Minderjährige im Schiesskino ohne Einwilligung bzw. Begleitung einer erwachsenen Person geschossen haben sollten.</p><p>Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die drei Fragen zusammengefasst wie folgt:</p><p>Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten nicht, dass die Schweizer Armee mit Schiesssimulatoren mithilft, Gewalt, Gewaltanwendung oder das Töten von Menschen zu verniedlichen.</p><p>Das Schiesskino ist nicht nur ein grosser Erfolg auf Publikumsmessen, an denen die Armee teilnimmt, sondern bietet auch die Möglichkeit, der Öffentlichkeit ein modernes Ausbildungsmittel vorzustellen und den sorgfältigen, verantwortungsbewussten Umgang mit Waffen zu instruieren. Er ist aber der Ansicht, dass sich Minderjährige nur in Begleitung erwachsener Begleitpersonen und mit deren Einwilligung im Schiesskino betätigen dürfen. Dies war schon bisher so vorgesehen. Aufgrund der praktischen Erfahrungen an den Armeetagen 2007 wird jedoch eine bessere Zutrittskontrolle für Jugendliche geprüft. Unter diesen Rahmenbedingungen sieht der Bundesrat keinen Anlass, zukünftig auf Publikumsmessen auf einen Schiesssimulator zu verzichten.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>An den Armeetagen vom 20. bis 25. November 2007 in Lugano konnten, wie Bilder des Tessiner Fernsehens belegen, Minderjährige ohne Begleitung von Erwachsenen mit dem Sturmgewehr 90 Schiessübungen machen. Bei den Schiess-Simulatoren wurden Zielscheiben mit den Umrissen von Menschen eingesetzt.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist er damit einverstanden, dass die Schweizer Armee mithilft, Gewalt, Gewaltanwendung und das Töten von Menschen zu verniedlichen?</p><p>2. Ist er damit einverstanden, dass selbst Minderjährigen erlaubt wurde, an Schiess-Simulatoren zu schiessen?</p><p>3. Ist er bereit, die Verantwortlichen des VBS anzuweisen, bei Publikumsmessen künftig keine Schiess-Simulatoren und Schiessübungen mehr anzubieten?</p>
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