Neue Technologieinitiativen der EU. Die Schweiz riskiert, den Anschluss zu verpassen

ShortId
08.3465
Id
20083465
Updated
24.06.2025 23:51
Language
de
Title
Neue Technologieinitiativen der EU. Die Schweiz riskiert, den Anschluss zu verpassen
AdditionalIndexing
36;technische Zusammenarbeit;Forschungsprogramm;neue Technologie;Technologietransfer;Informationstechnologie
1
  • L04K10010214, technische Zusammenarbeit
  • L05K0706010511, Technologietransfer
  • L05K0706010508, neue Technologie
  • L04K12020307, Informationstechnologie
  • L04K16020201, Forschungsprogramm
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Die Joint Technology Initiatives sind neue Instrumente für die Innovationsförderung in Europa in der Form von Partnerschaften zwischen öffentlichen Einrichtungen und privaten marktführenden Unternehmen. Die Initiativen Eniac und Artemis wurden am 20. Dezember 2007 durch den Ministerrat der Europäischen Union lanciert. Sie betreffen Informationstechnologien im Bereich der Nanoelektronik und der eingebetteten Systeme ("embedded systems").</p><p>Weil diese Initiativen speziell auf die angewandte Forschung ausgerichtet sind und den KMU den Zugang zur europäischen Forschung und Spitzentechnologie ermöglichen, sind sie eine zentrale Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Industriestandorts Schweiz.</p><p>Damit den Schweizer Partnern ein optimaler Zugang garantiert werden kann, muss jedoch die Frage der Finanzierung schnell geklärt werden. Es ist vorgesehen, dass sich grosse europäische Unternehmen an den Partnerschaften beteiligen, die durch eigene Mittel für 50 Prozent der Kosten aufkommen. Der Rest wird von der Europäischen Kommission, mit einem Anteil von 16,7 Prozent, und den assoziierten Staaten, die sich mit einem Drittel beteiligen, finanziert. Die Beträge werden jährlich festgelegt. Die Europäische Kommission hat für das Jahr 2008 rund 40 Millionen Euro pro Initiative investiert und erwartet von den beteiligten assoziierten Staaten eine Kofinanzierung von 80 Millionen Euro.</p><p>Solange sich die Schweiz diesen Initiativen nicht anschliesst, können die Schweizer Partner nur mit den Geldern aus dem Anteil der Europäischen Kommission (16,7 Prozent) entschädigt werden. Durch eine Umschichtung von 6 bis 8 Millionen Franken im Budget könnte sich die Schweiz voll und ganz an den Technologieinitiativen beteiligen und im Gegenzug von den Ergebnissen der äusserst marktnahen Projekte profitieren.</p><p>Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden in Zukunft noch mehr derartige Technologieinitiativen lanciert. Daher muss man sich auch fragen, ob das schweizerische System der Kofinanzierung der Forschung in diesen Bereichen den heutigen Begebenheiten angepasst ist. So werden etwa im vierjährigen Rahmenprogramm für BFI keine Handlungsspielräume offengelassen, was dazu führen kann, dass auf solche neue Anforderungen über Jahre hinweg nicht angemessen reagiert werden kann. Eine mögliche Anpassung der entsprechenden Bestimmungen, die mehr Flexibilität und schnelleres Handeln erlaubt, wäre daher ganz allgemein angebracht.</p>
  • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit und den Nutzen einer baldigen Beteiligung der Schweiz an den neuen gemeinsamen Technologieinitiativen, den sogenannten Joint Technology Initiatives, zu prüfen, die von der Europäischen Union Ende 2007 lanciert wurden. Es handelt sich dabei vor allem um die Europäische Gemeinschaftsinitiative für Nanoelektronik (Eniac) und die gemeinsame Technologieinitiative für eingebettete Systeme (Artemis), die beide zum Ziel haben, die Wettbewerbsvorteile der europäischen Industrie im Bereich der Informationstechnologien auszubauen. Gleichzeitig wird der Bundesrat beauftragt, generell die verschiedenen Lösungen zu prüfen, die ihm den nötigen Handlungsspielraum geben würden, um in solchen Fällen bei den vierjährigen Rahmenkrediten für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) rasch zu reagieren.</p>
  • Neue Technologieinitiativen der EU. Die Schweiz riskiert, den Anschluss zu verpassen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Joint Technology Initiatives sind neue Instrumente für die Innovationsförderung in Europa in der Form von Partnerschaften zwischen öffentlichen Einrichtungen und privaten marktführenden Unternehmen. Die Initiativen Eniac und Artemis wurden am 20. Dezember 2007 durch den Ministerrat der Europäischen Union lanciert. Sie betreffen Informationstechnologien im Bereich der Nanoelektronik und der eingebetteten Systeme ("embedded systems").</p><p>Weil diese Initiativen speziell auf die angewandte Forschung ausgerichtet sind und den KMU den Zugang zur europäischen Forschung und Spitzentechnologie ermöglichen, sind sie eine zentrale Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Industriestandorts Schweiz.</p><p>Damit den Schweizer Partnern ein optimaler Zugang garantiert werden kann, muss jedoch die Frage der Finanzierung schnell geklärt werden. Es ist vorgesehen, dass sich grosse europäische Unternehmen an den Partnerschaften beteiligen, die durch eigene Mittel für 50 Prozent der Kosten aufkommen. Der Rest wird von der Europäischen Kommission, mit einem Anteil von 16,7 Prozent, und den assoziierten Staaten, die sich mit einem Drittel beteiligen, finanziert. Die Beträge werden jährlich festgelegt. Die Europäische Kommission hat für das Jahr 2008 rund 40 Millionen Euro pro Initiative investiert und erwartet von den beteiligten assoziierten Staaten eine Kofinanzierung von 80 Millionen Euro.</p><p>Solange sich die Schweiz diesen Initiativen nicht anschliesst, können die Schweizer Partner nur mit den Geldern aus dem Anteil der Europäischen Kommission (16,7 Prozent) entschädigt werden. Durch eine Umschichtung von 6 bis 8 Millionen Franken im Budget könnte sich die Schweiz voll und ganz an den Technologieinitiativen beteiligen und im Gegenzug von den Ergebnissen der äusserst marktnahen Projekte profitieren.</p><p>Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden in Zukunft noch mehr derartige Technologieinitiativen lanciert. Daher muss man sich auch fragen, ob das schweizerische System der Kofinanzierung der Forschung in diesen Bereichen den heutigen Begebenheiten angepasst ist. So werden etwa im vierjährigen Rahmenprogramm für BFI keine Handlungsspielräume offengelassen, was dazu führen kann, dass auf solche neue Anforderungen über Jahre hinweg nicht angemessen reagiert werden kann. Eine mögliche Anpassung der entsprechenden Bestimmungen, die mehr Flexibilität und schnelleres Handeln erlaubt, wäre daher ganz allgemein angebracht.</p>
    • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit und den Nutzen einer baldigen Beteiligung der Schweiz an den neuen gemeinsamen Technologieinitiativen, den sogenannten Joint Technology Initiatives, zu prüfen, die von der Europäischen Union Ende 2007 lanciert wurden. Es handelt sich dabei vor allem um die Europäische Gemeinschaftsinitiative für Nanoelektronik (Eniac) und die gemeinsame Technologieinitiative für eingebettete Systeme (Artemis), die beide zum Ziel haben, die Wettbewerbsvorteile der europäischen Industrie im Bereich der Informationstechnologien auszubauen. Gleichzeitig wird der Bundesrat beauftragt, generell die verschiedenen Lösungen zu prüfen, die ihm den nötigen Handlungsspielraum geben würden, um in solchen Fällen bei den vierjährigen Rahmenkrediten für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) rasch zu reagieren.</p>
    • Neue Technologieinitiativen der EU. Die Schweiz riskiert, den Anschluss zu verpassen

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