Was bringen die BBT-Reformen konkret?
- ShortId
-
08.3371
- Id
-
20083371
- Updated
-
27.07.2023 21:43
- Language
-
de
- Title
-
Was bringen die BBT-Reformen konkret?
- AdditionalIndexing
-
04;32;internationale Beziehungen;Mittelschule;Evaluation;Gleichwertigkeit der Diplome;Verwaltungsreform;Bundesamt für Berufsbildung und Technologie;berufliche Bildung
- 1
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- L05K0804060102, Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
- L03K130202, berufliche Bildung
- L02K1002, internationale Beziehungen
- L04K08060108, Verwaltungsreform
- L04K13020502, Mittelschule
- L04K13030112, Gleichwertigkeit der Diplome
- L04K08020302, Evaluation
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Interpellant verknüpft die Frage der Anpassung der Organisation des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) mit grundsätzlichen Fragen zum Stellenwert der Berufsbildung und deren Anerkennung. Der Bundesrat nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Berufsbildungsfragen auf grosses Interesse stossen. Das Parlament hat insbesondere im Verlauf der Verabschiedung der Botschaft vom 24. Januar 2007 über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008 bis 2011 intensive Debatten über den Stellenwert der einzelnen Bildungsgänge geführt, Prioritäten gesetzt und Erwartungen formuliert. </p><p>Die angesprochene Anpassung der Detailorganisation des BBT kann keine Reformschritte in der Berufsbildung auslösen. Die Reorganisation dient der Optimierung der Arbeitsabläufe im BBT. Damit werden Synergien genutzt und nach aussen klare Verantwortlichkeiten geschaffen.</p><p>1. Eine intensivere Auseinandersetzung des Auslandes mit unserem dualen Berufsbildungssystem resultiert einerseits aus den Problemen, welche andere Länder in ihren eigenen Bildungssystemen erkennen (z. B. hohe Zahl von Hochschulabsolventen, welche auf dem Arbeitsmarkt nicht adäquat beschäftigt werden können). Sie gibt andererseits Impulse zur Weiterentwicklung unseres Systems, indem auch wir von den anderen lernen können. Im Weiteren trägt diese Ausrichtung dazu bei, dass wir den hohen Stellenwert unseres dualen Berufsbildungssystems für die Volkswirtschaft international bekanntmachen können. Das trägt mit dazu bei, dass die Titel, Abschlüsse und Berufsqualifikationen international anerkannt werden.</p><p>Unsere Wirtschaft benötigt heute mehr denn je gut ausgebildetes Personal. In einer globalisierten Welt (offene Märkte) haben wir ein Interesse, dass potenzielle Arbeitskräfte aus dem Ausland gut ausgebildet sind und unseren Anforderungen entsprechen. Aber auch die international tätigen Unternehmen profitieren vor Ort von einem guten, bewährten Ausbildungssystem. </p><p>2. Allein mit einer Anpassung der organisatorischen Struktur kann dem Verfassungsauftrag für eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung der Berufsbildung und der gymnasialen Ausbildung sicher nicht nachgekommen werden. Die Tatsache indessen, dass auf internationaler Ebene gezeigt werden kann, wie kompetitiv und nachahmenswert das schweizerische Berufsbildungssystem ist, birgt in sich Elemente einer höheren Anerkennung.</p><p>3. Das BBT und die Kantone arbeiten auf der Basis eines Masterplanes kontinuierlich an der Verbesserung der höheren Berufsbildung (Tertiärbildung B). Mit der Beteiligung an internationalen Konferenzen und der Mitwirkung am sogenannten Kopenhagen-Prozess ist das EVD auf europäischer Ebene bestrebt, die Anliegen der Tertiärbildung B (Anerkennung der Abschlüsse) gebührend einzubringen. Im Weiteren beteiligt sich die Schweiz an zwei OECD-Länderstudien zum Berufsbildungssystem (a. Innovationen in der Berufsbildung; b. Systemvergleich).</p><p>4. Mit der Anpassung der Organisationsstruktur hat sich das BBT nicht neu international ausgerichtet, sondern versucht, mit einer adäquateren Struktur der wachsenden Herausforderung gerecht zu werden. Durch Zusammenfassung der in den einzelnen Leistungsbereichen mit internationalen Fragen betrauten Mitarbeitenden in einer Organisationseinheit werden Synergien und damit letztlich auch ein Mehrwert erwartet.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Frau Bundesrätin Leuthard begründete die BBT/KTI-Reorganisation, welche eine neue Abteilung "Internationale Beziehungen" per 1. März 2008 geschaffen hat, anlässlich der Fragestunde vom 9. Juni 2008 mit dem Hinweis auf das internationale Interesse an unserem dualen Bildungssystem. Eine solche Antwort zieht Fragen ganz grundsätzlicher Art nach sich: </p><p>1. Inwieweit wirkt sich dieses Interesse konkret positiv auf die Bildungssituation in der Schweiz aus? Was bringt diese neue Ausrichtung dem dualen Berufsbildungssystem der Schweiz tatsächlich? </p><p>2. Ist der Bundesrat der Meinung, dass mit dieser Reorganisation dem Verfassungsauftrag, für eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung der Berufsbildung und der gymnasialen Ausbildung zu sorgen, Genüge getan ist? </p><p>3. Welche Massnahmen sieht der Bundesrat, zusammen mit den Kantonen, auch noch vor, um die Gleichwertigkeit der gesellschaftlichen Anerkennung insbesondere in der höheren Berufsbildung und der Ausbildung zum Meisterdiplom sicherzustellen? </p><p>4. Wie kann sichergestellt werden, dass mit der neuen internationalen Ausrichtung des BBT nicht eher attraktive Verwaltungspfründe geschaffen werden, statt einen effektiven Mehrwert für die reale Bildungssituation in der Schweiz zu erzielen?</p>
- Was bringen die BBT-Reformen konkret?
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Interpellant verknüpft die Frage der Anpassung der Organisation des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) mit grundsätzlichen Fragen zum Stellenwert der Berufsbildung und deren Anerkennung. Der Bundesrat nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Berufsbildungsfragen auf grosses Interesse stossen. Das Parlament hat insbesondere im Verlauf der Verabschiedung der Botschaft vom 24. Januar 2007 über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008 bis 2011 intensive Debatten über den Stellenwert der einzelnen Bildungsgänge geführt, Prioritäten gesetzt und Erwartungen formuliert. </p><p>Die angesprochene Anpassung der Detailorganisation des BBT kann keine Reformschritte in der Berufsbildung auslösen. Die Reorganisation dient der Optimierung der Arbeitsabläufe im BBT. Damit werden Synergien genutzt und nach aussen klare Verantwortlichkeiten geschaffen.</p><p>1. Eine intensivere Auseinandersetzung des Auslandes mit unserem dualen Berufsbildungssystem resultiert einerseits aus den Problemen, welche andere Länder in ihren eigenen Bildungssystemen erkennen (z. B. hohe Zahl von Hochschulabsolventen, welche auf dem Arbeitsmarkt nicht adäquat beschäftigt werden können). Sie gibt andererseits Impulse zur Weiterentwicklung unseres Systems, indem auch wir von den anderen lernen können. Im Weiteren trägt diese Ausrichtung dazu bei, dass wir den hohen Stellenwert unseres dualen Berufsbildungssystems für die Volkswirtschaft international bekanntmachen können. Das trägt mit dazu bei, dass die Titel, Abschlüsse und Berufsqualifikationen international anerkannt werden.</p><p>Unsere Wirtschaft benötigt heute mehr denn je gut ausgebildetes Personal. In einer globalisierten Welt (offene Märkte) haben wir ein Interesse, dass potenzielle Arbeitskräfte aus dem Ausland gut ausgebildet sind und unseren Anforderungen entsprechen. Aber auch die international tätigen Unternehmen profitieren vor Ort von einem guten, bewährten Ausbildungssystem. </p><p>2. Allein mit einer Anpassung der organisatorischen Struktur kann dem Verfassungsauftrag für eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung der Berufsbildung und der gymnasialen Ausbildung sicher nicht nachgekommen werden. Die Tatsache indessen, dass auf internationaler Ebene gezeigt werden kann, wie kompetitiv und nachahmenswert das schweizerische Berufsbildungssystem ist, birgt in sich Elemente einer höheren Anerkennung.</p><p>3. Das BBT und die Kantone arbeiten auf der Basis eines Masterplanes kontinuierlich an der Verbesserung der höheren Berufsbildung (Tertiärbildung B). Mit der Beteiligung an internationalen Konferenzen und der Mitwirkung am sogenannten Kopenhagen-Prozess ist das EVD auf europäischer Ebene bestrebt, die Anliegen der Tertiärbildung B (Anerkennung der Abschlüsse) gebührend einzubringen. Im Weiteren beteiligt sich die Schweiz an zwei OECD-Länderstudien zum Berufsbildungssystem (a. Innovationen in der Berufsbildung; b. Systemvergleich).</p><p>4. Mit der Anpassung der Organisationsstruktur hat sich das BBT nicht neu international ausgerichtet, sondern versucht, mit einer adäquateren Struktur der wachsenden Herausforderung gerecht zu werden. Durch Zusammenfassung der in den einzelnen Leistungsbereichen mit internationalen Fragen betrauten Mitarbeitenden in einer Organisationseinheit werden Synergien und damit letztlich auch ein Mehrwert erwartet.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Frau Bundesrätin Leuthard begründete die BBT/KTI-Reorganisation, welche eine neue Abteilung "Internationale Beziehungen" per 1. März 2008 geschaffen hat, anlässlich der Fragestunde vom 9. Juni 2008 mit dem Hinweis auf das internationale Interesse an unserem dualen Bildungssystem. Eine solche Antwort zieht Fragen ganz grundsätzlicher Art nach sich: </p><p>1. Inwieweit wirkt sich dieses Interesse konkret positiv auf die Bildungssituation in der Schweiz aus? Was bringt diese neue Ausrichtung dem dualen Berufsbildungssystem der Schweiz tatsächlich? </p><p>2. Ist der Bundesrat der Meinung, dass mit dieser Reorganisation dem Verfassungsauftrag, für eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung der Berufsbildung und der gymnasialen Ausbildung zu sorgen, Genüge getan ist? </p><p>3. Welche Massnahmen sieht der Bundesrat, zusammen mit den Kantonen, auch noch vor, um die Gleichwertigkeit der gesellschaftlichen Anerkennung insbesondere in der höheren Berufsbildung und der Ausbildung zum Meisterdiplom sicherzustellen? </p><p>4. Wie kann sichergestellt werden, dass mit der neuen internationalen Ausrichtung des BBT nicht eher attraktive Verwaltungspfründe geschaffen werden, statt einen effektiven Mehrwert für die reale Bildungssituation in der Schweiz zu erzielen?</p>
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