Unterstützung für die Berufsbildung in Vollzeitschulen

ShortId
07.3850
Id
20073850
Updated
27.07.2023 19:15
Language
de
Title
Unterstützung für die Berufsbildung in Vollzeitschulen
AdditionalIndexing
32;Lehre;berufsbildender Unterricht;berufliche Bildung
1
  • L03K130202, berufliche Bildung
  • L03K130203, berufsbildender Unterricht
  • L04K13020204, Lehre
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Berufsbildung in Betrieb und Schule (duales System) ist in der Schweiz sehr verbreitet. In der Deutschschweiz beträgt ihr Anteil an der gesamten Berufsbildung 86 Prozent, in der Westschweiz 71 Prozent und in der italienischen Schweiz 72 Prozent. Daneben darf aber die Berufsbildung in Vollzeitschulen nicht vergessen werden. In der Romandie waren die Lehrwerkstätten und die Handelsmittelschulen von Berufsverbänden gefordert, häufig auch gegründet und dann den Kantonen übergeben worden, die sie zu über 85 Prozent finanzieren. </p><p>Manchmal hat man jedoch den Eindruck, die Ausbildung in Vollzeitschulen sei das Stiefkind der Berufsbildung. Laut einem Dokument vom Februar 2007 mit dem Titel "Masterplan Berufsbildung" des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) ist "die Akzeptanz des dualen Systems gegenüber angelsächsischen (Training on the job, ohne Beruflichkeit) und romanischen Kulturen (Berufsbildung im Rahmen von Vollzeitschulen) zu sichern".</p><p>Es wäre sehr zu bedauern, wenn der Schwerpunkt hauptsächlich auf das duale System gelegt und die Berufsbildung im Rahmen von Vollzeitschulen als zweitrangig betrachtet würde.</p>
  • <p>Die vollschulisch organisierten Lehrwerkstätten sind gemäss Berufsbildungsgesetz ein gleichberechtigter Lernort der beruflichen Grundbildung wie die Lehrbetriebe für berufliche Praxis einerseits und die Berufsfachschulen für die allgemeine und berufskundliche Bildung andererseits (vgl. Art. 16 Abs. 2). Die Ausbildungsprogramme der Lehrwerkstätten beruhen auf der Verordnung über die berufliche Grundbildung des jeweiligen Berufes. Damit werden sie gleich unterstützt wie die übrigen Grundbildungsangebote.</p><p>Die Verordnungen über die berufliche Grundbildung werden von den Verbundpartnern der Berufsbildung - Bund, Kantone und den Organisationen der Arbeitswelt - erarbeitet. Auf diese Weise ist der Bezug der Ausbildung zu den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gesichert, d. h., es werden aktuell diejenigen Qualifikationen vermittelt, für die anschliessend auch ein Angebot an Arbeitsplätzen vorhanden ist.</p><p>Es zeichnet unser Berufsbildungssystem aus, dass es den Jugendlichen eine solide praktische und theoretische Grundlage in einem Beruf vermittelt. Die Qualität der schweizerischen Berufsbildungsabschlüsse ist international anerkannt und schlägt sich auch in Spitzenresultaten bei den internationalen Berufswettbewerben nieder.</p><p>Die angesprochene Formulierung im "Masterplan Berufsbildung" soll die Vollzeitschulen nicht als zweitrangig betrachten. Vielmehr bezieht sich der Masterplan auf den Systemaspekt der Berufsbildung, wenn er die Stärken des dualen Systems anspricht und sie Traditionen gegenüberstellt, denen wir uns im internationalen Wettbewerb stellen müssen. </p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass vollschulische Ausbildungsangebote in der Berufsbildung weiterhin eine subsidiäre Stellung einnehmen sollen. Die betrieblich organisierte Berufsbildung steht wegen ihres hohen Praxisbezugs und des äusserst günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses weiterhin im Zentrum der schweizerischen Berufsbildungspolitik.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit die berufliche Grundbildung von jungen Erwachsenen in Lehrbetrieben und jene in Lehrwerkstätten nach Artikel 16 des Berufsbildungsgesetzes sowie Artikel 6 der Berufsbildungsverordnung auf gleiche Weise entwickelt und unterstützt werden?</p>
  • Unterstützung für die Berufsbildung in Vollzeitschulen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Berufsbildung in Betrieb und Schule (duales System) ist in der Schweiz sehr verbreitet. In der Deutschschweiz beträgt ihr Anteil an der gesamten Berufsbildung 86 Prozent, in der Westschweiz 71 Prozent und in der italienischen Schweiz 72 Prozent. Daneben darf aber die Berufsbildung in Vollzeitschulen nicht vergessen werden. In der Romandie waren die Lehrwerkstätten und die Handelsmittelschulen von Berufsverbänden gefordert, häufig auch gegründet und dann den Kantonen übergeben worden, die sie zu über 85 Prozent finanzieren. </p><p>Manchmal hat man jedoch den Eindruck, die Ausbildung in Vollzeitschulen sei das Stiefkind der Berufsbildung. Laut einem Dokument vom Februar 2007 mit dem Titel "Masterplan Berufsbildung" des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) ist "die Akzeptanz des dualen Systems gegenüber angelsächsischen (Training on the job, ohne Beruflichkeit) und romanischen Kulturen (Berufsbildung im Rahmen von Vollzeitschulen) zu sichern".</p><p>Es wäre sehr zu bedauern, wenn der Schwerpunkt hauptsächlich auf das duale System gelegt und die Berufsbildung im Rahmen von Vollzeitschulen als zweitrangig betrachtet würde.</p>
    • <p>Die vollschulisch organisierten Lehrwerkstätten sind gemäss Berufsbildungsgesetz ein gleichberechtigter Lernort der beruflichen Grundbildung wie die Lehrbetriebe für berufliche Praxis einerseits und die Berufsfachschulen für die allgemeine und berufskundliche Bildung andererseits (vgl. Art. 16 Abs. 2). Die Ausbildungsprogramme der Lehrwerkstätten beruhen auf der Verordnung über die berufliche Grundbildung des jeweiligen Berufes. Damit werden sie gleich unterstützt wie die übrigen Grundbildungsangebote.</p><p>Die Verordnungen über die berufliche Grundbildung werden von den Verbundpartnern der Berufsbildung - Bund, Kantone und den Organisationen der Arbeitswelt - erarbeitet. Auf diese Weise ist der Bezug der Ausbildung zu den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gesichert, d. h., es werden aktuell diejenigen Qualifikationen vermittelt, für die anschliessend auch ein Angebot an Arbeitsplätzen vorhanden ist.</p><p>Es zeichnet unser Berufsbildungssystem aus, dass es den Jugendlichen eine solide praktische und theoretische Grundlage in einem Beruf vermittelt. Die Qualität der schweizerischen Berufsbildungsabschlüsse ist international anerkannt und schlägt sich auch in Spitzenresultaten bei den internationalen Berufswettbewerben nieder.</p><p>Die angesprochene Formulierung im "Masterplan Berufsbildung" soll die Vollzeitschulen nicht als zweitrangig betrachten. Vielmehr bezieht sich der Masterplan auf den Systemaspekt der Berufsbildung, wenn er die Stärken des dualen Systems anspricht und sie Traditionen gegenüberstellt, denen wir uns im internationalen Wettbewerb stellen müssen. </p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass vollschulische Ausbildungsangebote in der Berufsbildung weiterhin eine subsidiäre Stellung einnehmen sollen. Die betrieblich organisierte Berufsbildung steht wegen ihres hohen Praxisbezugs und des äusserst günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses weiterhin im Zentrum der schweizerischen Berufsbildungspolitik.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit die berufliche Grundbildung von jungen Erwachsenen in Lehrbetrieben und jene in Lehrwerkstätten nach Artikel 16 des Berufsbildungsgesetzes sowie Artikel 6 der Berufsbildungsverordnung auf gleiche Weise entwickelt und unterstützt werden?</p>
    • Unterstützung für die Berufsbildung in Vollzeitschulen

Back to List