Militärdiensttauglichkeit in den städtischen Gebieten

ShortId
08.3178
Id
20083178
Updated
28.07.2023 09:05
Language
de
Title
Militärdiensttauglichkeit in den städtischen Gebieten
AdditionalIndexing
09;Agglomeration;Verhältnis zwischen Stadt und Land;Rekrutenschule;Gleichbehandlung;Militärdiensttauglichkeit;Stadt
1
  • L05K0402031003, Militärdiensttauglichkeit
  • L04K01020201, Agglomeration
  • L05K0102020102, Stadt
  • L04K05020303, Gleichbehandlung
  • L04K01070208, Verhältnis zwischen Stadt und Land
  • L05K0402030703, Rekrutenschule
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Laut jüngsten Zahlen aus dem VBS ist im Jahre 2007 im Vergleich zu 2006 die Quote der Militärdiensttauglichen in der Schweiz zwar von 64,57 Prozent auf 66,32 Prozent gestiegen. Schaut man aber etwas genauer hin, so stellt man fest, dass diese sich wieder positiv entwickelnde Tauglichkeitsrate vor allem auf den nach wie vor hohen Werten in ländlichen Kantonen beruht. In den städtischen Kantonen hingegen bewegt sich der Anteil Militärdienstleistender irgendwo zwischen 50 Prozent und 60 Prozent. Die tiefsten Tauglichkeitsraten weisen die Kantone Basel-Stadt mit 52,57 Prozent und Zürich mit 53,35 Prozent auf. Diese erschreckend tiefen Zahlen werden vom VBS mit der generell schlechteren Gesundheit, der persönlichen Einstellung zum Staat und dem Lifestyle in den Städten erklärt, und es wird festgestellt, dass dieses Phänomen gesamtschweizerisch in den Agglomerationen zu beobachten sei. Allerdings findet sich das zuständige Departement offenbar mit dieser Situation ab und sieht keinen Handlungsbedarf. Es kann aber nicht sein, dass in Zukunft bald nur noch Schweizer und Schweizerinnen aus Bergkantonen und ländlichen Gebieten Militärdienst leisten, während etwa in den Wirtschaftszentren Basel und Bern sich die Bevölkerung von der Armee verabschiedet. Hier sind energische Massnahmen angebracht, und das VBS hat sicherzustellen, dass in der Schweizer Armee alle Gesellschaftsschichten unseres Landes vertreten sind und entsprechend ihren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes leisten.</p>
  • <p>An der Rekrutierung wird die Tauglichkeit für den Militärdienst, den Zivilschutzdienst und die Untauglichkeit durch vom VBS angestellte Ärzte ermittelt, die praktisch alle eine grosse persönliche Erfahrung als Militärärzte haben. Der Entscheid erfolgt aufgrund objektiver Kriterien, die durch ausgedehnte körperliche Untersuchungen und Tests, aber auch durch psychologisch-psychiatrische Tests geprüft werden. Diese Untersuchungen stellen sicher, dass alle Stellungspflichtigen, die aus gesundheitlichen Gründen dazu in der Lage sind, auch für den Militärdienst oder den Zivilschutzdienst tauglich erklärt werden. Fehlende Wehrwilligkeit ist kein Untauglichkeitskriterium, und Simulanten werden in aller Regel durch diese Tests entlarvt. Die Tauglichkeitsraten sind somit ein Spiegel des Gesundheitszustandes der stellungspflichtigen Bevölkerung.</p><p>Der Gesundheitszustand der städtischen Bevölkerung ist offensichtlich im Durchschnitt weniger gut als jener der ländlichen. Dies ist unter anderem mit einer Studie untermauert worden, die aufzeigt, dass die Gesundheitskosten in den Gemeinden des Kantons Zürich mit den Untauglichkeitsraten der Stellungspflichtigen aus diesen Gemeinden bei der Rekrutierung korrelieren. Ein Massnahmenplan zur Erhöhung der Militärdiensttauglichkeit in den Städten und städtischen Gebieten müsste also gezielte Massnahmen zur Reduktion der Suchtmittelabhängigkeit, der Übergewichtigkeit, des Bronchialasthmas und vieler anderer tauglichkeitsrelevanter Gesundheitsstörungen in diesen Gebieten beinhalten. Dazu ist das VBS weder legitimiert noch in der Lage. Vielmehr erfolgt die Gesundheitsförderung durch verschiedene Programme auf nationaler (unter der Federführung des Bundesamtes für Gesundheit), kantonaler und kommunaler Ebene, welche das VBS unterstützt (Beispiel: Antiraucherkampagne in den Rekrutenschulen).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament vor der nächsten Aushebung einen Massnahmenplan vorzulegen, mit dem er eine markante Erhöhung der Militärdiensttauglichkeit in den Städten und städtischen Gebieten bewirken will.</p>
  • Militärdiensttauglichkeit in den städtischen Gebieten
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Laut jüngsten Zahlen aus dem VBS ist im Jahre 2007 im Vergleich zu 2006 die Quote der Militärdiensttauglichen in der Schweiz zwar von 64,57 Prozent auf 66,32 Prozent gestiegen. Schaut man aber etwas genauer hin, so stellt man fest, dass diese sich wieder positiv entwickelnde Tauglichkeitsrate vor allem auf den nach wie vor hohen Werten in ländlichen Kantonen beruht. In den städtischen Kantonen hingegen bewegt sich der Anteil Militärdienstleistender irgendwo zwischen 50 Prozent und 60 Prozent. Die tiefsten Tauglichkeitsraten weisen die Kantone Basel-Stadt mit 52,57 Prozent und Zürich mit 53,35 Prozent auf. Diese erschreckend tiefen Zahlen werden vom VBS mit der generell schlechteren Gesundheit, der persönlichen Einstellung zum Staat und dem Lifestyle in den Städten erklärt, und es wird festgestellt, dass dieses Phänomen gesamtschweizerisch in den Agglomerationen zu beobachten sei. Allerdings findet sich das zuständige Departement offenbar mit dieser Situation ab und sieht keinen Handlungsbedarf. Es kann aber nicht sein, dass in Zukunft bald nur noch Schweizer und Schweizerinnen aus Bergkantonen und ländlichen Gebieten Militärdienst leisten, während etwa in den Wirtschaftszentren Basel und Bern sich die Bevölkerung von der Armee verabschiedet. Hier sind energische Massnahmen angebracht, und das VBS hat sicherzustellen, dass in der Schweizer Armee alle Gesellschaftsschichten unseres Landes vertreten sind und entsprechend ihren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes leisten.</p>
    • <p>An der Rekrutierung wird die Tauglichkeit für den Militärdienst, den Zivilschutzdienst und die Untauglichkeit durch vom VBS angestellte Ärzte ermittelt, die praktisch alle eine grosse persönliche Erfahrung als Militärärzte haben. Der Entscheid erfolgt aufgrund objektiver Kriterien, die durch ausgedehnte körperliche Untersuchungen und Tests, aber auch durch psychologisch-psychiatrische Tests geprüft werden. Diese Untersuchungen stellen sicher, dass alle Stellungspflichtigen, die aus gesundheitlichen Gründen dazu in der Lage sind, auch für den Militärdienst oder den Zivilschutzdienst tauglich erklärt werden. Fehlende Wehrwilligkeit ist kein Untauglichkeitskriterium, und Simulanten werden in aller Regel durch diese Tests entlarvt. Die Tauglichkeitsraten sind somit ein Spiegel des Gesundheitszustandes der stellungspflichtigen Bevölkerung.</p><p>Der Gesundheitszustand der städtischen Bevölkerung ist offensichtlich im Durchschnitt weniger gut als jener der ländlichen. Dies ist unter anderem mit einer Studie untermauert worden, die aufzeigt, dass die Gesundheitskosten in den Gemeinden des Kantons Zürich mit den Untauglichkeitsraten der Stellungspflichtigen aus diesen Gemeinden bei der Rekrutierung korrelieren. Ein Massnahmenplan zur Erhöhung der Militärdiensttauglichkeit in den Städten und städtischen Gebieten müsste also gezielte Massnahmen zur Reduktion der Suchtmittelabhängigkeit, der Übergewichtigkeit, des Bronchialasthmas und vieler anderer tauglichkeitsrelevanter Gesundheitsstörungen in diesen Gebieten beinhalten. Dazu ist das VBS weder legitimiert noch in der Lage. Vielmehr erfolgt die Gesundheitsförderung durch verschiedene Programme auf nationaler (unter der Federführung des Bundesamtes für Gesundheit), kantonaler und kommunaler Ebene, welche das VBS unterstützt (Beispiel: Antiraucherkampagne in den Rekrutenschulen).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament vor der nächsten Aushebung einen Massnahmenplan vorzulegen, mit dem er eine markante Erhöhung der Militärdiensttauglichkeit in den Städten und städtischen Gebieten bewirken will.</p>
    • Militärdiensttauglichkeit in den städtischen Gebieten

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